RADIO VATIKAN UND DIE "HEILIGE MARIA"
von Walter W.E. Dettmann
Am 12. Dezember 1974 um 21.30 Uhr hatte im Eadie Vatikan ein gewisser Pater Anton Steiner aus Luzern in der Schweiz das Wort. Dieser moderne 'Ordensmann' widerlegte gründlich die Behauptungen und Vorspiegelungen Pauls VI., daß unser katholischer Glaube bezüglich Inhalt und Verkündigung noch derselbe sei wie früher. Zugleich mußte einem aufmerksamen Zuhörer klar werden, daß die heutigen Zustände im Vatikan noch schlechter sind als in den traurigen Jahren der Renaissancezeit. In jener Zeit sündigten zahlreiche Päpste und Kardinale. Aber niemand wagte es, die Ehre der Mutter des Herrn anzutasten. Heute dagegen redet Paul VI. unaufhörlich von "Erneuerung", von "Versöhnung" und von "Versöhnung mit Gott", während er gleichzeitig mit solchen Leuten bei Radie Vatikan verkenrt, aie Gott dadurch beeidigen, daß sie die Ehre der seligsten Jungfrau und Gottesmutter Maria in den Schmutz ziehen.
Pater Anton Steiner aus Luzern las am 12. Dezember zuerst einen Text aus der sogenannten Einheitsbibel der progressistischen Bischöfe Deutschlands. Österreichs und der Schweiz vor. Es handelte sich um die Stelle bei Matthäus 1,18-24, die in der Einheitsbibel so wiedergegeben wird, daß jeder heutige Leser annehmen muß, Maria und Jesef hätten eine Ehe geführt, die sich in nichts vom Leben anderer Menschen unterscheidet.Danach erklärte der 'Pater' den Text so, daß an Verachtung des überlieferten Glaubens, an Lästerungen der hl. Dreifaltigkeit und an Beschmutzung der Person der Gottesmutter kaum noch etwas zu wünschen übrig blieb. Er sprach z.B. niemals von der "seligsten Jungfrau Maria" oder von der "Gottesmutter", wie es für jeden anständigen katholischen Priester selbstverständlich wäre, sondern er sagte nur immer wieder: "die heilige Maria", wie es die Feinde unseres Glaubens tun, P. A. Steiner sprach wie Protestanten, die die Mutter Jesu Christi als eine Frau betrachten, die entweder gegen ihren Willen das Opfer einer Vergewaltigung geworden war oder die ihr Verlöbnis mit dem Zimmermann Jesef freiwillig gebrochen hatte.
Unter dem Vorwand der sog. "Wissenschaft" leugnen die führenden Protestanten der heutigen Zeit bei der Empfängnis Jesu Christi die Schöpfermacht der dritten göttlichen Person, und sie stellen sich unter dem kleingeschriebenen "hl. Geist" irgend einen unbekannten Mann vor, der mit der "hl. Maria" geschlechtlich vorkehrte. Aus diesem Grunde sagen auch die heutigen Geistlichen zu jungen Menschen, daß der geschlechtliche Vorkehr vor der Ehe keine Sünde sei, weil diese Art von Liebe schon in der Bibel bei der "hl. Maria" als "heiliger Geist" bezeichnet worden sei.
Der "Ordensmann" Anton Steiner behauptete, die ersten Christen hätten mit den Erzählungen über die Empfängnis und über die Geburt Jesu nur die Wichtigkeit Jesu hervorhoben wollen; in Wirklichkeit habe es keine Engelserscheinung und keine jungfräuliche Empfängnis und keine jungfräuliche Geburt gegeben. Gemäß Radie Vatikan sind also am Anfang unserer Kirche lauter Märchendichtungen über Jesus und Maria im Umlauf gewesen.
Bekanntlich haben Paul VI. und das sogenannte Zweite Vatikanische Konzil so getan, als wollten sie in der Liturgie zur "altehrwürdigen Norm der Väter" zurückkehren, vgl. Art. 50 der Lit. Konstitution - Infolge der neuesten Entwicklung im Vatikan sind wir aber gezwungen zu fragen, ob die "altehrwürdige Norm der Väter" auf dem sumpfigen Boden von Märchendichtungen steht oder nicht. Wenn Paul VI. diese Frage nicht klar und unzweideutig im Sinne des bisherigen römisch-katholischen Glauben beantworten will, möge er sofort die Feier des sog. Heiligen Jahres abbrechen und den Vatikan für immer verlassen. Denn wir können nur einen solchen Papst brauchen, der wirklich ein katholischer Papst seni will. Ein protestantisch-ökumenischer Papst macht sich selbst unmöglich. Ein protestantisch denkender Papst ist ein Widerspruch in sich selbst.
Über das anfängliche Schweigen der seligsten Jungfrau Maria, gegenüber ihrem Bräutigam Jesef sagte Pater Anton Steiner wörtlich: "Wir können nicht begreifen, warumMaria es so weit kommen ließ". Damit offenbarte der Redner von Redner von Radie Vatikan aufs neue seinen Unglauben gegenüber dem unaus sprechliehen Geheimnis Gottes. Der Zimmermann Jesef habe einfach eines Tages selber gemerkt, daß seine Braut ein Kind bekomme und er habe dieses ganz gewöhnliche Kind dann adoptiert, ohne daß eine Engelscheinung im Traume stattfand.
Wie ist es möglich, daß durch Radie Vatikan so etwas verkündet wird? Paul VI. tritt in der Öffentlichkeit stets so auf, als habe er alle Fäden in der Hand und als ob nichts seiner Aufmerksamkeit entgehen könne. Bei der sog. Bischofssynode im Oktober 1974 wurde betont, der Papst sei über alle Vorgänge in der gesamten katholischen Kirche informiert. Aber trotzdem darf Radie Vatikan in übler Weise gegen die Würde der Gottesmutter redenl
Hierin liegt auch ein Hauptgrund, warum man den vielen angeblichen Himmelserscheinungen, die zugunsten Pauls VI. reden, keinen Glauben schenken kann. Wenn durch Radie Vatikan verkündet wird, daß Jesus Christus das Produkt einer ungeordneten Begierde zwischen einem unbekannten Mann und dem "Mädchen" Maria aus Nazareth gewesen sei, und wenn man behauptet, die ersten Christen (bes. der Apestel Matthäus!) hätten diese Art von Liebe als "heiligen Geist" bezeichnet, dann ist die päpstliche Rundfunkstation schon von den Pforten der Hölle überwunden. In der heutigen Zeit ist es in allen Staaten üblich und wichtig, daß bei entstehenden Kämpfen um die Macht immer zuerst die Rundfunkstation besetzt wird. So haben auch heute die Pforten der Hölle die Rundfunkstation der Kirche schon fest in der Hand. Das tägliche Resenkranzgebet im Radie Vatikan ist nur Täuschung und Vorspiegelung einer Marienverehrung, die bei der Spitze der Kirche nicht mehr vorhanden ist. Wenn die Marienverehrung Pauls VI. echt wäre, würde er wenigstens Ordnung im eigenen Hause machen und nicht dulden, daß in Radie Vatikan derart unwürdig und gemein über die "heilige Maria" und über den "heiligen Geist" und über die ersten Christen und Verfasser der Evangelien geredet wird. Die heilige Katharina von Siena schrieb vor 6OO Jahren an den damaligen Papst Gregor XI., der von 1370 bis 1373 in Avignon regierte: "Die Sünden deiner Kardinäle stinken über die Alpen herüber". In ähnlicher Weise können wir heute in geographisch umgekehrter Richtung zu Paul VI. sagen: "Die Sünden von Radie Vatikan stinken über die Alpen herüber".
Katharina von Siena hatte den Erfolg, daß Papst Gregor XI. endlich von Avignon nach Rom zurückkehrte, weil sie selbst viele Bußübungen auf sich nahm und viel betete. Aber ob wir es erreichen können, daß Paul VI. zum alten römisch-katholischen Glauben zurückkehrt, ist eine andere Frage. Denn er hat sich innerlich tausendmal weiter von Rom und vom Glauben der zwölf Apestel entfernt als die einstigen Päpste in Avignon. |