DER DULDER JOB UND WIR
von H.H. Walter W.E. Dettmann
Aus der Lebensbeschreibung des Dulders Job sind uns unter anderem drei Dinge bekannt:
1.) Job war sehr reich; er hatte siebentausend Schafe, dreitausend Kamele und fünfhundert Paar Ochsen im Besitz, abgesehen von vielen anderen Dingen. 2.) Gott der Herr erlaubte dem Satan, Job zu schlagen und zu schädigen. 3.) Job entgegnet darauf mit den Worten: "Nackt bin ich aus dem Mutterschoß gekommen; nackt kehre ich dorthin zurück: Der Herr hat es gegeben; der Herr hat es genommen: Der Name des Herrn sei gepriesen!"
Viele gläubige Katholiken können sich heute mit Job vergleichen: Auch wir waren einst ungeheuer reich: Die katholische Kirche war nicht nur reich an materiellen Gütern. Sie besaß noch viel mehr an geistigen und übernatürlichen Schätzen.
An vielen tausend Orten auf der ganzen Erde wurde täglich das Lamm Gottes geopfert. Das Wort des Heilands "Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt" (Matth. 28,19) ging in einer Weise in Erfüllung, wie es sich der Apostel Johannes nicht einmal vorstellen konnte, als er die großen Visionen vom Tausendjährigen Reich und von der Hochzeit des Lammes bekam.
Aber auch bei uns ist der Satan wieder losgelassen. Seit dem Ende des Tausendjährigen Reiches verführt er die Völker zum Abfall und schlägt und schädigt die Kirche. - Der Dulder Job war von seiner Frau und von seinen Freunden verlassen; wir dagegen sind von unseren Priestern und Bischöfen und vor allem von Paul VI. verlassen und verraten. Unser höchster Reichtum, das heilige Meßopfer, ist im neuen sog. Meßbuch zerstört.
Doch auch wir müssen sagen: "Der Herr hat es gegeben; der Herr hat es genommen; der Name des Herrn sei gepriesen!" Anders konnte auch die Gottesmutter unter dem Kreuz nicht denken. Wenn wir ihr ähnlich werden und uns bewähren, werden wir so wie der Dulder Job unseren bisherigen Reichtum in vollem Umfang wieder bekommen und sogar noch mehr. Wir müssen nur unseren täglichen heiligen Gebeten treu bleiben, vor allem unserem Rosenkranz, der uns im römisch-katholischen Glauben bewahrt, auch wenn wir gar kein heiliges Meßopfer mehr besuchen können.
Der Dulder Job sagte: "Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und am Jüngsten Tage werde ich von der Erde auferstehen" ("Scio enim quod Redemptor meus vivit, et in novissimo die de terra surrecturus sum" Job 19,25).
Die einst so laut gerühmte Übersetzung des Alten Testamentes von Eugen Henne O.Cap. (1934, 1935 und 1952) hat auch an dieser Stelle die in der katholischen Kirche übliche und zuverlässige Sprache der Vulgata beiseitegeschoben und sagt: "Doch weiß ich gewiß: Mein Anwalt ist der Lebendige und der Letzte! Er wird auftreten auf Erden." Die ebenfalls einst (nur) vom Buchhandel laut gerühmte Übersetsung des Alten Testamentes von Rießler-Storr (ebenfalls 1934) gibt diese Stelle im Buche Job auf folgende Weise wieder. "Ich weiß bestimmt, für mich lebt ein Verteidiger, und schließlich tritt er doch auf Erden auf".
Der große Unterschied zwischen den Übersetzungen von Eugen Henne und Rießler-Storr zeigt, wie unzuverlässig der hebräische Text sein muß und wie sinnlos es gerade heute ist, daß unsere Bischöfe den von der römisch-katholischen Kirche festgelegten Vulgatatext mißachten. Unsere Bischöfe ließen nämlich seit dem vergangenen Weltkrieg keine Vulgata mehr drucken. Auch das gehörte zu den langen Vorbereitungen des verräterischen sogenannten Zweiten Vatikanischen Konzils.
Nachtrag: In den Worten bei Job 19,26-2, ist der Unterschied zwischen Eugen Henne und Rießler-Storr ebenfalls groß, und zwar bei beiderseitiger Abweichung von der Vulgata.
Eugen Henne läßt den Dulder Job sagen:
"Dann wird meine Haut wieder um mich sein, in meinem Fleische werde ich Gott schauen! Ja, ich selber, ich werd ihn schauen. Meine Augen werden ihn sehen, Doch nicht mehr als Gegner! Danach sehnt sich das Herz in der Brust - "
Die gleiche Stelle lautet bei Rießler-Storr dagegen so:
"Dann ändert sich mein Körper hier; ich schaue Gott in meinem Leibe. Den ich für mich ersehne, den sehe ich allein und niemand sonst; mag auch das Herz in der Brust mir hinschwinden".
Wie schlecht muß es um den von den Protestanten und von den Modernisten bevorzugten hebräischen Text stehen, wenn bei "Fachleuten" solche Verschiedenheiten in der Übersetzung ans Tageslicht kommen!
Der Vulgatatext der römisch-katholischen Kirche gibt die Worte des Dulders Job bei 19,26-27 auf folgende Weise wieder:
"Aufs neue werde ich mit meiner Haut umgeben, und in meinem Fleische werde ich meinen Gott schauen. Ich selbst werde ihn sehen mit meinen Augen, und kein anderer. Diese Hoffnung ist in meinem Schoß niedergelegt".
Dazu ist nur noch zu sagen: Auch wenn uns die Bischöfe den einzig zuverlässigen Text des Wortes Gottes schon seit Jahrzehnten, besonders aber seit dem letzten sog. Konzil, vorenthalten, und auch wenn uns die Bischöfe zusammen mit Paul VI. allen bisherigen Reichtum des römisch-katholischen Glaubens rauben, werden wir trotzdem so wie der Dulder Job von Gott gerettet werden, wenn wir in unserem Gebet und Gottvertrauen nicht nachlassen.
|