Christliche Frauen und Mädchen
schutzlos in den Fängen radikaler Moslems
- Entführt, mißhandelt, ausgebeutet, zwangsverheiratet, zwangskonvertiert -
aus den "Mitteilungen an Freunde und Förderer" der IGFM
(Internationale Gesellschaft für Menschenrechte-Deutsche Sektion e.V.) vom März/April 2001
Mariam, 13 Jahre alt, hat Schutz und Obhut in einem Frauen-Schutzhaus
gefunden. Ob sie jemals wieder ein freies Leben führen kann, ist
ungewiß. Ihr Arbeitgeber hatte sie mißhandelt, als billige Arbeitskraft
benutzt. Als er sie zu vergewaltigen suchte, floh sie. Ihr Arbeitgeber
hatte sie sofort wegen Unzucht angezeigt. Recht kann sie unter diesen
Bedingungen nicht erwarten. Zu ihren Eltern kann sie nicht mehr zurück.
Kein Einzelfall. Der pakistanische Präsident Musharraf ist schwach.
Alle Reformen, die zu einer Gleichberechtigung und Gleichbehandlung der
Angehörigen aller Religionen in Pakistan führen könnten - wie z.B. die
Einschränkung des Blasphemiegesetzes oder eine Reform des Wahlrechts -
blieben unter dem Druck radikaler, islamischer Fundamentalisten in den
Anfängen stecken. Der Druck auf Nicht-Muslime wie die Christen und für
solche erklärte wie die Ahmadyya-Muslime wird immer größer.
Sie werden immer mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt, der
Aufstieg zu gut bezahlten und leitenden Stellen ist praktisch
ausgeschlossen - sofern sie nicht zum Islam konvertieren. Die Mehrheit
der Christen verdient sich daher ihren Lebensunterhalt als
Landarbeiter, in der Industrie, bei der Müllabfuhr oder als
Hauspersonal. Durch die Verstaatlichung von christlichen Schulen, durch
hohe Schulgelder und eine sehr restriktive Zulassungspolitik fur das
Studium an Universitäten wird der christlichen Minderheit der Zugang zu
höherer Bildung immer stärker eingeschränkt.
Noch vor dreißig Jahren war es in Pakistan selbstverständlich, daß eine
Krankenschwester Christin war. Denn der Beruf Krankenschwester galt in
der islamischen Gesellschaft als nicht erstrebenswert, weil man bei der
Pflege zwangsläufig mit Männern in Kontakt kam. Heute sind die
Ausbildungs-plätze für Pflegeberufe für Christen limitiert,
christliches Fachpersonal wird zunehmend entlassen. Viele junge
Christinnen arbeiten daher als Hausangestellte bei wohlhabenden
Muslimen. Etliche Arbeitgeber nutzen die Lage weidlich aus und drängen
die Mädchen und jungen Frauen zum Übertritt zum Islam. Ein Teufelskreis
setzt ein: Gibt das minderjährige Mädchen nach, verlieren die
leiblichen Eltern jegliches Recht auf ihr Kind, denn ein muslimisches
Kind kann nicht von christlichen Eltern vertreten werden. Gibt das
Mädchen nicht nach, wird versucht, es gefügig zu machen: Lohn
vorzuenthalten ist eine, aber noch lange nicht die schlimmste Variante:
Vergewaltigung ist nicht mehr selten.
Nur wenige Opfer oder Angehörige wagen es, trotz ihrer Scham den
Peiniger zu verklagen. In mehreren Fällen wurde aber nicht der
Vergewaltiger, sondern die Frau wegen "Unzucht" ins Gefängnis geworfen.
Ein wesentlich größeres Problem ist die erzwungene Ehe, ein Problem,
daß der IGFM nicht nur aus Pakistan bekannt ist: Christliche Mädchen
werden verschleppt und gezwungen, Ehefrau oder Zweitfrau zu werden. Das
pakistanische Recht erlaubt die Heirat erst ab einem Alter von 16
Jahren - doch nach der Sharia können auch Kinder in der Pubertät (13
-14jährige) "geheiratet" werden. Rechtsgelehrte setzten die Grenze
sogar bei 9 Jahren. Christliche Eltern, die für ihre entführten Töchter
kämpfen, werden bedroht - mit der Ermordung der übrigen Kinder - oder
mit Geld zum Schweigen gebracht. Die Mädchen werden den Eltern
abgekauft, wobei den Eltern nur die Wahl bleibt, das Geld anzunehmen
oder zurückzuweisen. Die pakistanische Justiz schreitet gegen diese
Machenschaften nicht von selbst ein. Da die Täter immer vorgeben, die
Mädchen seien zum Islam übergetreten, verlieren die christlichen Eltem
alle Rechte an ihren Kindern. Vor Gericht wird - wenn überhaupt nur dem
muslimischen Mädchen Gehör geschenkt, einer Christin wird dieses Recht
verweigert. Eine Rückkehr zum Christentum wird als Abfall vom Islam mit
harten Strafen bedroht, auch wenn der Übertritt zum Islam mit Gewalt
erzwungen wurde.
Kommt es trotz allem zu einem Prozeß, wird eine ärztliche Untersuchung
angeordnet, bei der das gewünschte Alter "festgestellt" wird, selbst
dann, wenn eine amtliche Geburtsurkunde ein anderes Alter angibt, und
der Menschenraub wird zu einer Ehe in gegenseitigem Einvernehmen
erklärt. Wird die Frau verstoßen, weil der Arbeitgeber oder
Zwangs-Ehemann den Gefallen an ihr verloren hat, werden sie von manchen
radikalen Muslimen als Freiwild betrachtet und werden erneut Opfer von
Vergewaltigungen. Nur im günstigsten Fall kann die Frau zu ihrer
Familie zurückkehren. Flieht die Frau, steht sie auf sich allein.
Mariam hatte Glück im Unglück; sie teilte ihr Schicksal einem
Rechtsanwalt der christlichen Anwältevereinigung (Christian Lawyers
Association Pakistan) mit. Sie vor Gericht zu verteidigen, ist unter
den gegebenen Voraussetzungen aussichtslos. Er vermittelte sie an das
Frauenhaus in der Nähe der Stadt Lahore, wo schon zehn weitere Frauen
ein ähnliches Schicksal teilen: als Gefangene des pakistanischen
Unrechtssystems, aber mit einer reellen Chance auf einen Neubeginn.
Es gibt nur wenige dieser Schutzhäuser unter dem Dach von
Kirchengemeinden, der Bedarf wächst um so mehr, je größer der Einfluß
der radikalen Muslime auf die Politik wird. Der ehrenamtliche Einsatz
ist hoch, die vorhandenen Geldmittel beschneiden die Möglichkeit, mehr
Mädchen und Frauen Schutz zu gewähren und einen Neuanfang in einem
andern Ort vorzubereiten. Jeweils drei bis vier Frauen teilen sich ein
kleines Zimmer. Ein geeignetes Haus mit vier bis fünf Räumen kostet
etwa 10.000 Rupi pro Monat (ca. 370 DM) für Strom, Gas und Wasser
fallen noch einmal Kosten in der gleichen Höhe an. Für einfache
Mahlzeiten am Tag und Hygieneartikel müssen pro Person und Monat
weitere 1.500 bis 2.000 Rupi aufgebracht werden (55 - 75 DM). Pro
Person müssen im Monat demnach etwa 125 DM aufgebracht werden. Die IGFM
unterhält stabile Kontakte nach Pakistan und kann den zweckgebundenen
und sorgfältigen Einsatz garantieren. Bitte helfen Sie großzügig!
Kennwort: Christen in Pakistan.
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