AUCH SIE SOLLTEN SICH ENTSCHEIDEN!
von Alois Schnitzer sen.
Sie halten es doch für richtig, wenn Sie einen guten Freund treffen, daß Sie sich unwillkürlich verneigen, die Hand reichen, sowie mit einem freundlichen Gesicht Grußworte wechseln. Würden Sie einem Menschen folgen, der Ihnen den Rat gibt, solche Freundschaftsbezeugungen zu unterlassen? Sie halten es wahrscheinlich gar nicht für möglich, daß in unserer Zeit ein Mensch mit klarem Verstand, einen solchen Rat erteilt. Auf alle Fälle sind Sie der Meinung, dieser Rat werde von niemanden befolgt. Da täuschen Sie sich aber ganz gewaltig.
In unserer kath. Kirche wird heute dieser Rat gegeben und viel Volk meint, richtig zu handeln, wenn es diesen Rat befolgt. Wenn heute unser Herr und Heiland in Brotgestalt zum Menschen kommt, soll es keine Achtungs- und Freundschaftsbezeugungen mehr geben. Auch keine Ehrfurchts- und Demutsbeweise, kein Hinknien. In aller Eile, formlos, unauffällig, soll nach dem Willen moderner Theologen und Priester die Vereinigung mit unserem Herrn und Heiland vor sich gehen. Eigenartigerweise, Menschen, die sich im Leben mit Freundschaftsbeweisen nicht genug tun können, hören auf diesen Rat, befolgen also diesen Rat. Diese Menschen halten es somit für richtig, den Besuch des göttlichen Sohnes ohne Demuts- und Anbetungsbezeugungen zu empfangen.
Als Katholik stelle ich mir deshalb die Frage: Warum ist es so? Wird von diesen modernen Theologen eine neue christliche Lehre angestrebt? Für einen tiefgläubigen Katholiken gilt doch das Wort Christi
"Dies ist mein Leib "
Dieses Wort, wird jedoch in den anderen christlichen Konfessionen nicht geglaubt und darin unterscheiden sich diese von der katholischen Religion. Der Katholik verehrt das Allerheiligste Altarsakrament, glaubt somit an die Wesensverwandlung von Brot und Wein in den Leib und in das Blut Christi. Die nicht-katholischen Christon glauben an diese Wesensverwandlung nicht. Für diese Christen bleibt eben Brot Brot. Deshalb wird von deren "Priestern" auch keine "Messe" mit Wandlunc gefeiert. So gibt es bei diesen Christen kein Altarsakrament. Verehrung und Gruß entfällt somit. Nur aus dem Munde von Theologen, die an das Altarsakrament nicht glauben, kann verständlicher Weise der Rat kommen, beim Empfang der Komnunion bedarf es keiner demuts- und ehrfurchtsvollen Haltung des Menschen.
Heute weiß man auch, daß evangelische Theologen, also solche, die an die Wesensverwandlung von Brot und Wein nicht glauben, an der Gestaltung des Wort- und Handlungsaufbaues der "neuen Messe" mitgearbeitet haben. (Vor Jahren erschien ein Bild in den Illustrierten, wo man sehen konnte, wie sich der Papst von diesen Leuten verabschiedet.) Nachdem solche Theologen an der Neugestaltung der "Messe" mitgearbeitet haben, wird uns klar, daß von Paul VI. die Tür, wenn auch nur einen Spalt breit, aufgemacht wurde, damit der böse Geist zur Unterminierung unseres kath. Glaubens eingelassen werden konnte. Er hat also die Hand geboten, damit solch zerstörende Arbeit an unserem Glauben vorgenommen werden konnte.
Daraufhin kam auch die Anregung (Geld brauchte nicht gespart zu werden), die Wohnung unseres Herrn und Heilandes, den Tabernakel, aus der Mitte unserer Kirchen zu entfernen. Gleichzeitig wurden ja auch die Kommunionbänke entfernt. Mit List und Gewalt haben kath. Würdenträger, die somit vom Geheimnis unseres Glaubens abgefallen waren, das Volk in eine neue fremde religiöse Richtung geführt. Damit hat man es auch aufgegeben den reinen katholischen Glauben zu lehren, zu verteidigen. Zu den vielen Hunderten von christlichen Konfessionen und Sekten kommen somit noch weitere Hunderte von christlichen Glaubensrichtungen, die geführt werden von Würdenträgern, die sich zumindest innerlich vom kath. Glauben losgesagt haben.
Die Gegenwart und die Vergangenheit lehrt uns, daß sich die vielen christlichen Glaubensrichtungen nie einigen, im Gegenteil sich in immer mehr Glaubensrichtungen aufspalten. Auch in Rom hat man sich nur in der Zerstörung geeinigt. Das erkennt man daran, daß immer neue "Meßbücher" herausgegeben werden. Mit dem Augenblick, wo Menschengeist, also menschliche Rechthaberei, an die Stelle des Geistes Gottes tritt, wird eben die Einheit des Glaubens zerstört, ein Glaubensteil nach dem anderen aufgelöst. Wer eben an die Worte Christi nicht glaubt, sie nicht befolgt, dessen Lehre unterliegt dem menschlichen Geist und damit weltlicher Auflösung.
Wer das Wort Christi befolgt, entscheidet sich für Christus. Leidenszeiten werden ihm zwar nicht erspart, solchen Zeiten folgt aber auch eine glaubensstarke Auferstehung. Wer als Katholik, solchen modernen Ratgebern folgt, ist in die Reihen der Zerstörer des "GEHEIMNISSES UNSERES KATHOLISCHEN GLAUBENS" eingetreten. Jeder Katholik steht somit vor der Entscheidung, wo er mitwirken will, in den Reihen der Glaubenszerstörer, oder in der fast führerlos gewordenen kleinen Schar der Getreuen, die zum Worte Christi stehen. Da, wo man den Leib Christi ehrt und verehrt, da wollen wir mitwirken, und auch nur dort zur hl. Messe und nur dort zur Kommunion gehen, wo eine Kommunionbank einen demutsvollen Empfang des Allerheiligsten ermöglicht.
Halten wir doch Priestern die Treue, die heute noch den Mut haben, gegen die Verräter am Geheimnis unseres Glaubens festzuhalten. Diese Priester haben es heute nicht leicht, sie haben mit den vielen Schwierigkeiten von Seiten ihrer vorgesetzten Stellen fertig zu werden.
Diesen Rat gibt Ihnen der Kolpingsohn Alois Schnitzer sen., Traunstein |