Der folgende Beitrag ist zwar schon über ein Jahr alt, er ist aber durch die Ereignisse in Kirche und Welt eher noch aktueller geworden. Deshalb sei er Ihnen heute mitgeteilt. - Anm.d.Red.
BISCHÖFE UND ABTREIBUNG
Ein Brief an die deutschen Bischöfe
von G. Schafhausen, Duisburg
An die deutschen Bischöfe in der Deutschen Bischofskonferenz 53 B o n n 1 Schloßstraße 10
Betrifft: § 218
Sehr geehrte Herren!
"Fracto demum sacramento ne vacilles sed memento tantum esse sub fragmento quantum toto tegitur".
Einer der Ihren, mit Namen Heinrich, ist nicht mehr imstande, diese dogmatische Aussage voll zu akzeptieren. Aber er schämt sich für sein Volk wegen der auf uns zukommenden Fristenlösung! Welche Spaltung des Bewußtseins! Hier gleichgültige Hinnahme des Unterganges der leiblichen Substanz des Allerheiligsten, dort Entrüstung und Lamento ob der Tötung ungeborenen menschlichen Lebens.
Das große Lamento hebt nun an: Die Geister, die Sie riefen, die werden Sie nicht mehr los! Nicht 1914 gingen in Europa die Lichter aus, und auch nicht wurde der Untergang des Abendlandes mit Oswald Spengler in Szene gesetzt. Nein, das Zweite Vatikanische Konzil - Ihr Konzil - hat die destruktive Gewalt, die keine Revolution bisher besessen hat, freigemacht. Diese destruktive Gewalt stammt nicht von Gott, sondern sie kann nur vom Satan stammen.
Das Lamento hebt nun an. Sie und Ihre apostolischen Amtsgenossen glauben jetzt erst, ihrer Hirtenpflicht zu genügen, indem Sie zum Widerstand gegen den Mord des ungeborenen Lebens aufrufen. Zu spät! - Viel zu spät! Nicht jetzt, sondern auf Ihrem Konzil wurden die Weichen gestellt. Als nämlich durch die Intervention des Kardinals Lienart am 13. Oktober 1962 der "Freiheit des Konzils" Bahn gebrochen wurde. Damals verschworen sich die Kardinäle Suenens, Alfrink und Döpfner zu einer Revolte, die alles bisher Dagewesene in der Kirche Christi in den Schatten stellen sollte. Das Kampfmittel dieser Revolte war die Diskussion, der berüchtigte Dialog, entnommen der liberalen Schule, die dem Skeptizismus größten Vorschub leistete. Was dieser Diskussionsrausch inzwischen an Früchten gezeitigt hat, können wir täglich am eigenen Leibe erfahren: In den Kirchen, in den Schulen, in den Parlamenten, in den Gerichten, in allen Bereichen des menschlichen Lebens, die noch von einiger Relevanz sind. Die moralische Potenz der katholischen Kirche, die bis zum Konzil sogar völlig unchristliche Regierungen irgendwie beeindruckt und beeinflußt hat, ist zur völligen Unwirksamkeit verdammt.
Die destruktive Gewalt wird von Ihnen angesetzt auf die Liturgie, die Altäre, die Sakramente, den Kirchenbau, die Musik, das Amt, die Erziehung, die Theologie, zusammengefaßt auf den Glauben schlechthin. Von da aus übergreifend auf den säkularen Bereich, sodaß man mit Fug und Recht sagen kann, seit der Mitte der sechziger Jahre, also seit dem Konzil, ist auch in der Politik alles destruktiv. Sehen Sie sich die Weltkonflikte an, die Sexwellen, die Rauschgiftwelle, die Erpressungen, Flugzeugentführungen, die Gewalttaten der ganzen Kriminalstatistik und den exorbitanten, universellen Zusammenbruch aller Autorität. Mit der falsch angewandten Parabel "Sehet, ich mache alles neu, dem falsch verstandenen Aggiornamento, dem Schlagwort vom neuen Pfingsten haben Sie der destruktiven Barbarei Tür und Tor geöffnet und sich in einem autotomischen Akt Ihrer eigenen moralischen Autorität entledigt.
Was Wunder, wenn nun der § 218 zur Diskussion steht?! Womit wollen Sie der generalisierten Tötung eigentlich noch Einhalt gebieten, womit dem bald verordneten Mord? Etwa mit Ihrem zu spät einsetzenden Lamento? Das ist doch nur noch eine Pflichtübung, über die die Welt zur Tagesordnung übergeht. Soll ich Ihnen sagen, wie es gemacht wird?
Wählen Sie einen Papst, der das Konzil revoziert und für null und nichtig erklärt, Wählen Sie einen Papst, der die göttliche Ordnung wiederherstellt, indem er Anklage gegen Sie alle erhebt, weil Sie die Geschichte, Ihre eigene Vergangenheit und damit die ewige Wahrheit auf die Anklagebank gebracht haben.
Mit der Ihrem Amte geschuldeten ehrerbietigen Begrüßung
(Unterschrift)
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