DIE WEISEN AUS DEM MORGENLANDE
von H.H. Walter W.E. Dettmann
Die Weisen aus dem Morgenlande, die nach Jerusalem kamen und fragten: "Wo ist der neugeborene König der Juden?", waren selbst keine Juden. Entweder bedienten sie sich eines Dolmetschers oder sie hatten eigens die jüdische Sprache gelernt, wie es der Kämmerer aus Äthiopien getan hatte, der die Weissagungen des Propheten Isaias zu lesen vermochte (Apostelgeschichte 8,3o). Die Weisen aus dem Morgenlande konnten sich mit König Herodes und mit Maria und Joseph verständigen; sie beteten das göttliche Kind so an, daß die hl. Eltern wußten, was die Fremden meinten. Es war den Weisen selbstverständlich, daß sie sich in Bethlehem der Muttersprache des neugeborenen Königs aller Völker bedienten. So sollte es auch allen Katholiken selbstverständlich sein, daf sie sich im Gotteshause beim hl. Meßopfer in bescheidenem Umfang jener Srrache bedienen, die die vom göttlichen Kinde gegründete Kirche aller Völker spricht. Die verhängnisvolle Oberflächlichkeit und Kurzsichtigkeit der sog. liturgischen Bewegung liegt darin, daß sie sich schon seit dem ersten Weltkrieg einbildete, es sei schöner, bei der hl. Messe statt Latein die Muttersprache zu verwenden. Die liturgische Bewegung hatte völlig vergossen, daß die unendlich vielen Verdemutigungen und Leiden, die der neugeborene König der Juden und aller Völker um unseres Heiles willen auf sich genommen hat, leicht die kleine Anstrengung rechtfertigen, ein wenig Latein zu lernen. Venn wir uns als Priester beim hl. Meßopfer auf unsere Muttersprache versteifen, dann stehen wir schon mit einem Fuß auf jenem Boden, auf dem die geschworenen Feinde des Meßopfers und des heiligsten Altars Sakramentes stehen. Man kann dem nicht entgegenhalten, die Bischöfe Cyrillus und Methodius hätten den slawischen Völkern vor tausend Jahren erlaubt, die hl. Messe in der Muttersprache zu feiern. Denn damals gab es noch keine derartige protestantische Religionsgemeinschaft, deren Kraft zum größten Teil in der Leugnung des hl. Meßopfers liegt. Die Folgen des sog. Zweiten Vatikanischen Konzils haben gezeigt, daß mit dem Gebrauch der Muttersprache sofort die Anbetung des Allerheiligsten wegfiel und sogar die Leugnung des hl. Altarssakramentes folgte. - Die Weisen aus dem Morgenlande beteten den Heiland in Seiner Muttersprache an; die kurzsichtigen Bischöfe aus dem Abendlande dagegen beten den Heiland im Sakrament weder in der heiligen Sprache der Kirche noch in ihrer Muttersprache an: Wenn sie es wirklich tun würden, hätten sie niemals die Kniebeugungen bei der hl. Messe abgeschafft. Die kurzsichtigen Bischöfe aus dem Abendlande verwenden Latein nur noch, um die Gläubigen über die Zerstörung dor hl. Messe hinwegzutäuschen. Wir können bald nichts mehr anderes tun, als unaufhörlich zu sagen: "Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stude unseres Todes!" So haben sicher auch schon die heiligen Weisen aus dem Morgenlande gebetet.
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HINWEIS: Wegen verschiedener Anfragen sieht sich die Redaktion aufgefordert, folgenden Hinweis zu geben: In letzter Zeit erscheinen immer häufiger Berichte und Flugblätter über einen sogenannten "Fall Zürich". Die dort gemachten "Offenbarungen" sind sicherlich nicht haltbar. Wenn dort behauptet wird, daß Verdammte doch noch in den Himmel kommen, entspricht eine solche Behauptung nicht der Lehre der Kirche. Allein daraus sollten die Gläubigen ersehen, daß es sich nicht um eine wirkliche Offenbarung an eine Privatperson handeln kann, die von Gott kommt. |