DAS UMZINGELTE "LAGER DER HEILIGEN"
von H.H. Walter W.E. Dettmann
In der Geheimen Offenbarung des Apostels Johannes heißt es: "Sie umzingelten das Lager der Heiligen, die geliebte Stadt" ("circuierunt castra sanctorum, civitatem dilectam" - 20,8).
Der Apostel Johannes beschreibt in seinen Visionen über die Zukunft der Kirche, wie nach dem Ende des Tausendjährigen Reiches der Satan "aus seinem Kerker befreit wird" ("solvetur Satanas de carcere quo") und wie er die Völker an den vier Enden der Erde zum Abfall verführt und sie zum Kampf gegen das "Lager der Heiligen", sammelt.
Wer bisher die Zeichen der Zeit zu deuten verstand, konnte bei den zahlreichen Feinden des Glaubens - Johannes sagt, sie seien so viele "wie der Sand am Meer", zuerst an die riesigen Menschenmassen des Kommunismus denken. Dabei ist klar, daß die Lawine des gottlosen Tyrannensystems im gegenwärtigen Augenblick ihre größte Wucht und Stärke noch nicht einmal erreicht, geschweige denn überschritten hat.
Ebenso klar ist heute aber, daß der gottlose Weltkommunismus trotz seiner Stärke für sich allein noch nicht ausreichen würde, um das "Lager der Heiligen", die "geliebte Stadt" so eng und vollkommen zu umzingeln, wie es in den letzten zwei Jahrzehnten auf andere Weise geschehen ist.
Die erste klar erkennbare und vollständige Umzingelung des "Lagers der Heiligen" fand statt während des sogenannten Zweiten Vatikanischen Konzils bei der Abstimmung über die katastrophale Liturgiekonstitution.
Das Grab des Apostelfürsten Petrus in Rom, für jeden überzeugten Katholiken das eigentliche Herz der "geliebten Stadt" war noch niemals in seiner neunzehnhundertjährigen Geschichte so von Feinden umzingelt gewesen wie am 4. Dezember 1963, als 2147 zum Teil verräterische, zum Teil verblendete Bischöfe unter Führung Pauls VI. den Protestanten zuliebe den Beschluß zur Zerstörung des heiligen Meßopfers faßten.
Die Zahl der Finger an einer einzigen Hand ist größer als die Zahl jener vier tapferen Bischöfe, die ihre Stimme gegen das heimtückische und hinterlistige Werk der Liturgiekonstitution abzugeben wagten.
Es läßt sich heute bereits nachweisen, daß noch viel schlimmere Dinge als nur die Handkommunion schon in der Liturgiekonstitution vorgesehen und vorbereitet waren und daß es somit ein faules Märchen ist zu behaupten, Paul VI. sei ein Gegner der Handkommunion.
Das sogenannte Zweite Vatikanische Konzil war nämlich noch nicht zu Ende, als Karl Rahner, einer der sonderbarsten Konzilsberater, schrieb, daß "gerade im Gottesdienst eine theologisch unbegründete Kluft zwischen Klerikern und Laien als Ärgernis empfunden wird".
Diese Worte hat Karl Rahner noch während des sog. Konzils als Einleitung zur deutschen Ausgabe der Liturgiekonstitution geschrieben und damit ein Programm zur völligen Zerstörung des heutigen Meßopfers aufgestellt, ohne daß auch nur ein einziger deutscher Bischof widersprochen hätte.
Der dem hl. Athanasius ähnlich sein wollende Bischof Rudolf Graber von Regensburg scheint heute noch nicht gelesen zu haben, was Karl Rahner während des sog. Konzils unter stillschweigender Zustimmung Pauls VI. geäußert hat.
Die Worte Karl Rahners können nur den Sinn haben, daß in Zukunft die Laien die Wandlungsworte entweder selber ebenso sprechen sollen, wie es bisher der Priester allein tat, oder daß die Wandlungsworte gar nicht mehr ausgesprochen werden sollen. Auf jeden Fall ist der fortwährende heutige Jammer der Bischöfe über den Priestermangel eine große Heuchelei.
Die Bischöfe haben ja selbst im Artikel 76 der Liturgiekonstitution beschlossen, daß die "Weihen" (vor allem natürlich die Priesterweihe!) "nach Text und Ritus geändert werden sollen".
In der Abschaffung des Unterschiedes zwischen Klerikern und Laien besteht die eigentliche Umzingelung des "LAGERS der Heiligen" durch den Satan und seine Scharen.
Paul VI. hat selbst zugegeben, daß der Satan "durch einen Spalt" in die Kirche eingedrungen ist. Warum sagt er dann nicht offen, daß der größte Sieg Satans in der Kirche darin besteht, daß "gerade im Gottesdienst eine theologisch unbegründete Kluft zwischen Klerikern und Laien als Ärgernis empfunden wird" ?
Tatsächlich hat Paul VI. selbst in eigener Person die Umzingelung des "Lagers der Heiligen" eingeleitet, indem er nach dem Tode Johannes XXIII. trotz genauer Kenntnis der Ziele von Karl Rahner und Genossen die Fortführung des Konzils befahl und leitete.
Paul VI. duldet die Umzingelung des "Lagers der Heiligen", indem er billigt, daß die Laien in der Kirche immer mehr die eigentlichen Aufgaben der Priester übernehmen.
Eine schlimmere und tödlichere Umzingelung des "Lagers der Heiligen" kann es unter gar keinen Umständen geben, als daß unmittelbar neben dem Grab des Apostelfürsten Petrus in Gegenwart von führenden Protestanten durch zweitausend Bischöfe die restlose Zerstörung des heiligen Meßopfers beschlossen wird.
Das ist über kurz oder lang das sichere Ende der katholischen Kirche, wenn Gott der Herr selbst nicht eingreift.
Dementsprechend fährt der Apostel Johannes in seiner Geheimen Offenbarung über die Zukunft der Kirche unmittelbar nach den Worten von der Umzingelung des "Lagers der Heiligen" fort: "Und Feuer fiel vom Himmel herab von Gott und verzehrte die Feinde."
Unter diesen Feinden, die die "geliebte Stadt" umzingeln und die vom Feuer verzehrt werden, sind nicht nur die Kommunisten und die kriegführenden Mächte der heutigen Zeit gemeint, sondern vor allem die verräterischen Bischöfe: "Viele Kardinäle und Bischöfe gehen den Weg des Verderbens", sagte die Erscheinung der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria zu kleinen Kindern.
Die Ansammlung des Feuers, das binnen sehr kurzer Zeit trotz aller Abrüstungsgespräche auf uns herabfallen wird, kann man heute tagtäglich besser beobachten. Die Friedensbeteuerungen gewisser Politiker sind lauter lächerliche Redensarten und Ausflüchte und Ablenkungsmanöver.
Nach der Zerstörung des heiligen Meßopfers gibt es nur eine einzige Hilfe für das umzingelte "Lager der Heiligen", nämlich das inständig wiederholte Rosenkranzgebet: "Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder? jetzt und in der Stunde unseres Todes, Amen".
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