56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
Datenschutzerklärung | Zum Archiv | Suche




Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


Über das Papsttum der Römischen Bischöfe
 
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe,
die Eigenart des Apostolischen Stuhles
und eine Kirche ohne Papst


von
Prof. Dr. Diether Wendland

V. Fortsetzung

6. Kapitel: Der "römische Petrus" und sein Nachfolger in der apostolischen Römischen Kirche, der Bischof zu Rom.

Es führte kein gerader Weg vom "galiläischen Petrus" über den "jerusalemischen" und "antiochenischen" zum "römischen"; vielmehr handelt es sich um gefahrvolle Umwege (was seinen Sinn hat), wie dies auch beim Apostel Paulus der Fall gewesen ist (dieser wußte auch, wer ihn so oft daran gehindert hat, den Weg nach Rom zu beschreiten (cf. Röm 1,13), der ihm von Christus gewiesen wurde). Rom verdaute alle Religionen der Völker ziemlich mühelos wie ein großer Magen, wenn man nicht die "Staats- und Stadt-Götter des 'Heiligen Rom'" ablehnte oder gar beleidigte; denn diese besaßen, so glaubte man, über die Stadt und das Reich eine mächtige "Schutzfunktion". Die Römer waren, obwohl Heiden, dennoch ein "religiöses Volk" und ihre Senatoren und Konsulen sogar unglaublich abergläubisch. Altes Heidentum und finsterer Aberglaube gehören zusammen, genau so wie neues Heidentum und 'moderne Aufklärung', die auch nur geistige Finsternis ist. Dies scheinen heutzutage die angeblich 'Gebildeten' wohl vergessen zu haben?!

Unter dem "römischen Petrus" kontrahierte (verdichtete sich) die Kirche Jesu-Christi im Blute ihrer Märtyrer zur apostolischen Ecclesia Romana, die man mit Recht auch als "petrinische Kirche" bezeichnet hat, obwohl sie zwei Gründer hatte, die ihr Leben für Christus und somit auch für sie hingaben. Die Ecclesia Romana besaß als einzige zwei spirituelle Häupter, aber nur ein sichtbares Oberhaupt, das jedoch zugleich der Stellvertreter (vicarius) Christi war, was der Apostel Paulus nie gewesen ist, aber auch kein anderer Apostel. Wie blind muß man damals im 'politischen Rom' gewesen sein, diese Religionsgemeinschaft für eine jüdische Sekte zu halten, obwohl sie von den eingefleischten Juden wie die Pest gehaßt und gemieden, ja sogar beim römischen Magistrat angeschwärzt wurde. Dies alles darf man doch nicht geflissentlich 'übersehen', wenn man sich über den Anfang der Ecclesia Romana realistische Gedanken zu machen beginnt. Nur das "Senfkorn des Himmelreichs", von dem Christus sprach (Mt 13,21), ist unsichtbar, solange es noch nicht 'wie zu einem Baum' geworden ist und dann sogar von Historikern entdeckt werden kann.

Als der Apostel Simon Petrus endgültig seinen Wohn- und Amtssitz im heidnischen Rom begründete (sedem constituit), war Christus, der Herr der Kirche, sicherlich auf unsichtbare Weise "bei ihm", um ihn zu leiten und zu stärken. Denn damals herrschte in Rom der auch in seiner Familie mordende "göttliche Kaiser Nero" (54-68), schauerlichen Angedenkens! Der römische Senat aber kroch vor ihm in würdeloser Unterwürfigkeit auf dem Bauche, wie Tacitus berichtet (Annalen 13-16). Der "römische Petrus" war mit seiner kleinen 'römischen Herde' wirklich nicht zu beneiden und stand, rein weltlich betrachtet, auf verlorenem Posten und dies insbesondere als der einzige Träger der schon erwähnten drei Gewalten, die im Wesen des Papsttums und seiner Machtfülle liegen: Schlüsselgewalt, Primatialgewalt und oberste Hirtengewalt. Deshalb stellt sich die Frage: Hat in Rom der Apostel Petrus von diesen drei Gewalten Gebrauch gemacht? Wir wissen es nicht. Aber wahrscheinlich nicht und dies ließe sich leicht erklären, wenn man voraussetzt, daß er dazu keine Gelegenheit gehabt hat und weil das bereits im Jahre 64 von Morden heimgesuchte Rom zum größten Teil in Flammen stand. Daraufhin jedoch brach die erste Christenverfolgung in einem größeren Umfang aus. Die Ecclesia Romana kämpfte um ihr nacktes Überleben. Diese ist gemeint mit der von Gott und Christus "mit-auserwählten Gemeinde in Babylon", wo sich auch der Evangelist Markus befand, der Apostel-Schüler von Simon Petrus. (1 Petr 5,13) - Der erste, von dem wir wissen, daß er vom Papsttum in seiner Macht Gebrauch gemacht hat, ist der Römische Bischof "Klemens I". (ca. 88-97), ein Römer, der die Apostel Petrus und Paulus noch gekannt hat. Von den drei Vorhergegangenen (antecessores) sind nur die Namen bekannt. Doch schon der erste Römische Bischof, Linus, der auf Simon-Petrus folgte, war weder ein Apostel noch ein Jünger Jesu-Christi, wie dieser bereits erwähnte Matthias, der durch Loswerfen zum zwölften Apostel bestimmt und so durch ein "Gottesurteil" 'erwählt' worden war.

Der den Christen in die Schuhe geschobene Brand Roms 1) und die nachfolgenden schauerlichen Massaker an ihnen (der Geschichtsschreiber Tacitus spricht von einer 'ungeheueren (=schrecklichen) Menge', was gar nicht so übertrieben ist in Ansehung der Einwohnerzahl dieser Metropole) konnten die Ecclesia Romana dennoch nicht vernichten, obwohl auch ihre beiden geistlichen Häupter umgebracht worden waren. Es wüteten hier aber nicht "die Pforten der Hölle", wie manche irrigerweise annehmen, sondern es tobte sich aus ein 'göttlicher Caesar' mit seinen Schergen und seinem An-hang. Man sollte auch böse Dinge und Vorgänge in der richtigen Relation sehen und sie nicht verwirren, weil sonst so manches nicht mehr erklärt werden kann. Auch katholische Christen sollten sich immer daran erinnern, daß zuerst Christus, der einzige "gute Hirt", verfolgt wurde, unsäglich gelitten hat und schließlich umgebracht worden ist ... bevor Er von den Toten auferstand. Sollte es Seiner Kirche etwa anders ergehen? Das nächste Unheil drohte bereits mit dem Despoten Domitian (81-96), der ebenfalls ermordet wurde, mit angestiftet von seiner Frau.

Es ist leicht, von einem 'Petrusamt' oder auch 'Papstamt' zu reden, wenn nicht gewußt wird, was das petrinische Dienstamt (munus) ist und was  es  alles beinhaltet, das in diesen Worten überhaupt nicht zum Ausdruck kommt. Im übrigen hängt dieses 'Amt' ohne die Kirche Jesu Christi, in der es existiert, in der Luft. Außerdem kann nicht alles, was dem Apostel Simon-Petrus von Christus verheißen und dann auch verliehen wurde, auf seinen Nachfolger einfachhin übertragen werden; denn dieser ist weder ein von Christus 'erwählter' noch vom Heiligen Geiste 'inspirierter' Apostel. Was aber ist er dann, wenn nicht dies? Ist er etwa als Bischof ein altrömischer 'pontifex maximus', der auch 'pontifeces minores' (Unterpriester) als Hilfskräfte unter sich hat? Es gibt heute noch Leute, vor allem Konservative und Traditionalisten, die so etwas immer noch glauben, weil sie ständig hören, daß ein Papst 'pontifiziere' oder den 'Pontifikat' ausübe (auch wenn dieses nur ein paar Tage gedauert hat). Im alten Rom war der "pontifex maximus" der Vorsteher einer heidnischen "Priester-kaste", welche verschiedene Zwecke hatte und was die Römer von den Etruskern übernommen hatten; denn dies erwies sich als sehr praktisch für das 'Heilige Rom' und den Staat. Die Bezeichnung "pontifex maximus" bezog sich auf eine Machtposition und war nicht bloß ein Titel, wie dieser später unverständlicherweise sogar Päpsten zugelegt wurde. Sollte der päpstliche Titel "Summus Pontifex" nicht mehr genügt haben?? Es läßt sich nicht mehr feststellen, wann dies und wer damit angefangen hat. Ähnlich verhält es sich auch mit der titulatorischen Anrede "Sanctissime Pater", was schon zu großen Mißverständnissen geführt hat. Man sollte sich realistisch und nüchtern auf die natürlichen und übernatürlichen Ursprünge des Papsttums besinnen, wofür es nichts Vergleichbares in der Welt gibt.

Mit den Aposteln Petrus und Paulus in Rom und ihren Schüler-Jüngern begann ein neuer Abschnitt in der Kirchengeschichte, auch wenn diese sich künftig zum großen Teil nur noch in Privathäusern und in unterirdischen Katakomben abspielen wird. Zudem wird der "römische Petrus" sicherlich nicht die Gefährlichkeit der römischen Situation mit ihrem aufkommenden Kaiserkult verkannt haben, der im radikalen Widerspruch zum Christentum in seinem Wesen und in seiner Universalität steht. Außerdem konnten alle römischen Christgläubigen jederzeit damit rechnen, daß ihr geistliches Oberhaupt plötzlich eines schnellen und unnatürlichen Todes sterben könnte, um die Plebs von Rom mit einem makabren Schauspiel 'zu beruhigen'. Denn in Rom 'gährte' es, nachdem schon das 'Kaiserlein' Caligula (37-41) dem Wahnsinn verfallen war. Es versteht sich doch von selbst, daß der "römische Petrus" für den Fall der Fälle Vorsorge treffen mußte. Es fragt sich nur, wie dies geschehen sein könnte? Etwa auf ähnliche Weise wie der Jünger Matthias zum zwölften Apostel bestellt wurde oder etwa wie der Apostel Paulus zwei von seinen Schülern zu Bischöfen bestellt hat? Beides erscheint uns höchst unwahrscheinlich. Vermutlich und viel eher wird der Apostel Petrus im Vollbesitz seiner geistlichen "potestas ordinaria" auf ähnliche Weise gehandelt haben wie Christus bei der Verleihung der obersten Hirtengewalt an ihn, die weder eine Auswahl noch eine Wahl war. M.a.W.: er selbst hat seinen Nachfolger bestimmt, und zwar unter Zeugen, und ihn zugleich Christus, dem Herrn der Kirche, anvertraut. Dieser Akt wird sich niemals mehr wiederholen, weil kein Bischof einen anderen Bischof zum Träger des Papsttums machen oder kreieren kann. Denn Macht und Gewalt des Papsttums kann nur durch Christus verliehen werden, von niemandem sonst. Seither sind die Römischen Bischöfe Nachfolger Petri, des "römischen Petrus", im Primat und somit Träger des Papsttums in der Kirche Jesu Christi - insofern sie nicht Häretiker und Apostaten sind. Solche geistig und geistlich "toten Glieder" der Kirche können weder Papst sein noch Papst werden. Christus verleiht Häretikern und Apostaten weder die Schlüsselgewalt noch die Primatialgewalt noch die oberste Hirtengewalt. Erst als sich Simon-Petrus von seinem falschen Messiasglauben bekehrt hatte, der in Cäsarea Philippi offenkundig wurde, verlieh im Christus die oberste Hirtengewalt und machte ihn zu seinem Stellvertreter in Seiner Kirche - nach der Auferstehung. Dies war auch eine Voraussetzung für die Sendung des heiligen Geistes durch den Vater und den Sohn, wodurch die Apostel, "die neuen Zwölf", auch persönlich inspiriert wurden (inspiratio divina seu supernaturalis). Eine solche aber kommt den Römischen Bischöfen als den Trägern des Papsttums nicht zu, denn sie sind keine Apostel. Darum sind auch der römische Primat und Episkopat nur faktisch, nicht jedoch notwendig eins. Der "römische Petrus" selbst ist eben kein Römischer Bischof im eigentlichen Sinne. Der erste war Linus, ein Mann, der schon vom hl. Paulus in seinem zweiten Brief an Timotheus erwähnt wurde (4,21).

Der Primat des "römischen Petrus", den nur die Römischen Bischöfe 'erben', bezieht sich auf die "Ecclesia universalis", so daß sich der Primat des "römischen Papstes" ebenfalls auf dieselbe bezieht, nicht jedoch auf die Kirche oder das Bistum von Rom, eine Teilkirche. Deshalb kann man den "römischen Papst" auch als den "episcopus episcoporum" bezeichnen, was einen guten Sinn ergibt. Denn der Episkopat als solcher ist keine Institution (Einrichtung) Christi, sondern nur der Apostel. Und deshalb sind die Bischöfe auch keine Nachfolger der Apostel, sondern sie traten nur an ihre Stelle in der von Christus gewollten "apostolischen Kirche", die "auf dem Fundament der Apostel und Propheten (des NT!) aufgebaut" wurde (Eph 2,20). Der Satz des hl. Cyprian, des Bischofs von Karthago (gest. 258), "ubi Episcopus ibi Ecclesia (Jesu Christi)" war und ist ein Irrtum. Vermutlich hatte diesen Eiferer sein überflüssiger Streit mit Papst Stephan I. (254-257) wegen des 'Ketzertaufstreites' (theologisch) ziemlich verwirrt. Nur die Nachfolge im Primat ist, wie der Primat selbst, göttlicher Institution. Nur der Römische Bischof oder der Bischof zu Rom kann als alleiniger Nachfolger Petri im Primat einen berechtigten Anspruch auf die Primatialgewalt und die oberste Hirtengewalt in der Kirche erheben. Kein anderer Bischof ist dazu befugt, selbst wenn er ein kirchlicher Patriarch wäre.

Der "römische Petrus" hat in seiner Person durch sein beständiges Nachfolgen Christi, des Herrn der Kirche,  und infolge seines Märtyrertodes 2) den Primat auch als Erbe auf die (von ihm und dem Apostel Paulus gegründete) Römische Kirche übertragen. Darum ist der Primat des Römischen Bischofs kein ursprünglicher, wie manche annehmen, sondern ein durch den "römischen Petrus" vermittelter. M.a.W.: das Papsttum der Römischen Bischöfe ist ein durch den Apostel Petrus vermitteltes Macht- und Herrschafts-Phänomen, das die schon erwähnten drei Gewalten enthält und sich auf die ganze Kirche Jesu-Christi bezieht. Auf diese Weise ist es zu einem Wesens-Element derselben geworden. Sehr wahrscheinlich hat der "römische Petrus", da er nicht ständig in Rom anwesend war, den Presbyter Linus zuerst zum Bischof 'geweiht' und dann später bestimmt, daß nur er sein Nachfolger sein soll, wenn ihn auf irgendeine Weise der Tod ereilt, mit dem schließlich zu rechnen war. Rom war nicht Antiochien oder Korinth. In Jerusalem aber hatte er bereits die Gefahr des Todes zu spüren bekommen. Man muß eine religiöse Sache (res religiosa) auch einmal in ihrer zeitlichen Entwicklung betrachten, vor allem die Nachfolge (successio) Petri im Primat (in primatu), nicht jedoch irgendwelche 'Nachfolger', die an seine Stelle traten (zeitlich und äußerlich betrachtet). Es gab im Laufe der Zeit schon genug Päpste, die keine waren, d.h. die mitnichten Träger des Papst-tums gewesen sind. Deshalb ist auch die Aufstellung einer 'Papstliste' eine zweifelhafte Angelegenheit, die man in der Tat nicht zu ernst nehmen sollte. Das Papsttum und seine Verwirklichung wird nicht durch zeitliche Kategorien bestimmt, da es nicht weltlichen Ursprungs ist. Deshalb ist die Primatialgewalt auch nicht usurpierbar, sondern ggf. nur mißbrauchbar (z.B. durch Simonie oder Selbstbereicherung u. dgl.).

Der mit dem Papsttum sachlich identische Primat ist kein kirchliches Oberhirtenamt, sondern das oberste Hirtenamt in der Kirche und eine wahre Herrschergewalt, ein heiliger (sakraler) Prinzipat (principatus sacer) - aber unter (nicht: mit) Christus, dem höchsten Herrn und königlichen Haupt der Kirche. Dieser Prinzipat ist keine unumschränkte Macht und Gewalt wie der "principatus civilis" der römischen Kaiser, der auch als "dominatus" bezeichnet wird. Man darf diese beiden Prinzipate nicht miteinander verwechseln, da ihre Bedeutung eine verschiedene ist. Schon das wahnsinnige 'Kaiserlein' Caligula hatte den echten römischen Prinzipat in Mißkredit gebracht, als es sich den Titel "dominus et deus" (Herr und Gott) zulegte. Damals war Simon-Petrus noch nicht in Rom, wo es aber bereits zugewanderte 'Judenchristen' gab, vielleicht sogar einige 'Heidenchristen' (die den Einzug Jesu-Christi in Jerusalem miterlebt hatten (cf. Joh 12,20 f.)).
 
Der sich zum sakralen (geistlichen) Prinzipat ausweitende Primat fügt der Hirtengewalt, die eine bischöfliche ist, etwas hinzu, das als Jurisdiktionsgewalt 3) oder Regierungsgewalt bezeichnet wird; in ihm kommt der Apostolat und Primat Petri zur Vollendung und woran die anderen Apostel, eben weil sie 'erwählte' Apostel sind, einzeln partizipieren (teilhaben). Nur darf man hier nicht vergessen, daß die Apostel keine Bischöfe waren und somit Apostolat und Episkopat nicht dasselbe sind; sie sind real verschieden und können deshalb auch auseinanderfallen. Der Episkopat trat an die Stelle des ursprünglichen Apostolates der von Christus unmittelbar 'erwählten' Apostel und ist nur eine Institution der Apostel, nicht jedoch eine Einrichtung Jesu Christi. Zum Hauptträger des Episkopates aber wurde durch den "römischen Petrus" der Römische Bischof als der einzige Erbe und Träger des Primates. Die anderen Träger des Episkopates sind nur 'Diözesanbischöfe', also Bischöfe von größeren oder kleineren Diözesen oder Bistümern; sie stehen als Bischöfe in der Einheit mit dem Römischen Bischof oder Bischof zu (nicht: von) Rom und sind ihm, dem Primat-Träger, durchaus untergeordnet. Dadurch jedoch bilden sie eine ganzheitliche "hierarchia iurisdictionis" 4) in der gesellschaftlichen Einheit der Kirche, die nur im uneigentlichen Sinne ein 'Organismus' ist; denn ihre getauften und religionsmündigen Glieder sind freie Personen, die über sich selbst verfügen und sich untereinander zu einer Glaubens-Gemeinschaft freiwillig verbunden haben. Kein religionsmündiger Mensch kann gezwungen werden, ein Glied der Kirche zu werden.

Es sollte deutlicher unterschieden werden zwischen der Nachfolge Petri, des Primatträgers, selbst und der Art der Nachfolge, die eine Tat des Apostels Petrus (im Zusammenwirken mit dem Apostel Paulus) durch die Gründung der Römischen Kirche oder der Kirche zu Rom gewesen ist, wohin ihn Christus und der Heilige Geist letztendlich geführt haben. Das war ein langer Weg zum Ziel, physisch und geistig, der in der Wüste von Peräa begann. Zudem hieß es bereits im Missionsbefehl des Auferstandenen: "Gehet hin und macht alle Völker zu Jüngern (aber nicht bloß im Glauben sondern), indem Ihr sie lehrt, (auch) alles zu halten, was ich euch aufgetragen habe." (Mt 28,19.20.). Dazu aber bedarf es vor allem einer wirklichen Macht- und Herrschafts-ausübung (exercitatio effectiva), die über eine bloße Hirtensorge (cura) priesterlicher Natur weit hinausgeht und in einer obersten Hirten- und Regierungsgewalt zum Ausdruck kommt. Diese Macht und Gewalt hat manche Ähnlichkeit mit einer 'sakralen königlichen Herrschaft', die heutzutage kaum noch verstanden wird - im Gegensatz zu einem weltlichen Königtum, auch wenn dieses sich hochmütig für ein 'von Gottes Gnaden' hält. (Hier sollte man sich auch einmal erinnern an die Antworten Christi auf die unvernünftigen und überheblichen Rangstreitigkeiten der Apostel, als diese noch wenig 'erleuchtet' waren.)

Als Apostel konnte der "römische Petrus" seinem Nachfolger (successor) im Primat nicht alle ihm gegebenen Vorzüge und Vollmachten vererben, da jener nur Römischer Bischof oder Bischof zu Rom war. Auch diesem Bischof fehlten vor allem zwei Wesensmerkmale:

1.) die Unmittelbarkeit der Sendung durch Jesus-Christus selbst und die damit verbundene Macht, Wundertaten selbständig zu vollbringen, auch zum Zeugnis seiner göttlichen Sendung, und

2.) die Inspiration durch den Heiligen Geist zum Zwecke der persönlichen Infallibilität (Unfehlbarkeit und Untäuschbarkeit) im Lehren und bei Lehrentscheidungen (Dogmen) in Glaubens- und Sitten-Sachen zum Wohle der ganzen Kirche und aller ihrer (getauften) Glieder.  

Schon der Apostel Paulus hatte bei den hektischen Korinthern Grund genug für jene Klage: "Sind etwa alle Apostel? Alle Propheten? Alle Lehrer? - Haben etwa alle Wunderkräfte, alle die Gabe zu heilen? Reden alle in Zungen? Sind alle Ausleger?". So verhält es sich in Wahrheit überhaupt nicht. Denn "Gott hat die einzelnen in der Kirche bestimmt: erstlich zu Aposteln, zweitens zu Propheten, drittens zu Lehrern (...)" (1 Kor 12,29.30.28). Es ist kein Zufall, daß sich der erste autoritative Brief des Papstes Klemens I. (88-97) an die Korinther richtete wegen übelster Zustände in der Leitung ihrer 'Großgemeinde'. (Die griechische Hafenstadt Korinth war immer schon berüchtigt.)

Die einzelnen Bischöfe, die in der apostolischen Kirche an die Stelle der Apostel traten, besaßen und besitzen keine persönliche Infallibilität in Glaubens- und Sitten-sachen, obwohl sie die Träger der "lehrenden Kirche" oder des "kirchlichen Lehramtes" sind und nur der Episkopat berechtigt ist, den spezifisch christlichen Glauben autoritativ (verbindlich) zu lehren, zu erklären und auszulegen - nicht jedoch die Priester; denn diese predigen oder verkündigen ihn nur; darum kann auch kein Priester Richter in Glaubensfragen sein! Wenn ein Priester einen Bischof berechtigterweise als Häretiker oder Apostaten bezeichnet, dann tut er dies nicht als Richter, sondern als verantwortungsbewußter Christ, um andere aufzuklären oder zu warnen.

Nur der Träger des Primates mit seiner Ausweitung zum geistlichen Prinzipat kann der Inhaber des Apostolischen Stuhles in der apostolischen Ecclesia Romana sein, der uralten "mater et magistra omnium ecclesiarum" (Mutter und Lehrmeisterin aller 'Teil'-kirchen), die sich wie Teile in einem Ganzen verhalten, in dessen Mitte der auferstandene Christus lebt und auf unsichtbare Weise unser Heil wirkt. Der Apostolische Stuhl mit seiner 'Cathedra S. Petri' ist wohl der geheimnisvollste Thron (Herrschersitz) in der Welt, da er göttlichen Ursprungs und durch den "römischen Petrus" vermittelt ist. Dieser 'Stuhl' sollte nicht verwechselt, aber auch nicht identifiziert werden mit dem "römischen Stuhl" in der katholischen Kirche, der nur ein politischer Begriff ist wie z.B. Vatikan oder Kirchenstaat. Man sollte auch die Schreibweise nicht ständig ändern, weil so etwas nur Verwirrungen stiftet. Unterscheidungen sind notwendig und beileibe keine Spitzfindigkeiten. Das liturgische Fest "Petri Stuhlfeier zu Rom" (18. Jan.) bezog und bezieht sich auf den Apostolischen Stuhl, nicht auf den 'römischen'. Aber das weiß man ja heute ja auch nicht mehr.

Anmerkungen:
1) Dies geschah auch durch übelste Verleumdungen von seiten der Juden, die eine starke Gruppe bildeten und sogar Privilegien genossen... Die Feuersbrunst hatte zwei Ursachen,
1.  eine zufällige wegen der leichten Entzündbarkeit der verschachtelten Häuser aus Holz und der engen, verwinkelten Straßen (das waren häßliche Distrikte und Armenviertel); und
2. durch Brandlegung auf Veranlassung des 'göttlichen Nero' in seiner Abwesenheit und deren Ausbreitung man falsch kalkuliert hatte. Denn Nero wollte nur die häßlichen und schmutzigen Viertel beseitigen und dort in seinem Größenwahn eine 'neue Stadt' errichten mit Tempeln und Vergnügungsstätten etc. Das war bekannt. Jetzt aber brauchte er einen 'Sündenbock', auf den er die Schuld abwälzen konnte. Die Hetzjagd auf Christen begann, deren Anderssein ja schon lange beargwöhnt wurde, nicht bloß vom Pöbel.
2) Es bewahrheitete sich die Prophetie Christi, des Auferstandenen: "Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: als du Jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingest, wohin du wolltest; bist du aber alt geworden, wirst du deine Hände ausstrecken (an einem Kreuz der Römer) und ein anderer wird dich gürten und dich hinführen, wohin du nicht willst." (Joh 21,18)
3)  Diese Gewalt (potestas) ist eine hierarchische, da sie nur den Gliedern einer Hierarchie zukommt, die eine Ordnungs-Einheit (unitas ordinaria) ist. Diese Gewalt darf man nicht verwechseln mit der "potestas iudiciaria", der bloß richterlichen Gewalt von Richtern einer Gerichtsbarkeit in der Kirche.
4) Es ist mehr als abwegig, die "Jurisdiktionshierarchie" für ein 'Kirchenregiment' zu halten oder als ein solches zu bezeichnen. Denn in dieser Hierarchie (= 'heiligen (sakralen) Herrschaft und Regierung') sind der apostolische Primat und der römische Episkopat nicht kirchlichen, sondern göttlichen Rechts.
Das Hierarchische als solches ist eine Ordnungs-Form und meint eine gegliederte Über- und Unterordnung von Personen in einem lebendigen Wesens-Ganzen - der reine Gegensatz zu einer Gleichgeordnetheit. Es ist 'heilig' im Sinne von etwas Unantastbarem in der menschlichen Gesellschaft. Nur die Perversion der 'Massengesellschaft' zerstört es, indem sie alle ihre Glieder 'gleichmacht' oder 'gleichwalzt'. Alles 'Demokratische' ist von Grund auf anti-hierarchisch. Ohne die hierarchische Ordnung aber zerfällt die notwendige und heilsame Autorität, die in ihrem Wesen eine gesellschaftliche Machtvollkommenheit (potestas socialis perfecta) ist. Die höchste Autorität jedoch ist gleichbedeutend mit dem Primat in der Ecclesia universalis (der einen und allgemeinen Kirche) - im Gegensatz zu einer 'ecclesia particularis', einer Teilkirche oder Diözese. Davon hinwiederum unterscheidet sich die 'Ecclesia universa', die 'Gesamtkirche', deren Gegensatz die 'Einzelkirche', die  'ecclesia singularis' ist. Es ist notwendig, dies alles zu unterscheiden, weil man sonst die Kirche zu einem vorstaatlichen und internationalen "Gesellschaftsbrei" macht.
Es ist auch notwendig, klar zu unterscheiden zwischen - einerseits - der hierarchischen Kirche selbst, die eine Gründung Jesu-Christi und somit eine geordnete "societas perfecta sui generis suique iuris" ist, und - anderseits - der Hierarchie in der Kirche, die ein "sacer principatus" ist. Außerdem gibt es ( und was man nicht geflissentlich 'übersehen' darf) eine Partizipation der (gebildeten) Laien am hierarischen Apostolat der Kirche. Dieses war im Lauf der Zeit durch hochmütige Hierarchen (wie bei den alten Juden) unterdrückt und fast vernichtet worden. Erst Pius XII. (1939-1958) war bestrebt, diesem Zustand ein Ende zu machen. Darum der Haß nicht weniger Kleriker, der sog. 'Klerikalisten', die sich sogar als Traditionalisten ausgaben, auf diesen als Aristokrat beschimpften Papst. Für die gebildete Laienschaft waren die Klerikalisten im Priesterrock geradezu ein Greuel.
(Fortsetzung folgt)

* *** *
Zitat:

Der langgewohnte Verzicht darauf, den Glauben zur Einsicht zu bringen, ist eine der tiefsten Wurzeln der sogenannten Krise, in der wir stehen. Unsere ganze Anstrengung muß daher unter Beachtung der Zeichen darauf ausgehen, das Wissen darüber zu befördern, wann man nur meint und wünscht, wann man hofft, wann man glaubt und wann man in Wahrheit weiß.
(+) Dr. Hans Gliwitzky  (in: EINSICHT,  1. Jahrgang, Nr. 12, S. 37)
 
(c) 2004-2018 brainsquad.de