Wie die Reform-Kirche ihrem Missionsauftrag nachkommt
"Johannes Paul II. hat diesem Hl. Jahr drei Orientierungspunkte gegeben: die Reue über die vergangenen Sünden der Kirche (besonders Sklaverei und Antisemitismus), die bei den katholischen Gläubigen Widerstände hervorrufen wird; der Dialog mit den anderen monotheistischen Religionen, den der Papst besonders anläßlich seiner ersten Reise ins Heilige Land im März betonen wird; schließlich die Versöhnung mit den anderen christlichen Religionen" (Le Monde vom 25. Dezember 1999). "Jede Kirche ist auf diese Weise aufgerufen, den Sinn ihrer Anwesenheit und ihrer Sendung im Herzen der menschlichen Wanderschaft zu vertiefen, wobei sich die Pluralität der Religionen als Faktum darstellt oder besser als göttliches Geheimnis der menschlichen Heilsgeschichte" (Kardinal Etchegaray, Interview mit Le Mon de vom 25. Dezember 1999). "Wenn die Inder von sich aus zur Kirche kommen, sich uns anschließen und konvertieren wollen, wie können wir sie daran hindern?" (Mgr. de Soza, Erzbischof von Kalkutta, Interview mit Le Figaro vom 18. Dezember 1999). "Wenn Pfarrer Jean-Luc, französischer Priester in Tatschikistan, Christen orthodoxer Herkunft trifft, so schickt er sie zum Popen, wie es der Papst fordert" (Le Figaro vom 27. Januar 200). Ein letztes Beispiel: Pater Claude Geffre OP, Professor am Institut catholique de Paris, Dekan der theologischen Fakultät von Saulchoir, Direktor der Ecole biblique von Jerusa-lem, in Le Monde vom 25. Januar 2000: "Beim II. Vatikanischen Konzil entdeckte und akzeptierte die katholische Kirche, daß sie nicht das Monopol der Wahrheit besitzt, daß sie ihr Ohr für die Welt öffnen muß, daß sie sich nicht nur durch andere religiöse Traditionen belehren lassen muß, sondern auch durch die Neulesung der grundlegenden Rechte des menschlichen Gewissens. Alle Religionen müssen sich für diesen universellen Konsens öffnen. Alle werden aufgerufen durch das Bewußtsein der Rechte und der Freiheit des Menschen. Jene (Religionen), die sich diesen legitimen Ansprüchen widersetzen, sind dazu verurteilt, sich zu reformieren oder zu verschwinden. Sich zu reformieren bedeutet in diesem Zusammenhang zuzulassen, daß die Öffnung gegen die Forderungen des modernen menschlichen Bewußtseins nicht im Gegensatz steht zur Treue zum In-halt ihrer Offenbarung". Und im Kreis der Deutschen Bischofskonferenz soll demnächst die „Realität vom Men-schen und der Welt“ als Quellen der Offenbarung dienen. |