PAUL VI. HAT'S GESAGT
von Jean Madiran, Itineraires 186 übersetzt von Dr. Ambres Kocher, Solothum
Wir müssen uns noch mehr denn je mit dem Gebete bewaffnen und mit der Lehre; Gott darum bitten, Erbarmen zu zeigen und die Zeit der Prüfungen abzukürzen; ihn darum bitten, uns die Gnade zu geben auszuhalten und treu zu bleiben. Denn das Verhängnis der Skandal, das Geheimnis der Besheit, in Rom selber,nehmen immer zu, und alles deutet darauf hin, daß es noch schlimmer wird. Bis zum Ende dieser Herrschaft, die sich weder bekehrt noch bessert; im Gegenteil, Es bestehen keine Anzeichen dafür. Aber wir besitzen auch offizielle Zeugnisse dafür, schreckliche genug.
Siehe da in der Tat die Worte, die Paul VI. in seiner Ansprache vom 3. Juli 1974 geäußert hat (Dok.Kathol. 21.Juli 1974, S. 661):
"Wir haben gewisse Reden gehört von der Strenge der Heiligen gegenüber den Übeln der Welt. Viele sind noch vertraut mit den Büchern der Aszese, die ein allgemein negatives Urteil geben über die irdische Verderbnis. Aber es ist auch gewiß, daß wir heute in einem ganz anders gearteten geistigen Klima leben, nachdem wir besonders durch das letzte Konzil dazu eingeladen worden sind, einen optimistischen Blick zu werfen auf die moderne Welt, ihre Werte, ihre Errungenschaften. Wir können mit Liebe und Sympathie eine Menschheit ansehen, welche studiert, arbeitet, leidet, vorwwärts schreitet. Noch mehr, wir sind selber dazu eingeladen, den zivilen Fortschritt unserer Zeit zu begünstigen, als Mitbürger nämlich die wir das Verlangen haben, uns mit diesen Anstrengungen zu verbinden, tun allen einen größeren Wohlstand zu sichern. Die bedeutsame Konstitution "Gaudium et Spes" bedeutet nichts anderes als eine Ermunterung zu dieser neuen geistigen Haltung (wenn man so sagen kann). Aber dieses unter zwei Bedingungen, die wir vereinfacht in Erinnerung rufen: Erste Bedingung: 'Man muß eine Demarkationslinie aufrechterhalten zwischen dem christlichen und profanen Leben. Zwischen dem geistigen und dem weltlichen darf diese Vereinigung nicht bestehen - oder eher jene Verschmelzung - von Interessen und Lebensarten, welche die alte vereinheitlichte Auffassung des Christentums leichter gestaltete und angewöhnte. Je mehr der Christ es versteht etc. Die zweite Bedingung für diese optimistische Haltung besteht darin, den kritischen Sinn zu schärfen, etc.'"
Wir haben diese schwerwiegenden Worte Pauls VI. wiedergegeben, um unseren Lesern die nötigen Informationen zu geben; um mit ihnen davon Kenntnis zu nehmen. Was wir beifügen, ist kein Kommentar, leider überflüssig; wir unterstreichen lediglich das Dokument.
I. Entsprechend dieser Rede sind das Konzil und Paul VI., der es bestätigt und weiterführt, die verantwortlichen Urheber eines geistigen Klimas, das sich von jenem der Heiligen unterscheidet. Und welcher Heiligen! Sagen wir es genau: Unseres Herrn Jesus Christus und seiner Zeugen, der Evangelisten, der Apestel, der Autoren des Neuen Testamentes. Es ist dies das eigentliche geistige evangelische Klima, von jeher bewahrt von der Kirche, zum wenigsten bis zum letzten Konzil, von dem man sich nun distanziert und entfernt. Wir haben es gesagt, unsere Meinung. Nun aber dieses autorisierte Wort des heute regierenden Papstes, daß es sich um eine neue geistige Haltung handelt, die zur alten Auffassung des Christentums im Gegensatz steht. Sehen wir uns näher jene alte Auffassung vom Christentum an, jenes geistige Klima der Heiligen:
Johannes VII,7: Die Welt haßt mich, weil ich ihr bezeuge, daß ihre Werke böse sind.
Joh. XV,18: Wenn die Welt euch haßt, so wisset: sie hat mich vor euch gehaßt. Wäret ihr von der Welt, so würde die Welt ihr Eigenes lieben. Aber ihr seid nicht von der Welt, vielmehr habe ich euch von der Welt auserwählt, deshalb haßt euch die Welt.
Joh. XVI,20: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und wehklagen, die Welt aber wird sich freuen.
Joh. XVI,33: Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir den Frieden habt. In der Welt leidet ihr Drangsal; aber habt Vertrauen, ich habe die Welt überwunden.
Joh. XII,31: (Am Palmsonntag) Jetzt ergeht das Gericht über diese Welt, jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgestoßen.
Jakob IV,4: Wißt ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott bedeutet?
1. Joh. II,15 ff.: Habt nicht die Uelt lieb, noch was in der Welt ist. Wenn einer die Welt liebt, so ist die Liebe Gottes nicht in ihm. Denn alles was in der Wolt ist: Fleischeslust, Augenlust und Hoffahrt des Lebens, stammt nicht vom Vater, sondern von der Welt. Doch die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.
1. Joh. V,4: Denn alles was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt, unser Glaube. Wer anders überwindet die Welt als der, der da glaubt, daß Jesus der Sohn Gottes ist?
1. Joh. V,19: Wir wissen, daß Tvir aus Gott sind, und daß die Welt dagegen sich ganz in der Gewalt des Bösen befindet.
I. Joh. IV,3: Der Geist aber, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Antichristes, von dem ihr gehört habt, daß er kommen soll, und der jetzt bereits in der Welt ist.
I. Joh. 4,5: Ihr aber, meine Kinder, seid aus Gott und habt jene überwunden. Denn mächtiger ist der, der in euch ist, als jener, der in der Welt ist. Jene sind von der Welt, darmn roden sie nach Art der Welt und die Welt hört auf sie. Wir aber sind aus Gott.
Paulus an Gal. VI,14: Mir aber sei es ferne mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus. Durch ihn ist mir die Welt gekreuzigt und ich der Welt.
Paul 1. Kor. XI,32: Da wir vom Herrn gerichtet werden, so geschieht es zu unserer Züchtigung, damit wir nicht mit der Welt verdammt werden.
II. Die alte Auffassung vom Christentum - jene, die von der Entstehung bis zu Vatikanum II. dauert - erstellte zwischen dem Zeitlichen und dem Geistigen eine Vereinigung, welche heute als Konfusion angeprangert wird. Von nun an aber wird man zwischen dem Zeitlichen und dem Geistigen eine Demarkationslinie aufstellen! - Die Aussage, daß es sich da um eine Änderung der Auffassung des Christentums handelt, ist nicht eine Meinung unsererseits. Das autorisierte Wort des Papstes selber erklärt es: Man geht von der alten Auffassung des Christentums über zu einer anderen Auffassung, die man neulich erfunden hat.
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