"WIE SOLL ICH DICH EMPFANGEN?" Gedanken über den "zeitgemäßen" Kommunion-Empfang
von Eugen Knockl
Als in den Jahren, wo die heilige Kirche noch in Ordnung war, dieses Kommunionlied gesungen wurde, hätte es wohl kaum jemand"and zu träumen. gewagt, daß die Form des Empfanges des hl. Seelenbrotes einmal eine Frage werden würde.
Wie sieht die Wirklichkeit aus?
Man kann auch hier, wie überall einen stufenweisen Abbau beobachten: Zuerst entfernte man die Kommunion-Bänke, mit dein albernen Vorwand, die hl. Kommunion sei in den ersten tausend Jahren des Bestehens der Kirche Christi auch stehend e.mpfangen worden. Dies ist fast lächerlich! Denn wie alles auf dieser Welt, so mußte sich auch der Ausdruck des Glaubens erst langsam entwickeln. "Was lange währt, ist gut", sagt ein bekanntes Sprichwort. Schön und gut, wenn es wirklich stimmen sollte, daß man in den besagten ersten tausend Jahren stehend kommunizierte, so stimmt doch auch das, daß man zur Einsicht kam und so die bessere Form fand, die sich ebenfalls Jahrhunderte hielt, die wir wir auch heute noch hätten, wenn die katholische Kirche nicht auf Abwege geraten wäre!
Die Reformer sollten sich auch einmal Gedanken darüber machen, über das, was dazugehört, ein Sakrament mit Nutzen zu empfangen: Nämlich die Gnade Gottes, verbunden mit dem Be.-Bemühen des Empfängers. Wo ist aber heute noch ein Bemühen der Empfänger zu sehen?
Es verträgt sich z. B. nicht mehr mit dem katholischen Glauben, wenn sogar die Kniebeuge vor der hl. Kommunion.,*) von den fanatischen "Neudenker" verboten wird! "Im Namen Jesu beuge sich jedes Knie, in Himmel und auf Erden!" Die große Masse der Gläubigen aber nimmt das [Aufheben der Ehrfurchtsbezeigungen, zu denen unter anderen auch die Kniebeuge gehört, mit einer Gleichgültigkeit und Gelassenheit hin, daß man sich da über gar nicht genug wundern kann. Ja, es scheint fast so, als ob diese Menschen geradezu darauf gewartet hätten!
Die "Steh-Kommunion", ihre Einführung, ihre Durchführung, ihr Sinn:
Wie konnte es überhaupt zur Einführung kommen? Einer der Hauptgründe dürfte die Glaubenslauheit der Laien sein, die gelassen alles hinnehmen, wenn es nur angenehmer ist.
Ein weiterer Grund aber mag auch darin zu finden sein, daß man mit ihrer Einführung der ''Idee" Luthers vom allgemeinen Priestertum der Laien entgegenkommen wollte: Der Priester kommuniziert stehend! Endlich, als dritter Grund, mag eine Erleichterung für den Spender angesehen werden. Diese besteht darin, daß sich dieser nicht mehr von der Stelle zu bewegen braucht. So bedeutet der Empfang des allerheiligsten Sakramentes kein Opfer mehr für Spender und Empfänger. Gerade aber in der Darbringung von Opfern neigt sich die Übernatur zur Erde!
Über die Durchführung der "Steh-Kommunion" gibt es schon keine einfachen Erklärungen mehr. Hier wird es schwieriger! In einer von Heiligen Geist geleiteten Kirche wäre die jetzige Form undenkbar. Warum kann sie sich also behaupten? So fing es an: Bereits vor einigen Jahren, vielleicht auch Jahrzehnten, wurde das Hl. Geist-Lied vor der Predigt weggelassen. Heute wird auch bei der hl. Firmung kein Hl. Geist-Lied mehr gesungen. Wen wundert es da, wenn der Hl. Geist auch bei der Kommunion nicht mehr sichtbar wird? Das äußere Zeichen dafür ist die "Steh-Kommunion", die an alles Mögliche erinnert, nur nicht an die Übernatur!
Ich persönlich ziehe daher die geistige Kommunion der wirklichen (unter der jetzigen Form)**) vor. Dabei tröste ich mich mit dem Gedanken, daß, wer richtig betet, auch kommuniziert.
Zum Sinn der jetzigcn "Steh-Kommunion etwas zu sagen, ist wieder etwas enfacher. Es kann nämlich mit einem einzigen Wort gesagt werden, daß sie ein Un-Sinn ist!
Anmerkungen:
*) In den Reformer-Messen mit den verfälschten Wandlungsworten findet gar keine hl. Wandlung statt, folglich kann hier auch keine hl. Kommunion ausgeteilt werden. - Anm. d. Red. **) Von den Messen mit Steh-Kommunion sind wohl nur noch die wenigsten gültig. - Anm. d. Red.
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