56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 9 Monat November 2004
Widerstand? - Fehl(er)anzeige!


Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
Die Allerheiligste Dreifaltigkeit


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Joseph Görres


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2005
Ein terminologisches Dilemma


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
Unfreundliche Betrachtungen


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
The Holy Trinity


Ausgabe Nr. 11 Monat december 2005
La Sainte Trinité


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2006
Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1971
Einige präzise Fragen an Herrn Professor Schmaus


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1971
WAHNSINN


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Orthodoxie und europäische Identität


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Die Irrtümer des Johannes Rothkranz


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Welche Bedeutung hat der Kanon 1366 § 2 des CIC


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
AN DIE PRIESTER


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Der heilige Anselm von Canterbury


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2000
Der selige Oliver Plunket


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
Linientreue Zwerge


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2000
MITTEILUNGEN DER REDAKTION (dt/espa)


Ausgabe Nr. 7 Monat Oktober 1971
FRIEDRICH HEINRICH JACOBIS


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1999
Warum die Einsicht Ecône unterstützt


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MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1998
ERWIDERUNG AUF DIE STELLUNGNAHME VON DR. E. HELLER


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1998
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1997
SEKTIERERTUM ALS VORGABE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1993
DER HL. ALBERTUS MAGNUS


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat November 1996
VERSINKT DER KATHOLISCHE WIDERSTAND... (Anmerkungen)


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1996
Buchbesprechungen


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? - Einleitung


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1995
WELCHE PHILOSOPHIE? -Fortsetzung


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 5 Monat März, Doppelnr. 5-6 1996
WELCHE PHILOSOPHIE? 2. Teil


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
La Santisima Trinidad


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1994
LESERBRIEFE


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
Leserbriefe zu dem Beitrag Am Scheideweg


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2013
Die Irrtümer des II. Vatikanums und ihre Überwindung


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1984
DIE LÄSTERUNG DES GEISTES


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
EINSICHT!


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1980
PRÄZISE ZIELE!


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1980
EINSICHT!!


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1980
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Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1981
IM VERTRAUEN AUF GOTT!


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
DASS (...) DER WAHRHEIT DIE EHRE GEGEBEN WIRD


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1979
UNSCHULD UND SCHULD DER FRAU IN DOSTOJEWSKIJS WERK


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
JOHANNES PAUL II.


Ausgabe Nr. 7 Monat April 1980
STELLUNGNAHME GEGEN DIE VORWÜRFE, DIE GEGEN DAS VON DER SAKA GEPLANTE SEMINAR GERICHTET SIND.


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
EN LA ENCRUCIJADA


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
À la croisée des chemins


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
At the crossroads


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1975
DER VERABSCHEUTE DIENST


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 1975
EHE, FAMILIE UND ERZIEHUNG


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
LA SANTISIMA TRINIDAD


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2008
Zum 50. Todestag des katholischen Dichters Reinhold Schneider


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2008
Die prinzipielle Offenbarung Gottes und die konkrete Offenbarung


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2009
Die Erfassung der Einheit (des Wesens) Gottes


Ausgabe Nr. 2 Monat April 2009
Dokumente zum Fall Williamson


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2009
Die Wahrheit ist einfach


Ausgabe Nr. 12 Monat September 2009
The Truth is simple


Ausgabe Nr. 11 Monat giugno 2010
Al crocevia


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 9- 13. a-b Ist das Kirchenvolk in der Konzilskirche erhalten?


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
Al crocevia


Ausgabe Nr. 3 Monat Sptember 2011
Das Reich Gottes 'haben wollen'


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
DIE THEORIE DER INTERPERSONALITÄT IM SPÄTWERK J.G. FICHTES


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Einleitung


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel I


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel II, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 1


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 2


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 3


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 4


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 5


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 6


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 7


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 8


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel III, Forts. 9


Ausgabe Nr. 20 Monat Mai 2012
Kapitel IV


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
Mitteilungen der Redaktion, Hinweise


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
Hinweis: Promotion von Eberhard Heller


Ausgabe Nr. 2 Monat Juni 2013
Neues aus dem finsteren Land Absurdistan


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2014
Wie Christus als Gottes Sohn erkannt werden kann - weiterführende Betrachtungen


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2014
Moderne Sozial- und Schulpolitik


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2015
Gehört der Islam zu Deutschland?


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2015
Die Irrtümer des II. Vatikanums und ihre Überwindung durch die Erkenntnis Christi als Sohn Gottes


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2015
Fortsetzung I: Wie Christus als Gottes Sohn erkannt werden kann - weiterführende Betrachtungen


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2019
Himmelfahrt Christus im Herzen


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2019
Ich rufe dich bei Deinem Namen: Mein bist Du


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2020
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2020
Gedanken zu „Einsicht“, Sept. 2015, Dr. E. Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
The Errors of Vatican II and their defeat through Recognizing Christ as Son of God


Ausgabe Nr. 4 Monat Juni 2020
How Christ can be recognized as Son of God – further reflections


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
Los errores del Vaticano II y su superación gracias al conocimiento de Cristo como Hijo de Dios


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2020
Cómo se puede conocer a Cristo como Hijo de Dios: nuevas consideraciones


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
Comment le Christ peut être reconnu comme le Fils de Dieu


Ausgabe Nr. 6 Monat Juni 2020
Les erreurs de Vatican II


Ausgabe Nr. 7 Monat Juli 2020
Buchbesprechung:


Ausgabe Nr. 4 Monat August 2021
Der Herr ist der Geist


Ausgabe Nr. 3 Monat Juni 2022
Zum 80. Geburtstag von Dr. Eberhard Heller


Ausgabe Nr. 4 Monat September 2022
Fanatismus im Islam und im Christentum?


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2022
Wie im Islam


Ausgabe Nr. 4 Monat August 2023
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 5 Monat August 2024
Anmerkungen Nur noch Auslaufmodell


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Seelsorgerliches Wirken von P. Michael Mutter


Ausgabe Nr. 5 Monat November 2025
Herr und Knecht


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2026
Welche Philosophie? Thomas oder Fichte?


AN DIE PRIESTER
 
AN DIE PRIESTER

von
Papst Pius XII.

ZU JENER HOHEN AUFFASSUNG vom Priestertum, die Uns der Völkerapostel vor Augen stellt, erheben Wir Unseren Blick, Unser Streben und preisen inmitten des christlichen Volkes Unsere Würde als Mittler und Gesandter Christi. Wer steht in der heiligen Hierarchie dem Volke näher als der Pfarrer, dessen Sendung drei Worte umschreiben. Apostel, Vater, Hirt!
                     
Amt und Pflichten des Pfarrers

In jedem Pfarrer lebt ein Apostel; vor allem aber muß der Priester in der Großstadt in sich die Flam-me apostolischen und missionarischen Geistes sowie den echten Eroberungseifer des heiligen Paulus fühlen. In den gegenwärtigen Zeiten mit ihren politischen und religiösen Umwälzungen, mit ihren vielfältigen philosophischen und wissenschaftlichen Abirrungen in Unterricht und religiöser Erziehung werdet ihr bald begreifen, daß sich die früheren geistigen Verhältnisse der Gesellschaft derart geändert haben, daß man selbst von diesem Unserem Rom nicht mehr als von einem rein katholischen Gebiet sprechen kann; denn neben der großen Zahl derer, die im Glauben fest geblieben sind, fehlen auch nicht solche, die der Kirche gegenüber gleichgültig geworden sind oder sich ihr entfremdet haben. Diese bilden ein Missionsgebiet, das für Christus zurückerobert werden muß.

Der gute Hirte                      

Der Pfarrer ist Hirt und Vater, nämlich Seelenhirt und geistlicher Vater. Wir müssen uns immer gegenwärtig halten, geliebte Söhne daß das ganz dem Reich Gottes zugewendete Wirken der Kirche nicht von dieser Welt ist. Wenn es nicht unfruchtbar werden, sondern sich belebend, gesund und wirkungsvoll erweisen soll, dann muß es als vornehmstes Ziel anstreben, daß die Menschen in der Gnade Gottes leben und sterben. Die Gläubigen im christlichen Denken unterweisen, den Menschen in der Nachfolge Christi erneuern, den freilich immer schmalen Weg zum Himmelreich ebnen und seinen Pfarrbezirk wahrhaft christlich machen, das ist die eigentlichste Aufgabe des Pfarrers als Lehrer, Vater und Hirt seiner ihm anvertrauten Pfarrei.

Lasset euch nicht in der Erfüllung dieser Pflichten durch die Verwaltungsarbeiten ablenken und hemmen. Vielleicht haben nicht wenige von euch täglich einen harten Kampf zu führen, um nicht von Verwaltungsaufgaben erdrückt zu werden und die unerläßliche Zeit für die wahre Seelsorge zu finden. Wenn Organisation und Verwaltung auch ohne Zweifel wertvolle Mittel des Apostolates sind, so müssen sie doch dem geistlichen Dienst und dem wahren und eigentlichen tätigen Hirtenamt angepaßt und untergeordnet werden.   

Durch göttlichen Ratschluß gilt auch vom Priester wie von jedem Bischof das Wort: "Ex hominibus assumptus, pro hominibus constituitur in iis quae sunt ad Deum, ut offerat dona et sacrificia pro peccatis" - "Aus den Menschen genommen, für die Menschen bestellt in ihren Angelegenheiten bei Gott, auf daß er Gaben und Opfer für ihre Sünden darbringe" (Hebr. 5, I). Daher offenbart, entfaltet, ja erhebt und steigert sich sein Weihecharakter, vermittelnd zwischen Gott und den Menschen, umgeben und umhüllt vom höchsten Licht seines Geheimnisses im heiligen Meßopfer und der Spen-dung der Sakramente. Am Altar, in der Taufkapelle, im Beichtstuhl, an der Kommunionbank, bei der Trauung, am Krankenbett, unter den Kindern, in den Familien und in der Schule, in den Krankenhäusern, auf der Kanzel und in der Versammlung ist der Priester der Diener und wirksamstes Werkzeug der Macht, der Liebe, des Verzeihens, die Gott der gefallenen Menschheit gewährt hat ...   Tragt daher Sorge, daß eure Würde immer vor eurem Volke erstrahle, und daß die Gläubigen mit lebendigem Glauben Wert und Bedeutung des heiligen Opfers und der Sakramente, die von euch verwaltet werden, erkennen und verstehen, und in lebendiger persönlicher Teilnahme den heiligen Handlungen und der unvergleichlichen Schönheit der heiligen Liturgie zu folgen vermögen.

Spendung der Sakramente

Nach dem heiligen Opfer ist wichtigstes und beglückendes Amt die Spendung des Sakraments der Buße, das die rettende Planke nach dem Schiffbruch genannt wird. Seid bereit und großherzig, den Seefahrern auf dem stürmischen Meer des Lebens diese Planke zu reichen. Widmet euch dieser Aufgabe mit besonderem Eifer und voll Hingabe. Sitzet in diesem göttlichen Gericht von Anklage, Reue und Verzeihung als Richter, die in ihrer Brust das Herz eines Vaters und Freundes, eines Arztes und Lehrers tragen. Und wenn es das wesentliche Ziel dieses Sakramentes ist, den Menschen mit Gott zu versöhnen, so vergeßt nicht, daß, um dieses hohe Ziel zu erreichen, jene geistliche Leitung erforderlich ist, durch welche die Seelen, die hier das Wort des Priesters leichter als sonst aufnehmen, ihre Schwierigkeiten, ihre Verwirrungen und Zweifel ihm vertrauensvoll in die Hände legen und seine Ratschläge und Ermahnungen erwarten. Das christliche Volk hat drängendes Bedürfnis nach Beichtvätern, die durch theologische und aszetische Ausbildung und Tugend, durch Reife und Überlegung imstande sind, erleuchtete und sichere Richtlinien für das Leben, auf einfache und klare Weise, mit Takt und Wohlwollen, zu geben.                

Die Predigt

Was Wir bis jetzt gesagt haben, betrifft im besonderen den Dienst der Frömmigkeit und Wachsamkeit des Pfarrers. Daneben aber ist es eine strenge Pflicht, das Wort Gottes zu verkünden, eine wesentliche Pflicht des Apostels, dem das "verbum reconciliationis" (das Wort der Versöhnung) nicht weniger anvertraut ist als das "ministerium reconciliationis" (der Dienst der Versöhnung) "Vae enim mihi, si non evangelizavero" - "Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte!" (1. Kor., 9,16). Denn "fides ex auditu, auditus autem per verbum Christi... Quomodo credent ei, quem non audierunt? Quomodo autem audient sine praedicante?" - "Der Glaube kommt aus dem Hören, das Hören aber durch das Wort Christi ... Wie sollen sie dem glauben, den sie nicht gehört haben? Wie aber sollen sie hören ohne einen, der predigt?" (Röm. 10, 14—17). Wie der Verstand Leuchte des Willens ist, so ist Wahrheit die des guten Handelns. Das Wort ist der Träger der Wahrheit, aber leider auch des Irrtums, die beide an die Türe des Verstandes und des Willens klopfen. Ihr begreift, warum die Ermahnungen des Apostels Glauben und Hören, das Hören und den Prediger miteinander verbinden und warum es, um die Blindheit der Welt zu heilen in der Erkenntnis Gottes, der aus der leuchtenden Weisheit des Universums spricht: "placuit Deo per stultitiam praedicationis salvos facere credentes" ("es Gott gefiel, durch die Torheit der Predigt die Gläubigen zu retten") (1. Kor. 121). Eine erhabene Torheit ist dieses, die weiser ist als die Menschen, und die "Schande von Golgatha" ist der Ruhm Christi. Diese Wahrheiten passen gleich den Ermahnungen des Apostels gut in unsere Zeit, in der die Unwissenheit in religiösen Dingen tief und gefahrvoll ist ... Mit den Großen und Reifen seid nach dem Vorbild des Apostels Paulus Väter und Lehrer der Vollkommenheit, mit den Kleinen und der Jugend macht euch klein nach Art der Mütter. Glaubt nicht, daß ihr euch mit den Kleinen und Unwissenden erniedrigt.                            

Die Katechese

Der Predigt gleich an Wert ist die Katechese, die Unterweisung der Kinder wie die der Erwachsenen. Bei dieser Aufgabe kann der Pfarrklerus sicher auf die Unterstützung und Mitwirkung katholischer Laien rechnen. Und all denen, die an diesem heiligen Werke mitarbeiten, senden Wir froh mit väterlichem Gefühl Unseren tiefen Dank und den Apostolischen Segen. Vergeßt nicht, daß die Vorschriften des Kirchenrechts diese wichtige Aufgabe als erste und natürliche Sorge ansehen, an die jener Hand anlegen muß, der als Seelsorger bestellt ist. Der Eifer des Priesters und seine Geschicklichkeit werden den Mitarbeitern aus dem Laienstand Ansporn und Vorbild sein; und die Katechismusstunde wird dem Pfarrer günstige Gelegenheit geben, sich mit der Jugend der Pfarrei zusam-menzufinden. Laßt euch die Gelegenheit nicht entgehen, die Kinder, wenn ihr es möglich machen könnt, persönlich auf die erste Beichte und Kommunion vorzubereiten. Es ist die erste stille Begegnung von euch und Christus, dem göttlichen Kinderfreund, mit den unschuldigen Seelen, die sich euch und dem Altare nähern und sich wie Frühlingsblumen dem ersten Sonnenstrahl öffnen. Sie werden die Erinnerung daran im wechselvollen Ablauf ihres Lebens unvergessen bewahren. Endlich wollen Wir einen charakteristischen Zug in der Gestalt des guten Hirten nicht übergehen: Er war nicht nur das wahre Licht, das bei seinem Kommen in die Welt jeden Menschen erleuchtet, er, die Wahrheit, der Weg und das Leben. Er strahlte auch in reichem Maße die Heilkraft für die Leiber aus und für jegliches menschliches Elend, "bene faciendo et sanando omnes" ("allen Gutes tuend und alle heilend"). So hinterließ er seinen Aposteln und seiner Kirche die barmherzige Liebe zu den Armen, den Leidenden, den Verlassenen als Auftrag, weil das Leben hienieden ein Auf und Nieder von Gut und Böse, von Wehklagen und Freude, von Nöten und Hilfeleistungen, von Fall und Wiederaufstehen, von Kämpfen und Siegen ist. Aber die Liebe zu den Brüdern, die alle von Christus erlöst worden sind, ist der geheimnisvolle Balsam für jeden Schmerz und alles Elend. 1)

Priester und Politik

Die Ausübung des Wahlrechts ist ein Akt hoher sittlicher Verantwortung, vor allem wenn es sich darum handelt, jene Kandidaten zu wählen, die berufen sein sollen, dem Lande eine Verfassung und Gesetze zu geben, insbesondere jene, die die Heiligung der Feste, die Ehe, die Familie, die Schule oder die Regelung der vielfachen sozialen Verhältnisse zum Gegenstand haben. Daher obliegt es der Kirche, den Gläubigen die sittlichen Pflichten zu erklären, die sich aus dem Wahlrecht ergeben.   

Der katholische Priester kann nicht einfach mit einem Staatsbeamten gleichgestellt werden, der mit der öffentlichen Gewalt, einer zivilen oder militärischen Funktion betraut ist. Diese sind Angestellte oder Vertreter des Staates, sie hängen von ihm ab, vorbehaltlich des göttlichen Gesetzes, und vertreten seine rechtmäßigen Interessen. Der Staat kann daher Verfügungen über ihr Verhalten erlassen, auch in Fragen der Politik. Der Priester dagegen ist Diener der Kirche und hat eine Sendung, die sich, wie Wir schon andeuteten, auf den ganzen Umkreis der religiösen und sittlichen Pflichten der Gläubigen erstreckt und in deren Erfüllung er daher selbst verpfichtet sein kann, Ratschläge oder Belehrungen zu erteilen, die auch das öffentliche Leben betreffen. Nun ist es einleuchtend, daß eventuelle Mißbräuche einer solchen Sendung nicht einfachhin dem Urteil der Staatsgewalt überlassen werden können; sonst würden die Seelsorger zusätzlich noch Behinderungen oder Belästigungen ausgesetzt, die von Gruppen, die der Kirche nicht wohlgesinnt sind, unter dem billigen Vorwand verursacht würden, den Klerus von der Politik trennen zu wollen. Man vergesse nicht, daß der Nationalsozialismus, dem es in Wahrheit nur darauf ankam, die Kirche zu vernichten, gerade unter dem Vorwand, den sogenannten "politischen Katholizismus" zu bekämpfen, das ganze Aufgebot von Verfolgung, Schikanen und Bespitzelung gegen die Kirche in Bewegung setzte, wogegen sich leitende Männer der Kirche, deren Mut heute noch von der ganzen Welt bewundert wird, auch von der Kanzel aus verteidigen und mutig zur Wehr setzen mußten. 2)

1) Aus der Ansprache an die Pfarrer und Fastenprediger, 6. Februar 1940
2) Aus einer Ansprache vom 16. März 1946
(zitiert nach: Chinigo, Michael: "Der Papst sagt - Lehren Pius' XII." Frankfurt a.M., 1955, S. 261-265)
 
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