56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE
 
Macht und Ohnmacht der Kirche

– Gedanken zu einem verdunkelten Sachverhalt im geschichtlichen Heilsprozeß der Gegenwart –

von
+ Prof. Dr. Diether Wendland
1993

2. Fortsetzung

Die Feinde der Kirche

Wer von der sowohl natürlichen als auch übernatürlichen Herrschaft der Kirche spricht, muß auch von den die Kirche bekämpfenden Feinden sprechen, die ihr immer erwachsen und deren Kampf oft ein ausgesprochen heimtückischer ist, da er mit List und Tücke geführt wird. Der Kampf der Kirche hingegen ist immer ein offener und gradliniger ohne Winkelzüge. Auch daran kann man einen echten Christen von einem Pseudochristen unterscheiden. Christus bezeichnete den gewalttätigen  König  Herodes, dem keine Brutalität fremd war, als einen  schlauen Fuchs , was die damaligen Juden durchaus richtig verstanden haben. Daß dieser machtgierige Lüstling dem hl. Johannes dem Täufer den Kopf abschlagen ließ, dies geschah nur so nebenbei, um seinem Kebsweib, der Herodias, einen Gefallen zu tun. Pontius Pilatus hingegen war kein  schlauer Fuchs ; dazu fehlte ihm das Format. – Es gibt eine Menge Katholiken (Traditionalisten und Progressisten), die vorgeben und den  Gläubigen bzw. Glaubenden  erzählen, sie würden ständig große Kämpfe im Namen Christi und der Kirche austragen; doch leider sieht man weder einen Kampf noch ein Kampfgetümmel und hört auch kein Schwert erklirren. Außerdem haben wir bei diesen  Kampftruppen  oder besser  Milizionären  noch keinen Oberbefehlshaber entdecken können. Aber vielleicht sitzt er irgendwo versteckt in einem unbekannten  Führerbunker , der überall in der "multikulturellen Gesellschaft" sein kann und von dem aus das Chaos gesteuert wird, damit am Ende die Massengesellschaft implodiert (im Gegensatz zu explodiert). Dies würde ebenfalls alle Glieder der Kirche in Mitleidenschaft ziehen.

Der ehrliche Kampf der Kirche gegen ihre äußeren und (was oft übersehen wird) inneren Feinde ist nicht möglich ohne den Einsatz des Lebens ihrer mündigen Glieder, der ebenfalls nicht erzwungen werden kann, aber der Preis ist, um einen Kampf auch sieg-reich bestehen zu können. Dies sollte unbedingt und möglichst deutlich erkannt werden. Im übrigen hat ein wahrer Einsatz des Lebens im Kampfe gegen die Feinde Christi und Seiner Kirche absolut nichts zu tun mit einem leichtfertigen und vernunftwidrigen Auf s-Spiel-setzen seines Lebens und ebenso nichts mit Fanatismus. Ein Christ, der im wirklichen Kampfe (nicht in Scheingefechten) für Christus und Seine Kirche und gegen ihre Feinde tatsächlich sein Leben einsetzt, hat, auch wenn er scheitert oder  erfolglos  bleibt, sittliche Größe, aber damit noch lange nicht den Charakter oder die Qualität der Heiligkeit erreicht. Anderseits gibt es einen Haufen Leute, die in dem Irr- und Aberglauben leben, man könne auch ohne einen solchen Kampf ein Heiliger werden, obwohl es bei ihnen nicht einmal zur sittlichen Größe hinreicht. Beim wirklichen Einsatz des Lebens geht es auch nicht um  fromme Gesinnung , sondern um eine reiflich überlegte und frei gewollte Tat des ganzen Menschen, d.h. mit Leib und Seele. Herrschaft und Kampf der Kirche und die damit gegebenen ständigen Schwierigkeiten machen wiederum offen-kundig, daß und warum die Kirche Christi mit allen ihren Gliedern immer zwischen Macht und Ohnmacht existiert und ein solches Stigma an sich trägt. Dies aber weiß niemand besser als ihr göttlicher HERR, der allein, wie Er seinen Aposteln und Jüngern deutlich genug sagte, "die Welt überwunden hat". Man könnte heute auch den Katholiken etwas ironisch zurufen: nun, ihr lieben Leute, da herrscht und kämpft mal schön und überwindet die Welt!

Der mündige Christ hat in seinem ganzen Leben drei Hauptfeinde, mit denen er immer rechnen muß und die er deutlich erkennen sollte, anstatt sich wirklichkeitsfremden Utopien und verführerischen Illusionen hinzugeben:
1.     Den Teufel, von dem uns Christus geoffenbart hat, daß er "der Fürst dieser Welt(zeit)" (Äon) sei und somit als ein solcher ständig in bezug auf den Menschen Macht und Herrschaft ausübe. Wie er die tut, darüber ließe sich ein dickes Buch schreiben. Nur geistig Minderbemittelte und impertinente Lügner stellen die Behauptung auf, daß er nicht existiere, so daß man bei diesen Zeitgenossen wissen kann, mit wem man es zu tun hat. Im übrigen ist der Teufel, was niemals übersehen werden sollte, kein übernatürliches, sondern ein außer-natürliches Geist-Wesen, das zu einer anderen Seinsordnung gehört, als es die des Menschen ist. Darum kann der Teufel auch nicht vom Menschen beherrscht und ihm dienstbar gemacht werden, wohl aber umgekehrt. Das wissen auch alle Satanisten, die ihre Seele an den Teufel verkauft haben und des Glaubens waren, sie könnten mit ihm einen Pakt schließen oder ein Geschäft machen. Der Teufel hat auch gar nichts dagegen (im Gegenteil), wenn man ihn in einem  religiösen Kult  dient und Ehre erweist. Gewöhnlich geschieht das in sog.  Geheimkulten , die sich auch zweckdienlicher  Einweihungsriten  bedienen, um Eindruck zu schinden. Solche Kulte sind weltweit verbreitet und haben ein zähes Leben.

2. Die "Welt", zu der in erster Linie die schon erwähnten "Mächtigen der Erde" gehören, die allesamt mit ihrer Gefolgschaft auf irgendeine Weise, aber immer  gewalttätig  (violenter) operieren und das natürliche Recht des Menschen auf Wahrheit und Gerechtigkeit beugen, weil sie von der Macht fasziniert und machtbesessen sind. Schon wenn ihr Einfluß wirksam und nachhaltig eingeschränkt wird, reagieren sie mit unverkennbarer Bosheit und zeigen ihre haßerfüllte Fratze. Auch im Ge-brauch physischer Gewalt-Mittel, einschließlich der Benutzung von Menschen als gebrauchbarer Mittel zum Zweck, sind sie nie zimperlich, zumal sie wissen, daß sich die menschliche Gesellschaft ständig zwischen Gewalt und Gewalttätigkeit bewegt. Die Gesellschaft wächst mit dem Menschen und stirbt mit ihm, wie sich auch am Generationswechsel zeigt, der sich keineswegs mit  sanfter Gewalt  vollzieht. Da prallen grundverschiedene menschliche Individuen hart aufeinander, was sich bis in die Familie hinein nachweisen läßt. Denn die Familie ist die Ur-Gesellschaft schlechthin. Sie ist dem Staate entitativ vorgeordnet, der Kirche jedoch nachgeordnet. Ein Christ ist zunächst ein Mensch und erst hernach (durch die sakramentale Taufe) ein Glied der Kirche.

3.    Das "Fleisch" im christlich-religiösen Sinne, d.h. den mit der Erbsünde beladenen Menschen und ihren realen Folgen, von denen ein jeder ohne Ausnahme betroffen ist, gleichgültig ob er dies nun wahr haben will oder nicht. Außerdem ist der Mensch nicht Herr über sich selbst, sondern nur über seine bewußten Akte. Darum ist es auch kein Wunder, daß er sich bisweilen überhaupt nicht mehr beherrschen kann und schon im allgemeinen zu einem wahrheitswidrigen Tun und zu sinnlosen Handlungen neigt, wodurch ebenfalls sein Leben bedroht wird. Manchen Leuten ist dies gar nicht bewußt, so daß sie nie aus Schaden klug werden. Viele sind sogar sich selbst ein Feind, aber sie begreifen das nicht oder wollen dies einfach nicht wahr haben. Dann jedoch bleiben sie moralisch entkräftet und schwach bis in ihre Seele hin-ein und sind ständig dem Versuch erlegen, ihre Schwachheit durch Gewalttätigkeiten gegen ihre Mitmenschen zu kompensieren. Hierbei werden, bildlich gesprochen, selbst  Weiber zu Hyänen  und Männer zu reißenden Wölfen. Dieses "Fleisch" steht auch im Zusammenhang mit den alten Wahrheiten: "Das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist jedoch widerstreitet dem Fleische" (Gal 5,17). "Wenn ihr nach dem Fleische lebt, werdet ihr sterben; wenn ihr aber mit dem Geiste die Werke des Fleisches ertötet, werdet ihr leben" (Röm 8, 13).

Herrschaft und Kampf der natürlichen und zugleich übernatürlichen "Ecclesia militans", woran alle ihre mündigen Glieder im "Vollalter Christi" (Eph 4,13) auf verschiedne Weise teilhaben oder beteiligt sein können, sind ohne die "geistige Realität" der Macht und ihren wirklichen und tatkräftigen Vollzug nicht möglich. Dies beweist auch die Ge-schichte der Kirche mit ihren vielen Turbulenzen, denen man in gewisser Hinsicht sogar einen revolutionären Charakter nicht absprechen kann. Von einem  Paradiesgärtlein  ist da nichts zu entdecken, wohl aber heute im kirchlichen Bereich örtlich und regional den beklemmenden Frieden einer  Friedhofsruhe , die immer auch Furcht einflößt, nicht bloß Verunsicherung. Verunsicherte Katholiken gibt es in Menge und überall. Warum stellt man sich nicht die Frage nach den eigentlichen Ursachen eines solchen Allgemeinen-Zustandes oder sucht diese so oft in der falschen Richtung? Dies zeugt doch ohne Zweifel von einem falschen Denken und einem irrigen Glauben, was wiederum nicht zufällig entstanden ist, sondern ebenfalls seine Ursachen hat. Ohne eine nüchterne und vorurteilsfreie Erkenntnis der Ursachen läßt sich nichts zum Guten verändern. Vielmehr wird und bleibt man gegenüber dem Bösen offen und braucht sich dann wahrhaftig nicht zu wundern, wenn die Gewalttätigkeit zunimmt und sich hemmungslos ausbreitet, und zwar sowohl im öffentlichen als auch im privaten Leben. Hie muß man auch auf diejenigen Zeitgenossen besonders achten, die das unverkennbar Gewalttätige und Böse einer Tathandlung immer herunterspielen und durch irrsinnigste  Argumente  zu beschönigen versuchen! Diese Leute ziehen eine Blutspur nach sich. Die "Ecclesia militans" Christi besudelt sich nie mit dem Blute der Unschuldigen, auch wenn sie selbst aus tausend Wunden blutet. Warum wird (biblisch gesprochen) der "Welt-mensch" in seinem Sinnen und Trachten nie müde, sie ständig zu verleumden und zu diskriminieren? Darüber sollte man einmal nachdenken und sich nicht bluffen lassen. Die Herrschaft der Kirche ist ohne harten Kampf  auf Leben und Tod  nicht denk-bar. Doch nicht alle, die zum Schwerte greifen, kommen durch das Schwert auch um. Das Menschengeschlecht stirbt nicht aus, denn nur der Einzelmensch stirbt, wenn seine Zeit gekommen ist. Es ist auch richtig, wenn man von einem  feigen Menschengeschlecht  spricht, und durchaus berechtigt, Feiglinge zu verachten. "Den Feiglingen aber und den Treulosen, den Unheiligen und Mördern, den Unzüchtigen und Zauberern, den Götzendienern und allen Lügnern wird ihr Anteil sein im See, der von Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod" (Offb 21,8). Und warum hören auch  katholische Christen  nicht auf jene unheimlichen Worte Christi: "Ich sage euch als meinen Freunden (!): Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber darüber hinaus nichts weiter tun können. Ich will euch jedoch zeigen, wen ihr (!) fürchten sollt: fürchtet den, der über das Töten hinaus auch noch Macht hat, in die Hölle zu werfen. Ja, so sage ich euch, den fürchtet!" (Lk 12,4.5.). Alle Feinde Christi, einschließlich seiner "falschen Freunde", sterben "zwei Tode", was heutzutage viele  Gläubige  überhaupt nicht mehr zu wissen scheinen.

Die Kirche Jesu-Christi lebt "in dieser Welt", aber nicht nur zwischen Macht und Ohnmacht (was auf ihre Herrschaft zwangsläufig abfärbt), sondern ist auch in ihrer lebendigen Ganzheit (da sie ein Sozial-Gebilde ist) vom Tode bedroht, indessen absolut nicht vom "zweiten Tod", von dem die Johannesapokalypse spricht. Diese tödliche Bedrohung besagt jedoch nicht, daß es ihr Schicksal wäre, einmal restlos unterzugehen (worauf so manche hoffen), denn sie ist eine Gründung des göttlichen Menschensohnes, nicht jedoch von Menschen (wie der Staat als solcher). Nur Staaten können unter-gehen, wie sogar der  universale Weltstaat  des Imperium Romanum, von dem nur Narren träumten, er würde ewig dauern. Im übrigen ist, wie ein jeder weiß, ein hochgerüsteter  Weltstaat  mit universalem Macht- und Herrschaftsanspruch erst unlängst unter-gegangen. An seine Stelle traten ein immer schon dagewesenes Chaos und eine Anarchie mit anderen Brutalitäten, sozusagen mit verfeinerten. Doch haben diese ihre Methoden noch nicht gefunden. Der alte Atheist Gorbatschow hatte nichts mit  Frieden und Freiheit  im Sinn, genau so wenig wie seine Kollegen im  freien Westen  mit ihren  Freunden . Es ist immer das gleiche  Weltspiel , das im Menschengeschlecht gespielt wird, und bei dem es immer nur um mehr Macht und Herrschaft geht. Es ist traurig, wenn Christen in Europa und anderswo sogar auf beiden Augen blind (geworden) sind.

Nur die wahre Kirche mit ihren mündigen Gliedern ist nicht blind und wird, wenn diese ihrem HERRN wahrhaft dienen, vom  Geist der Kirche  vor Blindheit bewahrt. An uns allein liegt es, ob wir als verantworungsbewußte Christen zum Wohle vieler Macht ausüben und Herrschaft aufrichten wollen – oder nicht, indem wir uns lieber feige verkriechen. Wie eine "kaiserlose Zeit" aussieht, das wissen viele; wie aber eine "kirchenlose Zeit" aussieht, das wissen nur wenige. Wer nimmt denn Christus den HERRN wirklich auf und unterwirft sich Ihm, freiwillig und rückhaltlos?! Selbstbewußte Christen sind als Glieder der Kirche weder  Sklavenseelen  noch zu Herren (auch nicht zu  hochwürdigen ) berufen, sondern zu einer "Herrschaft der Heiligen" nach Maßgabe ihrer Vermögen (Potenzen) und der ihnen von Christus verliehenen Gnaden-Gaben. Darin besteht ihre Ehre und darin liegt auch das Kriterium ihrer wahren Würde. Denn vor Gott gilt kein Ansehen der Person. Begriffsworte wie Fürstbischof, Fürsterzbischof, Reichsabt oder Reichsbischof waren schon a priori ein Widerspruch in sich selbst, denn die mündigen Glieder der Kirche sind keine  Untertanen , die  untertänigst  tun, was ihnen befohlen wird. Selbstbewußte und freie Christen sind ein  Schwertadel , was man jetzt hoffentlich nicht mehr mißverstehen sollte. Solche Adligen passen sich nicht der Welt an und haben auch keine Menschenfurcht. Sie sind nur darum bemüht, unbedingt das zu tun, was Christus will und sein Gesetz vorschreibt. Im übrigen will Christus vieles und nicht immer nur eines. Auch hier sollte man sich vor Häresien hüten, die das Denken und Tun von Grund auf pervertieren und immer nur Verwirrungen und Ohnmacht zur Folge haben.

"Der Menschenstaat"

Es war nie Lehre der Kirche, daß der Staat als solcher mit seiner Macht, Herrschaft und Gewalt, einschließlich der legitimen Zwangsgewalt, aus der Bosheit der bzw. vieler Menschen hervorgehe und dadurch "ein Werk des Bösen" sei. Denn er ist eine gottgewollte (nicht jedoch göttliche!) Einrichtung, d.h. ein gottgewolltes Ordungs-Ganzes unter Menschen, das wiederum nicht von Gott erschaffen ist, sondern seine Wurzel in der allgemeinen Sozial-Natur des Menschen hat, dem  animal rationale et sociale . Hingegen sind die verschiedenen Staats-Formen bloßes Menschenwerk, so daß bereits dadurch ihre Problematik offenkundig wird. Man kann einer Vielheit von Einzelmenschen eine Staatsform sogar gegen ihren Willen oktroyieren, und zwar sowohl zu ihrem Wohle als auch zu ihrem Schaden, zumal da es absolut nicht wahr ist, daß alle Macht (und Herrschaft) vom Volke ausgeht. Darum kann es einem echten Christen niemals gleichgültig sein, in welchem Staate er lebt und dessen Staatsbürger er in der Regel doch unfreiwillig geworden ist, nachdem er ein bestimmtes Lebensalter erreicht hatte. Außerdem ist ein echter Christ auch kein Kosmopolit (Weltbürger) mit zwei, drei oder vier verschiedenen  Reisepässen  in der Tasche. Einen Reisepaß der Kirche aber gibt es nicht. Die enge Verbindung (nicht zwischen  Kirche und Staat , sondern) zwischen Christen und Staat wird oft gar nicht gesehen und ebenso oft ganz falsch bewertet. Warum verstehen es viele Christen nicht, daß sie "dem Kaiser" nur das "geben" sollen, was ihm naturgemäß und gottgewollt zusteht, ihm aber nicht geben dürfen, was ihm absolut nicht zusteht? Ja, sie dürfen ihm sogar nehmen, was er sich zu Unrecht durch Machtmißbrauch angeeignet hat. Keine Staatsautorität hat das Recht, ungerechte und das Sittengesetz verletzende Gesetze zu geben und dann Gehorsam zu fordern. Und wenn auch "alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht", so hat dies für einen mündigen Christen als einem Glied der Kirche nicht die mindeste Bedeutung. Indes hat diese Position wiederum nichts mit Staatsverachtung zu tun, wohl aber eine ganze Menge mit einer kritischen Bewußtseinshaltung gegenüber allen Staatsformen, die im menschlichen Dasein unter Menschen möglich sind. Ein Christ hält den Staat nicht für eine "civitas diaboli" (Augustinus u.a.) und sollte nicht einmal einen solchen Eindruck erwecken, sonst könnte es ihm passieren, daß andere dann auch die  Kirche  oder was sie darunter verstehen als ein "Werk des Teufels" ausgeben. Der Satan hat nämlich schon gegenüber Christus durch Vorspieglung falscher Tatsachen den Eindruck zu erwecken gesucht, er sei der absolute Herr über "alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit" (Mt 4,8). Deshalb sollten sich heutzutage vor allem mündige Christen den Demokratismus in den  liberalen Demokratien  sehr genau anschauen, anstatt wie die anderen Mitbürger eine absurde "Vergangenheitsbewältigung" zu betreiben, die ihnen von  schlauen Füchsen  eingeflößt wurde und immer noch suggeriert wird. Dabei weiß man doch, daß sich die Vergangenheit im menschlichen Leben gar nicht bewältigen läßt, sondern immer nur die Gegen-wart und dann auch nur mit viel Mühe und kritischem Verstand. Auch die christlichen Vergangenheitbewältiger wandeln auf dem Wege politischer Ohnmacht und haben keine geistigen Waffen mit psycho-physischer Wirkung.

Papst Leo XIII. (1878-1903) hatte seinerseits mit Recht u. a. darauf hinweisen müssen, daß die  kirchliche  und die  staatliche Gewalt , die voneinander grundverschieden sind, "jede in ihrem Bereiche (der Machtausübung) die höchste Gewalt ist". Dies aber berührte noch gar nicht das alte Problem der lebendigen Wirklichkeit der Kirche und des Staates als Machtphänomene im Leben der Menschen als mündige Glieder der Kirche und/oder Bürger des Staates. Sowohl die Kirche als auch der Staat werden schließlich von Menschen getragen, die nicht Einzelpersonen, sondern Gesellschaftswesen sind, die in einer pluralistischen Gesellschaft leben, welche nach allen Seiten hin offen ist und auch das gefährliche Chaos einer "multikulturellen Gesellschaft" erzeugen kann (wie dies schon lange in den U.S.A. der Fall ist). "Kirchen" sind auch nicht bloß mehr oder weniger verschiedene religiöse  Glaubensgemeinschaften , sondern ebenfalls  multikulturelle Gesellschaftsformen , die im übrigen kein "Ökumenismus" (= religiöse Gleichschaltung ) beseitigen kann. Wache Katholiken hören bereits das Gejammer von Theologen und  Kirchenbonzen  über das Scheitern des vom Vatikanum 2 propagierten "Ökumenismus". Nur das naive "Kirchenvolk" und die "Masse der Gläubigen" hören es nicht. Es gibt, biblisch gesprochen, nicht nur viele Augen, die sehen und doch nicht sehen, sondern auch viele Ohren, die hören und doch nicht hören. Wer jedoch als Glied der Kirche Christi nicht mehr zu hören und zu sehen Willens ist, der wird, ob er will oder nicht, in die Ohnmacht gezogen, die ihn geistig und psycho-physisch lähmt. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, dann fallen bekanntlich beide in die Grube. Wer aber wird sie dann wieder aus ihr herausziehen können?

Die Kirche Jesu-Christi ist ein dynamisches Gesellschaftsgebilde eigener Art und weder eine "Volks- noch eine "Staatskirche". Auch diese Lebenslage ist ein unverkennbares Merkmal ihrer Existenz zwischen Macht und Ohnmacht "in dieser Welt". Dadurch aber wird sie – und was man doch nicht übersehen sollte! – vom HERRN der Kirche vor der Gefahr eines machtbesessenen Hochmuts bewahrt. Indes gibt es nicht allein im Staate machthungrige und nach immer mehr Macht lechzende Hochmütige, die dann auch dementsprechend  herrschen , wenn sie, wie man zu sagen pflegt, an der Macht sind. Deshalb sollte man auch die eigentümliche und so oft mißverstandene Macht und Herrschaft der Kirche nicht mit den oder irgendeinem  Mächtigen  in der Kirche verwechseln und dadurch die Perspektiven verschieben. – (Es hat immer starke und schwache, energische und kraftlose, weitsichtige und kurzsichtige Päpste, Bischöfe und Prälaten gegeben, auch wenn diese keine Häretiker und Apostaten waren.) – Alle mündigen Glieder der Kirche aber sollten mit aller Kraft darauf bedacht sein, sich nicht in den Sog der sich zwischen Gewalt und Gewalttätigkeit bewegenden Gesellschaft hineinziehen zu lassen und sich ihr nicht anzupassen, auch wenn sie sich als  freiheitlich  und  tolerant  ausgibt, denn das ist sie nicht, da sie von Zwängen  beherrscht  wird, die in ihr liegen. Schon im Menschen selbst liegt ein großes Agressivitätspotential, das leicht zu aktivieren ist. Das wissen alle "Mächtigen der Erde". Niemand sollte ihnen auch nur den kleinen Finger reichen, sonst nehmen sie gleich die ganze Hand – und schlagen sie ab! Mit einem verstümmelten Arm aber kann auch ein Christ nicht kämpfen. Oder meint da jemand, dies wäre möglich? Der derzeitige  Oberpilger  in Rom aber hat kein Schwert, sondern schwenkt immer nur die  weiße Fahne  der Kapitulation und zieht gleichzeitig Millionen eben solcher Fähnchenschwenker nach sich. Welch  ein Schauspiel auf der Bühne des  Welttheaters !

Das Schwinden kirchlicher Macht in apokalyptischer Zeit


Die Kirche Christi stand in der Gesamtheit ihrer Glieder schon bald nach dem Ableben der Apostel (und der ehemaligen  Jünger Jesu ), trotz ihrer vielen "Bekenner und Märtyrer" und trotz ihres territorialen Größerwerdens, sehr oft vor der harten und bedrückenden Frage ihres Überlebens. Das läßt sich an vielem nachweisen, einschließlich der sehnsüchtigen Hoffnung auf eine baldige Wiederkunft Christi, ihres Herrn und Messias. Dies ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, daß die Kirche zwar "in dieser Welt" existiert und leben muß, aber nicht "von dieser Welt" ist, so daß der Christ ein "Fremdling"  auf Erden  bleibt. Dieses ein-"Fremdling-sein" hat jedoch nichts mit Weltabgeschiedenheit und schon gar nichts mit Weltflucht gemein. Es gab jedoch zu jeder Zeit auch eine Menge  weltabgeschiedener  Ordens- und Klosterleute, die im Grunde nur  weltflüchtig  waren (sind) und sich durch Weltfremdheit in ihrem Denken und Sich-verhalten  auszeichneten . Wer aber kannte nicht auch ihren Hochmut, der nicht zuletzt in ihrer Verachtung der sog.  Weltmenschen  (!) zum Ausdruck kam und was dem Leben der Kirche schweren Schaden zufügte? Andere wiederum, die nicht so  weltabgeschieden  lebten und keine  weltflüchtige  Neigungen verspürten redeten sogar von einem "Ordensgeist", hielten sich für "erleuchtet" und verhielten sich wie  Logenbrüder  profaner "Geheimgesellschaften". Dies ist ein ganz dunkles Kapitel, dem die gebildete kath. Laienschaft leider nie die nötige Aufmerksamkeit schenkte. Von seiten der sog.  einfachen Priester  konnte diesbezüglich eine Aufklärung nicht erwartet werden, da sie in der Regel bischofshörig und im Politischen weltfremd waren. Nichtkatholiken sprachen hier hämisch von einem "Pfaffengeist". Ein neues Wort dafür, das erst unlängst von einem deutschen Polit-Magazin erfunden wurde, heißt "Macho-Kirche". Der diabolische Haß auf die Kirche dauert unvermindert fort und zeigt sich in aller Öffentlichkeit – genau so wie im national-sozialistischen  Dritten Reich .- Warum wohl haben die katholischen  Gläubigen  von heute ein so kurzes Gedächtnis? Sie vermögen nicht einmal die Gegenwart zu  bewältigen , weil sie nicht sehen, was vor sich geht. Sie sind der Ek-klesia des göttlichen Menschensohnes zutiefst entfremdet und werden dadurch in eine selbstverschuldete Ohnmacht gezogen, die sich schon lange in ihrer (wie man heute so oberflächlich sagt)  religiösen Verunsicherung  angekündigt hatte. Katholische Christen, die gegen die weit verbreitete klerikale "Beschwichtigungspolitik" hinsichtlich großer Übel in der Kirche mit ihren verheerenden Folgen ankämpften, wurden einfach  niedergepredigt  oder als "Abständige", ja sogar als Renegaten verleumdet. Auch an so etwas sollte man sich erinnern, wenn man die heutige Situation tiefer verstehen will. Es ist nicht wahr und nur ein Mythos, daß die röm.-kath. Kirche mit ihren  Priestern und Gläubigen  ein Fels in der Brandung war. Vielmehr wurde der neutestamentliche  Bildbegriff  von der "Kleinen Herde" immer deutlicher.

Wer sich mit der eigentlichen und oft recht seltsamen Geschichte der Ek-klesia Jesu-Christi eingehend befaßt, angefangen mit ihrer eigentümlichen Gründung, dem ergeht es wie manchen Profanhistorikern, die sich darüber wundern, daß sie im  Geschichtsprozeß  nicht untergegangen ist, sondern, wenn man so sagen will, trotz allen Übeln, was Christen oft aus ihr machten, am Leben blieb. Staaten wären schon bald daran zugrunde gegangen und hätten das Zeitliche gesegnet. Noch verwunderlicher aber ist, daß sich die Kirche des göttlichen Menschensohnes nirgendwo und in keinem Kulturvolke (aber auch nicht in einem primitiven) zu einer  religiösen  "Groß-Sekte" entwickelt hat und ebenso nicht zu einem großen oder kleinen Caesar(e)opapismus. Und warum nicht? Nun, kurz gesagt, weil sich gegen eine solche Entwicklung und Machtentfaltung, die immer aus dem Menschen kommt und vom Teufel gefördert wird, das Kreuz Christi erhebt. Darum hat einmal ein weiser Mann gesagt, es sei von vornherein immer besser, das Kreuz Christi freiwillig anzunehmen, anstatt eines Tages von ihm auf eine geheimnisvolle und unvorhersehbare Weise erschlagen zu werden. Das blutige Kreuz der Erlösung ist nämlich auch ein  Gericht , das über den Menschen ein Urteil fällt und Wirkungen nach sich zieht. Niemand kann ungestraft gegen das in der Welt aufgerichtete Kreuz Christi wüten oder so tun, als existierte es nicht. Die Kirche Christi jedoch lebt "in dieser Welt" stets in einem Zustand zwischen Macht und Ohnmacht, so daß alle ihre Glieder an beidem partizipieren nach Maßgabe ihrer persönlichen Existenz, über die sie frei verfügen und für die sie deshalb auch vor Gott Verantwortung tragen. Daraus aber folgt: je mehr die Glieder der Kirche den Willen Gottes und Christi tun und ihm entsprechen, um so mehr wird ihnen Macht gegeben und um so größer kann ihre Macht werden. Ein Christ indes, der den Willen Gottes und Christi nicht tut, wird als Christ machtlos und zu einem "toten Glied" der Kirche. Woher kommt denn die Wehrlosigkeit und Schwachheit so vieler Katholiken, die von  kirchlichen und weltlichen  Machthabern beherrscht werden und sich auch beherrschen lassen, obwohl diese unverkennbare Feinde Christi und Seiner Kirche sind? Das spezifisch christliche Gebot der Feindesliebe bezieht sich nicht auf diese, sondern nur auf feindselige Mitmenschen und Privatpersonen, dies aber auch nur insofern, als dieselben ebenfalls Geschöpf Gottes sind. Das wissen viele Christen nicht mehr und verhalten sich dann nicht nur völlig falsch, sondern auch zum Schaden ihrer selbst und anderer. Auch die Feindesliebe unterliegt moralischen Kriterien, die zu beachten sind, wenn sie wahr sein soll. Die Heuchelei in dieser Sache ist doch bekannt. Nicht Gefühlsduselei ist hier gefragt, sondern Wachsamkeit, Nüchternheit und zielstrebige Tatkraft. Dazu aber muß ein jeder von Jugend auf zuerst einmal erzogen werden, damit er Zucht, Maß und Ordnung lernt. Auch das "Christ-sein", von dem so viel geredet wird, setzt geistige und sittliche Reife voraus. Diese wiederum stellt sich nicht von selber ein und fällt auch nicht vom Himmel.

Die eigentümliche Macht, Herrschaft und Gewalt der " una Ecclesia" Jesu-Christi tritt immer in der gesellschaftlichen Gesamtheit ihrer "lebendigen Glieder" in Erscheinung, was indes auch auf verschiedene Weise geschehen kann. Diese subtile Gesamtheit ist nämlich  formaliter  weder ein Kollektiv vieler Individuen noch eine Zahlengröße (quantitas numeralis). Nicht wenige Christen (von den Nichtchristen sprechen wir erst gar nicht) haben große Schwierigkeiten, diese Sache im Leben der Kirche deutlich zu erkennen, da sie bereite die natürliche und zugleich übernatürliche Gliedschaft in der Kirche (die ihnen dunkel bleibt) mit einer Mitgliedschaft verwechseln und durcheinander-bringen. Dadurch aber versperrt man sich jeden Zugang zu einer sachlichen Beurteilung kirchlicher Dinge von besonderer Bedeutung im Leben der Kirche, das anders verläuft und abläuft als das Leben anderer  Gesellschaften , einschließlich der  Kirchen  (im Plural!). Es geht bei dem schon ziemlich alten und heute weltweit akut gewordenen Problem der "Macht und Ohnmacht der Kirche" nicht um den " Eckstein  Christus-Jesus", in dem "der ganze Bau emporwächst zu einem heiligen Tempel im Herrn" (Eph 2, 20/21) und schon gar nicht um die  Hierarchie in der Kirche , sondern um den göttlichen Menschensohn und einzigen HERRN Seiner Kirche mit allen ihren religionsmündigen Glie-dern, die keine für sich und alleine lebenden Einzelpersonen, sondern von Natur aus Gesellschaftswesen sind und somit nicht außerhalb der menschlichen Gesellschaft existieren, geleichgültig in welchen Völkern und Nationen sie leben. Die Kirche ist kein "Gottesstaat" (civitas Dei), der mit einem "Menschenstaat" (civitas Hominis) im ständigen Clinch liegt und sich auch nicht mit ihm (bestenfalls) die Macht, Herrschaft und Gewalt teilt, sondern eine übervölkische und übernationale (indes nicht internationale) "Societas perfecta sui generis"  in dieser Welt . Und wer, wie die Traditionalisten in Rom, im religiösen Sinne von einem ersten, zweiten oder dritten Rom spricht, der könnte, wenn es im Spaß macht, dann auch gleich von einem vierten, fünften oder sechsten reden, um sich vollends lächerlich zu machen. Es war ein großer und gar nicht ungefährlicher Irrtum (den man allerdings noch verstehen kann), als der hl. Augustinus hinsichtlich des Problems  Kirche und Staat  schrieb: "Duae civitates invicem (in vicem) in hoc saeculo permixtae sunt donec ultimo judicio dirimuntur." Gänzlich absurd aber wurde es, als der französische Theologe und Bischof J.B. Bossuet (1627-1704), den man das  Orakel der Kirche in Frankreich  genannt hat, verkündete: "Die Sterblichkeit verwischt die Grenzen zwischen den Fürsten und den Untertanen und der zerbrechliche Unterschied zwischen ihnen ist zu oberflächlich und vorübergehend, als daß er zählen könnte." "Die Wahrheit ist im Himmel und in der Hölle geachtet: die Erde befindet sich in der Mitte und allein dort wird sie verachtet." Es ist typisch, daß der o.g. traditionalistische "Rom-Kurier" solche Irrtümer mit Zustimmung zitiert und damit die Katholiken noch mehr verwirrt. Im übrigen ist es überhaupt nicht wahr, daß sich heute "die beiden Mächte (Kirche und Staat) auf dem Rücken des Menschen verständigt haben" und daß dies "schicksalhaft ist" und also so kommen mußte. Die Kirche ist kein Pseudostaat und der Staat keine Pseudokirche, auch wenn beide Macht haben und  höchste Macht  ausüben können, indes nur in ihrem Bereiche. Nun aber ist jeder Christ ein Mensch, nicht jedoch jeder Mensch ein Christ und nicht jeder Christ ein "lebendiges Glied" der Kirche... Auch letzteres wissen alle "Mächtigen der Erde", mehr oder weniger... Darum ihre Wut, wenn sie sich geirrt haben und unvermutet auf harten Widerstand von  bewaffneten Christen  stoßen.

Nicht nur ein Christ sollte sich heute, nachdem die Welt überschaubarer geworden ist, fragen, warum wohl der Staat, gleichgültig in welcher staatlichen Form er verwirk-licht wird, trotz seiner ihm gegebenen Macht und Gewalt nicht die Kraft hat und so unfähig ist, dem Bösen den nötigen Widerstand zu leisten und es wirksam zu bekämpfen, das doch ständig handgreifliches Unrecht und vielfache Ungerechtigkeit erzeugt? Das liegt doch nicht an seinen Wesen und auch nicht an seinem eigentlichen Zweck, da er an sich ein hohes Gut ist und das Gemeinwohl zum Gegenstand hat. Warum also diese Schwäche gegenüber dem Bösen und woher kommt sie? Nun, sicherlich nicht vom Teufel, denn dieser ist nicht der Erfinder des Staates und auch nicht sein "Einsetzer" oder "Stifter" oder "Promotor", wie ebenfalls schon und sogar von Theologen behauptet wurde. Der Teufel als "Fürst dieser Welt(zeit)" braucht nicht den Staat, der eine "res publica" ist, denn er herrscht und regiert ganz anders und überaus raffiniert, nämlich (ganz im Gegensatz zu Christus unserem HERRN!) mit der "sanften Gewalt" der Verführung (seductio), der Versuchung (temptatio) und der Lüge (mendatium) einschließlich unwahrer Verheißungen. Außerdem weiß er, daß der gottgewollte Staat kein "Gottes-werk" sondern Menschenwerk ist, und dann immer entweder zum Guten oder zum Bösen realisiert wird. Dieses erregende Faktum aber tritt in allen verwirklichten Staats-Formen in Erscheinung, gleichgültig welche Namen sie tragen. Darum sollten sich die mündigen Glieder der Kirche, anstatt  Menschenfurcht  zu zeigen und sich zu verkriechen, nicht bloß die Staats-Bürger, sondern zuerst einmal und vor allem die Staats-Diener genau anschauen, da diese allesamt Herrschaft mit-ausüben, insbesondere wenn sie in den sog. "staatstragenden Parteien" des  modernen  "Parteienstaates" organisiert sind. Vielleicht entdecken dann die  Jünger Christi  auch leichter ihre speziellen Feinde und deren Freunde im kirchlichen Bereich! Traditionalistische Katholiken sollten endlich damit aufhören, aus alter Gewohnheit von einer  Heiligen Katholischen Kirche  zu reden und zu schreiben, die nirgendwo existiert und von der auch nichts zu sehen ist, sonst versperrt man sich den Blick für das, was in "Kirche und Welt" wirklich vor sich geht und welche "Mächte und Gewalten" da am Werke sind, die doch auch eine aus Menschen bestehende Trägerschaft haben. Heutzutage, lange nach der Französischen Revolution, kämpft niemand mehr, weder blutig noch unblutig, gegen "Thron und Altar", zumal da sich die politischen Thrönchen massenhaft vermehrt und die Altäre an den Rand der Gesellschaft geschoben haben (oder bereits in ihrem Untergrund verschwunden sind). Es lohnt sich nicht und ist auch überflüssig, gegen eine  katholische Kirche  Krieg zu führen, die keinen kämpferischen Geist und auch keine  Schwerter  mehr besitzt, Mündige katholische Christen, die doch keine Kinder mehr sind, sollten sich die "kirchliche Lebens-Lage", in der sie sich selbst befinden, illusionslos, nüchtern und möglichst konkret vor Augen führen und dann wenigstens deren echte Problematik zu begreifen versuchen, anstatt sich in Scheinproblemen hineinziehen zu lassen, aus denen sie nicht mehr herausfinden. Auch das ist ein Zeichen geistiger Ohnmacht, die sich aber auch auf das Bildungsniveau jedes einzelnen bezieht. Man weiß doch, welche Folgen ein Mangel an geistiger und religiöser Bildung nach sich zieht. Der christliche Glaube hinwiederum "erleuchtet" niemanden, da seine Wirkung auf den menschlichen Geist eine ganz andere ist. Dies jedoch gehört nicht mehr zu unserem Thema.

Wir sprachen von der eigentümlichen und ständig gefährdeten Ma n gänzlich abgefallen sind, den Seufzer hören: "ach, wir können ja doch nichts tun", verbunden mit der geäußerten Hoffnung auf ein "großes Wunder", das sie aus ihrer  Lebensangst  befreien möge. Manche hoffen sogar auf einen besonderen Menschen, auf einen "starken Mann" mit großer moralischer Autorität, auf einen  heiligen Papst  oder  heiligen Bischof , der sie aus ihrer üblen Lebenslage herausziehen solle. Darauf hoffen diese Hoffenden! Sind das nur Mißverständnisse oder bereits religiöse Wahnvorstellungen? Darüber möge sich ein jeder selbst ein Urteil bilden. Darum wollen wir nur noch kurz auf etwas anders eingehen, das heutzutage leider fast gar nicht mehr gesehen oder beachtet wird, wenn es um die röm.-kath. Kirche geht, und wovon so manche Traditionalisten und Konservative immer noch träumen.

Der Papst, ein Monarch?

Die Kirche war als soziales Machtgebilde und Herrschaftsphänomen nie eine Monarchie oder ein monarchisches System, weder ein  weltliches  (irdisches) noch ein  geistliches  (himmlisches), auch wenn einige Glieder der Kirche Christi sich als Monarchen aufspielten und von denen es dann auch große und kleine gegeben hat, so daß das einfache  Kirchenvolk  nicht bloß das vage Gefühl hatte (dafür sorgten schon die  Weltkleriker  und so manche  Ordenskleriker ), in einem  Untertanenverhältnis  zu diesen  Monarchen  zu stehen und deren macht- und wehrlose  Untertanen  zu sein, ähnlich wie die Bürger gegenüber der  staatlichen Obrigkeit , gleichgültig welchen Namen sie trug. Indes war es trotz Propaganda und väterlichem Getue bald vorbei mit dem Gefühl "unter m Krummstab ist gut leben". Historiker, die auch von Kultur- und Sozialgeschichte viel verstanden, sahen deutlich, daß sich dies ändern und in einer Katastrophe enden wird, wenn die Bevölkerung rapide zunimmt, das  Ständewesen  verschwindet und es zu tiefgreifenden Veränderungen und Umwälzungen in der Gesellschaft kommt, einschließlich eines Kampfes der Staatsformen um die Vorherrschaft, zumal diese ja Menschenwerk sind. Das  Kirchenvolk  bzw. die naiven  Kirchengläubigen  lebten als Diözesanen und Parochianen nicht bloß in einem vor-staatlichen Bereich, sondern in einem unpolitischen Gesellschaftsbereich und generell in politischer, auch religions-politischer, Unmündigkeit, die sogar heute noch besichtigt werden kann. Katholische Theologen gaben sich große Mühe, die "Hierarchie" in der Kirche, insbesondere in der katholischen, von der Monarchie im staatlichen Bereich zu unterscheiden und von ihr abzuheben (anstatt sich mehr mit dem die Kirche bedrohenden Gesellschaftswandel zu befassen und die  Gläubigen  aufzuklären). Man übersetzte dieses Fremdwort, das viele gar nicht verstanden oder ihm eine unsinnige Bedeutung zulegten, sogar mit "heilige Vorstandschaft" (praesidium sacrum), die dann wohl etwas  Unheiligem  in der Kirche  vorstand  und worunter man sich dann allerdings so manches denken konnte, z.B. das dumme Volk, die geistig arme Gemeinde, die als  Weltmenschen  diskriminierten Laien, aber auch die kri-tischen und vermeintlich  schon dadurch  abständigen Akademiker , vor allem wenn diese auf die verheerenden Folgen der "geistlichen Schulaufsicht" hinwiesen, etc. Wir spre-chen hier erst gar nicht von der "Groß-Sekte" des Protestantismus, wo jeder  Jesusgläubige  glaubte, ein Päpstlein zu sein und, von der Bibel "erleuchtet", das unfehlbare "kirchliche Lehramt" in seiner Seele zu tragen. Dort gab und gibt es keine "Hierarchie" in den  Kirchen , auch wenn sich Laien  Bischöfe  und  Diakone  nennen. Sogar nicht wenige Katholiken sind sich kaum noch bewußt, daß sie im religiösen Sprachbereich nur aus Gewohnheit eine Menge Wörter gebrauchen, die jedoch Fremdworte sind und deren eigentliche Bedeutung sie nicht kennen, was zu vielen Mißverständnissen führt.

Die natürliche und zugleich übernatürliche Ek-klesia Jesu-Christi ist weder eine Mo-archie, da sie keinen Monarchen (Alleinherrscher) hat – wo soll dieser denn sitzen, die-ser  König ohne Land , oder  pilgert  er irgendwo in der Welt herum? – noch eine Aristokratie, weil in ihr nicht die Besten (Optimanten) herrschen, noch eine Oligarchie (Herrschaft von kleinen Gruppen oder von Familienclans) noch eine Plutokratie (Herrschaft der Reichen) wie schon im alten Karthago, noch eine Demokratie noch eine Mischform aus Oligarchie und Plutokratie, wie dies in den USA der Fall ist. Das Papsttum als solches mit der im zukommenden "Schlüsselgewalt" (potestas clavium) ist jedoch nicht "von dieser Welt"; darum wird es ja so oft verkannt und in falsche Relationen gesetzt. Es hat keine Analogie zu irgendeiner Herrschaft von Menschen über Menschen als Gesellschaftswesen, sondern ist etwas allein der Kirche in ihrer Ganzheit Eigenes (Ur-Eigenes), weil auch der Papst zuerst einmal ein Glied der Kirche sein muß, und zwar ein im religiösen Sinne "lebendiges", nicht jedoch ein "totes". Der hl. Petrus war weder ein "Fürst" noch ein "Apostelfürst" noch ein "Afterkönig", den sich eine mysteriöse  kirchliche Gemeinde  durch Akklamation oder wie auch immer gewählt hat, sondern von einem ganz bestimmten Zeitpunkt an nur, aber tatsächlich, das "Oberhaupt" der ganzen Kirche, die aber nicht die seine ist, und zugleich der "Stellvertreter Christi" auf Erden, d.h. im Menschengeschlecht. Darum sprach der Apostel Petrus schon zu Pfingsten in Jerusalem laut, deutlich und unmißverständlich im Namen seines HERRN: "Laßt euch retten aus diesem verderbten Geschlecht" (Apg 2,40). Nur die echten Nachfolger Petri haben nie anders gesprochen und dann auch dementsprechend gehandelt. Eine solche Sachlage aber ist einzigartig und somit unvergleichbar; sie paßt auch nicht und "steht quer" zum allgemeinen Streben des (der) Menschen nach Macht und Herrschaft. Darum braucht sich kein Christ darüber zu wundern, daß das Papsttum immer ein Stein des Anstoßes und den "Mächtigen der Erde" ein Dorn im Auge gewesen und geblieben ist, selbst wenn eine lang dauernde  Sedisvakanz  eintritt, was diese Leute aber auch dann nicht beruhigen würde. Im übrigen ist eine Vakanz des Apostolischen Stuhles auch ein (aber keineswegs das einzige) Zeichen dafür, daß die Kirche zwischen Macht und Ohnmacht existiert. Dies jedoch sollte keinen orthodoxen Katholiken mit Schrecken erfüllen, sondern vielmehr wach werden lassen.

Wenn man immer nur die vertikal strukturierte "Hierarchie" in der Kirche im Blick hat, dann übersieht man leicht die ebenso vertikale "heilige Ordnung" der "hierarchischen Kirche" in ihrer Ganzheit und gesellschaftlichen Einheit. Die hierarchische Kirche mit ihren vielen und verschiedenen Gliedern, die doch nicht untereinander alle gleich sind (wie eine  blöde Masse ) und auch nicht gleichgemacht werden können (da sie aus Männern, Frauen und Kindern besteht), verschwand aus dem Bewußtsein vieler  Gläubigen , so daß diese auch nicht mehr den subtilen Begriff und das Wesen des "allgemeinen Priestertums", das ein "königliches" ist, verstanden. An seine Stelle trat heimlich, still und leise das nachweislich häretische Klientelsystem der (von) "Priester(n) und Gläubigen", das aus dem Klerikalismus hervorging, der nachtridentinischen Ursprung ist und wahrscheinlich in Frankreich seine Wurzeln hatte. In einem solchen Klientelsystem aber gibt es keine (relativ) eigenständige Laienschaft und deshalb auch kein echtes Laienapostolat, zu dem die mündigen Glieder der Kirche nach Maßgabe ihrer geistigen Vermögen ebenfalls von Christus selbst zu bestimmten Zwecken erwählt und berufen sind, eingedenk der Mahnung:  wer nichts für Mich tut  und "wer nicht mit Mir sammelt (der sammelt nicht nur nicht, sondern:), der zerstreut" und fügt dadurch dem Leben der Kirche schweren Schaden zu. Dieses von Christus geforderte Mit-Mir-sammeln ist kein Privileg der Bischöfe und Priester, sondern ein Eigenrecht der mündigen Laien, vor allem der christlichen Männer, die niemand daran hindern darf, von ihm mit Macht und legi-timer Gewalt Gebrauch zu machen – zur größeren Ehre Christi und nach eigenem Er-messen zum Wohle vieler! "Seid Vollbringer des Wortes und nicht nur Hörer, als die ihr euch selbst betrügt" (Jak 1,22) und dann natürlich auch die anderen. Wer hat die mündigen Glieder der Kirche Christi des wahren Laienapostolates beraubt und sie zu  sklavischen Hören  erniedrigt??!! Das waren doch nicht irgendwelche Leute, sondern ein bestimmtes Gesindel in der Kirche, auf daß das Wort zutrifft: "Aus unserer Mitte gingen sie hervor, aber sie gehörten nicht zu uns" (1 Joh 2,19) und ruinierten dann die ganze "Ecclesia militans", von der heute kaum noch etwas zu sehen ist. Es läßt sich m.E. auch nicht mehr feststellen wann die Unterscheidung zwischen der "Hierarchie" in der Kirche und der "hierarchischen Kirche", gelinde gesagt, verlorengegangen ist.

Welcher klerikale und laikale Katholik von heute könnte, wie einstmals der hl. Paulus, ehrlich von sich selber sagen: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben (an Jesus-Christus, unseren Herrn) bewahrt. Nun liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den der Herr an jenem Tage als der gerechte Richter mir geben wird (...)" (2 Tim 4,7-18)?! Der so nüchterne und realistische Apostel Paulus war gewiß nicht wahnsinnig, im Gegensatz zu den vielen (im religiösen Sinne) Wahnsinnigen und "Falschaposteln" von heute, die überall im kirchlichen und außerkirchlichen Bereich ihr Unwesen treiben. Alle "lebendigen Glieder" der Kirche aber wissen und bisweilen sogar aus christlich-religiöser Erfahrung: "Sind wir mit Ihm (Christus) gestorben, werden wir mit Ihm (d.h. durch Ihn) auch leben. Sind wir beharrlich, werden wir mit Ihm auch herrschen; verleugnen wir Ihn, wird auch Er uns verleugnen" (2 Tim 2, 11-12). Das ist eine andere Theologie als die, welche heutzutage den  Gläubigen  bzw.  Glaubenden  von Pseudokatholiken suggeriert wird. Diese Leute wissen nicht mehr, was "Dienst an der (göttlichen) Wahrheit" bedeutet und welche Selbstdisziplin, Härte und Unbeugsamkeit vonnöten ist, um einen "guten Kampf" unter Einsatz des Lebens (wie der hl. Paulus) kämpfen zu können. Das ist fürwahr nicht leicht und beileibe kein Honigschlecken. Das konkrete Leben des Menschen wird ständig – einerseits – durch den freien Gebrauch von Macht, Herrschaft und Gewalt geprägt und – anderseits – durch deren bösen Mißbrauch. Es hat wenig Sinn, sich darüber zu streiten, was hierbei überwiegt; denn viel zu viel bleibt im Dunkel und für den Menschen undurchschaubar. Man traue jedoch keinem Menschen, der behauptet, er habe dies alles durchschaut und wisse die Wege zu einem allgemeinen  Weltfrieden , d.h. zu einem Paradies auf Erden! Die "Mächtigen der Erde" lachen über einen solchen Dummkopf und plumpen Lügner und würden ihn nie in ihre Gefolgschaft aufnehmen.

Der Mensch hatte, wie aus der göttlichen Offenbarung erhellt, als Geschöpf Gottes gegen den unwandelbaren göttlichen Heils-Willen revoltiert und in seinem Hochmut wider besseres Wissen geglaubt, er könne kraft der ihm zukommenden Macht auch sich selbst total in die Hand nehmen und gänzlich frei vom göttlichen Gesetz (gesetzlos) nach eigenem Gesetz und Willen (so wie er will und er es für richtig hält) herrschen und so auch als absoluter Herrscher ewig leben. Dadurch aber verfiel er dem Tode, büßte sehr viel Macht ein, ohne sie jedoch restlos zu verlieren. Der Mensch blieb vermöge seiner Freiheit noch mächtig genug, die ihm zukommende Macht, Herrschaft und Gewalt zu mißbrauchen, so daß auch ihr guter und gerechter Gebrauch in Verruf kam.

Woher kommt denn in der heutigen Gesellschaft, die sich in ihrem Stumpfsinn für ei-ne freie und sogar  demokratische  hält (Demokratie aber ist keine Gesellschaftsform, sondern eine Staatsform), das fürchterliche Geschwätz von Christen und Nichtchristen, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen "die Gewalt" und alles "Gewaltsame" großsprecherisch polemisieren, dies aber von der "Gewalttätigkeit" und ihren verschiedenen Formen überhaupt nicht mehr unterscheiden können, dies jedoch im Grunde auch gar nicht mehr wollen?! Woher diese Verwirrungen? Und wer produziert sie ständig? Diese Leute merken überhaupt nicht, wie sehr sie bereits von "bösen Mächten" beherrscht werden und welcher Art dieselben sind. Die Kirche Christi jedoch hat in allen ihren "lebendigen Gliedern" ein feines Gespür für die  Macht des Bösen , da sie den "Fürst dieser Welt(zeit)" und dessen Gefolgschaft unter den Menschen kennt. Eine solche Gefolgschaft aber gibt es sogar in der  heiligen Vorstandschaft  der kirchlichen "Hierarchie". Das sind nicht bloß "Hirten", die "sich selbst weiden", sondern die zugleich auch andere weiden, wenn diese sich weiden lassen. Letzteres ist das heilsgeschichtliche Problem von heute, nicht diese Hirten. Der geoffenbarte Anti-Christ(us), von dem immer mit Recht geglaubt wurde, daß er eine historische Persönlichkeit sein wird, wird den grandiosen Versuch machen, die Macht in der Kirche zu ergreifen (nicht in irgendeinem Staate!). Indes werden ihn, worauf die göttliche Offenbarung deutlich hinweist, viele nicht als Feind Christi erkennen, was den  lieben Gläubigen  doch einiges zu denken geben sollte. Schon der hl. Paulus warnte vor Phantastereien und falschen Perspektiven, als er schrieb: "Es möge niemand euch irreführen auf irgendeine Weise. Denn zuvor muß der Abfall (von Jesus-Christus, dem göttlichen Menschensohn!) kommen und offenbar werden der Mensch der Gesetzlosigkeit, der Sohn des Verderbens (...)" (2 Thess 2,3). Dieser aber hat Vorläufer, die ihm den Weg bereiten und die man nicht mit ihm selbst verwechseln sollte. Diese Vorläufer sind ihm immer nur ähnlich in all ihrem Denken und Tun und zweckdienlichen Irreführen, das stets auch auf Machterweiterung abzielt. Und dabei ist ihnen jedes Mittel recht, sogar die Propaganda der "Gewaltlosigkeit" als sozialer Grundwert! Diese Lüge ist überall verbreitet.

Sicherlich ist die Kirche nicht von dieser Welt und wird dadurch dem Zugriff Satans entzogen; aber sie lebt nun einmal in dieser Welt, d.h. unter Menschen, die von Natur aus Gesellschaftswesen sind (nicht Eremiten oder Klosterleute in clausura). Und wenn man die "Hierarchie" in der Kirche von der "hierarchischen" Kirche deutlich unterscheidet (von Trennung ist hier absolut nicht die Rede), dann eröffnen sich andere Perspektiven, und zwar höchst ungewöhnliche, von denen die Traditionalisten keine Ahnung haben, genau so wenig wie die Progressisten. Viele Katholiken halten irrigerweise das Dasein der Kirche für etwas Selbstverständliches, obwohl die Ek-klesia Jesu-Christi das in der Welt am wenigsten Selbstverständliche ist. Andere wiederum, die sich für besonders gebildet hielten, sagten zu uns: "es gibt doch viele Staaten, und warum soll es dann nicht auch viele Kirchen geben?! Und gerade ihre bunte Vielfalt mache sie für  moderne Menschen  attraktiv!". – Solche Katholiken, die sich sogar Christen nennen, erinnern uns an das alte politische Prinzip: divide et impera (teile und herrsche)! Der Weg zu diesem Ziel führt heute nicht zuletzt über die "multikulturelle Gesellschaft", die sich überall einnistet. Auch das ist ein revolutionärer Vorgang(ein Umwälzungs-Prozeß), an dessen Ende jedoch Blut fließen wird. Anzeichen dafür gibt es bereits, sogar in Europa. Der Tiefschlaf so vieler Katholiken ist fürwahr erstaunlich, aber keineswegs bewundernswert. Es muß auch schon sehr lange her sein, daß sie ihre stumpfgewordenen Schwerter in der Sakristei einer Kathedrale abgegeben haben – einschließlich in St. Peter auf dem Vatikan!
 
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