ZU WEM UND FÜR WEN REDET PAUL VI.
von H.H. Walter W.E. Dettmann
Am Mittwoch, dem 21. August 1974, sprach Paul VI. in Castel Gandolfo zu Pilgern und Touristen. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren knapp sechshundert Besucher anwesend.
Paul VI. sprach zu ihnen über die "Würde und Bedeutung des Christsein"; es sei eine hohe Auszeichnung, vom einfachen, natürlichen Menschsein zur Gotteskindschaft emporgehoben zu werden. Der Christ müsse die Lehren und Ideale des Evangeliums in seinem Leben verwirklichen. - "Christ, sei ein Christ!" - Mehr vermochte Paul VI. den Pilgern nicht zu bieten. Jeder konnte sich selber auswählen, was für ein Christ er sein wollte, ein katholischer oder irgendein Christ der vielen hundert protestantischen Gruppen. Die "Lehren und Ideale des Evangeliums", die die Christen in ihrem Leben verwirklichen sollten (z.B. "Tut dies zu meinem Andenken"), wurden von Paul VI. gar nicht genannt und nicht genau umrissen: Jeder kann sich in der heutigen Zeit die Gebote auslegen, wie es ihm beliebt. Jeder kann von Christus denken, was er mag. Jeder kann Eucharistie feiern, wie er will.
Wer kann eine solche Unklarheit und Führungslosigkeit auf die Dauer ertragen?
Die Reden Pauls VI. sind für jeden nach Wahrheit suchenden Menschen leer und nichtssagend; sie sind so inhaltslos wie noch nie zuvor bei einem Oberhaupt der katholischen Kirche.
Paul VI. müßte eigentlich hören, wie laut heute die erste der sieben Gerichtsposaunen ertönt; er müßte hören und sehen, wie schon mehr als dreißig Jahre lang Hagel, Feuer und Blut in außergewöhnlicher Weise vom Himmel fallen (Apokal. 8,7); er müßte sehen, wie seit dem vergangenen Weltkrieg der Hagel der Sprengbomben, das Feuer der Brandbomben, und das Blut der abgeschossenen Flieger ununterbrochen vom Himmel fallen.
Es mag sein, daß sich Paul VI. in seiner blinden Bewunderung für den sogenannten Fortschritt der Technik wenig Zeit nimmt, um auf alle einzelnen Posaunenstöße der Geheimen Offenbarung zu hören.
Aber von seiner hohen Warte aus sollte er doch den brennenden Berg sehen, der beim zweiten Posaunenschall ins Meer fällt, nämlich die Versuche mit den französischen Atombomben in der Südsee des Pazifischen Ozeans.
Paul VI. sollte von seinem erhabenen Standort aus sehen, wie beim dritten Posaunenstoß der brennende Stern, nämlich der moderne Mensch, vom Himmel der Religion herabstürzt und derart in die Flüsse und Wasserquellen fällt, daß alle Gewässer ungenießbar werden (Apokal. 8,10).
Mehr als Johannes XXIII. müßte Paul VI. erkennen, wie sehr heute Sonne, Mond und Sterne "geschlagen" werden, wie der Apostel Johannes beim vierten Posaunenstoß beschreibt. - Bedauerlich ist es, daß Paul VI. das menschliche Gesicht jener furchtbaren "Heuschrecken" nicht erkennt, die beim fünften Posaunenstoß aus dem dicken Qualm des "Brunnen des Abgrunds" heraufkommen (Apokal. 9,7).
Weil Paul VI. nachweisbar schon während des sogenannten Zweiten Vatikanischen Konzils die Änderung der Wandlungsworte zuließ (nämlich am 14. März 1965), deshalb fängt der Altar beim sechsten Posaunenstoß zu reden an, und es werden in der heutigen Zeit vier gewaltige "Engel" am Euphratstrom freigemacht, die bisher dort "angebunden" waren; hinter ihnen erhebt sich, wie der Apostel Johannes genau beschreibt, eine Armee von zweihundert Millionen gepanzerten Reitern, die auf Stunde, Tag und Monat und Jahr bereitstehen, "um den dritten Teil der Menschen zu töten" ( Apokal. 9,13-15).
Aber Paul VI. hat keine Zeit, um auf die Stimme des laut redenden Altares zu hören. Er will auch die "Engel" nämlich die Supermächte des Nordens, des Ostens, des Westens und die kommende Supermacht des Südens, die alle an das Erdöl des Euphrattales gebunden waren und sind, nicht erkennen.
Anstatt die Kirche und die gesamte Menschheit eindringlich auf die sechs Posaunenstöße aufmerksam zu machen, die dem siebenten Posaunenstoß des eigentlichen Weltgerichtes vorangehen, hält Paul VI. nichtssagende Reden über das sogenannte "Christsein". Und während er seine farblosen Reden hält, verlassen Tausende von Priestern ihren Beruf und heiraten; gleichzeitig aber werden in Afrika, auf den Philipinen und in Südamerika viele hundert Laien als Leiter von Pfarreien ausgebildet und bestimmt. Selbstverständlich sind sie verheiratet (laut Radio Vatikan vom 6. August 1974).
Das "Tier" ist aus dem Abgrund heraufgekommen, wie die Apokalypse berichtet (11,77) und hat gegen die beiden "Zeugen" Christi, nämlich den Priester- und Ordensstand, "Krieg geführt" und sie praktisch schon fast ganz getötet. Ihre "Leichname" liegen, wie die Geheimen Offenbarung sagt, "auf den Straßen der großen Stadt, die Sodoma heißt", d.h. die leeren Klöster und Priesterseminare der Kirche sind überall zu sehen.
Paul VI. selbst bezeugt es, daß der Satan durch einen Spalt in die Kirche eingedrungen ist; er verschweigt aber, daß dies während des sog. Konzils geschah. Erst recht verschweigt Paul VI., daß er selbst die Hauptschuld daran trägt, daß das "Tier" aus dem Abgrund die beiden Zeugen töten konnte.
Während seines langen Lebens in Rom hätte Paul VI. die beiden Zeugen, die 1260 Tage lang "in Bußgewändern", d.h. in priesterlicher und klösterlicher Berufskleidung, predigen, hinreichend kennenlernen können, um sie zu schätzen und zu schützen.
Er müßte auch deutlich sehen, wie sehr die Kirche "42 Monate lang von den Heiden getreten" wird, nämlich von wirklichen Heiden und noch mehr von den Taufscheinchristen, die wie die Heiden leben (Apokal. 11,2). Aber das rührt den jetzigen Nachfolger Petri wenig; er spricht über das "Christsein" derart schwach und leise, daß es keinem Taufscheinchristen wehetut.
In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts müßte sich eigentlich jedes Oberhaupt der katholischen Kirche klar machen, daß die bei Apokal. 11,2 genannten 42 Monate und die bei Apokal. 11,3 genannten 1260 Tage die gesamte Dauer der Kirche auf Erden bedeuten: Die beiden Zeugen Christi predigen bei Apokal. 11,3 in Bußgewändern ebensolange wie bei Apokal. 11,2 die Kirche von Heiden "getreten" wird. Es kann sich bei den zwei "Zeugen" also nicht um zwei einzelne Personen handeln. Denn die Kirche wurde schon von Anfang an von den Heiden "getreten": In der Apostelgeschichte wird berichtet, wie der Zauberer Simon sich taufen ließ und den Aposteln Geld anbot, um auch die Fähigkeit zu bekommen, den Heiligen Geist verleihen zu dürfen (Apostelgeschichte ( 13-19).
Die kurze Zeit der dreieinhalb Jahre in der Geheimen Offenbarung ist die Dauer des göttlichen Strafgerichts zur Zeit des alten Propheten Elias und bedeutet gleichzeitig, daß die Christen wachsam sein und um das bevorstehende Ende der irdischen Prüfungszeit beten sollen ("zu uns komme dein Reich!").
Wenn Paul VI. dies bedenken würde, würde er vielleicht erkennen, daß wir trotz des heutigen technischen Fortschrittes am äußersten Ende der Menschheitsgeschichte angekommen sind und er würde, statt farblose Reden zu halten, Buße tun wie der König von Ninive und er würde das heilige Meßopfer Papst Pius' V. so wiederherstellen, wie es vor dem sogenannten Zweiten Vatikanischen Konzil war.
Aber Paul VI. redet für alle protestantischen "Christen" und gleichzeitig für niemanden. Er redet für die Welt und nicht für Christus und nicht für die katholische Kirche; er redet weder warm, noch kalt; er redet für gedankenlose und unwissende Menschen. Er redet für solche Menschen, die keine Ahnung von den Pflichten eines Papstes haben und die in ihrer Ruhe nicht gestört sein wollen. Paul VI. redet für solche Menschen, denen die Änderung der Wandlungsworte und die Abschaffung des Priestertums nicht wehetut; Paul VI. redet zu solchen Menschen, die keine Ahnung von der Unabänderlichkeit katholischer Glaubenssätze besitzen. Paul VI. redet zur gesamten Kirche, wie wenn er eine unreife Jugend- oder Studentengruppe vor sich hätte. - Gott möge uns gnädig sein!
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