"DIE ERNTE DER ERDE IST REIF":
("quoniam aruit messis terrae" - Apokal. 14,15)
von H.H. Walter W.E. Dettmann
Der Heiland spricht im Evangelium häufig davon, daß das Himmelreich auf Erden gleich einem Saatfeld ist, dem die Ernte des Weltgerichts bevorsteht. Zweifellos hat Jesus auch gewollt, daß wir uns überlegen, wann die Erntezeit da sein könnte.
Das Reifen eines Getreidefeldes können nur die Menschen feststellen, die in den Tagen der Reife leben. Jene, die zur Zeit der Aussaat leben, wissen zwar, daß die Ernte unter normalen Verhältnissen kommen muß; aber sie wissen nicht, ob die eigentliche Reifezeit am Anfang des Monats August oder in der Mitte des Erntemonats oder noch später sein wird. Das hängt von dem ab, der das Wetter schickt.
Die goldgelbe Farbe des reifen Getreides kann jeder sehen, der am Felde vorübergeht. Aber den eigentlichen Tag und die Stunde für den Beginn der Ernte bestimmt der Eigentümer des Feldes.
In der Geheimen Offenbarung bezieht sich die Vision des reifen Kornfeldes in erster Linie auf den Untergang des römischen Reiches, des siebenköpfigen Tieres, von dem die katholische Kirche dreihundert Jahre lang verfolgt worden war.
Nachträglich lassen sich die Worte der Geheimen Offenbarung aber auch auf unsere Zeit auslegen, die nur von Pillen, Abtreibung und Atombomben spricht. Am meisten jedoch gelten die Worte der Geheimen Offenbarung heute vom Saatfeld des Reiches Gottes, der Kirche.
Bezüglich des römischen Reiches hörte der Apostel Johannes, wie ein Engel die Zeit der Getreidereife ankündete. Heute jedoch können wir selbst sehen, wie das geistige Saatfeld reif wird. Das Korn verfärbt sich, die Halme werden trocken und zu Stroh, es geht immer weniger Saft hindurch, bis die Ähren gar keine Nahrung mehr aus dem Boden erhalten. Die Halme tragen die Ähren zwar noch eine Zeitlang. Aber dieser Zustand kann nur von kurzer Dauer sein, denn bald würden die Korner aus ihren Hülsen fallen oder darin verfaulen. Die Halme haben auch nicht mehr die Kraft, sich noch lange aufrecht zu halten. Die Zeit der Ernte ist nicht mehr aufzuschieben.
Die Getreidehalme und die Ähren versinnbilden die kirchliche Hierarchie, die sich heute verfärbt: Papst, Bischöfe und Priester verfärben sich ökumenisch. Die Verfärbung des wirklichen Getreides entspricht seiner Natur; die verräterische ökumenische Verfärbung der katholischen Hierarchie dagegen entspricht nicht der Natur der Kirche. Die Körner in den Ähren sind die Gläubigen. Zur Zeit der Reife geht immer weniger sakramentaler Lebenssaft durch die Halme und Ähren zu den Körnern. Die kirchliche Hierarchie gleicht sich den Protestanten an, die nichts davon wissen wollen, daß Jesus Christus sieben hl. Sakramente eingesetzt hat.
Wenn auch einzelne Halme im Saatfeld noch grün und voll von Leben zu sein scheinen, so dauert dieser Zustand sicher nicht mehr lange. Papst, Bischöfe und Priester machen "ökumenische Gottesdienste", um uns vorzutäuschen, daß die Protestanten eines Tages katholisch werden. Man will den Gläubigen auch vortäuschen, daß es unserem Herrn Jesus Christus gleichgültig sei, was wir von ihm halten. Der sog. Pluralismus Pauls VI. und der Bischöfe ist Vorrat am bisherigen römisch-katholischen Glauben.
Paul VI. und die Bischöfe dulden, daß dauernd von "Interkommunion" geredet wird (z.B. von Prälat Weitmann in drei Ausgaben des Rottenburger Katholischen Sonntagsblattes 1971). Obwohl, die Protestanten den sakramentalen Charakter der Ehe leugnen, tut man so, als gebe es kein Ehehindernis der Religionsverschiedenheit usw. - Auf der ganzen Linie wird heute in der Kirche der katholische Glaube verleugnet. Paul VI. duldet es, daß die Bischöfe hinter seinem Rücken und vor seinen Augen tun und treiben, was sie wollen.
Es ist Zeit, daß die reifen Körner heimgeholt worden in die himmlischen Scheunen, bevor sie vorfaulen oder von den Vögeln gefressen werden.
Wie können sich die heute lebenden Gläubigen vor dem drohenden Verderben schützen? Das hl. Meßopfer mit der wahren heiligen Kommunion wird ihnen früher oder später ganz genommen werden.
Wachsame Gläubige können sich dann fast nur noch durch das Rosenkranzgebet schützen. Das inständig wiederholte Gebet "Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes, wird gerade in unserer Zeit beweisen, was für eine rettende Kraft es besitzt.
Das bisherige Kirchengebot, an Sonn- und Feiertagen dem hl. Meßopfer beizuwohnen bezieht sich nicht auf die schlechte neue Liturgie mit den geänderten Wandlungsworten und mit dem protestantischen Vaterunser.
In unserer unmittelbar vor der großen Ernte liegenden Zeit kommt es nicht darauf an, an jedem Sonntag kommunizieren zu können. Man kann nicht jedesmal mit dem Auto stundenlang im ganzen Lande, herumfahren, um noch einen treu katholischen Geistlichen zu finden. Viel wichtiger ist es, in der kurzen Zeit, die wir noch zur Verfügung haben, für alle heiligen Kommunionen unseres ganzen Lebens geziemend zu danken. In dieser Hinsicht hat jeder von uns noch viel nachzuholen, bevor es zu spät ist.
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