56. Jahrgang Nr. 5 / September 2026
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1. Bischöfliche Erklärung
2. Korrespondenz mit dem Team von Unam Sanctam
3. Hinweis zu Unam Sanctam
4. Sprüche der Väter
5. Hochwürden, Hochwürden
6. Für Rußland, seine orthodoxe Identität
7. Abt Nikodemus Schnabel warnt
8. Stoppt das „Queer-Papier“ für katholische Schulen
9. Ex oriente lux!
10. Neue Klostergründung
11. Bischof Carlo Maria Viganò,
12. 80 Messerangriffe – jeden Tag:
13. Inschallah: Was uns bald ganz konkret bevorsteht
14. Zeitschriftenkritik
15. Hinweis der Redaktion
16. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
Bischöfliche Erklärung
 
Bischöfliche Erklärung zum Verhalten der Gläubigen im Jahr 1989

1. Wir, die unterzeichneten Bischöfe, durch außergewöhnliche Umstände dazu berufen, die heiligende Sendung der Heiligen, Katholischen, Apostolischen und Römischen Kirche in Ermangelung eines wahren römischen Papstes zu erhalten, erklären hiermit, daß die gegenwärtige Hierarchie, da sie dem unfehlbaren Lehramt der Kirche hinsichtlich des Ökumenismus widerspricht, indem sie dem falschen Zweiten Vatikanischen Konzil folgt, nicht für die Katholische Kirche spricht und in der Tat bar der göttlichen Autorität oder Jurisdiktion über die G1äubigen ist. Die wahre Kirche Gottes, gegründet auf den Felsen von Petri Glauben (Matth 16,18) und in allen Dingen belehrt durch den Heiligen Geist (Joh 14,26), kann niemals irgendeinen Irrtum lehren oder sich selbst widersprechen.

2. Während wir selbst bei formaler Abwesenheit eines Obersten Hirten nicht die Jurisdiktion oder Regierungsgewalt über die Gläubigen beanspruchen, wie sie Diözesanbischöfen eigen ist, obschon wir ebenso rechtmäßig für die apostolische Sendung der Kirche geweiht sind, haben wir dennoch nicht nur die sakramentalen Gewalten des Bischofsamtes, sondern auch das ihm innewohnende Lehramt, das ihm eigen ist. Kraft dessen rufen wir Klerus und Gläubige dazu auf, gemeinsam mit uns die Reformen als völlig unautorisiert zurückzuweisen, die entweder vom sogenannten Zweiten Vatikanischen Konzil angeordnet wurden oder darauf zurückgehen, und im Einklang mit der Weisung des Apostels "an den Überlieferungen festzuhalten", die wir von den Aposteln und ihren Nachfolgern gelernt haben (vgl. 2 These 2,15). Wir halten daran fest, daß die Heilige Tradition, wie die Kirche lehrt, die Hüterin und Interpretin der katholischen Wahrheit ist, indem sie in sich selbst deren unfehlbares Lehramt zum Ausdruck bringt und davon Zeugnis ablegt.

3. Die konziliaren Reformen, dazu ersonnen, die Kirche zu modernisieren und aus ihr weniger ein "Zeichen des Widerspruchs" gegenüber der Welt des Unglaubens (Luk 2,34) zu machen, sind nicht auf den Felsen des katholischen Glaubens gegründet, sondern auf den Sand des Ökumenismus - gerade jener Verbindung von Sekten, die von Pius XI. seligen Andenkens in seiner Enzyklika "Mortalium animos" als gänzlich unvereinbar mit der einen von Christus gegründeten Kirche verurteilt wurde. "Es ist klar", schreibt der Papst, "daß weder der Apostolische Stuhl in irgendeiner Weise an diesen Versammlungen teilnehmen kann, noch daß es den Katholiken irgendwie erlaubt sein kann, diese Versuche zu unterstützen oder an ihnen mitzuarbeiten. Wenn sie das täten, so würden sie einer falschen christlichen Religion, die von der einen Kirche Christi grundverschieden ist, Geltung verschaffen."

4. Dieses Gift des Ökumenismus ist offensichtlich in dem neuen Kult, der sich aus dem Konzil ergibt; das heißt, in der treffend so genannten "Novus-Ordo-Messe und in den anderen Sakramenten, wodurch das "Haus Gottes" (Gen 28,17) gerade durch dessen "sieben Säulen" (Spr 9,1) erschüttert wird. Alles ist offenkundig protestantisiert worden; alles, was so eigentümlich und erlesen katholisch und in der unantastbaren lateinischen Sprache der Westkirche verwahrt war, ist in rücksichtsloser Weise aus den alten liturgischen Gebeten entfernt worden, den Rest selbst hat man vulgarisiert und damit die Lamentationen des Propheten Jeremias in erschreckender Weise fast buchstabengetreu erfüllt.

5. "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." (Matth 7,16). Indes die Zeit seit dem Konzil ihren Lauf nimmt, wird die Unordnung in der Kirche nur noch größer. Während die Kameras und Scheinwerfer der liberalen Nachrichtenmedien die charismatischen konziliaren Päpste in den Augen der Massen heiligsprechen, nimmt die Anarchie sowohl in der Lehre als auch in der Disziplin in katholischen Schulen und Pfarreien in zügelloser Weise überhand, und die Skandale, die von abgefallenen Priestern und Prälaten begangen werden, sind fast nicht mehr zu zählen. Die gelegentlichen Einsprüche, die aus Rom kommen, entbehren der Sanktionen und werden nicht durchgesetzt, und legen so Zeugnis ab vom Zusammenbruch der Autorität selbst auf höchster Ebene.

6. Seit dem Konzil sehen wir die Schafe der Herde Christi ihrerseits zerstreut. Ein großer Prozentsatz hat aufgehört, den Glauben zu praktizieren; viele andere sind abgefallen und haben sich Sekten angeschlossen; die Traditionalisten sind in ihrem Gewissen gezwungen gewesen, sich wieder um die Priester zu scharen, die an der Messe von immer festhalten, während viele von ihnen in den Pfarreien immer noch in Verwirrung einhergehen. "Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben." (Joh 20,13). Unzählige Treuebrüche haben das Priestertum entleert, und die Massenabwanderung aus dem religiösen Leben hat es praktisch zerstört. Was muß man in dieser Zerstreuung der Schafe anderes sehen, als daß der Hirte selbst geschlagen (Matth 26.31) und die Kirche eines wahren Statthalters Christi beraubt wurde?

7. Tatsächlich sehen wir seit 1983 den Umsturz des Konzils mit einem neuen Codex des Kanonischen Rechts besiegelt, der mit dem Konzil selbst geplant wurde. Darin (can. 204) finden wir die Heilige Katholische Kirche lediglich auf einen Teil des größeren "Volkes Gottes" reduziert, dieses seinerseits umfaßt alle Getauften, ob katholisch oder nicht. Ferner finden wir darin (can. 844, 912, 933) den wechselseitigen Empfang der Sakramente, der für beide, Katholiken und Protestanten - und in den Kirchen des jeweils anderen Partners - gutgeheißen wird - gerade jenen gemeinsamen Kult ("communicatio in sacris"), der von der Kirche seit altersher verurteilt wurde. Siehe da das neue, gestaltlose Volk Gottes! "Nie hätten die Könige der Erde und sämtliche Erdkreisbewohner geglaubt, daß jemals ein Gegner und Feind Jerusalems Tore betrete." (Kgl 4,12).

8. Uns als katholischen Bischöfen obliegt es, das unfehlbare und unwandelbare Lehramt der Kirche zu verteidigen und aufrechtzuerhalten. Im Hinblick auf das, was wir hier dargelegt haben, ist die Pflicht der Katholiken klar. Sie müssen das Zweite Vatikanische Konzil und dessen falsche Päpste ganz und gar verwerfen, zusammen mit den von diesen abhängigen Bischöfen und Priestern. Der Apostel mahnt uns, an den Sünden anderer keinen Anteil zu haben (Röm 1,32). Das durch das Konzil eingeleitete Zeitalter trägt die Zeichen des großen Abfalls, der der Ankunft des Antichristen vorausgeht, was von demselben Apostel in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher vorhergesagt wurde.

9. Auch kann das katholische Gewissen keinen Kompromiß eingehen. Wir können nicht, wie manche es gerne haben möchten, auf der einen Seite den konziliaren Päpsten göttliche Autorität zuerkennen und ihnen gleichzeitig den Gehorsam zu verweigern unter dem Vorwand, daß sie ja nicht unfehlbar lehren. Wenn jemals ein wahrer römischer Papst öffentlich einen Irrtum lehren und die Kirche in die Irre führen könnte, dann würde dadurch ihre (= der Kirche) eigene Unfehlbarkeit - nie Unfehlbarkeit ihres ordentlichen Lehramtes selbst - untergraben. "Wer euch hört, der hört mich." (Luk 10,16). Abgesehen davon, daß es den Papst als unfehlbar bei der persönlichen Ausübung des feierlichen (= Außerordentlichen) Lehramtes definierte, erklärte das Erste Vatikanische Konzil auch, "daß dieser Stuhl des heiligen Petrus stets von allem Irrtum frei bleibe" (Denz. 1836). Niemand kann die Kirche in die Irre führen und dabei formell der Statthalter Christi sein. Auch könnte dasselbe Konzil die Gläubigen nicht dazu verpflichten, dem Papst "selbst in Dingen, die zur Disziplin und zur Regierung der Kirche gehören" zu gehorchen (Denz. 1827), wenn er bei der formellen Ausübung seines Amtes als Lehrer der Kirche der Gefahr des Irrtums ausgesetzt wäre.
10. Vielen wird es scheinen, daß wir zu viel verlangen, wenn wir erwarten, daß sie ihre Pfarreien verlassen und streng am überlieferten katholischen Kult und ebensolcher Disziplin festhalten. Besonders wird dies für die große Mehrheit der Fall sein, die sich aus Mangel an eigenen Priestern entweder gänzlich ohne Messe und Sakramente finden werden oder nur gelegentlich zu ihnen Zugang haben. Hier wird es für sie möglich sein, so mögen sie sich fragen, geistlich zu überleben und ihre Seelen zu retten?

11. Als Christus unterstellte Hirten wissen wir ihren Schmerz voll und ganz zu würdigen. Dennoch kann der Glaube keinen Kompromiß eingehen. Ein äußeres Bekenntnis und seine Praxis müssen sich in voller Übereinstimmung mit der Wahrheit der katholischen Lehre befinden. "Vater, heilige sie in der Wahrheit!" (Joh 17,17). In der Tat sind es nur wenige Priester, die zum gegenwärtigen Zeitpunkt ihr Amt in Übereinstimmung mit den Prinzipien ausüben, die wir hier dargelegt haben. Hoffentlich werden noch viel mehr durch die Gnade Gottes dazu bewegt, die Wahrheit einzusehen, die sie nach den Worten Unseres Göttlichen Herrn und Heilands "frei machen" (Joh 8,32) wird vom "Schatten des Todes" (Luk 1,79), so daß sie sich unserem Bemühen anschließen werden. "Jetzt ist die Stunde für uns da, vom Schlafe aufzustehen." (Röm 13,11). Wie ihre Vorfahren zur Zeit der englischen Reformation, sind die Katholiken heute von der Göttlichen Vorsehung dazu aufgerufen, ihren Glauben gerade dadurch zu bekennen und zu manifestieren, daß sie sich weigern, an den neuen Riten teilzunehmen. Auch sollten sie selbst da nicht der traditionellen lateinischen Messe beiwohnen, wo immer diese in Gemeinschaft mit ("una cum ••• ") dem falschen "Papst" und den ihm unterstellten Bischöfen dargebracht wird. "Das reine Opfer"(Mal 1,11) darf nicht durch Irrtum entweiht werden.

12. Nicht, daß es keine Alternative gibt, und daß jemand den Glauben nur privat praktizieren könnte. Wo die Dienste eines glaubenstreuen Priesters nicht verfügbar sind, sehen wir jene Alternative im heiligen Rosenkranz. Niemand, der sich ihm in aufrichtiger Weise hingibt, wird zugrunde gehen. Er sollte nicht nur privat und im Familienkreis gebetet werden, sondern auch in der Gemeinschaft - besonders sonntags - mit so vielen benachbarten Katholiken als möglich. Auf diese Weise wird die Verpflichtung zum öffentlichen Kult am besten erfüllt, wenn die Messe selbst nicht erhältlich ist. Gekoppelt mit dem Rosenkranz sollte die Geistliche Kommunion sein. Das inbrünstige und ausdrückliche Verlangen nach Empfang des Sakramentes kann viel von seiner Gnade erlangen. Gleichzeitig muß die rechtgläubige katholische Lehre und Spiritualit8t in den Büchern gesucht werden, die das offizielle (amtliche) Imprimatur der Kirche vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil tragen. Die Kinder müssen ihrerseits auf der Basis des traditionellen katholischen Katechismus belehrt und, wenn nötig, bei Abwesenheit eines eigenen Priesters sogar getauft werden.

13. Was, so fragen wir abschließend, ist der Wurzelgrund für das beispiellose Elend, das über die Kirche in unseren Tagen hereingebrochen ist? Was anderes als unsere Sünden? Mit den Worten des Propheten: "wir haben gesündigt und gefehlt, Unrecht getan und uns empört; wir wichen ab von deinen Geboten und Satzungen." (Dan 9,5). Derselbe Daniel scheint von unserer Zeit zu sprechen, wenn er in einer Vision einen Feind des Gottesvolkes sieht, "dessen Größe sich bis zum Heer des Himmels erstreckte. Von dem Himmelsheere und von den Sternen warf es gar manche zur Erde nieder und zertrat sie. Ja, bis zum Fürsten des Himmelsheeres wagte es sich empor und entzog ihm das tägliche Opfer; die Stätte seine3 prachtvollen Heiligtums wurde gestürzt. Und auf das immerwährende Opfer wurde der Frevel gelegt, wegen der Sünden. Es warf die Wahrheit zu Boden, und was es tat, gelang ihm." (Dan. 8,10-12).
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14. Das Ausmaß des Unglücks, das wir erleiden, zeigt das Ausmaß unseres Vergehens an, da wir die Gebote Gottes und seiner Kirche verließen. "Von jedem, dem viel gegeben wurde, wird viel gefordert werden." (Luk 12,48). So sollen denn auch unsere Reue und unsere Wiedergutmachung in einem angemessenen Verhältnis stehen zu unserem Versagen, als wahre Katholiken zu leben. Unsere Liebe Frau selbst warnte uns in Fatima, daß unheilvolle Zeiten kämen, wenn wir nicht Buße täten und den Rosenkranz beteten. Es ist für alle höchste Zeit, dies zu tun. Nicht durch mittelmäßige Maßnahmen k5nnen wir erwarten, die Gnade Gottes zu gewinnen, damit er wieder einen wahren Hirten auf den Stuhl Petri setzt, von dem die Wiederherstellung der Kirche selbst gänzlich abhängt. Die Verteidigung des Papsttums, so wie es von Christus eingesetzt wurde, ist für uns Bischöfe von hauptsächlichem Interesse.

15. Wir ermahnen ernstlich all jene, die diese Erklärung zum Apostolat lesen, sie unter allen Gläubigen zu verbreiten, einschließlich jener, die in den schrecklichen Folgen des Konzils von der Kirche abgefallen sind, und wir stellen die Sache unseres katholischen Bündnisses unter den Schutz des Unbefleckten Herzens Mariens, ihres keuschesten Bräutigams, des hl. Joseph, und des heiligen Michaels, des Fürsten der himmlischen Heerscharen.

Am Fest des Heiligsten Herzens Jesu 1989

+ J. Vida EImer - Albany, N.Y.
+ Robert McKenna, O.P. Monroe, Connecticat,
+ Oliver Oravec - London, Ontario
Abt John Hesson - PhiladeIphia, Pensilvenia

 
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