56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
Datenschutzerklärung | Zum Archiv | Suche




1. ZWEI PREDIGTEN ÜBER DAS LEIDEN DES HERRN
2. Über die Familie
3. Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem
4. Den Zwang beenden
5. Über die Geheimnisse des Lebens Jesu Christi
6. Der heilige Anselm von Canterbury
7. Ein Held der Caritas
8. Die Ikone
9. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN
10. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
Die Ikone
 
Die Ikone

von
Maria Winowska

Jetzt erkannte er die Landschaft wieder. Die drei Tannen beim Friedhof wachten noch immer über die sich unabsehbar hinziehende, leicht gewellte Ebene. Früher hatte er mehr als einmal in den Winterstürmen dieses Wahrzeichen am Horizont gesucht. An einem Weihnachtsabend glaubte er in einem Unwetter umzukommen; im wirbelnden, blendenden Schneegestöber zog er mit seinem Schlitten im Kreise herum, bis sich plötzlich im kristallenen Geflimmer die drei Silhouetten abzeichneten... Als Kind kletterte er oft an ihnen hoch, um Ausguck zu halten. Er träumte von Reisen... Gott hatte ihn in sonderbarer Weise erhört. Nach fünfzehnjähriger Abwesenheit kehrte er jetzt zurück. Er war zu doppelter Dauer verurteilt worden; dank einer allgemeinen Amnestie wurde er vorzeitig entlassen. Wen wird er im Dorfe noch vorfinden? Lebt noch ein Glied seiner Familie?   

Der letzte Brief seiner Frau hatte ihn vor zehn Jahren erreicht. Darnach wurde er in ein anderes Lager versetzt. Sandte man die Briefe nach? Sein Herz pochte heftig, als er den Hang hinanstieg, hinter welchem sein Dorf in einer Mulde zusammengekauert lag. Sein Haus steht am Waldrand. Noch eine Biegung, und er mußte es sehen. Die Erde roch gut. Zur Rechten stieg der Roggen in die Höhe, fett und saftig. Da und dort lagen noch kleine, von kaum sichtbaren Trichterchen durchlöcherte Schnee flecken. Die junge Sonne zehrte gierig an ihnen und befreite stündlich ein weiteres Stück von der winterlichen Hülle. Der Frühling war mächtig am Werk!

Noch hatte er eine Werst zurückzulegen. Der Pilger fühlte ein großes Summen von Erinnerungen auf ihn eindringen... Früher hörte er das Wachsen des Getreides besonders gern. Während einer Morgendämmerung hatte der Vater einmal gesagt: «Komm mit!» Die Lider waren noch schwer vom Schlaf. Wankend folgte er ihm, das Händchen in der starken, väterlichen Hand. Plötzlich fuhr er zusammen. «Gib acht!» sagte der Vater. Aus der schwarzen, feuchten Erde kam ein sanftes Rau-schen. Unzählige Keime durchbrachen wie Messerspitzchen den Ackerboden. Man sah sie nicht hervorkommen; man hörte sie. «Horch, wie der Roggen wächst!» wiederholte der Vater. «Er wird gesund, dieses Jahr.»  Die Erde hat sich nicht verändert. Der Roggen hat sich nicht verändert. Die Menschen sind anders geworden. Die Freude ist verschwunden...

Der Rücken des Mannes beugte sich etwas mehr unter dem schweren Sack. Zwei Runzeln formten sich auf seiner Stirne. Er konnte einfach nicht begreifen. Seit Jahren grübelte er vergeblich über alles nach... Warum das viele Unglück? Warum so tiefes Unglück? Es war doch Ostern! Voller Bangnis dachte er an die Glocken... Von hier aus sollte er die Turmspitze sehen können! Eine Unruhe beklemmte sein Herz. Er beschleunigte den Schritt.

O, der Schlag mitten auf die Brust! Dieser Schlag hätte ihn beinahe zu Boden geschleudert. Herr Jesus, ist es möglich? Die Beine trugen ihn nicht weiter. Zitternd ließ er sich am Wegrand nieder und starrte auf das Dorf...

Die Kirche war nicht mehr da. Sein Haus verschwunden. Vom heimatlichen Dorf blieben nur mehr einige verkohlte Skelette. Auf der alten Weide standen lange, trost lose Gebäude. Der einst so nahe Wald war zurückgewichen. Man braucht Zeit, um sich an das Unglück zu gewöhnen. Auch wenn es dauernder Begleiter ist! Es braucht immer wieder Zeit! Eine Stunde, zwei Stunden... Die Sonne war hoch am Himmel, als er seine Habseligkeiten zusammenraffte. Jetzt wollte er alles aus der Nähe sehen. Er mußte sich erkundigen.  

Der Weg zog sich nun dem Bächlein entlang. Bei der Mühle führte er über eine Brücke. Ein Steinwurf weiter weg, bei der Biegung, stieg er hinan zur Stelle, wo sein Haus sich befand. Schwarze Mauern mit gähnenden Löchern war alles, was von ihm blie... «Herr Jesus, erbarme Dich! Mutter Gottes, hilf mir!» Da hört er ein munteres Klopfen. Frauen sind am Brunnen mit ihrer Wäsche beschäftigt. Eine, zwei, drei... Die Schlagbretter sausen in raschem Rhythmus durch die Luft; die Zungen sind auch in Bewegung.  

«Gelobt sei Jesus Christus!» grüßt er.
Sie stehen bis zu den Knöcheln mit aufgekrempeken Röcken im Wasser. Sie drehen sich um. Eine nur antwortet: «Auf ewig!», die älteste. Die andern betrachten ihn neugierig.
«Ich bin doch in Krasne», fragt er, um etwas zu sagen.
«Natürlich, in Krasne», antworten sie mißtrauisch. «Woher kommst du?»
«Und Tekla, die Frau Alexys, was ist aus ihr geworden?»
Verblüfft blicken sie sich an. Plötzlich läßt die älteste ihr Schlagbrett fallen und greift mit beiden  Händen an den Kopf: «Bist du Alexy? Ist das möglich?»
Er findet kein Wort, sein Herz ist wie in einem Schraubstock; wie versteinert vor Erwartung.
«Der Herr Jesus möge dich trösten », sagt die Alte.
«Tot?» fragt er mit banger Stimme. Sie nickt.   
«Und das Kind ? ... » - «Man hat es weggeführt.»   
«Wohin?» - «Gott weiß es!»   

Wie ein Baum, der unter den Schlägen der Holzer wankt, sich wieder etwas aufrichtet und plötzlich fällt, so sinkt er hin. Zusammengekauert wie ein Tier, den Kopf zwischen den Händen, jammert er leise: «Gospody pomyluy! Gospody pomyluy!» («Herr, erbarme Dich meiner!»)

Die Frauen trugen ihre Wäsche zusammen, legten sie in den Eimer, steckten die Schlagbretter hinein und entfernten sich. Es ist nicht ratsam, mit einem entlassenen Sträfling zu plaudern! Der Kommissär hat eine feine Nase und kennt keine Rücksicht, wenn er glaubt, Ordnung schaffen zu müssen. Nur die Alte hatte es nicht eilig und tat, als suche sie ein Wäschestück. Als die beiden andern sich etwas entfernt hatten, flüsterte sie, ohne ihn anzusehen: «Weißt du, deine Ikone ist in der Erde vergraben.»
«Wo denn, Mütterchen?»   
«Neben dem Kellereingang, rechts vom Herd, unter der Bodenplatte. Ich habe Erde darauf geschüttet.» Ängstlich fügte sie hinzu: «Du verrätst mich nicht, Alexy!»   
«Gott möge mich davor behüten, Matiuschka!»

Sie wand das endlich gefundene Tuch aus, bedeckte ihren Eimer damit und sagte, ohne den Kopf zu drehen: «Dymitr ist ein Hund! Nimm dich in acht! Er meldet alles. Du brauchst einen Paß, um arbeiten zu können. Mach ihn dir nicht zum Feind!»   
«Gott vergelte es dir, Horpyna! Ich werde vorsichtig sein.»   
Sie hatte ihm schon den Rücken gedreht, als sie ihm noch über die Schulter nachrief: «Chrystos voskrese! (Christus ist auferstanden!) Morgen ist Ostern!»
«Istinno voskrese!» (Er ist wahrhaft auferstanden) erwiderte er andächtig. «Im Lager hat man zu Gott gebetet.»   
«Hier betet man im stillen Herzen, denn die Kirche ist eingeäschert worden und der Priester... Sie haben ihn an die beiden Flügel des Scheunentors genagelt wie ans Kreuz; dann öffneten sie das Tor, ... du verstehst...»  - «Ich verstehe!»   
Eilig entfernte sie sich, um die beiden andern einzuholen. Ihre Gestalten wurden kleiner und verschwanden im Dunst des Frühlings. Alexy saß an der Böschung des Weges und ließ seinem Kum-mer freien Lauf. Die Augen überflossen, er schluchzte, als ob er sterben müßte.

Der Mond stand schon auf der Höhe der Tannen, als die aus der Erde aufsteigende Kälte ihn wieder zu sich brachte. Er schlotterte, und seine Zähne klapperten wie Fastnachtsklappern. Mühsam erhob er sich und schlug die Arme um den Körper, um sich zu erwärmen. Er zog den Sack auf die Schultern und schritt hinauf zu den Überresten seines Hauses. Erinnerungen schwirrten in einem unaufhaltsamen Wirbel durch seinen Kopf.

Hier, an der Einfriedung, die man auf einer kleinen Leiter übersteigt, hatte er ihr seine Liebe gestanden. Wie schön sie war mit den schwarzen Augen, die wie Karfunkel glühten! Bald darauf stand sie vor ihm, mit der Brautkrone geschmückt, stolz wie eine Prinzessin. Sie waren glücklich unter den Fittichen Christi. Und der kleine Wasyl glich seinem Vater wie ein Wassertropfen dem andern. Er war ein mutiger Bub, der schon mit fünf Jahren ritt und das Pferd zum Galopp trieb und dabei lachte vor Freude und Angst zugleich. An die Mähne geklammert, rief er: «Ich will sehen, wie es hinter den sieben Bergen und den sieben Flüssen im großen Ozean, wo die Walfische schwimmen, ist!» Er stand unter der Türe und war stolz auf den Kleinen, während Tekla voller Schrecken sich bekreuzte. Sie waren glücklich, bis eines Tages der Krieg...   

Ihr Haus war nicht aus Holz, sondern aus Ziegelsteinen erbaut. Darum blieben noch Mauerstücke. Die Leute des Dorfes haben das übrige wohl geholt. Ziegelsteine sind teuer! Er beugte sich, las ein verrostetes Eisen auf, legte den Sack auf ein Gesims und ging auf die Stelle hin, wo früher der Herd in der Mitte des Hauses stand. Der Mond war indessen auf die Höhe des Himmelsgewölbes gestiegen und übergoß die Erde mit einer Flut milchigen, sanften Lichts. Rund wie ein Käse, schien er zu lachen mit seinem ganzen, dicken gerunzelten Maskengesicht, inmitten der zahllosen, von seinem Schein verblassenden Sterne. Düstere Eulenrufe durchzuckten die Luft. Er hatte keine Mühe, den Platz zu finden. Er schaffte die Erde beiseite und hob die Platte. Fette, nasse Erde klebte an seinen Händen. Unter der Platte war nur feuchter Boden.

Entmutigt ruhte er einen Augenblick aus. Es würde wohl nichts nützen, tiefer zu graben, weil sie bestimmt vermodert war. Fünfzehn Jahre unter der Erde gehen nicht spurlos vorüber! Fin Holzstück braucht nur ein Jahr, um zu zerfallen. Nie hatte er die genauen Umrisse und die Züge der verehrungswürdigen Ikone erkennen können, die in der Familie seit Jahrhunderten vom Vater auf den Sohn vererbt worden war. Man erzählte, sie sei wundertätig; aber kann man das nicht von jeder Ikone behaupten? Vom «schönen Winkel» aus herrschte sie über das Haus in nie verminderter Majestät; sie war schwarz von den Jahren und dem Rauch der Kerzen und Leuchter, die Tag und Nacht vor ihr brannten. In Wahrheit war niemand neugierig, zu erfahren, was sich unter der durch die Jahrhunderte gebildeten Kruste verbarg. Überlieferung ohne Unterbruch bedeutete mehr als das Ergebnis einer ehrfurchtslosen Untersuchung. Jedermann weiß übrigens, daß man nicht die Oberfläche, sondern das Durchscheinende einer Ikone sehen muß und daß die sinnenfälligen Formen wenig sind im Vergleich zu der Wirklichkeit, die sie zum Ausdruck bringt und in Erinnerung ruft. Das alles wußte Alexy, ohne es in Worte fassen zu können, und während der Jahre im Arbeitslager blieb sein Herz immer ausgerichtet auf das schwarze Bild, dessen schlechter Zustand und Verwurmung ihm wohl bekannt waren.   

Seine Finger gruben weiter in der weichen Erde. Jetzt, da er sie endgültig verloren glaubte, überfiel sein Herz ein bitterer Kummer. Wenn er doch wenigstens das Antlitz der Ikone in seinem Gedächtnis bewahrt hätte! Sich erinnern können an ein so unschätzbares Gut, an die herben Züge, die ein Abglanz des verherrlichten Körpers sind! Sich vorstellen, wie die Sonne mit dem Gold des «Assistes» (d.s. feine goldene Strahlen, die ein durchsichtiges Gewebe bilden und den Kontrast der Farben durch Brechen des Lichtes mildern; sie bedeuten das "volle Licht") spielt, der dem Bild den unaussprechlichen Glanz verleiht!    

Seine kalten Finger stießen auf etwas Hartes. Zu seiner Überraschung streifte die Handfläche einen glatten Gegenstand. Eine närrische Hoffnung, eine wilde Freude erfaßte ihn bei den Haaren. Wie im Fieber erweiterte er die Öffnung. Und dann tastete er den Umrissen der Platte nach, um die Masse zu erkennen. Nein, es konnte nicht die Ikone sein! Holz war wohl da, doch in viel zu kleinem Umfang. Langsam fuhr seine Hand dem Rand entlang. Das Brett schien im Kies zu liegen. Der Schweiß fiel in großen Tropfen von seinem Gesicht; er zitterte vor Erregung. Die Hände glitten vorsichtig und sanft unter die Platte und hoben sie heraus. Auf den Knien betrachtete er sie. Es war seine Ikone ohne den geschnitzten und vergoldeten Rahmen. Ja, es war sie! Die Umrisse des Bildes waren erkennbar. Im fahlen Licht des Mondes sah er die wunderbare Harmonie der ermatteten Farben. Auf dem Goldgrund leuchteten konzentrische Kreise; ein Antlitz hob sich ab mit übergroßen Augen, die einen anblickten mit einem allwissenden Blick: ein Antlitz der Ewigkeit!    

Mit einem Schrei, trunken vor Schmerz und Freude, sank er mit dem Gesicht vornüber zu Boden. Seine steifen, verkrampften Hände hielten noch immer die Ikone, deren Anblick ihn geblendet hatte.    «Gospody pomyluy! Gospody pomyluy!» wiederholte er immer wie eine Klage. Ja, Er war es, der Herr, der Erlöser! Der Spas, geheimnisvoll gegenwärtig in seinem Bilde und seine Herrlichkeit ausstrahlend in einer Flut von Farben, die das unerschaffene Licht bedeuten!   

Seine Augen, seine wie ein See ruhigklaren Augen, verlor Alexy jedes Gefühl für die Zeit. Alle seine wie auf einem Fächer ausgebreiteten Leiden wiesen auf einen Punkt hin, auf die Mitte der Ikone, wo das Ewige sich mit dem Zeitlichen trifft. Er, der ungebildete Bauer, glaubte, im Herzen Christi den Sinn aller Dinge und sein eigenes Schicksal deuten zu können. Sein Vater war da, seine Mutter und seine Frau... Nicht in körperlicher Gestalt, in unsichtbarer Anwesenheit. Nicht in Stimmen, sondern im Schweigen. Die großen Wasser der Ewigkeit überfluteten die grausamen Riffe der Ereignisse, die sinnlos sind, solange man sie vereinzelt sieht. Alles wurde nun Wohllaut; alles verwandelte sich in Musik. Sogar die Sterne sangen ihr Lied...   

Langsam tauchte die Zeit wieder auf aus dem zurückfließenden Ozean. In ihm verweilen ist uns hienieden nicht gegeben! Aber eine unauslöschliche Prägung zeugt von seinem Dasein wie die Augen zeugen von der Tiefe, welche die Flut ergründet. Mit beiden Händen hielt er die wiedergefundene Ikone. Er spürte weder Kälte noch Hunger. Trunken vor Freude rief er aus: «Chrystos voskres! Christus ist auferstanden!»   

Nachdem er das kostbare Gut auf den Rand des Brunnens gelegt hatte, las er dürres Holz zusammen. Eine vom Blitz zertrümmerte Tanne lieferte ihm harzreiche Äste. Als der Haufen ihm groß genug zu sein schien, zog er ein Zündholz aus seiner Tasche, rieb den Schwefelkopf an einem Mauerstück und entzündete das Feuer. Wie goldene Ameisen tanzten die Funken über die Nadeln hin, und bald schlugen die Flammen in roten Zungen hoch. Auf den Knien betrachtete er im Schein des knisternden Feuers seine Ikone, die plötzlich in warmen Farben leuchtete wie das die Sonne ankündende Morgenrot. Was der Mond ahnen ließ, erstrahlte jetzt in voller Helle. Das durchsichtige Gold und der Purpur, Saphire und Kristalle verherrlichten ein Antlitz, das den vollen Glanz des Lichtes vom Tabor widerspiegelte. Nein, die Vision vor einer Stunde hatte ihn nicht getäuscht!   

Langsam sank der Mond auf den Reifen des Himmelsgewölbes wie ein Kinderballon. Sein Licht wurde dumpfer und rötlicher; er verlor seinen Glanz, während im Osten sich der Himmel mit zartem Grün färbte. Auch das Feuer erlosch. Alexy dachte an die Glocken. Es war Ostern trotz allem, im Himmel und auf der Erde! Trotz des fehlenden Glockenrufs! Trotz des düsteren Schweigens! Aber er war nicht traurig. In dieser unvergleichlichen Nacht hatte alles seinen Sinn bekommen: Leid und Freude waren eng verbunden; Trostlosigkeit und Herrlichkeit standen sich ebenso nahe wie das Kreuz und die Auferstehung! Die Kruste des Winters war zersprungen unter Fluten lebendigen Was-sers. Was vermochte die Welt gegen einen solchen Frühling?   

Mit seinen von schwerer Arbeit rauhen Fingern nahm Alexy die Ikone und hüllte sie in ein sauberes Hemd, legte sie auf den Grund seines Sackes und nahm den Pilgerstab wieder zur Hand. Jetzt wollte er seinen Sohn finden; er wußte, daß er lebte. Alles in ihm war Singen, alles Friede. Er machte sich auf den Weg und wiederholte in weichem Psalmieren: «Chrystos voskres! Chrystos voskres!»

(aus "Die Ikone - Tatsachen aus der Kirche des Schweigens" Freiburg/Schweiz - München 1960, S. 22 ff.)
 
(c) 2004-2018 brainsquad.de