56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
Datenschutzerklärung | Zum Archiv | Suche




1. ZWEI PREDIGTEN ÜBER DAS LEIDEN DES HERRN
2. Über die Familie
3. Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem
4. Den Zwang beenden
5. Über die Geheimnisse des Lebens Jesu Christi
6. Der heilige Anselm von Canterbury
7. Ein Held der Caritas
8. Die Ikone
9. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN
10. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION

Ergertshausen, 4.4.2000

Verehrte Leser,

zu Ihrer Orientierung: mit diesem Heft beginnt der 30. Jahrgang (!) unserer Zeitschrift, die 1971 gegründet wurde. Man braucht nur noch die Jahre seit dem Ende des Konzils hinzu addieren, um den Zeitraum zu erfassen, der auf der einen Seite geprägt wurde von den Auswirkungen des II. Vatikanums, der aber zum anderen auch von dem immer stärkeren Widerstand unsererseits gezeichnet wurde, je klarer die eigentlichen Absichten und Ziele dieser Kirchenversammlung und die von ihr eingeleiteten Reformen hervortraten, durch die letztlich eine ungeheure Revolution entfacht werden sollte. Um sich die geistigen Folgen dieser Synode auf angrenzende Gebiete anzuschauen, vergleiche man einmal die Programme der konservativen, sog. christlichen politischen Parteien aus der Zeit vor dem Konzil mit denen aus den 80iger, 90iger Jahren. Diese Parteien, die in der Kirche immer eine geistig-moralische Stütze gesehen hatten, waren blind gegenüber dem modernen "Aggiornamento", das auch für sie von verheerender Wirkung war und ist. Man wird feststellen, daß sich in ihnen - in den neuen Programmen - die Ideen des Konzils widerspiegeln: Der sog. Ökumenismus bzw. Synkretismus, der inzwischen einen eigenen Stellenwert durch Johannes Paul II. erfahren hat - man denke nur an den 'Papst', der den Koran küßt! -, findet sich wieder im Globalismus und dem Multikulturismus, der ideologisch blind - trotz des hohen Blutzolls der jüngsten Balkankriege - weiterpropagiert wird. (N.b. dabei ist es leicht einzusehen, daß sich gegenseitig ausschließende Prinzipien nicht gleichberechtigt nebeneinander existieren können.)

Trotz der sich überdeutlich präsentierenden kirchlichen Revolution, die ihrerseits schon auf eine über 35jährige 'Tradition' zurückblicken kann, hat sich der Widerstand dagegen nur punktuell oder in kleinen Eliten manifestiert. Das liegt nicht so sehr an der theoretischen Kompetenz (im Entlarven der Ideen und Programme), sondern an dem mangelnden Engagement, besonder der Kleriker - zumindest gilt diese Einschätzung für den europäischen Bereich. Geschwächt wurde und wird dieser Widerstand auch von Gruppen wie die der Econer, die nur die konservativen und traditionalistischen Kräfte an sich binden, um sie auf's kirchliche 'Abstellgleis' zu führen; denn wie kann das Haupt der Revolution zugleich der Gralshüter der Wahrheit sein, dem man permanent "kindliche" Unterwerfung verspricht?! Aber abgesehen davon haben auch die Sedisvakantisten selbst viele Chancen verspielt, als ihre Bischöfe den Widerstand mit ihren öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten unerträglich belasteten. Das Resultat: sieht man von den Beiträgen in unserer Zeitschrift einmal ab, ist seit 1983 die theologische Debatte um eine Restitution der Kirche als Heilsinstitution fast stagniert. Die Bemühungen um eine Re-Unierung der kath. Christen hatten mit dem plötzlichen Tod von Mgr. Carmona ihr vorläufiges Ende gefunden. Dies soll sich ändern. Wir haben den Versuch unternommen, diese Bemühungen im theologischen als auch im kirchlich-pastoralen Bereich wieder aufzunehmen und zu forcieren. Deswegen war ich in Begleitung von Herrn Dr. Klominsky und meinem Sohn Ende Februar zu Gesprächen in Mexiko. Über die Kontaktaufnahme dort und den Inhalt der Debatten werden wir im nächsten Heft berichten.

Nutzen wir die restliche Fastenzeit, um Gott zu bitten, daß Er Seine Kirche wieder erstehen läßt wie Christus auferstanden ist von den Toten! Ich wünsche Ihnen ein gnadenreiches, frohes Osterfest.

Ihr Eberhard Heller
 
(c) 2004-2018 brainsquad.de