RECHENSCHAFTSBERICHT
von Hans Gliwitzky
Nach Abschluß des ersten Jahrgangs unserer Zeitschrift wollen wir Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit und den Spendern Rechenschaft über den Gebrauch des Geldes geben . Im Laufe der vergangenen zwölf Monate haben wir insgesamt rund 20.000.- (zwanzigtausend) DM Spenden (einschließlich der Beträge in ausländischen Währungen) erhalten. Dazu kommen rund 9.000.- (neuntausend) DM für etwa fünfhundert bezahlte Abonnements, die wir bisher gewinnen konnten.
Diesen 29.000.- DM Einnahmen stehen folgende Ausgaben gegenüber:
circa 300.- DM für grünen Aufdruck der Titelseite (12.000 Exemplare) circa 500.- DM für 500 Wachematrizen und 15 Brennmatrizen circa 2.500.- DM für Schreiben der Matrizen (à 5.- DM) circa 9.000.- DM für Vervielfältigung (11.500 Expl. von durchschnittlich 44 Seiten) circa 500.- DM für 10.000 Umschläge mit Aufdruck circa 3.000.- DM für Porto circa 800.- DM für eine elektrische Schreibmaschine circa 1.500.- DM für Adrema-Adressierer mit Platten und Folien circa 500.- DM für Arbeitsmaterial --------------- circa 18.600.- DM =========== Für einen Gegenwert von weiteren acht bis zehntausend DM wurden regelmäßig technische Arbeiten von Angehörigen unseres Freundeskreises freiwillig geleistet. Zu diesen Arbeiten gehört hauptsächlich: Das Zusammenlegen der Zeitschrift aus einzelnen Blättern (22 Blatt = 44 Seiten mal 11.500 Exemplare im 1. Jahrgang), das Heften bzw. neuerdings Falzen, Verpacken, Adressieren und Frankieren. Diese Leistungen könnten zwar in .Auftrag gegeben und aus den vorhandenen Mitteln bezahlt werden; der Redaktionsschluß müßte aber dann um mindestens zwei Wochen vorverlegt werden, und wir müßten dann vor allem die weiteren Aufgaben, die ich zum Teil unten kurz andeuten werde, zurückstellen. - Zur Falzung der Exemplare ab Nr. 11, die allerdings mehr Zeit als das Heften in Anspruch nimmt, sind wir deswegen übergegangen, weil die Portokosten in das europäische Ausland bei gewöhnlichen Drucksachen jährlich über die Hälfte des Abonnementbetrages verbrauchten, während das gebundene Heft als "Drucksache zu ermäßigter Gebühr" (im Inland als "Büchersendung") teilweise nur die Hälfte des normalen Drucksachenportos kostet.
Dos Verfassen und Übersetzen von Artikeln, die gesamte Redaktion (lesen und auswählen der Artikel, Nachrichten usw., der Briefwechsel mit den auswärtigen Verfassern etc.), der Schriftverkehr mit Spendern und Abonnenten, die Karteiführung (dreifach: für Versand, Finanzverwaltung, Redaktion und Herausgeber), die Finanzverwaltung (Buchführung, Kontenüberwachung, Rechnungsbegleichungen, Ausstellen von Spendenbescheinigungen, Rechenschaftsberichte gegenüber dem Finanzamt für Körperschaften etc.), der Nachversand für Neuabonnenten, die Rechtsberatung und anderes mehr wurden völlig unentgeltlich geleistet.
Die monatliche Auflnge beträgt zur Zeit 800 Exemplare, von denen rund 500 an die Abonnenten versandt werden; die restlichen 300 dienen dazu, um durch unsere zuverlässigen Freunde nach und nach die noch übrig gebliebenen Christen aus Überzeugung, die noch verstreut sind, zu erreichen. Dabei müssen wir natürlich einen erheblichen Verlust an Heften in Kauf nehmen, da nur ein verschwindender Bruchteil von denen, die sich noch bewußt katholisch nennen, die volle Wahrheit ertragen will. - Bei den ersten Nurinnern war der Verlust allerdings ein vielfacher (die Auflage betrug bis zu 1500 Exemplaren), weil wir uns noch nicht auf genügend überzeugte Mitstreiter stützen konnten. - Von den Nummern 1 und 2 haben wir inzwischen wieder je 300 Exemplare abziehen lassen, wovon aber nur mehr rund die Hälfte übrig geblieben ist. Die Nummern 4 und 6 sind fast vergriffen. Ob wir eine Neuauflage machen werden, ist noch nicht entschieden. Wir erwägen nämlich, die wichtigsten grundsätzlichen Beiträge überarbeitet in einer Broschüre zusammenzufassen. Den endgültigen Beschluß darüber können wir aber erst im Sommer dieses Jahres fassen, wenn die beruflichen Angelegenheiten dreier unserer Mitarbeiter geregelt sind.
Da Herr Erich Fuchs, der die ersten zwölf Nummern redigierte, obwohl er sich ursprünglich nur für einige Monate bereit erklärt hatte, zu diesen drei Mitarbeitern zählt und zur Zeit nicht mehr so viele Stunden täglich unserer Zeitschrift widmen kann, hat von dieser Nummer an, zunächst für etwa vier Monate, Herr Michael Wildfeuer die Aufgaben des Redakteurs übernommen.
Ob wir aus den ersparten Mitteln ab Sommer dieses Jahres eine bezahlte Halbtagsstelle einrichten, Maschinen kaufen oder Broschüren drucken lassen., können wir jetzt noch nicht sicher sagen. Jedenfalls werden wir Ihnen über unsere Entscheidungen Rechenschaft geben.
Aus der oben dargelegten Finanzlage, die beim Finanzamt für Körperschaften in München nachprüfbar ist, kann sich jeder errechnen, da allein die Kosten für die technische Herstellung und den Vorsand der Zeitschrift wesentlich mehr als das Doppelte von dem ausmachen, was durch den Abonnementsbetrag abgegolten wird. Die Zeitschrift wird also durch die Opferwilligkeit einer kleinen Gruppe getragen. Die Münchener Gruppe, die einen erheblichen Teil der Artikel schreibt und übersetzt, läuft am Monatsende auch stundenlang um die Tische herum, um die Zeitschrift zusammenzulegen etc. (siehe oben) und gehört auch zu den regelmäßigen Spendern und Abonnenten.
Was die Zahl der Abonnenten betrifft, so werden die einen über die ihnen gering erscheinende Zahl erschrecken, andere werden sie als gezielte Täuschung auffassen oder gar auszugeben suchen. Wir werden von allem dem ungerührt bleiben. Wir wissen aus dem Briefwechsel sogar sehr genau, daß nur ein Teil unserer Abonnenten in vollständiger Übereinstimmung mit uns ist. Dieser Teil aber ist es gerade, der zu den die Kirche tragenden Kräften gehört, soweit sie von Menschen getragen ist. Und von diesen und für diese ist die Zeitschrift in erster Linie.
Damit komme ich zur inhaltlichen Rechtfertigung unserer Zeitschrift, der es allerdings für die zuletzt Erwähnten nicht mehr bedarf. Aus der positiven Erkenntnis der wahren Lehre folgen mit mathematischer Evidenz unsere negativen Hauptfolgerungen (nämlich daß die sogenannte 'neue Messe' mit den gefälschten Wandlungsworten ungültig ist, daß Montini und fast alle 3000 Bischöfe spätestens durch die Schöpfung oder Annahme derselben vom wahren Glauben abgewichen sind), so wie aus der Erkenntnis, daß 2 x 2 = 4 ist, folgt, daß 2 x 2 ≠ 5 ist. - Wir wissen, daß die Wahrheit zuletzt den Sieg davon trägt und wir haben überhaupt nicht danach zu fragen, was andere dazu sagen werden, sondern die erkannte Wahrheit vorzutragen und danach zu leben. Wir sind entschlossen, die Kirche zu verteidigen, und wir sind überzeugt, daß wir dazu die erforderlichen Mittel immer haben werden; gemäß der Lehre der Kirche, die die Lehre der Vernunft ist (nur nicht in einem seichten Fehlverständnis): nämlich daß jeder so viel Gnade bekommt, daß er selig werden kann.
Eine unserer wichtigsten nächsten Aufgaben ist es, eine englische und französische Ausgabe dieser Zeitschrift zu schaffen. Denn die regelmäßige Prüfung der bestehenden Zeitschriften hat ergeben, daß zwar viele antimodernistische bzw. halbantimodernistische Blätter erscheinen, daß aber keines unter ihnen auf gesicherter Erkenntnis gegründet ist. Sie liefern daher den satanischen Machenschaften der Apostaten An- und Eingriffsmöglichkeiten, die - wie es scheint - ferngesteuert sind und höchst konsequent ausgenutzt oder sogar von entsprechend Beauftragten gegründet werden.
Daß wir über unsere Schritte zur Reorganisation der apostolischen Amtskirche in den entscheidenden Punkten Stillschweigen bewahren müssen, versteht jeder, der weiß mit welchen Gegnern wir es zu tun haben. Unsere Leser können jedenfalls sicher sein, daß wir in dieser Sache tun, was wir tun können.
Schließlich bleibt mir noch übrig, zu manchen widersprüchlich erscheinenden Auffassungen, denen wir in unserer Zeitschrift Raum gegeben haben, folgendes zu erinnern: Obgleich die Erkenntnis der Wahrheit von allen geschichtlichen Veränderungen unabhängig immer ein und dieselbe ist, so erfolgt der individuelle Nachvollzug der Erkenntnis doch in der Zeit. Die Menge an Zeit, die jeder Einzelne zum Nachvollzug benötigt, hängt von seinen bestimmten individuellen Bedingungen ab, welche für die anderen oft nur schwer richtig einzuschätzen sind. Wir haben daher her auch noch, nachdem wir bereits z.B. die Ungültigkeit der sogenannten 'neuen Messe' wissenschaftlich nachgewiesen haben, auch solche Auffassungen zu Wort kommen lassen, die nur Gründe für die Zweifelhaftigkeit vorbrachten. Das konnte diejenigen unserer Leser, die auch noch zweifeln, wenigstens in ihrem Zweifel wach halten, da sie ja die Folge der sicheren Argumente offensichtlich noch nicht verstanden hatten. Um aber diesen noch Zweifelnden kein Ärgernis zu geben, werden wir mehr und mehr dazu übergehen, alle mißverständlichen Stellen von eingesandten Artikeln durch entsprechende Anmerkungen der Redaktion zu verdeutlichen. So können wir z.B. die Erwähnung des "2. Vatikanischen Konzils", die Verbindung "Papst Paul VI.", die "heilige Kommunion" bei 'neuen Messen' usw. nicht mehr ohne entsprechenden Kommentar oder Anführungszeichen hinnehmen. Man hat uns z. B. den 'Widerspruch' vorrücken wollen, daß wir einerseits die Ungültigkeit der 'neuen Messen', in denen man nur ein Stück Brot erhält, behaupten, andererseits aber Flugblätter gegen den sakrilegischen Mißbrauch von Hostien veröffentlichen. Wir haben einen solchen Widerspruch nicht begangen. Und wer selbst denkt, kann das auch erkennen. Denn erstens kommt es immer noch vor, daß auch in den wenigen noch gültigen Messen Anhänger der neuen Sekte an die Kommunionbank treten. Zweitens aber ist es auch schon eine Blasphemie, die Worte des Herrn als Worte des Herrn unter gleichzeitiger Verfälschung zu mißbrauchen. Daß der Verfasser eines solchen Flugblattes diese verschiedenen Punkte nicht deutlich unterscheidet, ist noch kein hinreichender Grund, ihm zu unterstellen, er wolle sie nicht sehen. Erkennen wir, daß er sich bewußt im Felde der Mehrdeutigkeit hält, so ist es allerdings gefordert, ihn auszuscheiden. Und wir werden es sofort tun.
Ich schließe abermals mit der Forderung des Herrn, die höchstes Gebot der Stunde ist: "Urteilt aus euch selbst, was recht ist!" (Vgl. Luk. 12,57) |