DIE HEIMLICHE ABSCHAFFUNG DER HL.WANDLUNG
DURCH PAUL VI.
von
W.W.E. Dettmann
Nirgends läßt sich die heutige Welt und die Ökumene-süchtige
Christenheit die Ausübung der obersten Regierungsgewalt des Papstes
lieber gefallen als bei der Gelegenheil der Zerstörung der heiligen
Messe. Wer das noch nicht erkannt hat, lebt mit verbundenen Augen.
Die heimliche Abschaffung der heiligen Wandlung durch Papst Paul VI. wird unter anderem durch folgende fünf Tatsachen bewiesen:
1.) Durch die Abschaffung des Begriffes "Konsekrationsworte",
2.) durch die Abschaffung der Bestimmung, welche Worte als "Konsekrationsworte" zu gelten haben,
3.) durch die Abschaffung der Bestimmungen für unerwartete Zwischenfälle bei der Feierder hl. Messe,
4.) durch die Abschaffung der Nachahmung des Herrn, wie sie dem zelebrierenden Priester vorgeschrieben war,
5.) durch die Abschaffung anderer amtlicher Dienstanweisungen unmittelbar vor der heiligen Wandlung.
Diese fünf Punkte werden in folgender Weise bewiesen und erläutert:
1) Die Abschaffung des
Begriffes "Konsekrationsworte": Der besondere Begriff
"Konsekrationsworte" (lateinisch "verba consecrationis" ) wurde im
amtlichen Buch der neuen Liturgiefeier abgeschafft. An seine Stelle
tritt der ganz allgemeine Ausdruck "Herrenworte" (lateinisch: "verba
Domini"). Paul VI. hat eine Bezeichnung entfernt, die schon den großen
Kirchenlehrern Ambrosius und Augustinus geläufig war. Augustinus
schreibt: "Unser Brot und unser Kelch wird nicht überall zum mystischen
Gegenatand, als ob Christus in den Ähren und in den Reben bereits
enthalten gewesen wäre, wie jene schwärmerisch behaupten, sondern durch
eine sichere Konsekration" ("noster panis et calix non qualibet, quasi
propter Christum in spicis et sarmentis ligatum, sicut illi desipiunt,
sed certa consecratione mysticus fit nobis". Contra Faustum, XX, 13 -
Löwener Ausgabe 1616 ).
Mit dem Ausdruck "durch eine sichere Konsekration" ("certa
consecratione" ) meint der hl. Augustinus hier nicht so sehr das
sichere Eintreten der Verwandlung, sondern er meint eine ganz bestimmte
Formel der Konsekrationsworte, die diese Verwandlung herbeiführt. Die
neue Bezeichnung "Herrenworte", die Papst Paul VI. eingeführt hat, ist
farblos. Sie legt keinen besonderen Wert auf das, was dem
unterrichteten Katholiken bisher als die Perle des Galaubens galt. Sie
läßt vielmehr auch alle anderen Deutungen der Konsekrationsgegner zu.
Der Begriff "Konsekrationsworte" bezeichnete bisher im Römischen
Meßbuch eindeutig die Wirkursache für die heilige Wandlung. Paul VI.
hat diesen Begriff abgeschafft, ohne etwas Gleichwertiges an seine
Stelle zu setzen. Also will er von einer eindeutigen Wirkursache für
die heilige Wandlung nichts mehr wissen.
2.) Die Abschaffung der
Bestimmung, welche Worte als "Konsekrationsworte" zu gelten haben: Die
Bestimmung, welche Worte Christi und der Kirche als
"Konsekrationsworte" zu gelten haben, stand bisher im Römischen
Meßbuch, dem Missale Romanum, in dem einleitenden Abschnitt über die
Fehler, die bei der Feier der hl. Messe vorkommen können. Dort heißt
es: "Die Worte der Konsekration, die die Form dieses Sakramentes
bilden, sind diese: Hoc est enim corpus rneum, und Hic est enim calix
sanguinis mei, Novi et aeterni Testamenti, mysterium fidei, qui pro
vobis et pro multis effundetur in remissionem peccatorum". Ausdrücklich
wurde hinzugefügt daß, wenn irgend jemand ("si quis") irgend etwas
daran ändere, er schwerstens sündige ("gravissime peccaret"), auch wenn
die Änderung so gering sei, daß sie die Bedeutung der Worte nicht
ändere und das Opfer nicht ungültig mache. Diese strengen Bestimmungen
wurden von Papst Paul VI. beseitigt, ohne sie auch nur mit einem
einzigen Wort zu erwähnen. Er machte sich die Sache sogar sehr leicht.
In der sogenannten "Constitutio Apostolica" zur Einführung des neuen
Meßbuches vom Gründonnerstag dem 30 April 1969, sagte er nach der
Festlegung der neuen "Herrenworte" nur: "Unsere Bestimmungen und
Anordnungen sollen jetzt und in Zukunft gültig und rechtskräftig sein,
wenn nötig unter Aufhebung entgegenstehender Bestimmungen und
Anordnungen Unserer Vorgänger sowie aller übrigen etwa hier
erwähnenswerter Anweisungen".
Daß es bei diesem Regierungserlaß Pauls VI. nicht mit rechten Dingen
zuging und daß es mit der "Gültigkeit und Rechtskraft" der neugemachten
"Herrenworte" schon gar nicht weit her sein kann, wird durch die
Tatsache bewiesen, daß sich die Mehrzahl der Bischöfe auf der ganzen
Welt gar nicht um den Wortlaut jener "Herrenworte" kümmerte, die
Montini zurechtgemacht hatte. Es liegt klar auf der Hand, daß sich Paul
VI! an dem, was man in der kath. Dogmatik die Form des hl.
Altarssakramentes nennt, vergangen hat. Paul VI. ist der Meinung, als
Papst der Kirche einen Dienst erwiesen zu haben, indem er die
Wandlungsworte ähnlich formulierte, wie sie in den Schriften des
ehemaligen Gegenpapstes Hippolyt enthalten sind, der ungefähr um das
Jahr 325 starb. Aber damit hat Paul VI. der Kirche wirklich keinen
Dienst erwiesen. Er hat vielmehr das Andenken der rechtmäßigen Päpste
aus der alten Zeit in den Schatten gestellt. Denn wenn auch der
Gegenpapst Hippolyt sich vor seinem Tode mit dem rechtmäßigen Papst
versöhnt haben soll, und wenn er auch als Martyrer verehrt wird, so
sind damit seine früheren Schriften keineswegs als "Quellen" der
römisch-katholischen Überlieferung anzusehen, wie es Professor
J.A.Jungmann, der liturgische Berater des II. Vatikanischen Konzils, in
verkehrtester Weise tut.
Jeder Fachmann sollte wissen, daß auch die liturgischen Schriften
Hippolyts gegen die damalige amtliche römische Kirche geschrieben
wurden und daß sie aus diesem Grunde niemals als "wichtigste Quelle zur
Kenntnis des kirchlichen Lebens im Rom des 3.Jahrhunderts" bezeichnet
werden dürfen, wie Professor Jungmann dies tut ("Missarum Solemnia",
I.38 und II. 565). Die Verfehlungen Papst Pauls VI. gehen zu Lasten des
Professors J.A. Jungmann, der Hunderte, wenn nicht Tausende von
heutigen Geistlichen falsch unterrichtet hat. Im übrigen sind viele
Schriften Hippolyts keineswegs eine klare theologische "Quelle",
sondern viele Dinge hat er abgeschrieben und in konfusester Weise zu
Papier gebracht.
3.) Die Abschaffung der Bestimmungen für unvorhergesehene Zwischenfälle bei der Feier der hl. Messe:
Als die Amerikaner die ersten Gesteinsproben vom Mond herunterbrachten,
rissen sich alle naturwissenschaftlichen Institute der ganzen Welt
darum, wenigstens ein winzig kleines Stücklein von diesen
Gesteinsproben zu erhalten. Der Mondstaub hatte auf einmal einen
ungeheuren Wert bekommen. Mit den kleinen Teilchen des hl.
Altarssakramentes, die bisher für jeden gläubigen Katholiken den
Schöpfer der Welt enthielten, ging es nach der Einführung der neuen
Liturgie genau umgekehr. Sie gelten jetzt ebensowenig wie der
gewöhnliche Staub auf Erden. Denn alle Bestimmungen für plötzliche
Zwischenfälle bei der hl. Messe, bei denen eine Verunehrung des
heiligsten Sakramentes vorkommen könnte, sind abgeschafft. Das Brot,
das früher für die hl. Eucharistie verwendet wurde, mußte aus
Weizenmehl zubereitet sein. Heute kommen die Geistlichen mit einem
braunen Gebäck daher, das eher an Kaugummi erinnert als an wirkliches
Weizenbrot. Was mit den Brosamen davon zu geschehen hat, ist in der
neuen Litrugie nicht mehr angegeben. Es ist auch nicht mehr angegeben,
was zu geschehen hat, wenn durch irgendein Ereignis nach dem Sprechen
der Einsetzungsworte der Kelch umfallen sollte, z.B. infolge einer
Ohnmacht des Priesters oder infolge einer anderen Ursache.
Diese Vernachlässigung des hl. Altarssakramentes ist nur dadurch zu
erklären, daß das Oberhaupt der Kirche an keine wirkliche heilige
Wandlung mehr glaubt, von den deutschen Bischöfen ganz zu schweigen.
4.) Die Abschaffung der Nachahmung des Herrn durch den zelebrierenden Priester:
Früher hatte die Kirche genau vorgeschrieben, wie der Priester Christus
den Herrn vor der Wandlung nachzuahmen hatte: An der Stelle, wo es
heißt "er nahm das Brot in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, erhob
die Augen zum Himmel, zu Dir, Gott, seinem allmächtigen Vater", mußte
der Priester die Augen nach oben richten. Bei den folgenden Worten "Er
sagte Dir Dank" mußte der Priester sein Haupt senken, und bei den
Worten "und segnete es" mußte der Priester ein Kreuzzeichen über die
Hostie machen. In den drei neuen sogenannten Hochgebeten der
progressistischen Liturgie ist von der Nachahmung Christi durch den
Priester keine Spur mehr zu finden, und auch in der neuen Fassung des
ehemaligen römischen Kanons ist davon nur die Erhebung der Augen übrig
geblieben. Es ist unverständlich, daß Papst Paul VI. im neuen
sogenannten Meßbuch die Nachahmung Christi durch den Priester
abschaffte und dennoch zugleich behauptete, Christus sei bei der Feier
gegenwärtig "in der Person seines Dierers" ("Institutio generalis",
Kapitel 2). Die Nachahmung des menschgewordenen Gottes, dessen Andenken
gefeiert wird, sollte eine Ehrensache sein, besonders für den Papst und
die Bischöfe. Denn sie sind die Nachfolger der Apostel und die
eigentlichen Stellvertreter des Herrn.
Jesus sagt nicht nur: "Sprechet dies zu meinem Andenken!" sondern er
sagt "Tut dies zu meinem Andenken!" - Dieser Befehl bezieht sich zwar
hauptsächlich auf die unsichtbare Tätigkeit des Konsekrierens. Aber
gerade bei einer derart außerordentlichen Betätigung sollte es
selbstverständlich sein, unseren Herrn in allen sichtbaren Regungen und
Bewegungen so treu wie möglich nachzuahmen, wie es bisher auch
tatsächlich die Sorge der katholischen Kirche war. Es ist unmöglich,
bei Paul VI. noch einen Willen zur Konsekration anzunehmen, nachdem er
den Befehl "Tut dies zu meinem Andenken!" seines äußeren Schmuckes und
seiner Zierde beraubt hat.
5.) Die Abschaffung einer anderen amtlichen Dienstanweisung für den Priester vor der hl. Wandlung:
Vor den beiden wichtigsten Sätzen der heiligen Messe, nämlich
unmittelbar vor den Worten über das Brot und über den Wein, entfernte
Paul VI. jene amtliche Anweisung, daß der Priester die
"Konsekrationsworte" über die Hostie (lateinisch "super Hostiam")
beziehungsweise über den Kelch (lat:"super calicem") zu sprechen habe.
Der Priester hatte früher die Konsekrationsworte nicht nur
gewissermaßen "mit der Hostie in der Hand" zu sprechen, sondern "über
die Hostie". Es war genau angegeben, wohin der Priester die Worte zu
sprechen habe. Dem Priester stand es nicht frei, die Konsekrationsworte
einfach irgendwohin in den Kirchenraum zu sprechen, sondern er hatte
sie auf die in seiner Hand befindliche Hostie zu richten.
Die progressistischen Geistlichen der neuen Liturgie dagegen sprechen
die sogenannten "Herrenworte" zwar mit der Hostie in der Hand, aber mit
freiem Blick in das Volk hinaus. Der jetzige Papst schreibt ihnen nicht
mehr vor, die Hostie anzuschauen. Die konservativ-gläubigen Priester
dagegen schauen bei dem Satz "HOC EST ENIM CORPUS MEUM" nur auf die
Hostie und machen deshalb vorschriftsmäßig eine Kniebeugung, bevor sie
die heilige Hostie dem Volke zeigen. In der neuen Liturgie ist es
umgekehrt. Der jetzige Papst hat die eigentliche Mitte des katholischen
Lebens heimlich aber radikal verändert, ohne daß dies vom Volk genau
bemerkt werden konnte. Auffallend war nur, daß viele Gläubige von einer
beklemmenden Angst und Unruhe befallen wurden, ohne genau sagen zu
können, was sich ereignet hatte. Die Gläubigen hatten und haben das
lähmende Gefühl, daß sich bei der neuen Liturgie etwas Falsches in das
einstige Paradies der heiligen Messe eingeschlichen habe. Die neue
Liturgie des II. Vatikanischen Konzils ist in keiner Weise jene
Erfüllung der alttestemantlichen Osterfeier "im Reiche Gottes", von der
der Evangelist Lukas spricht (22, 16). Denn bei der neuen Liturgie
fehlt das wahre Osterlamm, nämlich unser Herr und Heiland Jesus
Christus im heiligsten Altarssakrament. Die von den Konzilsbischöfen
behauptete Gegenwart Christi in der Gemeindeversammlung ("Wo zwei oder
drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" -
Matth. 18, 20 Art.7 der Liturgiekonstitution) hat mit der Gegenwart des
geopferten Osterlammes nichts zu tun.
Die Konzilsbischöfe und an ihrer Spitze Papst Paul VI. versammeln das
christliche Volk heute nicht mehr im Namen Christi sondern nur noch im
Namen der ökumenischen Konsekrationsgegner. Dies geht schon daraus
hervor, daß das neue Meßbuch unter den vier Arten, wie Jesus Christus
bei der Messe gegenwärtig sein soll, die eucharistische Gegenwart än
letzter Stelle nennt. So etwas kann nicht anders gedeutet werden, als
daß die bisherige heilige Wandlung verleugnet wird und daß die
Gegenwart Christi unter den eucharistischen Gestalten erst im
Augenblick der Kommunion nach lutherischer Art erfolgt, nicht vorher.
In der sogenannten "Institutio generalis" des neuen Meßbuches (Kap.2)
nennt Papst Paul VI. an erster Stelle die sog. Gegenwart Christi "in
der in seinem Namen vereinigten Versammlung", dann die Gegenwart
Christi "in der Person seines Dieners". An dritter Stelle steht die
sogenannte Gegenwart Christi "in seinem Wort" (d.h. im Evangelium). Wie
verschwommen und unklar die Vorstellungen des jetzigen Papstes sind,
erkennt man z.B. auch aus dem zweiten Punkt. Wie soll Christus "in der
Person seines Dieners" anwesend sein, wenn sich am Horizont der
Wüzburger Synode bereits die ökumenischen Konzelebrationen abzeichnen.
Mit Sicherheit werden bei den kommenden ökumenischen Konzelebrationen
(- nur zu diesem Zweck wurde der Unfug der Konzelebration eingeführt!)
lauter solche Geistliche anwesend sein, die nicht mehr an das heiligste
Altarssakrament glauben. Sie werden ihren Unglauben somit offen zur
Schau tragen. Und unser Herr Jesus Christus soll gemäß den Worten Papst
Pauls VI. in der Person dieser Leute gegenwärtig sein? Die langsame und
hinterlistige Abschaffung der heiligen Messe nach dem Zweiten
Vatikanischen Konzil ist wahrhaftig ebenso schlecht wenn nicht noch
schlechter als die plötzliche Abschaffung zur Zeit Luthers. Wer das
nicht sieht und nicht erkennt, der schläft heute mehr als einst die
Jünger am Ölberg.
Den treugebliebenen Gläubigen bleibt nichts anderes übrig, als den
Blick nach oben zu richten und sich so wie einst die frommen Frauen bei
der Kreuzigung Christi zur Mutter des Herrn zu begeben. Aber auch
Männer wie Nikodemus, Josef von Arimathäa und vor allem Johannes
stellten sich zu ihr, und heute müssen wir dies erst recht tun. Wir
müssen jene Frau um Hilfe bitten, die die Helferinnen der Christenheit
(auxilium christianorum) genannt wird.
Die heilige Wandlung konnte uns Papst Paul VI. vorübergehend nehmen -
wir wissen nicht, wie lange - den Rosenkranz aber kann er uns nicht
nehmen.
Walter W.E. Dettmann, Priester
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