56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


Über das Papsttum der Römischen Bischöfe
 
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe, die Eigenart des Apostolischen Stuhles und eine Kirche ohne Papst

von
Prof. Dr. Diether Wendland

III. Fortsetzung

4. Kapitel:  Das Geheimnis der übernatürlichen Schlüsselgewalt
(potestas clavium spiritualis)

Die Schlüsselgewalt ist in ihrem Wesen eine übernatürliche Binde- und Löse-Gewalt, die sich auf die an Jesus Christus glaubenden Glieder1) einer religiösen Gesellschaft bezieht, und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zudem ist sie eine höchste Gewalt (summa potestas), da sie sich ausnahmslos auf alle Glieder dieser Gesellschaft (societas) bezieht, die auch eine Glaubens-Gemeinschaft (communitas) bilden. Letzteres zeigt sich darin, daß alle "eines Glaubens" sind, der in sich ein göttlicher Offenbarungsglaube (fides divina) ist und deshalb als ein solcher auch absolut wahr und infallibel (unfehlbar und untrüglich) ist und sein muß. Die Schlüsselgewalt ist ein Garant für die Bewahrung und Einheit dieses Glaubens im Gesellschafts-Ganzen und allen seinen Teilen. Es können auch nur so Glaubensspaltungen und religiöses Sektierertum vermieden werden. Indes benötigt die Schlüsselgewalt für ihren Vollzug eine bereits existierende christlich-religiöse Gesellschaft, die aus (getauften) Männern, Frauen und Kindern besteht (nicht bloß aus menschlichen Individuen) und die zudem noch eine universelle ist, da sie nicht auf ein Volk oder eine Nation eingeschränkt werden kann, andernfalls sie ihren Sinn verlieren würde. Das Gesellschaftsgebilde der Kirche ist eine 'Ecclesia universalis' und kann deshalb auch niemanden von vornherein ausgrenzen, der ein Glied derselben werden möchte. Dies alles wirft sicherlich Fragen auf, die jedoch außerhalb unserer Thematik liegen, so daß wir auf diese hier nicht eingehen.

Als Christus dem Apostel Simon-Petrus die Schlüsselgewalt verhieß, da war der 'Himmel' (der Seins- und Lebens- 'bereich' Gottes) immer noch verschlossen, und zwar durch einen "Riegel" oder eine "Hemmnis", der (das) sich im Menschengeschlecht durch die Erbsünde und die persönlichen Sünden gebildet und verfestigt hatte. Der Mensch hatte sich selbst den Weg und Zugang zum Reiche Gottes versperrt, so daß er auch als Leib-Geist-Wesen mehr und mehr degenerierte. Dieser Absturz von seiner ursprünglichen Werthöhe hatte nicht das Tier (animal brutum) zum Ziel, sondern den bestialischen 'Untermenschen', wie er dann auch im Laufe der Geschichte in Erscheinung trat. Es gab für den Menschen keine Rettung mehr von sich aus oder "von unten", sondern nur noch "von oben" - d.h. allein durch den "göttlichen Messias" oder den "Gott-Menschen". Dieser jedoch mußte die das Himmelreich öffnenden Schlüssel sozusagen erst anfertigen, nämlich durch Sein Erlösungs-Leiden und aus Seinem vergossenen Blute am Kreuz auf Golgotha.

Auch für die Apostel war es damals noch unmöglich, das "mysterium tremendum" der blutigen Erlösung zu verstehen und im Glauben tiefer zu erfassen. Die Evangelisten hätten später viele Worte Christi folgendermaßen (wie so oft) kommentieren können: "aber sie verstanden nicht, was Er sagte!". Im übrigen gibt Gott nicht allen Menschen die gleiche Glaubens-Gnade, sondern immer nur den Einzelmenschen, weil sie Personen sind, die für sie zureichende oder ausreichende, da sie mit der Gnade in Freiheit mitwirken sollen. Den Faulen und Trägen jedoch gibt Gott keine übernatürliche Gnaden-Gabe des Glaubens (gratia fidei). Im übrigen ist die Gnade ein absolut freies Geschenk Got-tes, auf das der Menschen keinen Anspruch hat, weder einen moralischen noch einen rechtlichen. Die Apostel aber waren keine Ungläubigen sondern nur, wie Christus sagte, "Kleingläubige", die ihre Glaubens- und Erkenntnisschwierigkeiten hatten, mehr oder weniger. Indes haben sie niemals Christus 'blind geglaubt', eben weil sie berechtigte Fragen stellten und sich über das Gehörte Gedanken machten (wenn auch nicht immer vernünftige).

Die in Mt 16,19 und 18,18 gebrauchten Begriffe "binden" (ligar, alligare) und "lösen" (solvere, absolvere) sind, was beachtet werden sollte, theologisch-spirituell in ihrer Anwendung weiter und in gewisser Hinsicht sogar mächtiger als die späteren, sich nur auf eigentliche Sünden beziehenden Begriffe "nachlassen" (remittere) und "behalten" (retinere) auf dem Fundament des Bußsakramentes (Joh 20,22. 23.), das erst durch Christus nach Seiner Auferstehung eingesetzt wurde. Denn erstere gelten auch "in foro externo", nicht bloß im inneren Gewissens-Bereich oder in Sachen des Gewissens. Diese 'kleinen Unterschiede' haben große Auswirkungen in verschiedener Hinsicht; sie sollten deutlich erfaß werden.

Christus verhieß die Schlüsselgewalt zuerst Simon-Petrus allein und erst später den anderen Aposteln - allerdings mit geheimgehaltener Ausnahme hinsichtlich des Judas Iskariot; denn der Heiland hatte ihn ja schon früher als einen 'Teufel' bezeichnet, weil  Ihm, "der alles wußte", somit auch der kommende Verrat des Iskarioten offenkundig war. Nur die anderen Apostel ahnten diesbezüglich immer noch nichts. Statt dessen brachen bald "Rangstreitigkeiten" aus und bewegten ihre Gemüter! Es bleibt jedoch die Frage: Warum bezog sich diese Verheißung zuerst auf Petrus allein und erst später auf "die Elf" mit Petrus? Christus tat in allen Seinen göttlichen Werken nichts Überflüssiges, und alles hatte seinen Sinn. Jede Verheißung Christi mußte sich erfüllen oder verwirklichen, aber nicht irgendwie, sondern in einer bestimmten Ordnung. Hatte doch Christus bereits geoffenbart: "Mein Vater wirkt bis jetzt, und so wirke auch ich. (...) Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: nicht kann der Sohn von sich selbst etwas tun, was er nicht auch den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut auch der Sohn in gleicher Weise." (Joh. 5,17. 19.) Der trinitarische Gott ist ein Gott der Ordnung, nicht des Chaos.          

Hier sollte man sich nicht zu Phantasien hinreißen lassen, sondern realistisch bleiben in Anbetracht dessen, was sich daraufhin unter den Aposteln noch abgespielt hat, so daß die Gefahr des Auseinanderfallens "der Zwölf" gegeben war, obwohl es sich um 'Erwählte' handelte. Denn wo Menschen sind, da menschelt es, und zwar gewaltig! Diese Verheißung hat aber auch nichts zu tun mit dem "Bekenntnis Petri", wohl aber eine ganze Menge mit einer zukünftigen "Partizipation" (Teilnahme) von Aposteln an der petrinischen Schlüsselgewalt, die nur eine und selbst keine geteilte ist (oder gar 'aufgeteilt' wäre unter mehrere Personen). Denn "die Gewalt der Schlüssel ist durch ihn (den Apostel Petrus) auf andere (Apostel) abzuleiten, um die Einheit der Kirche zu bewahren" zum Wohle aller ihrer Glieder. (Thomas v. A., ScG, Buch 4, Kap. 76) Es gibt weder eine kollektive noch eine kollegiale Schlüsselgewalt (was ein Widerspruch ist), sondern nur die eine petrinische, an der partizipiert werden kann. Sie ist in ihrem Wesen eine "potestas spiritualis divino-apostolica", die von Christus herstammt, der allein sie auch verleiht. Schon der Kirchenvater Origenes (gest. um 251) hatte darauf hingewiesen, daß es bei der Schlüsselgewalt Petri heißt "in den Himmeln (in coelis)", hinsichtlich der anderen Apostel aber nur "im Himmel (in coelo)", was einen kleinen Unterschied ausmacht, wenn es sich um eine Binde- und Löse-gewalt handelt. Zwischen Mt 16,18 und 18,18 besteht kein Widerspruch. 2)               

Erst durch den Tod Jesu Christi wurde den Rangstreitigkeiten der Apostel ein Ende gemacht (unter den Jüngern gab es keinen Rangstreit). Indes stellt sich die Frage, ob Simon-Petrus durch seine dreimalige Verleugnung Christi die Verheißung der Schlüsselgewalt nicht bereits verspielt habe, da er ihres Empfanges unwürdig geworden war? Dann aber hätte auch kein anderer Apostel mehr an ihr partizipieren können! Allein Christus konnte dieses Problem lösen, und Er hat es in der Tat dadurch gelöst, daß Er nach Seiner Auferstehung (bezüglich der Apostel) zuerst "dem Simon" erschien, um ihm wegen seiner fast verzweifelten Reue wegen der sündhaften Verleugnungen unmittelbar Vergebung zuteil werden zu lassen. Verheißungen Christi müssen sich erfüllen! Es bewahrheitete sich zuerst die alte Prophetie vor aller Augen: "Ich werde den Hirten schlagen, so daß sich die Schafe der Herde zerstreuen" (Zach 13,7). Doch dieser wird sie wieder 'sammeln' und an sich ziehen, um den Aufbau Seiner Kirche fortzusetzen, die aus Jüngern, Aposteln und (ständigen) Anhängern besteht. Die alle heimsuchende Katastrophe schien eine vollständige zu sein. Doch eine Herde 'zerstreuen' heißt nicht, sie vernichten. Das wußten die lästernden Hierarchen in Jerusalem und ärgerten sich maßlos über die von Pontius Pilatus am Kreuze Christi angebrachte Tafel.                           

Weil die Verheißung der Schlüsselgewalt unbedingt ihre Erfüllung oder Verwirklichung fordert, darum stellt sich die Frage, wann dies wohl durch Christus geschehen sein könnte? Denn schon in einer seiner Abschiedsreden hatte Er als der "gute Hirt" aus Fürsorge "den Elf" vorhergesagt: "Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme (wieder) zu euch", und ihr werdet mich leibhaftig sehen, meine Worte wirklich hören und mein Tun miterleben. "Noch eine kleine Weile und die (schnöde) Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber werdet mich sehen (und zweifelsfrei erkennen), daß ich lebe ...". Zudem möget ihr wissen: "Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer aber mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm zu schauen geben." (Joh 14,18. 19. 21.).

Somit fällt die Verwirklichung dieser Verheißung in die vierzig Tage nach der Auferstehung Christi und vor Seine 'Himmelfahrt' (d.h. die sichtbare Rückkehr zum Vater im Lichte einer erträglichen Verklärung, bei welchem Ereignis aber nicht bloß "die Elf" anwesend waren, sondern auch Jünger und echte Anhänger, ganz abgesehen von Maria, seiner jungfräulichen Mutter.). Christus forderte immer echte Zeugen, die Zeugnis ablegen könnten und sollten für Ihn und die göttliche Wahrheit. Den 'Mitläufern' aber wird unser Herr einmal sagen: "Ich habe euch nicht gekannt!".              

Oft kann man den eigentlich Sinn-Gehalt einer Verheißung auch leichter aus ihrer Erfüllung erkennen, da diese den Zielpunkt darstellt, auf den sie abzielt. Der Zielpunkt der Gewalt der Schlüssel 3) aber ist die oberste Hirtengewalt, in der sie sich kontrahiert. Diese ist das "summum regimen pastorale", welche im "Pastor bonus et aeternus" seine übernatürliche Wurzel hat. Darum offenbarte Christus schon zu Pfingsten in Jerusalem und wodurch wiederum eine Spaltung unter den Judäern eintrat: "Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ich (allein) bin der gute Hirt; Ich (allein) bin die Tür zu den Schafen (meiner Hürde) ..." Aber "ich habe noch andere Schafe, welche nicht aus dieser Hürde sind; auch diese muß ich herbeiführen, und sie werden meine (und auf meine) Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden." (Joh 10,7 ff.). War das nicht deutlich genug? Dem Rest der Apostel und Jünger war doch bekannt, daß bestimmte Verheißungen Christi noch nicht in Erfüllung gegangen waren und verwirklicht werden mußten. So etwas kann man doch nicht plötzlich vergessen! Indes trifft auch auf einige Apostel zu, was Christus zu den beiden hoffnungslos gewordenen Emmaus-Jüngern sagte: "O ihr Kleingläubigen und Unverständigen! Wie schwerfällig ist doch euer Herz, um an all das zu glauben, was (bereits) die Propheten gesprochen haben!" (Lk 24,25). Nachdem jedoch Christus sich ihnen zu erkennen gegeben hatte, kehrten sie schnell nach Jerusalem zurück und suchten auch die Apostel auf, d.h. "die Zehn", denn Thomas, "der Zwilling", war nicht dabei. Diese hielten sich mit anderen in einem Hause auf, wo sie sich ver-sammelt und "die Türen aus Furcht vor den Juden (den Hierarchen und Judäern) verschlossen (verrammelt) hatten" (Joh 20,19). Die Situation so mancher Jünger und Apostel am Abend des ersten Auferstehungstages war, bevor ihnen Christus erschien (wie Er vorausgesagt hatte), mehr als trostlos. Als Er jedoch plötzlich in ihre Mitte trat, da glaubten sie zuerst, ein Gespenst zu sehen, bis sie eines Besseren belehrt wurden. Doch zuerst fragte Er sie mit einem unüberhörbaren Vorwurf: "Warum seid ihr verwirrt und warum steigen Zweifel auf in euren Herzen?" (Lk 24,38): Auf den Glaubenszweifel aber folgt die religiöse Hoffnungslosigkeit und auf diese die Verzweiflung ... Fürwahr, der Herr der Kirche ist auch der 'beste Hirt'!  

Wer von "den Zehn" oder auch von "den Elf" dachte in der Woche nach der Auferstehung Christi noch an die dem Simon-Petrus verheißene Schlüsselgewalt, die ja nicht dasselbe ist wie die den zehn Aposteln am Abend der Auferstehung gegebene geistliche Gewalt, Sünden nachzulassen und / oder zu behalten, wenn Bußfertige ein Sündenbekenntnis ablegen? 4) Kein Apostel dachte noch an das Wort Christi von der Gabe  der "Schlüssel des Himmelreiches". Dies ist auch gar nicht so schwer zu verstehen, wenn man bedenkt, welche Glaubens- und Erkenntnisschwierigkeiten sie bereits mit anderen 'göttlichen Dingen' hatten, angefangen mit der Erfassung des wahren Messias und Erlösers, der sich weder von einem Volke noch von einer 'Kaste' 5) "zum König machen" ließ. Nun aber war die von Christus dem HERRN vorausgesagte Auferstehung eingetreten 6) und der Auferstandene zeigte sich: wem er wollte, wie er sich zeigen wollte, wo er dies wollte und wie lange er sichtbar sein wollte. Dies sind außerordentliche Begebenheiten und Ereignisse, die alle ihren besonderen Sinn haben. Es wäre auch verständlich, wenn einige, die von der Auferstehung erfuhren, in helle Aufregung versetzt wurden und dann sehr verschieden auf dieses Geschehnis reagierten. Man denke nur einmal an den zur Schwermut neigenden Apostel Thomas, den 'Ungläubigen', den niemand am Abend des Auferstehungstages zu Gesicht bekam, oder an den Hohenpriester Kaiphas, der damit beschäftigt war, sich Lügen auszudenken.  

Es wäre auch angebracht, sich hinsichtlich der Binde- und Löse-Gewalt einmal die Frage zu stellen, wodurch ein christlich-religiöser Mensch in seinem Denken, Wollen und Sich-verhalten gebunden werden kann? Nun, dies geschieht vor allem durch richterliche Glaubens-sätze und -entscheidungen (Dogmen), durch moralische und rechtliche Normen für ein spezifisch christliches Leben oder auch durch eine Exkommunikation, die von der kirchlichen Relgions- und Gnaden-gemeinschaft ausschließt etc.. Ein solches binden ist weder ein äußerer Zwang noch eine innere Nötigung, da es die Freiheit der Person in ihrem Wollen, Streben und Handeln voraussetzt, die allerdings als eine nur menschliche immer auch verantwortet werden muß. Willkür ist keine Freiheit, sondern ein Mißbrauch derselben. Es kann aber auch die Schlüsselgewalt mißbraucht werden und was sogar dadurch geschehen kann, daß von ihr kein Gebrauch gemacht wird, obwohl der Schlüsselträger dazu und hier und jetzt unbedingt verpflichtet wäre. Man muß eben die Schlüsselgewalt, wie jede andere Gewalt ebenfalls, von ihrem Gebrauch unterscheiden und sich als Mensch vor ihrem immer möglichen Mißbrauch hüten. Macht und Gewalt sind nichts Negatives (wie heutzutage von vielen Lügnern verbreitet wird), da sie die Durchsetzung des Rechts und die Abweisung des Unrechts zum Gegenstand haben. Auch die sog. "Spaßgesellschaft" ist eine Unrechtsgesellschaft. Diese macht sogar an Sonn- und Feiertagen ihre 'Späßchen' in der Kirche um einen Tisch herum (genannt 'Konzelebration'). 7)

Die heilige (sakrale) Gabe der Schlüsselgewalt beruht einzig und allein auf einer Verleihung Christi, des Auferstandenen, wodurch sich die Verheißung von Cäsarea Philippi erfüllte. Ein jeder, der sich keine Illusionen macht, kann doch wissen, warum dies so lange gedauert hat oder auf sich warten ließ. Christus selbst bestimmte nach wie vor, was in Seiner Ekklesia zu geschehen habe und wann etwas für sie zu Ihrem Wohle zu tun sei. Nicht selten bedauert man es, daß nichts in der Hl. Schrift überliefert ist, was alles in den vierzig Tagen von seiten Christi gesagt und getan worden ist. Denn der Apostel Johannes schreibt: "Noch viele andere Zeichen (= gehörte Worte und gesehene Handlungen) tat Jesus (der Christus) vor seinen Jüngern, die nicht in diesem Buche aufgeschrieben sind." (Joh. 20,30). Aber vielleicht war das gut so, damit nicht pure Neugier (curiositas), die eine Sünde ist, befriedigt wird.

Die Schlüsselgewalt liegt im Wesen der obersten Hirtengewalt in der Kirche Jesu Christi. Diese pastorale "potestas spiritualis ordinaria" aber bedarf eines Trägers, das heißt einer menschlichen Person, welche sie auszuüben imstande ist und tatsächlich auch ausübt. Außerhalb der Kirche in der Welt, die ein christliches Gesellschaftsgebilde ist, existiert sie nicht, so daß man sie nur in ihr findet und finden kann, nicht jedoch außerhalb derselben, weil sie ebenfalls ein 'Glied der Kirche' ist und sein muß. Es fragt sich nur, ob sie immer und ständig dasein wird? Doch dies ist ein besonderes Problem, das vielleicht sogar unlösbar ist.         

(Fortsetzung folgt)
Anmerkungen:
1) Ein Glied dieser Gesellschaft wird man nur durch den gültigen Empfang des von Christus eingesetzten Gnadenmittels der sakramentalen Taufe, einschließlich des durch sie der menschlichen Geist-Seele eingeprägten unauslöschlichen Tauf-Charakters oder Tauf-Siegels (das in der Hölle zu einem 'Kainsmal' wird). Ein Glied der Kirche, die ein religiöses Gesellschafts-Gebilde ist, wird man weder durch den Glauben noch durch ein Glaubensbekenntnis, sondern durch die nämliche Taufe. Es gibt 'Kirchengläubige', die das nicht mehr wissen.
2) Es war mehr als lächerlich, die Schlüsselgewalt, eine oberste soziale Autorität, aus einer und zudem noch fiktiven 'christlichen Urgemeinde' ableiten oder entstehen lassen zu wollen, ganz abgesehen davon, daß die Apostel bald in alle Welt verstreut werden würden und der Apostel Jakobus der Jüngere in Jerusalem keinen echten Nachfolger hatte; denn die dortige judenchristliche Gemeinde spaltete sich und zerfiel schließlich in Sektierergruppen. Es ist auch bekannt, daß die sog. "Jakobusleute" für die 'Heidenchristen' zu einem roten Tuch wurden. Denn überall, wo sie auftauchten, stifteten sie Unfrieden und Glaubensverwirrung. Diese Leute hatten seit der Ermordung des Diakons Stephanus (32/33) nichts dazugelernt. Man kann sie auch als die ersten Häretiker bezeichnen und die später selbst dem hl. Paulus schwer zu schaffen machten. Auch gegen diese Leute ist der Hebräerbrief geschrieben. Sogar noch nach der Auferstehung stellten Apostel an Christus die abwegige Frage: "Herr, richtest du (jetzt) in dieser Zeit das Königtum für Israel auf (und beteiligst uns an ihm)?" (Apg 1,6). Sie verstanden die Schlüsselgewallt immer noch nicht.
3) Es empfiehlt sich, hier einiges vorwegzunehmen, weil die Schlüsselgewalt keine einfache Sache ist, sondern eine in sich gegliederte und mehrfach bestimmte. Denn das Gesellschaftsgebilde der wahren Kirche besitzt von ihrem 'Dominus Jesus Christus' 3 Schlüssel, die man möglichst genau unterscheiden sollte, dennoch aber niemals voneinander trennen darf, da sie eine lebendige Ordnungs-Einheit bilden. Sie existieren nicht jeweils für sich allein:
1.)  den "clavis scientiae", den Schlüssel eines immer mit Autorität verbundenen Wissens, das als "scientia discernendi" (Unterscheidungs- und Trennungs-Wissen im theologischen Bereich) bezeichnet wird.  Dieses Wissen ist kein bloßer Habitus des Intellektes, denn es hat den Zweck, im Geiste des Menschen ein deutlich erkanntes Hindernis zu beseitigen oder aufzuheben (removere obstaculum), das den Zugang zum Himmelreich versperrt. In diesem Zusammenhang hatten die Pharisäer, die "auf dem Stuhl des Moses sitzen" (Mt 23,2), den "Schlüssel der Erkenntnis weggenommen" (Lk 11,52); d.h. sie hatten ihn geraubt und sich seiner entledigt, indem sie ihn ins Gegenteil verkehrten. So etwas ist ohne satanischen Einfluß nicht möglich.
2.) den "clavis sacramentalis"; dieser Schlüssel ist in Mt 16,19 und 18,18 nicht gemeint, da ihn jeder  Priester des Neuen Bundes aufgrund der "potestas ordinis" besitzt, die sich vor allem auf die Verwirklichung des Altars- und Buß-Sakramentes bezieht (nicht jedoch des Ehe-Sakraments).
3.) den "clavis iurisdictionis"; mit diesem Schlüssel ist eine herrscherliche und rechtserhebliche "potestas ordinaria" gemeint, die über den Schlüssel (2) hinausgeht und sich mit dem Schlüssel (1) verbindet. - Diese geistlichen Macht und Gewalt (potestas vel vis spiritualis) hat sich bald nach dem Tode der Apostel zu einer spezifisch 'bischöflichen' entwickelt, weil kein Priester des NT einen anderen getauften Christgläubigen, auch wenn dieser rechtgläubig ist, zum Priester ordinieren, eine "sacra ordinatio" erteilen kann. Dies vermag nur ein Bischof, wenn er rechtmäßig Bischof ist. Nicht jeder Bischof von heute ist auch rechtmäßig Bischof!
Ein Schlüssel schließt eine Tür auf oder er schließt sie zu, vorausgesetzt, daß er in das Türschloß paßt. Es gibt eine Menge Türschlösser, in die kein Schlüssel paßt, so das eine geschlossene Tür verschlossen bleibt. Wer oder was aber hat sie verschlossen?
4) Es wird jedoch ein gültig ordinierter Priester Christi das Sakrament der Buße auch dann nicht 'spenden' können, wenn die Reue des Pönitenden eine nur geheuchelte ist. Wissen 'Amtspriester' eigentlich noch, woran man eine, auch bei ihren 'Amtsbrüdern' geheuchelte Beichte von einer ungeheuchelten unterscheiden kann und was bei einer geheuchelten unbedingt zu tun ist?
5) Auch das "Kardinals-Kollegium" stand immer in der Gefahr, zu einer Art 'Kaste' zu werden und sich sogar in solche 'Obödienzen' zu spalten, wie dies bei sog. "Papstschismen" der Fall gewesen ist.
6) Hier sollte man sich an folgendes Geschehnis erinnern, das sehr aufschlußreich ist. Als am Morgen des Auferstehungstages Maria Magdalena in heller Aufregung Simon-Petrus und Johannes berichtete, daß das Grab leer und der Leichnam vielleicht gestohlen sei, liefen beide sofort zur Grabkammer und schauten sich in ihr um; beide sahen das gleiche und alles in Ordnung hinterlassen, das Schweißtuch sogar zusammengefaltet. Johannes "sah und glaubte" (daß Christus auferstanden ist); Petrus hingegen "wunderte sich nur" (über das Fehlen des Leichnams), und dann gingen sie wieder heim. Beide jedoch hatten "die Schrift noch nicht erfaßt, daß Er von den Toten auferstehen müsse." (Joh 20,8.9.). Es war mithin auch für Apostel gar nicht so leicht, eine Hl. Schrift-Offenbarung zu erfassen und das Geoffenbarte zu glauben, d.h. es sicher für wahr zu halten. Zum Apostel Thomas aber hatte der Auferstandene belehrend gesagt: "Selig, die nicht sahen und doch glaubten" (V.29).
7) Hier sei daran erinnert, daß Christus im 'Abendmahlssaale' nach dem Weggang des Iskarioten 11 Apostel noch zu Priestern des Neuen Bundes ordiniert und ihnen die Macht gegeben hat, Brot und Wein zu konsekrieren.
 
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