EVANGELIZO VOBIS GAUDIUM MAGNUM
Homilia in verspere mane una Sabbatorum
von Max Joseph Bundscherer
Evangelizo vobis gaudium Magnum, resurrexit vere Dominus noster Jesus Christus Deo gratias. Evangelizo vobis gaudium Magnum, resurrexit a sepulcro Dominus noster Jesus Christus. Deo gratias. Evangelizo vobis gaudium Magnum, resurrexit a mortuis Dominus noster Jesus Christus. Deo gratias. (proclamatio paschalis in Missa Solemni in sanctissimo mane)
Ich verkünde Euch eine große Freude: unser Herr Jesus Christus ist wahrhaft auferstanden! - Ich verkündige Euch eine große Freude: unser Herr Jesus Christus ist aus dem Grabe erstanden! - Ich verkünde Euch eine große Freude: unser Herr Jesus Christus ist von den Toten erstanden. Dank sei Gott!
Geliebte! Soeben haben wir die herrlichste, die schönste und die erhabenste aller Botschaften vernommen, die Botschaft vom Hochheiligen Ostermorgen, die Botschaft von der glorreichen Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus am heutigen hochheiligen Morgen.
In der Nach vom 20. auf den 21. Juli 1969 ging durch alle Fernsehstationen die Meldung über den Äther, wie die Mondlandung zweier Menschen das größte Ereignis der Menschheitsgeschichte wäre. Oh, weich ein zum Himmel schreiendes Verbrechen! Nein, das größte aller Ereignisse ist die Menschwerdung des Sohnes Gottes aus der allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria und das Ereignis eben dieses Hochheiligen Ostermorgens, die glorreiche Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus im Augenblick des Sonnenaufgangs. Deshalb, Geliebt, haben wir uns heute Nacht schon um Mitternacht schon von unseren Lagern erhoben zur heiligen Nachtwache, um die Morgendämmerung des eben angebrochenen Hochheiligen Ostermorgens als Große heilige Vigilfeier zu begehen und das Andenken an unseren eigenen Ostermorgen, an die heilige Taufe zu feiern. Wie einst die Israeliten in Ägypten mitten in der Nacht aufgebrochen sind, so haben wir uns heute Nacht erhoben, um die Geheimnisse unserer Erlösung und Auserwählung festlich und hochfeierlich zu begehen. Abgelegt ist die Farbe der Buße und alle Zeichen der Trauer haben wir begraben in Christi Todessieg und Auferstehung. Nun ist es auch heuer wieder Ostern gewerden, alleluja!
Fürchte Dich nicht, Du in diesen Tagen allzuklein gewordene Herde Christi? Du, auf nur noch ganz wenige zusammengeschrumpfte Kirche Jesu Christi; denn es hat Eurem Vater im Himmel gefallen, Euch das Reich zu geben (Luc. 12,32)! Auch für Euch, einen jeden von uns, wird einst der endgültige Ostermorgen anbrechen in der Sterbestunde. Dann, Geliebte, wenn der auferstandene Herr selber kommen wird mit all Seinen Engeln und Heiligen, uns abzuholen aus dem Tränentale dieser Welt im Augenblick des Todes, wenn wir mit ihm unser armseliges Leben als heiliges österliches Opfer in die Hände des Vaters zurücklegen werden, von woher es uns gegeben und verliehen ist. Erst dann, wenn wir die Opferung und das Absterben in der heiligen Taufe, endgültig blutig lebendig als Opfer Christi, unseres aufgestiegenen, beim Vater verherrlichten Herrn, ausführen, nachvollziehen und vollenden dürfen.
Durch das Feuerbad der Taufe sind wir ja schon mit dem Herrn, dieser Welt gestorben und mit Ihm begraben worden, damit wir am Ende der Tage mit Ihm glorreich wie Er am heutigen Hochheiligen Morgen und wie Seine glorreich verherrlichte hochgebenedeite jungfräuliche Mutter auferstehen werden von den Toten mit großem Glanz und unvorstellbarer Herrlichkeit. Der Osterglanz und die sonnenklare, blendende Herrlichkeit des Auferstandenen, die die Wächter am Grabe geblendet und wie tot zu Boden stürzen ließ, wird einst unser Sterbezimmer erfüllen und das Sterbelager einhüllen, wenn wir es durch ein heiliges Leben und tatsächliches Getauftsein verstehen, es zu einem lebendigen Altare zu gestalten, worauf wir freudig und bereiten Herzens uns selbst dem himmlischen Vater im Namen des Herrn opfern, und zwar nicht mehr zeichenhaft, wie bei der Taufe und im heiligen Meßopfer, sondern blutig-lebendig wie Er vor drei Tagen am grausamen und blutigen Altare des Kreuzes.
Seht, genau darin unterscheidet sich die Religion vom Mythos der Heiden und von der Ideologie der Häretiker und Schismatiker, der abtrünnigen Juden und Protestanten, vom schismatischen Osten und den phantastischen Gammlern, die gerade im Augenblick, da man systematisch die Religion zu vernichten und auszurotten begann, öffentlich auf unseren Straßen und Plätzen auftraten und mit viel Geschrei und hysterischem Getue von Jesus Christus plärren, daß die Religion real, das heißt blutige sinnenfällige Wirklichkeit ist in der Selbstentäußerung Gottes und in der Menschwerdung Seines ewigen Sohnes Jesus Christus in den Mysterien von Mitternacht und Ostermorgen. Das heißt aber ganz konkret für jeden einzelnen von uns, wie die Mahnung und Botschaft des heiligen Völkerapostels Paulus an die Römer: "Oder wisset ihr nicht, daß wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf Seinen Tod getauft sind? Denn mitbegraben sind wir mit Ihm durch die Taute auf Seinen Tod, damit, wie Christus Selbst auferstanden ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir einen neuen Lebenswandel führen. Wenn wir mit Ihm durch die Ähnlichkeit mit Seinem Tode verwachsen sind, so werden wir es zugleich auch mit Seiner Auferstehung sein (Röm. 6, 3-5)". wie diese Mahnung lebendige, handgreifliche Realität und Wirklichkeit zu werden hat, indem wir auch heute noch, trotz Seines Sieges über den Tod wie Er, sterben und ins Grab sinken.
Von wesenhafter Bedeutsamkeit ist aber, daß der Apostel im Vers fünf des sechsten Kapitels seines Römerbriefes wörtlich sagt: "too homoioomati tou thanatou autou" (durch die Ähnlichkeit mit Seinem Tode), unser Sterben ist also nicht univok mit dem Tode unseres Herrn und Seiner heiligsten unbefleckten Mutter Maria, sondern nur adäquat: das heißt: in der Sache, nicht aber in der Form und Art, entsprechend.
Wir fragen uns nun: worin besteht der Unterschied zwischen dem Sterben des Herrn am heiligen Kreuze und dem Sterben der Glieder Seines heiligsten mystischen Leibes, der Kirche? - Ein zweifaches, so müssen wir Euch antworten:
1) werden wir alle die Verwesung schauen, die der Herr und Schöpfer des Alls nicht zu schauen vermochte und Seine dreimal hochgebenedeite Mutter nicht zu erleiden brauchte, und 2) weil wir nach dem Zeugnis des Evangelisten Lukas und laut öffentlichen Bekenntnisses des rechten Schächers das leiden, was wir verdienen, Er aber unschuldig für unsere Taten gelitten hat (Luc. 23,41).
Geliebte, nur wenn wir die Verweseung in unserer Sterbestunde bewußt und freiwillig gleichsam, als ganz selbstverständliche, als notwendige und gerechte Buße auf uns nehmen, werden wir wie der selige Schächer zu Seiner Rechten, die beglückenden Worte des Auferstandenen im Augenblick unseres Dahinscheidens vernehmen "saemeron met' emou esae (j) on too (j) paradeisoo (j)" (Luc. 23,43) - Heute noch wirst Du mit MIR im Paradiese sein - durch die besondere Gnade des heiligen Sterbeablasses.
Vollendung der im Paradiese - Gen. 2,3. 8-17 - gegründeten Religion heißt also nichts anderes, als was das Heilszeichen der Tauf besagt: physisch, konkret und real, sinnenfällig und für jeden mit den Händen greifbar im Herrn und mit dem Auferstandenen freudig, freiwillig und bereitwillig, in blutig-lebendiger Teilnahme an Seinem Opfertode am Kreuze, wie Er, siegreich des Todes sterben, und zwar nicht mehr, wie die Ungetauften, gezwungenermaßen unter dem Gesetz des Todes (nach Genesis 3,19) stehend, sondern freiwillig wie der Herr im Sakrament der Selbstopferung vernichtet zu werden, um mit Ihm im gleichen Moment verherrlicht und bezeugt zu werden vom himmlischen Vater (Röm. 6,5).
Wenn Ihr also, Geliebte, tatsächlich Getaufte, Christen, Katholiken noch seid, dann befolget hiermit endlich einmal streng und kompromißlos die apostolische Mahnung dieser hochheiligen Morgenstunde: "Wenn ihr mit Christus auferstanden seid, so suchet, was droben ist, wo Christus sitzt zur Rechten des Vaters. Was droben ist, sei von nun an eurer Sinnen, nicht das, was auf der außerparadiesischen und nachparadiesischen Erde ist. Denn ihr seid bereits sakramental-zeichenhaft durch die Taufe gestorben, und euer Leben ist mit dem aufgestiegenen Christus bereits in Gott, der allerheiligsten Dreifaltigkeit, verborgen. Wenn aber der auferstandene Herr Jesus Christus, euer Leben, auf den Wolken des Himmels in Seiner Osterherrlichkeit erscheinen wird, dann werdet auch ihr mit Ihm vor aller Welt erscheinen in Herrlichkeit am Ende der Tage" (Col. 3, 1-4).
Geliebte, der Herr ist wahrhaft auferstanden und stirbt nicht mehr, alleluja. Der Herr lebt, mit Ihm auch wir! Tod, wo ist dein Schrecken? Iaesous Christos, Alpha kai Omega, hae archae kai to telos - Jesus Christus, unser von den Toten auferstandener Herr, ist das Alpha und das Omega, Er alleine ist der Anfang und der Endpunkt der Geschichte.
Amen. Alleluja.
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EIN GESEGNETES OSTERFEST ALLEN UNSEREN MITARBEITERN, FREUNDEN UND LESERN!
Römisch katholischen Christen! Betet inständig um rechtgläubige Bischöfe und Priester! Betet täglich den Rosenkranz!
Nächste gemeinsame Gebetsstunde: Donnerstag, 2. Mai 1974, 19.30-20.30 Uhr.
Wir bitten Sie um ein Gedenken im Gebet für unseren treuen Mitstreiter im Kampf um den wahren Glauben, Herrn Realschuldirektor i.R. Franz Joseph Giese, Köln. R.i.P.
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