DEIN WILLE GESCHEHE!
von Alois Schnitzer sen.
III.
5. Du sollst nicht töten!
Das Gegenteil von christlicher Liebe ist Neid, Haß, Zorn, Rache und Genußsucht. Diese Leidenschaften sind im Menschen aber auch die Vorläufer, um des Nächsten Ruf und Leben zu töten. Den Beweis dafür liefert uns heute das ganze öffentliche Leben. Wer diese, eines Christen unwürdige Leidenschaften, einer freien Entwicklung überläßt, also nicht zu überwinden versucht, der ist irdischem Besitz und Genuß verhaftet und sinnt nach Kainsart nach Rache am Menschen, der ihm diesen Genuß und Besitz bewußt oder unbewußt vorenthält. Diesen Rachegefühlen entspringt auch der Gedanke zum Mord an den scheinbar Bevorzugten. Der Mensch, der einen solchen Trieb in sich hemmen will, sollte sich eben von Jugend auf üben in Rücksicht und Verständnis für den Nächsten, soll aufgrund seiner christlichen Liebe zum Nächsten auch einmal auf einiges verzichten können. Der Mensch soll sich nach göttlichem Willen anstrengen, mit seinem Sinnen und Planen die Voraussetzungen, die zu einem eventuellen Mord führen könnten, schon in der Wurzel abzutöten.
Die Schriftgelehrten und Pharisäer redeten viel von Gott, aber sie hatten nie daran gedacht, ihr eigenes Tun einer Kritik zu unterwerfen, lehnten auch jeden Rat zur Selbstbesinnung ab. Weil Christus ihnen sagte: "Ihr redet wohl von Gott, euer Herz hängt aber nur an irdischen Dingen, ihr dient irdischen Göttern, ihr greift zur Gewalt, um herrschen zu können!" deshalb haßten diese Volksführer Christus, deshalb waren sich diese nur der Welt verhafteten Führer schnell einig, es ist bessere es stirbt dieser Eine, als daß wir unsere Lebensweise ändern.
So war es, als Gottes Sohn selbst auf Erden wandelte und seines Vaters Willen vorlebte. So ist es auch heute bei gar vielen kleinen und großen Machthabern der Welt. Wer dieseIben auf Fehler aufmerksam macht und zur Erfüllung des göttlichen Willens aufforderte wird beseitigt. Doch nur Leute, die irdischen Göttern huldigen und ihnen untertan sind, greifen zur List, zur Gewalt und letztlich auch zum Mord.
Christus war seinen irdischen Widersachern nicht nur geistig überlegen, Er hatte seine Gegner alle handlungsunfähig machen oder gar vernichten können. Er tat dies nicht, er wollte seiner Lehre nicht untreu werden. Er wollte niemals zur Rache und Vernichtung seines Gegners ein Beispiel geben. Deshalb erduldete Er lieber Martyrium und Kreuzestod. Wenn wir diesem Beispiel persönlich auch nicht immer ganz folgen können - aus eigener Schwäche -, so sollten wir uns doch sehr intensiv bemühen, Unrecht zu ertragen; auf keinen Fall sollten wir aber selbst Unrecht tun oder Unrecht mit Unrecht vergelten. Nur so bekämpfen wir die Voraussetzungen eines eventuellen Mordes.
Nach meiner Überzeugung wäre es dringend notwendig, auf die schlimmen Auswirkungen von Neid, Haß, Zorn, Rache und Genußsucht hinzuweisen. Solange die Menschen nicht ihre ganze Energie daran setzen, diese Leidenschaften zu überwinden, wird weiterhin gemordet, handelt man weiterhin gegen das 5. Gebot. Nur durch Lieblosigkeit wird Not, Elend und gewaltsame Vernichtung in die Gemeinschaft der Menschen getragen. Warum sind unsere Bischöfe und Priester davon abgekommene die Aufgaben dieses Gebotes zu lehren, sowie auf die Auswirkungen bei Nichteinhaltung aufmerksam zu machen? Christliche Liebe zu Gott und zum Nächsten wird eben nicht erfüllt durch bloße Hingabe von materiellen Gütern, sondern primär durch die Bereitschaft, Gottes Willen zu erfüllen.
6. Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.
Wie weit sich unsere "moderne Theologie" von Gott und seinen Geboten losgelöst hat, zeigt uns am deutlichsten das 6. Gebot. Man getraut sich das Wort Unkeuschheit gar nicht mehr auszusprechen, geschweige niederzuschreiben. Wir wissen, daß die deutschen Bischöfe unter Führung eines "Kardinal" Döpfners in der Mehrzahl die Pille verteidigt und damit das 6. Gebot mehr oder weniger abgeschafft haben. Wer gibt diesen Leuten das Recht, ein göttliches Gebot einfach aufzulösen, bzw. dem irdischen Welt- und Zeitgeist einfach unterzuordnen? Mit der Abschaffung dieses Gebotes hat man zugleich die Tür geöffnet zur Forderung nach der Erlaubtheit des Mordes am ungeborenen Kinde. Wenn man schon die Türe geöffnet hat, um Satan eintreten zu lassen, ist es bereits zu spät, gegen ihn noch zu kämpfen. Es ist und bleibt unverständlich, warum Bischöfe und Theologen erklärt haben, jede Ordnung im Geschlechtsleben aufzulösen.
Wer ein Gebot Gottes auflöst, unterminiert den Willen Gottes, er reiht sich ein in die Scharen der Schriftgelehrten und Pharisäer, er reiht sich ein in die Scharen der Leugner des göttlichen Willen, er tritt ein in die Reihen der Christus-Gegner, wird zum Antichrist, verurteilt Christus erneut zum Martyrium und Kreuzestod.
Nur zu gut weiß Gott um die Leidenschaften der Geschlechter zueinander. Um auch hier ein ordnendes Ziel anzugebene wurde das 6. Gebot verkündete der Ehestand eingesetzt. Vor 30 und 50 Jahren hatte man den Eindruck, daß es in unserer Kirche nur ein Gebot gibt, und zwar das sechste; es gab keine Männer- und Frauentagung, keine Exerzitien, wo man nicht Vorschriften für das eheliche Schlafgemach erhielt. Und heute hat man nichts mehr gegen den vorehelichen und außerehelichen Geschlechtsverkehr zu sagen. Somit hat man das 6. Gebot außer Kraft gesetzt. Zumindestens unterlassen es unsere heutigen "Kirchenführer" geflissentlich, Orientierungen für das Geschlechtsleben zu geben. Damit verstoßen diese "Führer" gegen das tägliche Gebet, das Vater Unser, wenn es dort heißt Dein Wille geschehe! Oder betet man dieses Gebet überhaupt nicht mehr? Zumindest wäre es dann ein reines Lippengeplapper geworden. Der Sinn dieser Worte belebt diese Herren nicht mehr. Dies beweist ihr Verhalten. Den Willen Gottes hat man der ungeistigen Verfassung dieser Welt untergeordnet. So wie die Schriftgelehrten den Willen Gottes abgelehnt haben, so ist es auch heute wieder. Bewußt unterläßt man es, der genußsüchtigen Menschheit zu künden, daß die Versklavung durch die Leidenschaften die Menschheit in eine ungeheure Leidenszeit führt. Damit ist man dem Satan zu diensten, der nur gut weiß, daß mit der Freigabe der geschlechtlichen Leidenschaften auch der Wille gebrochen wird, die Gebote Gottes zu erfüllen.
Mit der Forderung, die Gebote Gottes zu erfüllen, werden an den Menschen die denkbar kleinsten und selbstverständlichsten Opfer und Forderungen gestellt. Andererseits werden damit aber auch für ein gutes Gemeinschaftsleben die erfolgreichsten Richtlinien aufgezeigt. Dies sollten die "Führer" unserer Kirche endlich lehren, vorleben, denn der Wille Gottes sollte wenigstens vom Führungsgremium (Anm. d. Red.: Es ist wirklich schwierig, eine passende Bezeichnung für diese Herren zu finden.) unserer Kirche vorrangig gelehrt und gelebt werden.
Mit diesem Teil der Erläuterungen zum Gebot der Gottes- und Nächstenliebe wird der Geschlechtsverkehr als liebende Vereinigung und als Bedingung der Fortpflanzung des Menschengeschlechtes nicht verboten, soll jedoch in der von Gott gewünschten Ordnung geregelt werden. So wie das Essen und Trinken notwendig ist, im Übermaß aber den einzelnen Menschen schadet, ja sogar die Gemeinschaft gefährden kann, so gilt es auch, die Auswüchse im Geschlechtsverkehr zu hemmen, zu unterbinden. Durch die vielen Auswüchse wird die Einheit und die Versorgung der Familie aufgelöst, vernichtet, das kommende Kind als Last empfunden. Wenn durch eine ungebändigte Leidenschaft ein gottgewolltes Familienleben aufgelöst wird, so wird damit zugleich die Würde der Frau als auch des Mannes weggeworfen. Gegenseitig sucht man nach Fehlern beim Ehepartner, - nicht bei sich selbst -, um den eigenen Fehltritt begründen zu können. Damit wird Rücksicht, Verständnis, somit gegenseitige Liebe nicht mehr gepflegt. Damit lehnen diese Leute den Willen Gottes ab. Weltliche Begründungen, die für die Auflösung des 6. Gebotes plädieren, wurden entsprechend vom "Führungsgremium" der katholischen Kirche über den Willen Gottes gestellt. Damit wird aber die wahre Liebe zu Gott und zum Nächsten in den Abfallhaufen geworfen.
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