56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung
 
BUCHBESPRECHUNG

Johannes Grün:

 "DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN

- Die Evolution im Lichte naturwissenschaftlicher Fakten
und philosophisch-theologischer Grundlagen -
mit einem Essay von Hermann Weinzierl: Ist die Wirklichkeit Evolution?"

Müstair 2000 (Verax-Verlag, CH-7537 Müstair/GR ), 543 Seiten, 17,5 x 25 cm, gebunden SFr. 33; DM 39; ÖS 275)

In einer Verlagswerbung zu diesem umfangreichen Buche heißt es: diese "einzigartige Neuerscheinung", auf die schon "viele gewartet haben", sei "die Widerlegung der Evolutionstheorie und zugleich eine Verteidigung des Schöpfungsberichtes der Heiligen Schrift." - Ja, mehr noch. Denn es werde jetzt eine "Entscheidungsschlacht" geschlagen "zwischen dem Evolutionismus und der göttlichen Schöpfungsordnung" und der Verfasser habe "den Beweis dafür erbracht, daß der Evolutionismus nichts als eine wissenschaftlich unhaltbare Hypothesenkette ist", die aus bestimmten Gründen sogar "als diabolisch bezeichnet werden muß". Zudem werde es "immer offensichtlicher, daß die Evolutionisten mit Hartnäckigkeit an der Zerstörung des Planes Gottes arbeiten, denn ihre Thesen stellen die göttliche Schöpfung und Erlösung auf den Kopf." "Wir haben es mit einem Wissenschaftssystem zu tun, das unter dem Motto steht: 'Die Religion muß der Wissenschaft weichen'", worunter die christliche gemeint ist, nicht etwa das Judentum oder der Islam. - Schließlich aber wird versichert: "Das vorliegende Werk wird den Anhängern und Verfechtern der Evolutionstheorie erhebliche Kopfschmerzen bereiten. Es muß als einmalig auf diesem Gebiet bezeichnet werden und wird zweifellos in die Wissenschafsgeschichte eingehen. " Indes läßt sich beides genauso bezweifeln wie die Behauptung, es sei dem Verf. gelungen, "die Evolutionstheorie (oder E-lehre?) ad absurdum zu führen und den unwiderlegbaren Beweis zu erbringen, daß unsere Existenz, die Erde und das Universum, durch einen Schöpfungsakt Gottes entstanden ist, und ihre Entstehung keinesfalls das 'Zufallsprodukt einer zusammengerührten Ursuppe' sein kann." - Mit einer solchen 'dicken Auftragung' ist jedoch eine Enttäuschung eines kritischen Lesers geradezu vorprogrammiert. Dies hat der kath. Verlag wohl nicht bedacht.

Nun aber möchte der Verfasser ) selbst den Sinn und Zweck seines Buches doch ganz anders verstanden wissen, nämlich als ein In-Frage-stellen "des Nimbus der Wissenschaftlichkeit und Unantastbarkeit der (gesamten) Evolutionslehre" durch eine "fachübergreifende Zusammenschau und Gesamtsicht der (Evolutions-)Problematik". Außerdem handele es sich nicht um ein "geschlossenes, wissenschaftliches Werk", sondern nur um eine Art "Kompendium eher kompilatorischen Charakters", das zum einen "nicht Originalität, sondern eine Zusammenstellung von Bewertungskriterien des Paradigmas 'Evolution' liefern möchte; zum anderen (jedoch)... sich vielmehr systematisch auf die Schwachpunkte (der Evolutionstheorien) konzentriert !" (S. 37, 36). Das klingt zumindest schon etwas bescheidener.

Doch auch die drei Buchtitel (Haupttitel, Untertitel und Nebentitel (Essay S. 503-535)) erwecken einen falschen Eindruck, weil sie etwas anderes zum Inhalt haben als das, was sich Leser davon im allgemeinen erwarten oder versprechen, vor allem, wenn sie noch irgendwie katholisch sind. Denn die Schöpfung ist kein göttlicher Plan, wohl aber beruht sie auf einem solchen, da sie ihren Ursprung (origo) im Intellekt und in der Weisheit Gottes, des Schöpfers hat. Von einem Schöpfergott aber weiß die Naturwissenschaft nichts und kann auch von Ihm nichts wissen, da sie nur das bereits existierende materielle Seiende zu ihrem Gegenstand hat, um es zu er forschen, gleichgültig, ob das "ens materiale" unbelebt oder belebt ist. Naturwissenschaftler aber neigen oft dazu, dieses Seiende mit dem "ens reale" zu verwechseln, was sehr schnell zu falschen Schlußfolgerungen führt.

Auch der Nebentitel beruht auf einer falschen Fragestellung und führt in der eigentlichen Thematik des Buches zu Mißverständnissen. Die Frage müßte vielmehr lauten: "Ist die gesamte Natur-Wirklichkeit wesenhaft (essentialiter) und notwendig (necessarie) Evolution?". Oder wird hier nur ein mehrdeutiges Wort von Wissenschaftlern, insbesondere von Naturwissenschaftlern und Pseudo-Philosophen mißbraucht, um unbemerkt im Trüben fischen zu können - wie dieser Sir Julian Huxley? Dieser jedoch hat weder behauptet "Evolution ist Philosophie" noch "Die Wirklichkeit ist Evolution" und nichts weiter (S. 504). Vielmehr war dieser Biologe dem Irrtum erlegen, "die gesamte Wirklichkeit 'sub specie evolutionis"' betrachten, auffassen und erklären zu können. Von philosophischer Wesenserkenntnis des Seienden und der Dinge verstand er nichts. Im übrigen sind weder die Evolutionstheorie noch das Christentum  - und dies schon gar nicht für einen Christen - (universale) "Denksysteme" (ebd.) und können deshalb auch nicht miteinander verglichen werden.

Ziemlich unklar ist auch der Untertitel dieses Buches, weil nicht erkennbar ist, worauf sich die nämliche Evolution eigentIich bezieht und was vor allem sie wohl zum Gegenstand hat: nur die anorganische und organische Natur oder auch die Natur des Menschen in seiner doppelten Konstitution als Leib-Geist-Wesen? Und in welchem Lichte soll die abgelehnte naturwissenschaftliche Evolution mit ihrem Absolutheitsanspruch verhandelt und einer vernichtenden Kritik unterzogen werden? Nun, gemeint ist und kann nur sein: im Lichte der göttlichen Offenbarung und des christlichen Glaubens. Dies geht aus den sich auf Verschiedenes beziehenden "7 Vorüberlegungen" (S. 13-38) hervor, die hinwiederum anstelle einer sonst üblichen Einleitung in eine wissenschaftliche und systematische Abhandlung stehen, um dadurch auch den Durchblick zu erleichtern. Das Fehlen einer erhellenden Einleitung ist genauso zu bedauern wie das Fehlen eines Sachverzeichnisses bei einem so umfangreichen Buche.

Der Verf., der sich auf mehreren Fachgebieten als erstaunlich belesen ausweist, ist mit Recht zu der Überzeugung gelangt, daß - einerseits - "Evolution" (gleich welcher Art) nur ein "modernes Paradigma" (= Denkmuster oder Denkmodell) (S. 111) ist, dem somit nichts in der Wirklichkeit entspricht bzw. das kognitiv keinerlei ontologische Geltung hat, und daß - anderseits -  "Evolutionismus" als 'Lehre' nichts anderes sei als eine "atheistische Ideologie" (Weltanschauung oder Weltsicht) (S.401 ff) und deren Wurzel oder Triebkraft in einer blinden "Wissenschafts-Gläubigkeit" liegt, vor der auch der Naturwissenschaftler, Prof. Max Thürkauf immer gewarnt hatte (allerdings vergeblich). Beide Gedankengänge aber hätten viel genauer und auch zielstrebiger durchgeführt werden müssen, um den Kern der Sache allseitig bloßzulegen. Doch dies wird bereits durch die ersten Themen der "Vorüberlegungen" beeinträchtigt: "Kirche und Welt" und "Kreationismus" (S.13-20), die mehr Verwirrung stiften als Aufklärung vermitteln (hier sollte man auch die Zitate im Text und in den Anmerkungen kritisch überprüfen), weil bereits mit Theologumena gearbeitet wird, was auf wissenschaflichem Gebiet vermieden werden muß (weil man sonst auch nicht ernst genommen wird).

Wenn ein kath. Theologe und Dogmatiker, M. Schmaus, in seinem Buche "Der Glaube der Kirche" (1969) behauptet hat: "Die Evolution ist eine praktisch (!) nicht mehr zu bezweifelnde, gültige Erklärung der Welt...", dann ist das weder eine Lehrmeinung noch der Glaube der 'Kirche', sondern bloßes Geschwätz, das nach Häresie riecht. Wenn der "biologische Evolutionismus" von heute, der ebenfalls ein materialistischer ist, "die Idee eines Gottes als 'unschädliche' Zutat toleriert, ja begrüßt", dann hat dieser offenkundige Unsinn im Denken gewisser Naturwissenschaftler für einen gläubigen Christen, der noch seinen Verstand beisammen hat, nicht die geringste Bedeutung. Dies jedoch muß man deutlich machen, anstatt einen hintergründigen Sinn entdecken zu wollen (wie in Anm. 11).

Und was eigentlich hat "der christliche Glaube" mit einer "Relevanz für die real erforschbare Welt" zu tun? Nun, gar nichts! Die Bezugnahme auf Theodor Haecker ist verfehlt, da er sich über etwas ganz anderes Gedanken gemacht hat, und wenn man ihn zitiert, dann darf man ihm nichts unterstellen und muß seine Gedankeln auch vollständig zitieren, wie folgt: "Der Christ ist er selber (das eingeschobene 'nur' ist eine  Unterstellung, die Th. H. abgelehnt hätte) durch seinen Glauben. Der Christ lebt aus seinem Glauben. Sein Leben wächst durch ihn, also auch sein Wissen, das zum Leben gehört. Wenn er den Glauben hat, dann weiß er ceteris paribus mehr, als der ihn nicht hat. Es ist eine große Feigheit und eine große Sünde, dieses höhere Wissen zu unterbinden, es nicht sich auswirken zu lassen. Dieser Glaube ist in allem Geheimnis, das er ohne Zweifel ist, von klar bestimmter Art und hat einen klar bestimmten Inhalt. Nichts Vages, nichts Zweideutiges ist an ihm und in ihm, sonst könnte er nicht verfälscht und nicht verunreinigt werden, was nur dem Wahren und dem Reinen, dem Bestimmten und Eindeutigen, also auch ihm, dem Glauben des Christen geschehen kann."  Dann aber eröffnet sich der Weg in einen heillosen Unglauben und in eine finstere Unwissenheit, so daß auch das geistige Leben erlischt. Der christliche Glaube, den Haecker meinte, ist eine gnadenhaft erwirkte übernatürliche Wirklichkeit, die als vernünftiger Glaube auch das Wissen 'erhebt', indem er es reinigt und stärkt und so zu einem 'höheren Wissen' macht. Haecker war kein Gnostiker!

Es ist auch nicht möglich, gegen die wissenschaftliche Erkenntnis der 'Evolution' die "Gewißheit des Glaubens" zu setzen und von dieser zu meinen, sie stütze sich "auf die Erkenntnis, daß Gott selbst die Wahrheit der Glaubenslehren verbürgt"; vielmehr stützt sich diese Gewißheit der geoffenbarten Glaubens-Wahrheiten auf die sichere Erkenntnis der Autorität Gottes, durch die sie verbürgt sind. Es gibt keine Gewißheit außerhalb der geistigen Erkenntnis und diese Gewißheit ist sowohl eine durch den übernatürlichen Glauben als auch durch den natürlichen Intellekt und die Ratio. Das Wesen beider Gewißheiten aber besteht darin, jeden Zweifel grundsätzlich, wenn auch auf verschiedene Weise, auszuschließen. Die sog. "moralische Gewißheit" hinwiederum schließt nur den unvernüftigen Zweifel aus. Der Verf. scheint von alledem herzlich wenig zu verstehen. Deshalb mißversteht er auch das Wesen des Rationalismus, gegen den er sich wendet. Denn sein Wesen besteht gar nicht in der "Leugnung des übernatürlich Geoffenbarten" (S.17), sondern in der Behauptung, alles (angeblich) übernatürlich Geoffenbarte könne auch "rein rational" oder "aus bloßer Vernunfterkenntnis" erkannt werden  (wenn dies auch nicht jeder vermag). Für den Rationalismus existieren auch keine Geheimnisse, weder natürliche noch übernatürliche noch a-rationale. Indes behauptet er nicht: "alles wahre Wissen fließt aus dem Denken" (ebd. Anm. 35), sondern er schränkt, was ein großer Irrtum ist, die wahre Vernunft-Erkenntnis (den 'intellectus speculativus') auf das begrifflich-diskursive Denken analytisch ein (Kant) oder läßt sie in ihm logisch-dialektisch aufgehen (Hegel). In beiderlei Hinsicht aber wird die Erkenntnis-Wahrheit verfehlt (die 'adaequatio rei et intellectus'). Vorbereitet wurden diese Irrtümer bereits durch Descartes und einen falschen Erkenntnisbegriff, d.h. durch einen irrigen Begriff von der menschlichen Erkenntnis (cognitio humana) als solcher.

Es ist verständlich, wenn der Verf. somit auch das einfache Wort Christi von den "Heiden der Welt" (in Lk 12,30) mißversteht (S. 15). Mit dem "alten und neuen Heidentum"  in 'Kirche, Welt und Wissenschaft' hat das von Christus Gemeinte nicht das geringste zu tun. Christus bezieht sich auf ungläubige Zeitgenossen (Juden vor allem), die nicht verstehen und es immer noch nicht verstehen wollen, daß  und warum "das Leben mehr ist als die Speise und der Leib mehr ist als die Kleidung" (V. 23) , und die sich ständig um viele Dinge sorgen, um die man sich nicht übermäßig sorgen sollte. Viel wichtiger und auch vernünftiger wäre: "Suchet viel mehr sein Reich (nämlich das Reich Gottes, eures Vaters); so wird euch dies (alles) dazugegeben werden" (V. 31). Ein solches vermeintlich "(höheres) Wissen aus dem Glauben" ist doch recht seltsam. Es entspricht auch nicht der Wahrheit, wenn jemand sich zu der Behauptung versteigt (wie Justus v. Liebig, der Begründer der organischen Chemie): "Wahrlich, die Größe und unendliche Weisheit des Weltenschöpfers (!) erkennt nur der, welcher in dem unendlichen Buche, welches die Natur ist (!), seine Gedanken zu verstehen sich bemeüht, und alles (!), was sonst die Menschen von ihm wissen und sagen (!), erscheint wie ein leeres, eitles Gerede (!) dagegen." (S. 16 f.) In der Tat, auch das ist nur leeres und eitles Gerede!

Wenn der vom Verf. bekämpfte Evolutionist, R. Jeßberger, schreibt (S.15): "Im Bereich der Wissenschaften (gemeint sind die Profanwissenschaften) kann kein übernatürliches Wirken als Erklärung (für eine Entwicklung von etwas) akzeptiert werden", dann ist das noch lange kein "methodischer Atheismus", und dies heißt auch nicht: "die dem Glaubenden unaufgebbare Vorstellung (!) von der Sinn- und Zielhaftigkeit des Kosmos, der Geschichte und des Lebens darf prinzipiell (!) nicht bestehenbleiben"! Hier wird nicht bloß viel zu viel behauptet, sondern auch eine Verwirrung offenkundig. Und wiederum bezieht sich der Verf. völlig zu Unrecht auf Th. Haecker, der sich überhaupt nicht auf irgendeine "neuere Wissenschaft" bezog, auch nicht auf den 'Evolutionismus'. Vielmehr schrieb er zum Thema eines 'Fortschritts in der Geschichte der Menschheit': "Der Mißbrauch der echten Existentialkategorie des Fortschritts hat manche Geister dazu verführt, von ihm überhaupt nicht mehr reden zu wollen, ihn zu tilgen aus dem wahren Sein dieser Welt. Das ist nicht zu halten, denn nichts liegt so klar da vor den Augen des unbefangenen Geistes wie dieses Wesen des geschichtlichen Fortschreitens der Schöpfung, und zwar in einem äußeren wie in einem inneren Sinn. Das Niederste im Menschen wie das Höchste ist an ein Fortschreiten gebunden, an eine Ordnung der Aufeinanderfolge, nicht bloß logischer Art - wenn auch zuerst -, sondern zeitlicher, geschichtlicher Art. Der erste Mißbrauch ist entstanden durch die 'Wissenschaft', eine besondere Art freilich, oder vielmehr eine geschichtlich bedingte Entartung ihrer. Gerade eine Wissenschaft, die nur halb geschichtlich dachte, hat den ein- und gradlinigen Fortschritt der Menschheit gelehrt, sozusagen in einem luftleeren Raum und in einer abstrakten unerfüllten Zeit, einen Fortschritt ohne (reales) Ziel. Das ist die erste und entscheidende Absurdität dierser Fortschrittslehre. Andere folgen." Die Menschheit, ein Abstraktum, hat kein Ziel, sondern nur der existierende Mensch, der sich seinem Wesen nach immer entweder um ein Ohn-endliches übersteigt oder an sich selbst zugrunde geht. Schon die realistische Geschichtsphilisophie kann dies erhellen und begreiflich machen, ohne auf den christlichen 0ffenbarungsglauben zu rekurrieren.

Es ist konfus und sogar ein doppelter Irrtum, zu glauben: "Für den Glaubenden gibt es keinen Bereich, der 'gottlos' wäre; die Wissenschaft ohne Gott ist im tiefsten Wesen unwahr, entspricht nicht der Realität" (S.15). Denn, was nicht der Wirklichkeit entspricht, das ist nicht unwahr, sondern nur illusionär oder bedeutungslos; es stimmt auch nicht, daß "die Wissenschaft ohne Gott" 'gottlos' und unwahr sei, da Gott kein Erkenntnisgegenstand der Wissenschaft ist, die sich in der Regel in Partikularwissenschaften differenziert. Auch die Naturwissenschaft ist nur eine Partikularwissenschaft. Erst wenn sie sich anmaßt, eine Universalwissenschaft zu sein, wird und ist sie gottlos. Und was "den Glaubenden", ja selbst den naiven betrifft, so ist diesem sehr wohl bekannt, daß es Bereiche gibt, die durch und durch 'gottlos' sind, d.h. atheistisch.

Es nützt einem "Glaubenden" gar nichts, mit Eifer zu betonen: "die Bibel ist selbstredend kein naturwissenschaftliches Lehrbuch!" und dann daraus den falschen Schluß zu ziehen: "Doch der Heilsplan Gottes hat mit Realitäten zu tun, die sich in Raum und Zeit abspielen, die somit zwangsläufig mit Naturwissenschaft in Berührung kommen" (S.15). Der Heilsplan Gottes bezieht sich nicht auf die Naturwissenschaft oder auch andere Wissenschaften, sondern auf die Welt und den sündhaften Menschen und insbesondere auf 'die Welt des Menschen', in der sich auch Naturwissenschaftler befinden. Wenn jedoch ein "Evolutionist" (wie R. Jeßberger), verblendet durch 'methodischen Atheismus', die Weisheit verkündet: "eine Teleologie in der Natur ist ohne übernatürlich (!) agierende Faktoren (!) nicht denkbar" (ebd.), dann weiß er in der Tat nicht mehr, wovon er überhaupt redet!

Auch ein gläubiger Christ sollte folgendes deutlich erkennen: die naturwissenschaftlichen "Evolutionisten" und andere 'Wissenschaftsgläubigen' sind allesamt Ideologen und waren noch nie in der Lage, sich in "vernichtenden Kritiken (!) am Kreationismus" (ebd.) mit Ruhm zu bekleckern und sich einen Namen zu machen. Evolutionismus und Kreationismus sind nicht "zwei Welten", die miteinander im Clinch liegen, sondern zwei wissenschaftliche Positionen, die sich gegenseitig ausschließen, weil sie auf grundverschiedenen Prinzipien beruhen. Der Grund liegt hier nicht darin, daß man frommen Glaubens (Meinens) behauptet: "Denn Welten trennen die katholische Kirche und die modernen Naturwissenschaften" (Anm. 22). Dies läßt sich doch nur von der christlichen Religion sagen, die ohne wahre Gotteserkenntnis nicht möglich ist. Warum diese 'fundamentalistischen' Irrungen, die sich häufen? Warum wird ständig vom Hauptthema abgewichen?

Seit wann aber ist der "Kreationismus" eine (religiöse?) "Bewegung, die auch in der Wissenschaft das Wissen, das aus dem Glauben kommt, nicht verleugnet"? (ebd.) Uns ist eine solche 'Bewegung' nicht bekannt. Zunächst aber stellt sich die Frage, welches Wissen denn aus dem Glauben komme, auf das der "Kreationist" doch so stolz ist. Ist dieses Wissen ein anderes als das Wissen der Wissenschaft als solcher? Wenn dies der Fall sein soll, dann handelt es sich aber nicht mehr um Wissen, sondern um innere Erlebnisse und geheimnisvolle Erleuchtungen aus irgendeinem religiösen Glauben.

In diesem Zusarnmenhang aber ist auch die Bezugnahme auf Thomas v.A. (Amn.46) verfehlt, der in der nämlichen Quaestio eine ganz andere Frage diskutiert, nämlich "ob der Mensch etwas Wahres ohne die (göttliche) Gnade erkennen könne", weil dies schon seinerzeit von platonisch-augustinistischen 'Illuministen' geleugnet wurde. Ein 'Heide' wie Aristoteles könne doch unnöglich wirklich wahres und absolut Gültiges erkennen! Seit wann folgt aus der Tatsache, daß Aristoteles nichts von einem Schöpfergott gewußt hat (er hatte nur eine dunkle Ahnung), daß er über die Welt und den Menschen zu keinen wahren Erkenntnissen gelangen konnte, die von unbedingtem Wert sind? Was also weiß ein wissenschaftlicher Kreationist aus dem Glauben, was andere nicht wissen können? Leider sucht man vergeblich nach einer Antwort auf diese Frage. Damit aber wird die Sache esoterisch, und ein solches Denken gerät an den Rand des Gnostizismus. Darüber scheint sich der Verf. gar nicht klar zu sein. Wie schon Aristoteles in seiner Metaphysik mit Recht bemerkte, "strebt der Mensch von Natur aus (von seinem Wesen her) nach Wissen" und schließlich nach wahrem Wissen, um letztlich jeden Zweifel zu verscheuchen. Das ist kein Gegensatz zum (christlichen) Glauben, da auch der Glaube wahr sein muß, um auch wirklich von Wert zu sein. Unter dem Wissen  der Wissenschaft, einschließlich der Naturwissenschaft, aber versteht man vernünftigerweise eine sichere Erkenntnis der Dinge aus ihren Ursachen, Gründen und Zusammenhängen. Es gibt auch keine wissenschaftliche Erkenntnis ohne einen offenkundigen (manifesten) logischen Begründungszusammenhang, was sogar auf die Theologie zutrifft.- Gläubige Christen wissen nichts "aus dem Glau-ben"; wohl aber wissen sie eine ganze Menge und viele Wahrheiten durch eine sichere Erkenntnis der göttlichen Offenbarung, und zwar sowohl der natürlichen als auch der übernatürlichen, durch die sich ihr Wissen erweitert. Christen glauben nicht an die göttliche Offenbarung, sondern wissen um sie und stimmen ihren Wahrheiten ohne jeden Zweifel zu, da Gott, wie ihnen bekannt ist, weder lügen noch täuschen kann.

Sind "Kreationisten" Wissenschaftler, die eine "wörtliche Auslegung der biblischen Schöpfungslehre" (R. Jeßberger) betreiben und vorantreiben, oder handelt es sich nur um gläubige 'Theologen', die "aufzeigen wollen, daß es keinen einzigen wissenschaftlichen Grund gibt, die Bibel heute nicht mehr ernst zu nehmen" (S. 18)? Gemeint sind hier die biblische Schöpfungsgeschichte und ihr Verlauf mit besonderer Berücksichtigung des sog. "Sechstage-Werkes". Indes: welchen Nutzen soll das haben, 'die Bibel' aus wissenschaftlichen Gründen ernst zu nehmen, anstatt biblische Wahrheiten aus zwingenden Gründen durch geistige Erkenntnis und einen vernünftigen Glauben zu erfassen? Nur ideologische Narren glauben   (meinen), nur zum Spaß (wenn überhaupt) habe Gott sich selbst und anderes geoffenbart. Auch der vom Verf. zitierte Naturwissenschaftler und Kreationist, Max Thürkauf, mißverstand die Hl. Schrift, als er meinte: "Durch eine Naturforschung ohne Gebet (?) war es dem Satan möglich, in den Wissenschaftlern Faustisches Begehren zu erwecken und ihnen den Weg zu den Kernen des Baumes der Erkenntnis und des Baumes des Lebens zu inspirieren: zu den Atomkernen und zu den Zellkernen." (S.16). Der Baum der Erkenntnis und der Baum des Lebens sind übernatürliche Mysterien, die nur im Glauben intellektiv erfaßt werden können. Im übrigen lehrt die Kirche nicht, daß es "dem Satan erlaubt ist, in der gefallenen Schöpfung mitzuwirken (!)", wohl aber auf das gefallene Menschengeschlecht einzuwirken und in ihm 'seine bösen Werke' zu vollbringen. Deshalb kam Christus in die Welt, damit Er "die Werke des Teufels vernichte" (1 Joh 3,8). Erdbeben, Überschwemnungen und andere 'Naturkatastrophen' sind keine Werke des Teufels, die Sintflut eingeschlossen.

Der Verf. fragt sich und andere: "Warum ist die eifrig beteuerte Offenheit der Moderne nur noch auf der Suche nach Modellen, um die Evolution zu begründen oder ihre Brauchbarkeit zu demonstrieren? Andere Wege werden von vornherein, vorsätzlich gemieden. - Warum wendet man sich nicht offen anderen Paradigmen und Horizonten zu?". Seine Antwort kann nicht genügen: "Weil ein praktisch glaubensloser Humanismus die Welt und deren Geheimnisse wissenschaftlich mehr und mehr 'in den Griff' bekommen will." (S.20)  Denn Geheimnisse lassen sich nicht 'beherrschen', sonst wären sie keine. Außerdem gibt es keinen 'glaubenslosen Humanismus', wohl aber einen "humanitären A-theismus und Anti-theismus", der auch in der Wissenschaft und Philosophie sein Unwesen treibt, ja sogar in einer 'glaubenslosen Theologie', die man als Modernismus bezeichnet.

Die moderne "Evolutionslehre" (nicht die E-theorie, die nur mit Hypothesen arbeitet), die in Wirklichkeit nur eine primitiv-rationalistische Ideologie ist, hat nicht zum Ziel die "Zerstörung des Planes Gottes" (S.21), da der göttliche Schöpfungsplan gar nicht zerstört werden kann, weil er im unwandelbaren Wesen Gottes und in seiner Weisheit beschlossen liegt. Nur seine Verwirklichung in Raum und Zeit kann mehr oder weniger zerstört oder auch verhindert werden. Jeder radikale Evolutionist ist ein geistig Blinder, gleichgültig, ob er sich beim Verkünden seiner Weisheiten das Mäntelchen eines Wissenschaftlers oder eines Forschers umhängt. Am schlimmsten aber sind die sog. "theisti-schen Evolutionisten" mit Teilhard de Chardin an der Spitze, über den der Verf. einen lesenswerten Exkurs (S.492-501) angefügt hat. Nur sollte man diesen gefährlichen Häretiker aus der Gesellschaft Jesu (Jesuitenorden) nicht als einen "verhinderten Propheten" bezeichnen, sondern als einen durch und durch "falschen" im biblischen Sinne. Außerdem ist es kein Zeichen von "Behutsamkeit", sondern offenkundig unwahr und falsch, wenn der Häretiker Ratzinger nichts 'Besseres' zu Teilhard zu sagen wußte, als daß bei ihm "die philosophische und theologische Begriffsbildung unbefriedigend blieb"! So "hackt" eben nach einem alten Sprichwort "die eine Krähe der anderen kein Auge aus".

Der vom Verf, mit Recht bekämpfte "theistische Evolutionismus", den man besser als einen "theologischen" bezeichnen sollte, entsteht seiner Meinung nach "aus der scheinbaren Aporie, Evolution als wissenschaftlich unausweichliches Faktum akzeptieren zu müssen und doch keine Erklärung, keine wirklichen Evolutionsmechanismen zu haben: Gott muß einspringen! - So hat man eine hinreichende Erklärung  für die kritischen Ubergänge vom Urknall bis zum Menschen, und zugleich hat man sich gewürdigt, sogar Gott noch eine Rolle zuzubilligen. - Somit glaubt man sich offenbar im Toleranz-bereich christlicher Vorstellungen und hält gleichzeitig an den Prinzipieh der Abstammungslehre fest, indem man sie zur Arbeitsmethode Gottes erklärt." (S. 401) M.a.W.: Im Anfang schuf Gott nicht den Himmel und die Erde (das glauben nur unwissende Leute), sondern 'die Evolution', ja die Schöpfung selbst ist Evolution. Und warum? Nun, weil Gott selbst nichts anderes ist als 'ewige Evolution' und alles andere nur ein Ausfluß seiner selbst. Ist das absurd? Sicherlich ist es das. Aber: je absurder etwas ist oder erscheint, um so besser!  Das ist der 'neue Glaube' der Wissenschaftsgläubigen, mögen diese nun moderne Wissenschaftler sein oder auch nicht. Wenn der Evolutionismus eine Ideologie ist, worüber es keinen Zweifel gibt, dann ist dies auch der 'theistische'. Und wenn R. Spaemann nach einem Zitat des Verf. (S.426) meint: "Der christliche Glaube (?) kann seinen Anspruch nicht auf die Rolle zurücknehmen (!), die ihm im Rahmen der evolutionären Welt-anschauung zugedacht ist", dann ist das unlogisch und verwirrend. Denn der "christliche Glaube" steht völlig außerhalb des Evolutionismus und jeglicher Ideologie und hat auch nicht das geringste mit einer 'Rolle' in einem soziologischen Rollenspiel zu tun. Es  gibt nur "theistische (theologische) Evolutionisten" (wie K. Rahner S.J. etc.), die im 'kirchlichen Welttheater' ihre üble Rolle spielten und weiter spielen.        

Welche Position aber nimmt nun der Verf. selber ein? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, wenn man das ganze Buch, einschließlich der vielen Anmerkungen, genau gelesen hat. Denn so manches bleibt im Unklaren und erweist sich auch sowohl in philosophischer als auch in theologischer Hinsicht als unhaltbar, was oft durch die Anhäufung von Zitaten ('kompilatorisch') verdeckt wird. Es fehlen auch die prinzipiellen Unterscheidungen zwischen naturwissenschaftlich-biologischer, natur-philosophischer, philosophisch-metaphysischer und biblisch-theologischer Anthropologie, die durch den (häretischen) "theistischen Evolutionismus" derart verdunkelt worden sind, daß sie nicht eimnal mehr in Erscheinung treten. All dem gegenüber ist die Position des Verf. vorwiegend die eines gläubigen "christlichen Geozentrikers", für den aber auch 'Glaube und Wissen' nocht nicht auseinandergefallen sind, obwohl auch diesbezüglich keine geringen Unklarheiten bestehen. Die Position des Verf. wird auch in folgenden Aussagen deutlich, die man nicht überlesen sollte:

"Die Urknall-Theorie (Hypothese?) verschiebt das Erscheinen des Lebens auf eine Zeit von ca. 12-15 Milliarden Jahre nach Anlauf der ersten offenbar (vermeintlich?) zwecklosen  (a-teleologischen) Naturereignisse. Der Schöpfungsbericht schildert vom ersten Beginn der Erdgeschichte an den Menschen als den wahren König der Erde, der seine Herrschaft über alle sofort geschaffenen Tiere ausübt, einschließlich über diejenigen in den Tiefen der Meere. Sogar die Sterne der Himmel sind nur zwei Tage älter als der Mensch (1 Mos 1,19 und 31; vgl. 2 Mos 20,11a) und in ihrer Existenz zweckgebunden. Sie wurden für (!) den Sohn Gottes geschaffen (Kol 1,15-16) (?) und (!) für diejenigen, die er gemäß (?) seinem Bilde erschaffen und auch erneuert hat (1 Kor 3, 21-23); Kol 3,10) (??). Diese Sterne müßten nicht Milliarden von Jahren warten, um den Zweck zu erfüllen, für den sie gemacht worden sind, nämlich den Menschen als 'Zeichen' zu dienen, damit diese die ewige Kraft und Göttlichkeit Gottes schauen (!). Darf nicht sogar die 0bskurantenfrage gestellt werden, ob der fiktive Weltraum mit seinen angeblich Milliarden Lichtjahren überhaupt so existiert, wie ihn sich die heutige Astronomie vorstellt?" (S.399). - Leider werden in diesem Text die Lehraussagen des hl. Paulus mißverstanden  oder vielleicht sogar bewußt mißdeutet, da sie in einem ganz anderen Sinnzusammenhang stehen, wie offensichtlich ist. Man darf weder das Wissen gegen den Glauben ausspielen wie die Rationalisten noch den Glauben gegen das Wissen, wozu der Verf. neigt und sich dadurch selber schadet. Es ist auch viel besser, sich selbst nicht für "im Glauben erleuchtet" zu halten oder von jedem 'Heiden' der Antike zu meinen, er sei 'gottlos' gewesen (wie sogar Bonaventura).

Der Verf. zieht auch aus dem Irrtum des Wissenschaftstheoretikers W. Stegmüller einen falschen Schluß (S.400), als dieser, indem er Kant mißverstand und auch seine Intention nicht verstand, behauptete: "Man muß nicht das Wissen beseitigen, um dem Glauben Platz zu machen. Vielmehr muß man bereits an etwas glauben, um überhaupt von Wissen und Wissenschaft reden zu können." Hier wird das Verhältnis von übernatürlichem und natürlichem Glauben gründlich verkannt und zudem noch unlogisch mit äquivoken Termini operiert, nachdem man philosophisch gescheitert ist.

Die auf dem Boden der neuzeitlichen oder 'modernen' und durchaus materialistischen Naturwissenschaft entstandenen Evolutionslehre oder der Evolutionismus war von Anfang an (zuerst auf biologischem Gebiet) eine sowohl a-theistische als auch anti-theistische Ideologie, die schließlich auch auf die theologische Schöyfungslehre übergriff und dort im Bereich des schon existierenden 'Modernismus' den sog. "theistischen Evolutionismus" erzeugte, der sowohl eine subtile Häresie als auch in seinem Wesen ein anti-christliches Gebilde oder Paradigma ist. Beides sollte deutlich erkannt werden, wenn man diese 'Evolution' durch "Glaube und Wissen" überwinden will. Mit Recht schrieb der Naturwissenschaftler Max Thürkauf in seinem Buch "Die Spatzen pfeifen lassen": "Wenn Theologen wissenschaftsgläubig werden und unter Bezug auf die Naturwissenschaft Gott zeigen wollen, wie er mit Hilfe der Evolution die Welt erschaffen haben muß, so handeln sie untheologisch, weil Gott dann auf sich verzichten könnte. Da er das nicht kann, wird er sich gezwungen sehen, auf solche Theologen zu verzichten. Das hat er schon zu Jesaja gesagt." Isaias 55,8-9: "Denn meine Gedanken sind durchaus nicht eure Gedanken, und eure Wege nicht meine Wege. - Nein, um wieviel die Himnel überragen die Erde, soviel sind meine Wege höher als eure Wege, ragen meine Gedanken über eure Gedanken!". Ein in Glaube und Wissen vom Schöpfergott abgefallener Mensch, der auch nicht mehr weiß, daß Gott ihn über dem Nichts hält, versteht und begreift dies alle nicht mehr. Er ist bereits zu einem Toren im biblischen Sinne degeneriert. Recht seltsam und 'mysteriös' ist diese, von vielen bewunderte, "evolutionäre Selbsttranszendenz des Menschen"! Dabei kann man dann viel-leicht auch sein eigenes "Big-Bang" erleben...          

Prof. Dr. D. Wendland

 
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