56. Jahrgang Nr. 5 / September 2026
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1. Bischöfliche Erklärung
2. Korrespondenz mit dem Team von Unam Sanctam
3. Hinweis zu Unam Sanctam
4. Sprüche der Väter
5. Hochwürden, Hochwürden
6. Für Rußland, seine orthodoxe Identität
7. Abt Nikodemus Schnabel warnt
8. Stoppt das „Queer-Papier“ für katholische Schulen
9. Ex oriente lux!
10. Neue Klostergründung
11. Bischof Carlo Maria Viganò,
12. 80 Messerangriffe – jeden Tag:
13. Inschallah: Was uns bald ganz konkret bevorsteht
14. Zeitschriftenkritik
15. Hinweis der Redaktion
16. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
Hochwürden, Hochwürden
 
„Hochwürden, Hochwürden, Ihr habt da etwas verloren:
Eure Glaubwürdigkeit! Ihr seid im Schisma!“
 
von
R. F. Schmidt

Schwere Anschuldigungen! Um was geht es überhaupt? Es geht um die katholische Kirche, um die Glaubwürdigkeit der „rechtgläubigen“ Priester und "Bischöfe"!
Es gibt "sedisvakantistische" Priester und "Bischöfe". Sie alle haben den Glaubensabfall der "Konzilskirche" und damit die Vakanz des päpstlichen Stuhls erkannt und bezeugen „im Prinzip“ die Notwendigkeit der katholischen Kirche als einer hierarchisch organisierten, lebendigen, dem Papst unterstellten Kirche. Ein durchschnittlich begabter Schüler würde daraus die Konsequenz ziehen: „Wenn die katholische Kirche heilsnotwendig eine Papstkirche ist, dann benötigt sie einen Papst. Wie - sie hat keinen? Dann aber Alarm! Wie also kann die Kirche wieder einen Papst erlangen?“

Und wie verhalten sich die „rechtgläubigen“ Priester? Sie schweigen zu diesem Thema! Geistliche, die um die zerfallene Hierarchie der Kirche und um die Notwendigkeit des in der Person des Nachfolgers Petri vorhandenen Papsttums wissen, aber jegliche Bemühungen um die Wiederherstellung der kirchlichen Hierarchie im Wege einer Papstwahl "für derzeit inopportun" erachten und sie durch ihre Untätigkeit hintertreiben!

Priester seid Ihr allemal, aber wie steht es um Eure Glaubwürdigkeit? Wäret Ihr der katholischen Kirche zugehörig, wäret Ihr bei den Ersten gewesen, die bereits vor Jahrzehnten, als die Apostasie der „Konzilskirche“ unübersehbar wurde, nach einem Weg gesucht hätten, die verbliebenen Reste der Kirche zu restaurieren: sie als sichtbare Heilsinstitution wieder aufzurichten - durch Wiederherstellung der kirchlichen Hierarchie! Was aber habt Ihr bisher unternommen? Ihr habt Euch in eigenen kleinen Gemeinden, Ihr habt Euch in eigenen kleinen "Kirchen" eingerichtet!

Eine Papstwahl sei zwar „im Prinzip notwendig“, so sagt Ihr, aber unter den "letzten rechtgläubigen“ Priestern sei ja „keine Einigkeit“, deshalb müsse die Angelegenheit „derzeit beiseite gelegt“ werden. - Eure Ausrede beruht auf Selbsttäuschung, denn bei aller Uneinigkeit in den Motiven des Nichtstuns herrscht unter Euch eine erschreckend-gleichgültige Einigkeit: Alle seid Ihr Euch einig, das der Kirche "im Prinzip" ein Papst notwendig sei - und alle seid Ihr Euch einig, dass bereits die Prüfung der Restaurationsfähigkeit der Kirche, geschweige den der Versuch einer Papstwahl unter den gegebenen Umständen „nicht angezeigt“ sei. Ihr macht Euch die Ausrede Adams zu eigen: er selbst wäre ja gar nicht auf die Idee gekommen, den Apfel anzufassen, aber die Eva sei schuld, die hätt ihm den Apfel hergereicht... Auf Eure Verhältnisse übertragen: Ihr selber wäret „ja eigentlich nie“ gegen die Restauration der Kirche gewesen, aber Ihr wäret doch so allein gewesen, denn „die anderen“ seien ja alle dagegen gewesen... Nein! All Ihr „rechtgläubigen“ Priester seid keineswegs allein, denn Ihr bildet in dem einen, dem entscheidenden Punkt eine unheilvolle Allianz: Ihr scheint den Geschmack der katholischen Kirche zu lieben, aber deren Wiederherstellung wisst Ihr auf diskrete Weise durch Schweigen und Nichtstun zu verhindern! Wollt Ihr "letzten rechtgläubigen" Priester überhaupt einer „Papstkirche“ angehören? - Falls nein: wieso behauptet Ihr, Ihr wäret Mitglieder der katholischen Kirche? - Falls ja: dann legt Eure Bemühungen um die Wiederherstellung der katholischen Kirche vor!
Ob und wie die katholische Kirche wieder sichtbar, als hierarchisch geordneter Körper restauriert werden kann, wer ist zu solchen Überlegungen berufen: akatholische Personen oder Mitglieder der katholischen Kirche, Laien oder Kleriker? Habt Ihr die kanonischen Vorschriften zu dieser Angelegenheit nicht bereits längst vorwärts und rückwärts sozusagen mit Lupe, Pinzette und Skalpell durchforscht? Habt Ihr Eure Untersuchungen schriftlich, für jeden Interessierten einsehbar, dokumentiert? Habt Ihr über die Restauration der Kirche Konvente, Versammlungen und Unterredungen abgehalten und deren Ergebnisse samt den teilnehmenden Personen für die Nachwelt und die weitergehende Forschung niedergelegt? - Wo sind Eure Studienergebnisse?

Ihr seid der Ansicht, Ihr als Priester der katholischen Kirche müsstet Euch "angesichts der derzeitigen Verhältnisse" "auf die Pastoral beschränken"? Steht Euch „die Pastoral“, die Hirtengewalt überhaupt zu? Oder täuscht Ihr da etwas vor, was Ihr nicht besitzt: „die Pastoral“, die Hirtengewalt? Die Amtsträger der katholischen Kirche, die Träger ordent-licher Hirtengewalt waren, sind im Zuge des Abfalls der "Konzilskirche" von der katholischen Kirche entweder verfemt verstorben oder in die Apostasie übergelaufen – Ihr seid also nicht im Besitz ordentlicher Hirtengewalt, weil sie Euch keiner übertragen hat! Worauf Ihr Euch stützen dürft, ist ein ganz und gar morsches Brett über schwindelerregendem Abgrund: „die Notjuristiktion“, ohne ordentliche Jursdiktionsgewalt in jedem zu prüfenden Einzelfall ausnahmsweise berechtigte, weil notwendige Akte der Hirtengewalt, bei deren Unterlassung anderenfalls schwerer Schaden entstünde. Und genau an dieser Engstelle klemmt es gewaltig: Voraussetzung ist eine vorhandene Notsituation! Was aber, wenn Ihr selbst es seid, die Ihr diese permanent fortbestehende „Notsituation“ mittels Eurer Untätigkeit aufrecht erhaltet? Könnt Ihr Euch auch da reinen Gewissens auf eine Notjurisdiktion angesichts einer unverschuldeten Notsituation berufen? Indem Ihr Euch auf „die Pastoral beschränkt“, handelt Ihr da als Priester der Kirche – oder seid Ihr Dieben und Räubern gleich, die nicht durch die Türe in den Schafstall, in die Kirche, eingegangen sind, sondern hinterrücks eingestiegen sind und sich die Rosinen, „die Pastoral“, herausholen?

Ihr habt zwar das Sakrament der Priesterweihe aus dem Schatz der Kirche empfangen, aber steht Ihr innerhalb der Kirche? Dann würdet Ihr, die Ihr tagtäglich wie selbstverständlich in den Schatz der Kirche greift, um Euch von dort die Sakramente zu beschaffen, als Diener der Kirche ihr längst das gegeben haben, was ihr zusteht: Ihr hättet Euch für die Restauration der in „Messzentren“ und „Gläubige“ zerstückelten Kirche, Ihr hättet Euch für die Belange der bis aufs Blut verwundeteten und darniederliegenden Kirche eingesetzt – Ihr hättet nicht nur aus dem Schatz der Kirche entnommen, sondern Euch in deren Dienst gestellt!

Ihr scheint Liebhaber von Titeln zu sein: Mit "Hochwürden" und "Herr Bischof", mit denen Ihr Euch anreden lasst, seid Ihr keineswegs vor jeglicher Kritik, sozusagen einer Gotteslästerung gleichkommend, geschützt! Denn Ihr maßt Euch eine Bürde an, die Ihr nicht zu tragen bereit seid! Ihr beruft Euch auf die Würde des Priestertums: recht so, denn Ihr habt die Würde des Priestertums aus dem Schatz der Kirche empfangen! Mit der Würde ist aber untrennbar die Bürde verbunden: "Hochwürden" und "Bischof" sind Eigenschaften, die lediglich den Dienern der katholischen Kirche gebühren. Das Priestertum ist für den Dienst in der heiligen Kirche bestimmt und daher in ihr angesiedelt - und nicht außerhalb!

Und selbst dort, in der Kirche, war und ist das Priestertum sozusagen Brennpunkt des menschlichen Glanzes und des abgrundtiefen Versagens: Es gab heilige Priester wie etwa Papst Pius V., Papst Pius X., Don Bosco und viele, viele andere. Und es gab Priester nach Art eines Arius, eines Pelagius, eines Nestorius, eines Johannes Hus, eines Martin Luther, eines Huldrych Zwingli, eines Ignaz v. Döllinger, eines Achille Liénart, eines Angelo Roncalli, eines Giovanni Montini, eines Marcel Lefebvre und all der vielen im Zuge der "Reformen" des sogenannten II. Vatikanischen Konzils gegen die Kirche arbeitenden und an ihrer Lauheit erstickten Priester! Sie alle waren Priester, waren "Hochwürden" – und haben ihre Würde zum Schaden der Kirche missbraucht: Christus und seiner heiligen Kirche untreue "Hochwürden", „Exzellenzen“, „Eminenzen“, „Heiligkeiten“!

Schaut Euch doch an, was aus der Kirche geworden ist! Ohne Hierarchie, ohne Einheit ist sie in einzelne Gläubige um dieses oder jenes "Messzentrum", um diesen oder jenen "Pater" oder "Bischof" zerstückelt. Euch reicht scheinbar „die gültige Weihe“ völlig aus; von Jurisdiktionsgewalt, von Hirtengewalt wollt Ihr gar nichts wissen – Ihr nehmt sie einfach unberechtigt in Anspruch! Und Ihr bemerkt nicht, dass Eure Bestrebungen sämtliche Merkmale der Sektenbildung - abseits der Kirche – in sich tragen: „Eure Gemeinden“, deren „Älteste“ und Vorsteher Ihr seid, und die Sakramente, die Ihr spendet, sind Euch so sehr Kirche genug, dass Ihr die Einheit der Kirche unter einem Oberhaupt in der Nachfolge des Petrus auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschiebt? Ihr bemerkt nicht, dass Ihr der ehemals existierenden, intakten katholischen Kirche äußerlich ganz ähnlichen Sekten vorsteht, die nicht einmal die Überlegung zulassen, wie die katholische Kirche wieder restauriert werden kann? - Wer heute als Priester meint, er sei rechtgläubig, indem er die Position der Sedisvakanz vertrete, das müsse aber genügen, der hat den Weg ins Schisma mit der katholischen Kirche eingeschlagen! Bei all ihrer hektischen Geschäftigkeit sind sie dabei, als Abtrünnige der heiligen Kirche zu enden - für Jesus Christus oder gegen ihn; für Seine heilige Kirche oder gegen sie, es gibt keine Neutralität!“

Ich halte es für ein zum Himmel schreiendes Elend um die Kirche: die einzigen, die erkannt haben und bekennen, dass die Kirche seit dem Jahr 1958 papst- und führerlos in „Messstandorte“, Gläubige und deren „geistliche Leiter“ zerstückelt dahintreibt, „beschränken sich auf die Pastoral“, wozu ihnen die ordentliche Hirtengewalt fehlt. Betreffend die Wiederherstellung der katholischen Kirche aber haben sie sich Denkverbote, Schweigen und Untätigkeit auferlegt, obwohl ausschließlich sie als Weiheträger in der Lage sind (Kan. 166 CIC), die Hierarchie der Kirche und damit die Kirche selbst wieder aufzurichten und sie zudem ausschließlich auf diesem Wege genau das erlangen können, was ihnen fehlt: ordentliche Hirtengewalt.

Anmerkung zum guten Schluss: Warum diese schwersten Anschuldigungen in dieser beißenden Schärfe? Im jungen Erwachsenenalter habe ich mich auf Anstoß meiner Eltern zum Glauben an Jesus Christus und Seine Kirche bekehrt; dafür bin ich dankbar. Ende 1975 war meine letzte Teilnahme an einer „Messe“ der „Konzilskirche“, seitdem besuchte ich „Messzentren“ der sich allmählich ausbildenden Hinterhofgemeinschaften, die fast ausschließlich „die alte Messe“ im Blick hatten. 1978 trat ich aus der “Konzilskirche“, nicht aber aus der katholischen Kirche, aus. Spätestens Anfang der achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts war offensichtlich, dass da mehr als „die alte Messe“ „beiseite geräumt“ worden war: die „Konzilskirche“ war als eine gegen die katholische Kirche gerichtete Gemeinschaft mit apostatischem „Oberbau“ erkannt. Damit war geklärt, ob nicht gottergebenes Zuwarten ausreiche, indem sich die „Konzilskirche“ auf ihre Wurzeln „rückbesinnen“ und zum „alten Glauben“ zurückkehren werde. Sie kann es nicht: „bekehren“ zum oder abwenden vom Glauben kann sich nur die einzelne Person, eine jede für sich allein; und niemand bekehrt einen anderen, er kann nur äußerer Anstoß einer Bekehrung dessen sein, der sich mittels seines eigenen Willensakts zu Jesus Christus und seiner Kirche hinwendet. Die Konsequenz: der „Konzilskirche“ ist eine „Rückkonversion“ zur katholischen Kirche hin unmöglich - nur der Einzelne kann sich „bekehren“, Auf eine „Rekatholisierung“ der „Konzilskirche“ zu hoffen, ist ein Irrweg! Die katholische Kirche ist seit der großen Apostasie in Reste, sie ist in diese und jene Gläubigen um dieses oder jenes „Messzentrum“ herum zerfallen. Priester einfachen und vollendeten Grades, sogenannte Weihbischöfe, gab und gibt es. Aber ihnen fehlt die ordentliche Hirtengewalt; es ist kein Hirte, kein Amtsträger, vorhanden, der die Hirtengewalt auf sie übertragen könnte. Als geweihte Priester sind sie examinierten Juristen vergleichbar, denen kein Amt in einer Justizbehörde zugewiesen ist, sie sind nicht als Richter an dieses oder jenes Gericht berufen: sie sind nicht Amtsträger, sie sind nicht mit ordentlicher kirchlicher Hirtengewalt ausgerüstet. - All das haben auch die „sedisvakantistischen“ Priester durchaus erkannt.
Und spätestens seit den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts warte ich, dass rechtgläubige Priester die Konsequenz aus dieser Erkenntnis ziehen und sich tatsächlich als rechtgläubig, als Diener der heiligen Kirche erweisen, indem sie ernsthaft und strebsam nach einem Weg suchen, wie die Kirche wieder restauriert wird: wie die kirchliche Einheit mittels Wiederherstellung der Hierarchie der Kirche durch die Wahl eines Papstes zu wieder zu erlangen ist. - Und genau an diesem entscheidenden Punkt „bocken“ und „blockieren“ „Hochwürden“ seit Jahrzehnten. Sie sind nicht bereit, Konsequenzen aus ihrer Einsicht zu ziehen. Sie tun fortwährend so, als seien sie gerade eben vom Abfall der „Konzilskirche“ überrascht, überwältigt - und überfordert... Seit mehr als dreißig Jahren warte ich nun darauf, dass nicht nur Priester und Levit an dem aufs Schwerste verwundeten Ausgeraubten, an der katholischen Kirche, schweigend vorüberhuschen, sondern darauf, dass ein Samariter erscheint, der hilft, bisher vergebens! - Irgendwann nach Ablauf dieser Jahrzehnte sind dann Hoffnung, Vertrauen und Glaubwürdigkeit verbraucht und verdampft, und es erfolgt die Abgrenzung in aller Schärfe:

Ich glaube an die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche – aber ich bin nicht einmal annähernd davon überzeugt, dass einer von den „rechtgläubigen, katholischen“ Priestern und „Bischöfen“, die mir bekannt sind, tatsächlich katholisch ist. Mittlerweile hat sich meine Einschätzung verfestigt: diese Schweigsamkeit betreffend ihre fehlende ordentliche Hirtengewalt und die notwendige Wiederherstellung der Kirche beruht nicht auf gottergebenem Zuwarten auf eine „göttliche Fügung“, sondern sie gründet auf Eigenmächtigkeit. Sind sie so „katholisch“, dass sie gar keine katholische Kirche, dass sie keine „Papstkirche“ benötigen? Die Reste der katholischen Kirche scheinen ihnen genug. Ich halte sie für „priesterliche Freunde und Förderer papstfreier örtlicher religiöser Gemeinschaften in kultischer Anlehnung an die frühere katholische Kirche“!

Und nun taucht plötzlich, sozusagen aus dem Nichts, die jüngst entstandenen Bewegung “unam.sanctam“ auf, deren erklärtes Ziel die Restauration der Kirche im Wege der Papstwahl ist. Ich bin weder „Kämpfer“ für sie, noch „Gegner“, sondern versuche, diese Szene aus der Ferne zu beobachten. „Im Prinzip“ bin ich dafür: die Wiederherstellung der kirchlichen Hierarchie mittels der Wahl eines Papstes ist nach dem Kirchenrecht nicht nur möglich, sondern heilsnotwendig und bereits seit Jahrzehnten überfällig. Die Untätigkeit all der scheinbar treukatholischen Priester stellt ein entblößend-negatives Zeugnis aus – über jene selbst! Die diversen Artikel, die ich im Laufe der Jahre für die Einsicht verfasst habe, befassen sich fast alle mit der Wiederherstellung der Kirche im Wege der Papstwahl.

Was allerdings die Teilnehmer der Bewegung „unam.sanctam“ ernsthaft unternehmen werden, bleibt abzuwarten. Ist es ein ehrlich und ernst gemeintes Vorhaben?

Wo habt Ihr bisher den helllichten Tag verschlafen, warum die erst jetzt, warum die so spät gewonnene Einsicht einer notwendigen Papstwahl zwecks Restauration der Kirche? Und warum in dieser hochnotpeinlichen Verschwiegenheit und Anonymität: seid Ihr ängstlich besorgt um Euren guten Ruf? Fürchtet Ihr „Verfolgung“, fürchtet Ihr „Ungemach“ von Euren „Brüdern“, die ebenfalls das Priestertum erlangt haben und denen als „priesterliche Freunde und Förderer papstfreier örtlicher religiöser Gemeinschaften in kultischer Anlehnung an die frühere katholische Kirche“ nicht an einer Restauration der katholischen Kirche gelegen ist? - Fürchtet diese „Brüder“ nicht: zu Priestern geweiht mögen sie ja sein, aber Eure Brüder sind sie nicht: sie lieben und benutzen bloß den Geschmack des Originals, das Original selbst aber, die katholische Kirche, lieben sie offensichtlich nicht!
Ist es die heilige Kirche und deren Wiederherstellung nicht wert, dass Ihr Euren guten Namen dafür hergebt? Oder ist Eure Bewegung bereits mit „Gesandten“ unterwandert, die Euer erklärtes Ziel diskret zu verhindern wissen, indem sie „zuvor“ erfolglos versuchen werden, die „Brüder“ zu „bekehren“, die sich fälschlich „katholisch“ und unter üblem Missbrauch des Namens des heiligen Papstes Pius X. „Priesterbruderschaft Papst Pius X.“ nennen? Wollt Ihr „zuvor“ versuchen, jene dahin zu „bekehren“, dass die „Konzilskirche“ etwa doch nicht die katholische Kirche und deren „Papst“ etwa doch nicht der Papst der katholischen Kirche sein könne, mit anderen Worten: wollt Ihr jene, die Ihr zu bekehren versucht, etwa davon überzeugen, dass sie abseitige Mitglieder einer apostatischen „Kirche“ sind? Und wollt Ihr Eure „Brüder“ „zuvor“ überzeugen, dass man aus der Erkenntnis, dass die Kirche hierarchielos in einzelne Gläubige zerstückelt dahintreibt, tatsächlich Konsequenzen ziehen müsse, und sei es auch nur der eigenen Glaubwürdigkeit wegen? - Vor solchen „Bekehrungsversuchen“ kann ich nur in aller Schärfe warnen: in längst nicht jedem schwarzen Rock, der doch „so urkatholisch“ aussieht und sich so aufführt, steckt ein geweihter Priester, der tatsächlich katholisch ist!
Falls Ihr mit Eurer Bewegung „unam.sanctam“ versuchen solltet, Priester, Masse, einzusammeln, anstatt Euch auf die Sammlung rechtgläubiger, katholische Priester zu beschränken und damit die Spreu vom Weizen zu scheiden, dann wird Euer Vorhaben scheitern, denn den Vorhof habt Ihr auszulassen, so lautet die an Euch gerichtete Weisung: „Nun gab man mir ein Rohr gleich einem Maßstab und sprach: stehe auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darin anbeten. Den Vorhof aber außerhalb des Tempels laß aus und miß ihn nicht, denn er ist den Heiden überlassen. Sie werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate lang.“ (Offenbarung des hl. Johannes, 11, 1 und 2) „Horch! Deine Wächter rufen laut; sie jubeln alle. Sie sehen ganz genau den Herrn zurück nach Sion kehren. Jauchzt auf! Im Chore jubelt, Trümmer von Jerusalem! Der Herr erbarmt sich seines Volkes, befreit Jerusalem. Der Herr entblößt den heiligen Arm vor aller Heidenvölker Augen. Alle Enden der Erde schauen die Hilfe unseres Gottes. Hinweg! Hinweg! Heraus von da! Berührt nichts Unreines! Zieht fort aus seiner Mitte! Doch reinigt euch, die ihr des Herrn Gefäße tragt!“ (Isaias 52, 8 - 11)


 
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