56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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1. Predigt über das Pfingstfest
2. Pfingsten – der Geburtstag der Kirche
3. Von Kraftideen, Himmelsgedanken und Gottessöhnen
4. Lügen im Heiligen Land
5. Abtreibung und Geschlechtsumwandlung
6. Warum die Zionisten bewußt den Antisemitismus fördern
7. Buchbesprechung: Michael Lüders:
8. Am Rande des Dritten Weltkriegs:
9. Das Ende des Westens
10. Die neue Weltordnung
11. Welche Philosophie? Thomas oder Fichte?
12. Rezension der Aufsätze
13. Überwachungskonzern Palantir und das Bekenntnis zum Krieg
14. Palantir ist die größte existenzielle Bedrohung
15. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
16. Mitteilungen der Redaktion
Weihnachten 2011
 
Weihnachten 2011

von
Fr Courtney Edward Krier
(übersetzt von Elisabeth Meurer)

"Tauet, ihr Himmel, den Gerechten, ihr Wolken, regnet ihn herab. Die Erde öffne sich und sprosse
den Erlöser hervor." (Is XIV, 8)

Geliebte in Christus,

im Advent stellt die Kirche diese Worte von Isaias dem Klerus und den Gläubigen vor – durch ihre Gebete und Hymnen der Andacht, im Brevier, in ihrer Messe zu Ehren Mariens am Samstag und der Liturgie in den Tagen bis Weihnachten. Für Katholiken, die sich plötzlich im Dunkel einer Welt nach dem II. Vatikanum befunden haben, erhalten diese Worte eine besondere Bedeutung.

Die alten Propheten griffen das Thema Dunkelheit in der Beschreibung der Tage auf, als die Kinder Israels den allmächtigen Gott verlassen hatten: Und sie werden auf die Erde schauen, und Drangsal und Finsternis, Schwäche und Unheil sehen und einen Nebel, der ihnen folgt, und sie können ihrem Unheil nicht entfliehen. (Isaias 8; 22) Die Sonne wird sich verfinstern und der Mond sich in Blutverwandeln, bevor der große und schreckliche Tag des Herrn kommt (Joel 2; 31).

Wehe denen, die den Tag des Herrn herbeisehnen: Was nützt es euch? Der Tag des Herrn ist Finster-nis und nicht Licht. (Amos 5; 18) Daher wird es für euch Nacht sein statt Schau, und Dunkelheit für euch statt Hellsehen, und die Sonne wird über den Propheten untergehen, und der Tag wird sich über ihnen verdunkeln (Michäas 3; 6) Jener Tag ist ein Tag des Zornes, ein Tag der Drangsal und des Unglücks, ein Tag des Unheils und des Elends, ein Tag der Dunkelheit und Finsternis, ein Tag der Wolken und Wirbelstürme (Sophonias 1;15).

So scheinbar deprimierend wie diese Worte über den Zustand der Israeliten und in den Herzen der Gläubigen sprachen, so gab es noch immer diesen scheinbar unbedeutenden Funken Hoffnung, dass
Erlösung gewährt würde: Freue dich nicht, mein Feind, über mich, da ich gefallen bin: Ich werde aufstehen wenn ich in der Dunkelheit sitze, der Herr ist mein Licht (Michäas 7; 8).

Die Jahrhunderte hindurch hat die Kirche diese Gefühle der Israeliten nicht nur als fromme Nostal-gie bewahrt, sondern als Erhaltung des Geistes, den ihre Kinder hegen müssten, wenn sie in Zukunft mit wiederholter Trostlosigkeit konfrontiert würden. Wie Daniel vorhersagte: Und er wird den Bund mit vielen in einer Woche bekräftigen: Und in der Hälfte der Woche werden das Opfertier und das Opfer fallen: Und im Tempel wird sein der Gräuel der Verwüstung, und die Verwüstung wird sogar bis zur Vollendung und zum Ende fortdauern (Daniel 9; 27). Diese Verwüstung wird vom Autor des Buches der Makkabäer so beschrieben: Am fünfzehnten Tage des Monats Casleu (gegen Anfang Dezember – es ist interessant zu bemerken, dass der Novus Ordo Missae 1969 ein-geführt wurde zur Promulgation am 1. Adventssonntag) im 145. Jahr stellte König Antiochus das gräuliche Idol der Verwüstung auf den Altar Gottes, und sie bauten Altäre in allen umliegenden Städten Judas (1 Makk 1; 57). Josephus, der jüdische Historiker, bezeugt, dass die Römer unter Titus im Jahre 69 n. Chr. das Bild Cäsars (ihre Insignien) im Tempel aufstellten und opferten (Buch VI, Kapitel VI, Abschnitt 1), gemäß Lukas, wo Christus sagt: Und wenn ihr Jerusalem von einem Heer umstellt findet, dann wisset, dass seine Verwüstung nahe ist (Lk 21; 20). So unbedeutend diese Parallele erscheinen mag: Das ist es genau, was die alte Schlange (vgl. Offb. 12; 9, 20; 2) zu Eva im Garten sagte: Ihr werdet sein wie Götter (Gen 3; 5).

Die Kirche liest folgenden Abschnitt den Gläubigen am letzten Sonntag des Jahres vor: "Wenn ihr daher den Gräuel der Verwüstung, von dem der Prophet Daniel gesprochen hat, an heiliger Stätte stehen seht: Wer es liest, merke es wohl." (Mt 24;15, auch Mk 13;14) Sie setzt den Abschnitt der Zerstörung Jerusalems und seine Anspielung auf das Ende der Welt fort unter Betonung der zweiten Ankunft Christi in der Lesung aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 21, Vers 25-33. Passenderweise werden diese zwei Evangelienabschnitte nacheinander gelesen, damit die Gläubigen erkennen kön nen, dass das eine nicht ohne das andere geschieht. Die Zerstörung des Tempels verkündete, dass das Kommen des Reiches Christi auf Erden (der Kirche) erfüllt würde. Am Ende der Welt wird die Zerstörung des Glaubens, der große Abfall, wie der hl. Paulus es beschreibt, die Ankunft Christi einleiten: Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise, denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Wider-sacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tem pel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. (2 Thess 2; 3-4) Dies ist erfüllt: Der Mensch ist an die Stelle gesetzt worden, wo einmal der Tabernakel war, wo Gott verehrt wurde, und soll nun als Götze verehrt werden, als letzter Entscheider über Gut und Böse, verkörpert im säkularen Humanismus.

Daher befinden sich inmitten all dieser Drangsal die verbleibenden gläubigen Katholiken, die in die Wildnis geflohen sind (die Konzilskirche des II. Vatikanums verlassen haben), im Kampf nicht nur um den Empfang des Lebensbrotes (der heiligen Eucharistie), sondern auch um die medizinischen Anwendungen, die manchmal für die Gesundheit ihrer Seele nötig sind (die Beichte). Sie können nur den himmlischen Vater bitten, ihnen die nötige Gnade zum Durchhalten zu gewähren. Sie  kön-nen nur die Worte des Isaias ausrufen: Tauet, ihr Himmel, den Gerechten, ihr Wolken, regnet ihn herab. Die Erde öffne sich und sprosse einen Erlöser hervor. (Is XIV, 8) Sie können nur die Worte des hl. Paulus übernehmen: Es ist höchste Zeit, aus dem Schlaf aufzuwachen, denn jetzt ist unsere Rettung noch näher als damals, als wir zum Glauben kamen (Röm 13; 11). Sie können nur das geistliche Lied singen, das Veni, Veni Emanuel:

O komm, o komm, Emanuel!
Mach frei dein armes Israel!
In hartem Elend liegt es hier,
In Tränen seufzt es auf zu Dir.
Bald kommt dein Heil: Emanuel!

In diesem Sinne spiegelt der Advent getreu den Geist der Zeiten wider, in denen gläubige Katholiken jetzt leben. Auch wenn gläubige Katholiken nicht immer die Gelegenheit haben, an der Liturgie teil-zunehmen, sollte der Geist der Liturgie ihr Leben durchziehen und gelebt werden, indem man seinen Tag an ihrem Geist ausrichtet und daher seinen Glauben praktisch lebt. Indem man seinen Glauben in ein praktisches Glaubensleben umsetzt, darf man sich mit der Kirche in ihrem Wunsch vereint wissen, der Bräutigam möge kommen, und wissen dass man mit brennenden Lampen wartet (vgl. Mt 25; 1 ff).

Als solches ist es keine Passivität, die den Tag nutzlos vergeudet (vgl. Mt 20; 6). Alle Katholiken z. B. sollten an die Ordnung denken, die Gott in der Genesis festsetzt: Anfang, Arbeit und Ruhe. Jeder Tag, jede Woche, jedes Jahr wiederholt diesen Zyklus und erinnert den Menschen daran, dass am Abschluss seines Lebens ewige Ruhe steht; aber jetzt muss er arbeiten. Jeder Anfang des Tages, der Woche oder des Jahres erinnert ihn daran, dass es ein Neubeginn ist und dass der Mensch den Tag, die Woche, das Jahr mit guten Werken füllen sollte: Und Gott sah, dass es (sehr) gut war (Gen 1;10, 12, 18, 25 und 31). Dass am Abschluss jedes Tages und jeder Woche Ruhe steht. Ja mehr noch: dass eines Tages, einer Woche, eines Jahres Christus wiederkommen wird und man sich auf Seine Ankunft jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr vorbereitet. Dies ist verwirklicht im Leben der Kirche, die angeordnet hat, dass ihre Kinder zu Anfang der Woche bei der Messe anwesend sein sollen, und sie am Jahresanfang durch die Adventsliturgie vorbereitet.

Sowohl Messe als auch Advent haben die Erwartung der Ankunft Christi. Sowohl Messe als auch Advent werden in die Realität umgesetzt. Denn in der Messe kommt Christus in der heiligen Eucha-ristie und an Weihnachten wird der ersten Ankunft Christi in Seiner Geburt zu Bethlehem gedacht, zusammen mit seiner Ankunft durch die Gnade. Sowohl Messe als auch Advent verweisen auf das Kommen Christi am Ende der Zeiten. Wer sich so vorbereitet, wird bereit sein, Christus im Augen-blick des Todes zu treffen – heute gar zu oft nicht von der Möglichkeit begleitet, die Sterbesakra-mente zu empfangen.

Möge dieser Advent also eine Vorbereitung auf das Kommen Christi zu den Katholiken in der heili-gen Kommunion sein, desselben Christus, der in Bethlehem geboren wurde und der am Ende der Welt wiederkommen wird. Für diejenigen gläubigen Katholiken, die wegen der Zeiten, in denen sie leben, nicht an der Messe teilnehmen können, wird die heilige Messe besonders am Weihnachtstag gefeiert, und ich hoffe, dass sie sich in den Messen und dem Geiste des Advents vereinen.

Persönlich möchte ich auch allen danken, die weiterhin die katholische St.-Josephs-Kirche hier in Las Vegas unterstützt haben. Ich wünsche allen gesegnete Weihnachten und bitte unseren göttlichen Herrn, Seinen Segen während des kommenden neuen Jahres auf alle herabkommen zu lassen.

In Seinem Dienste

Father Courtney Edward Krier
 
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