NACHRUF AUF DR. PATER SEVERIN MATHIAS GRILL SOCist., PROFESSOR DER THEOLOGIE UND GEISTL. RAT
von Maria Irene Foseteder
(Auszüge aus Briefen)
Ich habe Gottlob, wenn auch mit manchmal schier unüberwindlich scheinenden Umständen, vom Herrn die Freude, daß ich unsere geliebte trid. Messe mitfeiern kann. - Erst ist es unser guter P. Severin gewesen, der jeden Sonntag nach Wien kam, er wurde mit dem Wagen von Prof. Binder abgeholt aus Heiligenkreuz - und als es dann nicht mehr möglich war, sind wir - unsere kleine Schar - zu ihm hinausgefahren, gegen Schluß seiner Kräfte konnte er nur mehr sitzend zelebrieren und beim Anlegen der liturgischen Gewänder mußte ich mich immer beeilen, da er nicht solange stehen konnte und dann war es so nicht mehr möglich, nur am Krankenlager konnte ich ihn noch besuchen und dann auf seinem letzten Gang hier auf Erden begleiten.
Hinzufügen könnte ich nur, daß P. Severin ein Priester so recht nach dem Herzen Gottes war, demütig, bescheiden und so gescheit. Was ich an ihm vor allem schätzte, wer, daß er unsere geliebte tridentinische Messe ohne den leisesten Abstrich feierte, solange es ihm möglich war. Und daß er nach seinem Heimgang eine Seelenmesse in der Art, wie sie dann in Heiligenkreuz für ihn gelesen wurde, - zelebriert mag ich hier gar nicht sagen - wirklich nicht verdient hat. Das schmerzte mich wirklich. Es erging ihm so, wie es beim Heimgang S.E. Bischof Blasius Kurz war. Ich mußte damals beim Lesen der EINSICHT vom Feb. 74 weinen. Im profanen Leben wird der Wunsch im Testament gewiß erfüllt und hier ?? -
Einmal war ich besonders berührt von den Worten Pater Severins. Ich hatte um ein heiliges Meßopfer für unseren guten Hw. Josef Mihsliwetz, der uns mit nimmermüder Liebe das hl. Opfer und unsere Mutter Kirche lieben lehrte, gebeten und da sagte P. Severin nachher in der Sakristei zu mir, er habe beim Memento auch gesagt, daß er (Hw. M.) nun vom Himmel her seine seelsorgliche Tätigkeit ausüben möge. Ich konnte ihm nur mit großer Dankbarkeit still die priesterliche Hand küssen. Nun hoffe ich, daß auch er jetzt für unsere arme Mutter Kirche am Throne Gottes Fürbitte halten werde. Ich bitte auch jeden Tag, daß Pater Severin nun am Herzen Gottes glücklich sei, wie ich das auch seit Jahren für meine gute Mama tue, nun füge ich den Namen des verehrten Pater Severin hinzu. Wie oft hat er in der letzten Zeit zu mir gesagt "ich kann nicht leben und ich kann nicht sterben", wie demütig hat er alles aus der Hand Gottes entgegengenommen, als die körperlichen Beschwerden seines Leidens - das muß man erlebt haben, Worte können darüber nicht aussagen.
Pater Severin hat mir auch schon längere Zeit über meine Bitte jeden Abend um 1/2 8 Uhr über Raum und Zeit hinweg seinen Segen geschickt, den ich ganz gesammelt knieend aufgenommen habe. Und so lieb sagte er oft in der letzten Zeit bei einem Besuch an seinem Bett "ich vergesse nie daran und wenn es einmal sein sollte, dann erinnert mich die ehrw. Schwester (die ihn pflegte) daran". Und auch jetzt kniee ich zur gegebenen Zeit wieder hin und empfange diesen seinen Segen, der mir so wertvoll ist, und ich hoffe sehr, daß er ihn mir jetzt auch von drüben geben wird. Er war ja so gütig und hat uns so gerne gesegnet. Solange es seine Kräfte zuließen, hat er einzeln jeden nach dem hl. Opfer gesegnet, später dann alle gemeinsam. Dabei breitete er seine geweihten Priesterhände über uns aus und sprach lat. das Segensgebet, wie es die Neupriester tun. Ich habe ihn tief verehrt, wie es ja einem wahren Priester zukommt. Einmal sagte er mir auch, daß er jetzt nur mehr unser Seelsorger sei und sein wolle. Und er war wirklich und wahrhaft ein Seelsorger in des Wortes bester Bedeutung.
Nie werde ich vergessen oder könnte das Erleben verblassen, wie unser hochverehrter Hw. Mihsliwetz das hl. Opfer gefeiert hat. Jede kleinste Geste, jeder Aufblick zum Kreuz, jede Verneigung, jede Kniebeuge, das Ausbreiten der Hände alles, alles war von tiefer Demut und Ehrfurcht geprägt, die geschlossenen Finger nach der hl. Wandlung (jetzt ist es nur mehr ein Einsetzungsbericht), die kleine Elovatio - es war wie ein Blick in den Himmel - . Und so schön und gemessen langsam hat auch unser guter Pater Severin zelebriert, jedes lateinisch gesprochene Wort konnte ich mitbeten - es war so schön und wenn ihm auch schon die Kniebeugen nicht leicht gefallen sind, er hat sie stets dem Herrn getreu dargebracht, und als er nur mehr sitzend zelebrieren konnte, hat er an den für Kniebeugen vorgesehen Stellen eine ganz tiefe Verbeugung gemacht. Und gerade darum war er uns uns so wertvoll und kostbar und ich habe keinen Sonntag bei jedem Wetter versäumt, nach Heiligenkreuz zu fahren - schon die Vorfreude während der Fahrt war kostbar -, um das hl. Opfer mit ihm feiern zu können.
Heilige Jungfrau Maria, Schutzwall gegen alle Häresien, Du, die wir als Königin des Himmels und unsere Mutter verehren, sei unser Licht und unsere Fürsprecherin! Bewahre uns in der Wahrheit als liebende Kinder der heiligen katholischen Kirche und hilf uns, stark und heldenhaft im Glauben zu vorbleiben - im sicheren Vertrauen, daß am Ende Dein Unbeflecktes Herz triumphieren wird! Amen
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Im August starb ein treuer Leser der "Einsicht", der Studienrat a.D. Franz Bäumker. Wir lernten Herrn Bäumker auf unserer Pilgerfahrt nach Rom 1971 kennen: ein Mann, der nicht nur unter dem Tod seiner Frau, sondern auch unter der heutigen Situation der Kirche sehr litt. Er war ein eifriger Beter und las jeden Tag in der Nachfolge Christi. Trotz seines hohen Alters - er zählte damals schon knapp 80 Jahre - nahm Herr Bäumker an den meisten Sühneveranstaltungen teil. Beten wir darum, daß Gott ihn in seine ewige Herrlichkeit heimholt. (Die Redaktion) Nachtrag zu Erzbischof Lefebvre: Die Redaktion von "Lumiere" - Frankreich bittet ihre Leser für das Werk von Erzbischof Lefebvre zu beten. Sie warnt gleichzeitig vor den falschen Freunden, die glauben, noch etwas zu gewinnen, wenn sie mit den Wölfen heulen. Die Redaktion der "Einsicht" kann sich diesem Aufruf nur anschließen.
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