NOCH EINMAL:
EMPFEHLUNGEN ZUM VERHALTEN DER PRIESTER vonEberhard Heller I. "Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen!" - Es war und ist u.a. die Absicht der "Einsicht", den radikalen Abfall fast der .gesamten Hierarchie vom Glauben darzulegen. Wer diesen Unglauben der sogenannten "Oberhirten" .am eigenen Leibe verspürt hat und sich durch die berichteten Tatsachen hat belehren lassen,.dem ist es auch einsichtig, daß man diesen "Oberhirten" nicht nur nicht gehorchen soll und darf, sondern daß man sich auch selbst mitversündigt, wenn man deren Verordnungen toleriert bzw. noch befolgt. Das gilt in gleicher Weise für Priester als auch für Laien. Der ''Gehorsam" gegenüber den abgefallenen ehemaligen Oberhirten ist durch nichts zu rechtfertigen. Häretiker und besonders Apostaten sind laut CIC ipso facto exkommuniziert und verlieren damit automatisch ihr innegehabtes Amt. Es ist also verfehlt, von "amtierenden Bischöfen" zu reden: die gibt es nicht mehr! Darum ist es u.a. auch vollkommen unsinnig, im Stil a la Dr. Mertens den "Hochwürdigsten Herrn Kardinal Döpfner" noch um eine lateinische Messe zu bitten; ganz abgesehen davon, daß es ehrlos ist, einen vom Glauben Abgefallenen noch um eine Vergünstigung gerade in der Sache anzubetteln, die er striktissime negiert. Leon Bloy würde diese als die eigentlich Kitschigen bezeichnen!
II. Aus all den dargelegten Gründen ist es den noch treu gebliebenen Priestern verboten, ihre früheren abgefallenen "Oberhirten" z.B. zu bitten, ihnen die Möglichkeit zur Feier der Hl. Messe.nach dem von Pius V. bestätigten Ritus einzuräumen - natürlich ohne Volk!
Jeder Priester ist verpflichtet, das Hl. Meßopfer darzubringen. Wenn dies nicht mehr in den öffentlichen Kirchen möglich ist, - nach dem 7.3. wird man vielleicht nicht direkt in aller Vehemenz gegen "renitente" Priester vorgehen, aber man wird sie so nach und nach brutalstens unter Druck setzen; da soll sich niemand Illusionen machen! dann gibt es öffentliche Säle oder Hauskapellen, in denen die Priester ihr Hirtenamt weiterverwalten können. Das Heilsangebot muß für alle da sein! Wenn irgend möglich, soll der treu gebliebene Priester offen sein Amt weiterführen. Die Macht der Tyrannen ist durch einen einzigen standhaften Priester vollkommen korrumpiert. Es soll sich niemand einfallen lassen, die "Neuerungen" zum Schein mitzumachen, aber insgeheim die alten Formulare zu benutzen. Wir leben nicht in chinesischen Gefängnissen - Gott sei Dank -, in denen man zu Notmaßnahmen, auch in der Liturgie unter Umständen gezwungen wäre! Ein solches Verhalten, nämlich zum Schein den sogenannten "NOM" zu benutzen, stellt eine Lüge gegenüber Gott und dem gläubigen Volk dar; man beginge damit eine sakrilegische Handlung gegenüber Gott, die es fraglich macht, ob er dieses Opfer annimmt. Die Sichtbarkeit der Kirche wäre verloren.
III. Falls man von offiziöser Seite auf die treu gebliebenen Priester dahingehend Druck ausübt, daß man ihnen ihr Gehalt bzw. die Pension streichen will, bleibt ihnen nur die Möglichkeit, vor einem weltlichen Gericht zu klagen. Nach der heutigen Arbeitsrechtslage gewinnen die Priester den Prozeß in jedem Fall. Letztlich werden sich die "Bischöfe" auch hüten, sich dermaßen öffentlich zu blamieren. Die Priester dürfen nur keine Rücksichten nehmen, sondern konsequent ihr Recht fordern. Die Bestimmung, nach der Priester, die vor einem weltlichen Gericht gegen ihre Oberhirten klagen, automatisch exkommuniziert und suspendiert werden, fällt weg, da es ja keine legitimen Amtsinhaber mehr gibt, gegen die man gerichtlich als wirkliche Oberhirten vorgehen würde. Diese Bestimmung kann also auch nicht als Gegenargument oder als Grund angefahrt werden, "die Bischöfe" vor der Anklage vor einem weltlichen Gericht zu verschonen. Sobald man aufhört, diesen Herren besondere Vorrechte einzuräumen, zeigt sich deren ganze Ohnmacht!
IV. Zur Verfestigung des Zusammengehörigkeitsgefühls zwischen den Gläubigen und zur leichteren, kontinuierlichen Durchführung des priesterlichen Auftrages empfiehlt es sich für die Laien, sich zu einem Zweckverband zusammenzuschließen und einen Verein zu gründen. Dieser hat die Aufgabe, die technisch-praktischen Dinge zu regeln, die für die Liturgie unumgänglich sind (z.B. Mieten eines entsprechenden Raumes oder Saales, Beschaffung der notwendigen liturgischen Gegenstände etc. und zur materiellen Unterstützung der Priester. - Wir haben in München bereits seit einiger Zeit schon einen solchen Verein gegründet. Über die vereinsrechtlichen Möglichkeiten hierzu geben wir auf Anfrage gerne Auskunft. Außerdem kann sich auch jeder an unseren Verein anschließen! Hinweise auf diesen Verein, den Freundeskreis e .V. des CONVENTS PIUS VI. finden Sie an mehreren Stellen dieses Heftes. V. Der Passus in H.H. Pater Bernhards Empfehlungen, in dem er davon spricht, daß ein Priester, der es vorzieht, den "amtierenden Bischöfen" zu gehorchen, d .h. nach außen hin den, "Neuerungen scheinbar zuzustimmen, während der Messe aber Opferung und Kanon nach dem tridentinischen Gebetsformular still zu beten ("Einsicht" V(6) unten) ist bei verschiedenen Lesern auf Kritik gestoßen bzw. hat zu Mißverständnissen geführt. Dazu möchte ich folgendes klarstellen: Ein solchermaßen beschriebenes Verhalten ist von Pater Bernhard als ultima ratio gedacht, d.h. als letzte Möglichkeit, wenn sonst alle Möglichkeiten der Sakramentenspendung ausgeschöpft sind. Im Gegensatz zur Redaktion sieht Pater Bernhard diesen Fall als legitime Möglichkeit und bereits heute als gegeben an.
VI. Gestatten Sie mir dazu noch einige persönliche Bemerkungen: In einem tschechischen Film über den Partisanenkampf gegen die Deutschen im Dritten Reich kam es u.a. zu folgender dramatischen Situation: Der Führer einer Partisanengruppe wollte nach tagelangen Fluchtmärschen durchs Gebirge den Kampf vor Erschöpfung und Resignation aufgeben und die Truppe auflösen. Als er diesen Entschluß seinen Leuten mitteilte, stand einer der Partisanen auf, schlug ihn nieder und brüllte ihn an, er habe die Gruppe weiterzuführen, er solle sich ja nicht einfallen lassen, sie zu verlassen. - Es lag in der Logik der Filmhandlung, daß nach dem dieser Mann solchermaßen an seine Pflicht erinnert worden war und er die Führung wieder übernommen hatte, diese Partisanen bald danach Erfolg im Kampf gegen Spezialeinheiten der deutschen SS hatten.
Niemand der bisher treu gebliebenen Priester, der schon seit Jahren den Nervenkrieg gegenüber der abgefallenen Hierarchie durchgestanden hat, solle befürchten, er würde von uns in gleicher Weise auf seine Hirtenpflichten aufmerksam gemacht. Aber man gestatte mir trotzdem, daß ich mich als, - Klammer auf: von verschiedenen Seiten gern als blödes, Klammer zu,- katholisches Schaf an einige müd gewordene Hirten wende und sie anblöke mit der Bitte, mich weiterzuweiden - es brauchen nicht immer grüne Auen zu sein, man ist als Schaf auch genügsam. Aber Futter, wirkliches Futter muß es sein! Und kein ungenießbares Gestrüpp, an dem man selbst als Schaf elend zu grunde geht. Natürlich ist man als Schaf (besonders als blödes) auch sehr froh, wenn man weiß, wer der Hirte ist, wenn er sich als solcher zeigt und nicht im Wolfspelz versteckt mit den anderen Wölfen zunächst einmal mitzuheulen scheint. Wie soll man denn als Schaf wissen können, wer der Wolf und wer der Hirte ist? Ihr hochwürdigen Hirten, - wir bitten Euch inständig - Ihr, die Ihr Eurem Herrn treu bleiben wollt, führt Eure Herden, sie folgen Euch willig! Erweist Euch als wirkliche Seelenführer, die offen für ihre Herde einstehen, die sich zu ihrem Amt bekennen! Gerade das offene Bekenntnis ist jetzt für die Existenz der gesamten Kirche entscheidend! Niemand gerät wegen seines öffentlichen Bekennermutes heute bei uns in ausweglose, existentielle Schwierigkeiten. Nichts fürchten die Wölfe mehr, als die Furchtlosigkeit einzelner. Nur diese sind und bleiben, de Hefe, die den Teig zum Gären bringen kann, die die Kirche am Leben erhalten.
Der Widerstand gegen die zwangsweise Einführung der ungültigen "Messe" Paul VI. (- In diesem Zusammenhang möchte ich es nicht versäumen, auf die klaren Darstellungen im "Fels" März 1976, hinzuweisen. Ihr Artikel, hochwürdiger Herr Pater Hermes, entschädigt für viele sonstige Halbheiten! Ebenso verweise ich unsere Leser auf den ausgezeichneten Artikel von A.M. Drowokoll "Saboteure des Widerstandes - die 'falschen Brüder'" in "Kyrie Eleison", Febr. 1976 -) und gegen die Döpfners etc. wächst. Schlauerweise sind die Wölfe schon wieder unter sich, um neue Listen gegen die Hartnäckigen auszubrüten: man wird wohl ein wenig großzügig mit den verbohrten religiösen Nostalgisten (wie sich die FAZ vom 6.3. über sie äußerte) verfahren, um so ihren Widerstand am besten einzuschläfern. Aber gerade dann müssen wir besonders wachsam sein, und jeder wird zum Saboteur, wenn er auf diesen süßen Leim - Kirchen, besonders die herrlichen Barockkirchen in Bayern, sind sicherlich wesentlich schöner als .einfache Säle - kriechen würde.
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