DER HL. AUGUSTINUS
(aus: Wilhelm Schamoni "Das wahre Gesicht der Heiligen'" Kösel Verlag München 195o)
Die Worte, mit denen AURELIUS AUGUSTINUS seine "Bekenntnisse", die ehrlichste und eindrucksvollste Autobiographie der Weltliteratur, einleitet: "Du hast uns, Herr, für Dich erschaffen, und unser Herz ist unruhig, bis es ruht in Dir", kennzeichnen diesen größten Lehrer der Kirche, der in einer ehrgeizigen und ungebändigten Jugend den Frieden seiner Seele verloren und ihn bei den Manichäern neun Jahre vergeblich gesucht hatte, dann durch die dunkle Nacht der Zweifel schreitend, sich aus den schlimrsten Seelenkämpfen heraus plötzlich durch ein Wunder bekehrt fühlte und "Christus anzog". Augustinus ist geboren in Tagaste (Numidien) am 13.11. 354, besuchte die höhere Schule in Tagaste und Madaura, die Hochschule in Karthago, wurde Lehrer der Beredsamkeit in Tagaste, Karthago, Rom, Mailand. In Mailand, unter dem Einfluß des hl. Ambrosius, bekehrte er sich im Jahre 386, ließ sich mit seinem Sohn Adeodatus von ihm taufen, gab seine Professur auf, um in der Peimat mit Freunden in klösterlicher Gemeinschaft zu studieren und zu beten. 391 wurde er in Hippo zum Priester und 394 zum Bischof geweiht als Koadjutor des greisen Oberhirten, dem er nach zwei Jahren folgte. "In den 34 Jahren seines Antes hat Augustinus durch unermüdliche Tätigkeit als Prediger, durch Obsorge für Priester und Volk, im Kampf für den kirchlichen Glauben gegen Manichäer, Arianer, Donatisten, Pelagianer und Semipelagianer, durch Abhaltung von Synoden bei schwächlicher Gesundheit eine weit über Afrika hinausreichende, nach dem Zeugnis seiner Briefe die ganze katholische Welt des Abendlandes umfassende oberhirtliche Tätigkeit von unvergleichlicher Fülle und Tiefe entfaltet. Er starb am 28.8.430, als der Vandalenkönig Geiserich Hipno belagerte. - Augustinus ist der größte Philosoph der Väterzeit und der genialste, einflußreichste Theologe der Kirche. Nach der religiös, kirchlichen Seite ist er eine reine, ernste, religiös-ethische Persönlichkeit von ungewöhnlicher Selbsterkenntnis und Selbstbeherrschung, ein Scclenhirte voll glühender Gottes´ und selbstloser Nächstenliebe, umflossen vom milden Glänze unbegrenzter Güte und anziehender Liebenswürdigkeit, ein in rückhaltloser Hingabe an die kirchliche Autorität für die kirchliche Lehre und Sitte kämpfender Bischof. Nach der intellektuell-wissenschaftlichen Seite zeigt er sich als Denker von genialer Intuition, feinsinnige, psychologische Beobachtungsgabe, metaphysische Spekulation und mystische Kontemplation in sich vereinigend, als der eindrucksvollste Prediger der alten lateinischen Kirche - er ist auch als Stilist die gewaltige Vergangenheit und Gegenwart überragende Persönlichkeit." - FEST am 28.8.
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Aus: SPRÜCHE DER VÄTER
(S. 79) Abbas Dulas, der Schüler des Abbas Bisarion, erzählte: "Als wir einmal am Meeresufer entlanggingen, bekam ich Durst und sagte zu Abbas Bisarion: 'Abba, ich habe großen Durst.1 Der Altvater verrichtete ein Gebet und gebot mir: 'Trinke aus dem Meer!' Da ward das Wasser süß, und ich trank. - Ich füllte jedoch auch noch ein Gefäß für den Fall, daß ich unterwegs wiederum Durst bekäme. Als der Greis das sah, fragte er mich: 'Weshalb hast du noch geschöpft?" Ich antwortete: 'Verzeih, für den Fall, daß ich unterwegs wiederum Durst bekäme.' Da sagte der Altvater: 'Gott ist hier und überall.'"
(S. 91) Abbas Euprepios sagte: "Sei in deinem Innern überzeugt, daß Gott treu ist und mächtig, und glaube an ihn, und du wirst seiner Güter teilhaft. Wenn du jedoch kleinmütig bist, so glaubst du nicht." Ferner: "Wir glauben alle, daß er mächtig ist, und wir glauben gleichfalls, daß ihm alles möglich ist. Doch glaube auch in deinen ganz persönlichen Angelegenheiten an ihn, weil er auch an dir Zeichen wirkt."
(S. 30) Sterbend sprach Abbas Bisarion: "Der Mönch muß wie die Cherubim und Seraphim ganz Auge sein." Seite 77:
Abbas Andreas sagte: "Dem Mönch geziemen diese drei Dinge: ein Leben als Fremdling (xeniteia), Armut und Schweigen in großer Geduld. |