Hochachtung für das Allerheiligste Altarsakrament
Worte des Hochw. H. Bischofs Antonio C. Mayer von Campos, Brasilien' an die Priester
(aus dem Französischen übersetzt v. G. Mevec
"Wir wissen, verehrte Priester, daß im Allerheiligsten Sakrament des Altars wahrhaft, wirklich und leiblich der der eine Jesus Christus, Gott und Mensch, Unser anbetungswürdiger Erlöser mit Seinem Leib, Blut, Seiner Seele und Seiner Gottheit zugegen ist. Dieses Bekenntnis unseres Glaubens bringen wir mit unserem Verstande und mit unseren 1ippen zum Ausdruck. Wir tun es aber in noch stärkerem Maße durch unsere Haltung gegenüber dem Allerheiligsten Sakrament kund, ganz besonders im Augenblick der hl. Kommunion.
„In der lateinischen Kirche bezeugt sich der lebendige Glaube angesichts der Realpräsenz durch die Kniebeuge, wenn ein Gläubiger vorbeigeht", jedoch durch einen vollen Kniefall, wenn das Allerheiligste ausgesetzt oder auch im Tabernakel aufbewahrt ist. Diese Haltung ist in der Heiligen Schrift begründet. Dort liest man in der Tat, daß diese Haltung bei den Gläubigen das Zeichen der Anbetung sei. Und es werden die Tausende der Juden gelobt, die „ihr Knie nicht vor dem Baal beugten“) (Röm. XI,4); bezüglich des wahren Gottes sagt der Herr in Jesaia: „Jedes Knie wird sich vor mir beugen" (XLV,23.Cf.Röm. XIV,11). Unmittelbar vom Herrn sagt der heilige Apostel, daß vor Seinem Namen „sich jedes Knie im Himmel, auf Erden und in der Hölle beugen wird"(Phill.11,10)o Die Kniebeuge ist des weiteren die Weise, in welcher jene, die vom Heiland eine Wohltat erbaten, ihren Glauben an Ihn zum Ausdruck brachten (cf. Math. XVII,14; Mark. 1,40).
"Somit ist erwiesen, daß der Ausdruck des Glaubens an die Gottheit Jesu Christi, der auf dem Altar realiter gegenwärtig ist, und durch die Kniebeuge bezeugt wird, auf eine apostolische Tradition gegründet ist. AUS DIESEM GRUNDE EMPFÄNGT DER GLÄU1BIGE DIE HEILIGE KOMMUNION KNIEND.
"Die Kniebeuge ist nicht nur ein althergebrachter, in der Heiligen Schrift begründeter Brauch, sondern sie hilft uns durch ihr Wesen die Transzendenz Gottes anzuerkennen; ebenso hilft sie uns unseren sündigen Zustand zu erkennen, der durch das kostbare Blut Jesu Christi vergeben wurde, und den wir ebenso wie unseren Stolz und die übrigen Leidenschaften nie aus eigener Kraft zu bezwingen vermöchten; nur durch die Gnade und Abtötun:g sind wir im Stande, wie wahre Adoptivkinder Gottes zu leben.
"Aus dem Gesagten geht klar hervor, daß das Ersetzen einer solchen Frömmigkeitsbezeugung durch eine andere sich nur dadurch rechtfertigen könnte, daß sie gegenüber der vorigen eine außergewöhnliche Überlegenheit darstellt, die, wie der hl. Thomas lehrt (I,2,q. 97, a.2), das Übel, das jede Neuerung mitbringt, bei weitem aufwiegt. Die neueingeführte Weise des Kommunionempfangs bringt aber diese Überlegenheit, die ihre Einführung rechtfertigen könnte, in keinem Falle mit. Der Empfang der Kommunion stehend, manifestiert eine Haltung, für die keine Texte der Heiligen Schrift sprechen, und der auch die Vorzüge des knieenden Kornmunionempfanges fehlen. Die neue Weise stellt im Gegenteil einen Nachteil insofern dar, als sie, anstatt die Hingabe der Gläubigen zu befestigen, dieselbe schwächt.
„AUS DIESEM GRUNDE SOLLTE DER KNIEENDE EMPFANG DER HL. KOMMUNION BEIBEHALTEN WERDEN. In unserer Diözese war und ist der knieende Kommunionempfang eine Bestimmung, an die sich alle halten sollten.
"Aus Gründen gewisser und allgemein auftretender Mißbräuche erinnern Wir bezüglich der höchsten Ehrerbietung, die der Allerheiligsten Eucharistie gebührt, an die Weisung des Konzils von Trient, welches bezüglich des richtigen Empfangs der Hl. Kommunion verlangt, daß der Stand der Gnade durch das Sakrament der Buße erlangt werde.
„Wir wünschen außerdem bezüglich des Empfangs der hl. Kommunion daß der traditionelle Brauch beibehalten werde, der den jungen Mädchen und Frauen die Kopfbedeckung vorschreibt. Auch das ist ein denkwürdiger Brauch, der in der H1. Schrift begründet ist (vgl. Kor.9,5 ff), und daher nicht zu verändern ist. Der hl. Paulus erinnert an die den Engeln gebührende Ehrfurcht und den Respekt, den die Frauen durch den Gebrauch des Schleiers bekunden. Es gibt nichts Schöneres, Ordentlicheres und Anziehenderes als die christliche Frau, die die von Gott erstellte Hierarchie anerkennt, und dieser Einrichtung durch die Vorsehung ihre liebende Zuneigung bekundet.
"In der gleichen Ordnung der Gedanken weisen Wir Unsere verehrten Priester daraufhin, daß sie die Pflicht haben, bei den Gläubigen die Liebe zur Bescheidenheit und Zurückhaltung, durch welche sie weniger unwürdig werden, die heiligen Sakramente zu empfangen, zu erwecken.
"Vergessen wir auch nicht, daß die Gesellschaft heidnisch wird, wenn sie sich von der christlichen Geisteshaltung loslöst, wie sie in den Grundsätzen des Evangeliums ausgedrückt ist, und daß dieser Entfremdungsprozeß auf keinen Fall ohne die Mitwirkung der katholischen Familie geschieht, was "gleichbedeutend ist damit, daß er zum großen Teil mit durch unsere, d.i. der Priester Schuld, geschieht. Sei es, daß die Schuld in der Liebe zu unserer Bequemlichkeit liegt, die in uns eine Abneigung gegen die Ausübung unseres Amtes als Führer des gläubigen Volkes hervorruft' oder sei es, daß wir durch eine Neigung zur uns umgebenden Sinnlichkeit zu nachlässig sind, um ohne Umschweife zu sagen, daß die heutigen Moden ernstlich gegen die christliche Tugend verstoßen. Vielleicht sind wir zu nachlässig, wenn es gilt, von der apostolischen Kraft Gebrauch zu machen, um die nötigen Schritte zu unternehmen, die Sakramente aus der sinnlichen Atmosphäre herauszuheben, die gegenwärtig durch die weibische Kleidung in der Gesellschaft verbreitet wird.
"Der Eifer für das Haus Gottes, wie auch die Liebe für den Nächsten, erfordern gerade in unseren Tagen eine verstärkte Aufmerksamkeit, um sich der Gläubigen anzunehmen, die ein christliches Leben führen wollen. Die Hl. Schrift erinnert uns daran, daß "die Kleidung des Menschen, das Lächeln auf seinen Lippen und seine Haltung, die er einnimmt, verraten, wer er ist.“ (Ekkl.XIX,27). Und Pius XII. bemerkt: "Die Gesellschaft spricht sozusagen durch die Kleidung, derer sie sich beedient; durch sie verrät sie ihre inneren Absichten und gebraucht die Kleidung wenigstens zum Teil dazu, um die eigene Zukunft zu erbauen oder zu zerstören." (Reden und Radioansprachen Vol.19, S.7578). -
"Die vielzähligen Änderungen, die sich als die mannigfaltigen Etappen des 'Aggiornamento' präsentieren, begünstigen nur das stärkere Hervortreten der gefallenen menschlichen Natur und tragen zur Schwächung der inbrünstigen Hingabe an Gott bei. Unter dem Titel der menschlichen Würde hat man den Gott gebührenden PLatz im Leben des Menschen durch eine beständige Schmeichelei der menschlichen Selbständigkeit abgewertet. Ein derartiges 'Aggiornamento' paßt nicht in die katholische Heilstradition. In ihr bedeutet die Abtötung und der Verzicht viel mehr als nur ein schmerzliches Zugeständnis, dessen man sich nicht entledigen kann. Das wird durch das Dogma von der Ursünde gelehrt, die ja ein fundamentaler Punkt im Zusammenhang des Heilswerkes ist. In diesem Zusammenhang bedeutet die Abtötung eine liebende Verbindung, der sich das christliche Leben angleichen soll, und das eine Freude in der Strenge und Buße sieht, durch welche sich der Mensch auf die selige Anschauung in Gott vorbereitet.
"Mit dem 'Aggiornamento' von dem wir hier sprechen, gebt die zukünftige Seligkeit verloren, weil von nichts anderem mehr als nur vom Wohlsein, vom irdischen Glück gehandelt wird, so, als ob der Mensch seinen ständigen Sitz hier auf dieser Erde habe.
"Geliebte Priester, Wir vertrauen darauf, daß jeder von Ihnen diese Worte als einen Aufruf Ihres geistlichen Vaters annehmen wird, der durch die Umgebung der Gesellschaft erschüttert ist, die mit jedem Moment weniger heilig ist, mit jedem Moment aber sinnlicher und heidnischer, erschüttert, aber umsomehr auf Ihre Heiligung bedacht, auf die sich das geistliche Wohlsein der Gläubigen und des Volkes gründet, in dessen Mitte Sie leben und Ihr Amt ausüben. Am Fest Mariä Opferung 1970. Diener in Christus Jesus, Antonio, Bischof von Campos
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