1. ZWEI PREDIGTEN ÜBER DAS LEIDEN DES HERRN 2. Über die Familie 3. Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem 4. Den Zwang beenden 5. Über die Geheimnisse des Lebens Jesu Christi 6. Der heilige Anselm von Canterbury 7. Ein Held der Caritas 8. Die Ikone 9. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN 10. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
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MITTEILUNGEN DER REDAKTION
Ergertshausen, 4.4.2000
Verehrte Leser,
zu Ihrer Orientierung: mit diesem Heft beginnt der 30. Jahrgang (!)
unserer Zeitschrift, die 1971 gegründet wurde. Man braucht nur noch die
Jahre seit dem Ende des Konzils hinzu addieren, um den Zeitraum zu
erfassen, der auf der einen Seite geprägt wurde von den Auswirkungen
des II. Vatikanums, der aber zum anderen auch von dem immer stärkeren
Widerstand unsererseits gezeichnet wurde, je klarer die eigentlichen
Absichten und Ziele dieser Kirchenversammlung und die von ihr
eingeleiteten Reformen hervortraten, durch die letztlich eine ungeheure
Revolution entfacht werden sollte. Um sich die geistigen Folgen dieser
Synode auf angrenzende Gebiete anzuschauen, vergleiche man einmal die
Programme der konservativen, sog. christlichen politischen Parteien aus
der Zeit vor dem Konzil mit denen aus den 80iger, 90iger Jahren. Diese
Parteien, die in der Kirche immer eine geistig-moralische Stütze
gesehen hatten, waren blind gegenüber dem modernen "Aggiornamento", das
auch für sie von verheerender Wirkung war und ist. Man wird
feststellen, daß sich in ihnen - in den neuen Programmen - die Ideen
des Konzils widerspiegeln: Der sog. Ökumenismus bzw. Synkretismus, der
inzwischen einen eigenen Stellenwert durch Johannes Paul II. erfahren
hat - man denke nur an den 'Papst', der den Koran küßt! -, findet sich
wieder im Globalismus und dem Multikulturismus, der ideologisch blind -
trotz des hohen Blutzolls der jüngsten Balkankriege - weiterpropagiert
wird. (N.b. dabei ist es leicht einzusehen, daß sich gegenseitig
ausschließende Prinzipien nicht gleichberechtigt nebeneinander
existieren können.)
Trotz der sich überdeutlich präsentierenden kirchlichen Revolution, die
ihrerseits schon auf eine über 35jährige 'Tradition' zurückblicken
kann, hat sich der Widerstand dagegen nur punktuell oder in kleinen
Eliten manifestiert. Das liegt nicht so sehr an der theoretischen
Kompetenz (im Entlarven der Ideen und Programme), sondern an dem
mangelnden Engagement, besonder der Kleriker - zumindest gilt diese
Einschätzung für den europäischen Bereich. Geschwächt wurde und wird
dieser Widerstand auch von Gruppen wie die der Econer, die nur die
konservativen und traditionalistischen Kräfte an sich binden, um sie
auf's kirchliche 'Abstellgleis' zu führen; denn wie kann das Haupt der
Revolution zugleich der Gralshüter der Wahrheit sein, dem man permanent
"kindliche" Unterwerfung verspricht?! Aber abgesehen davon haben auch
die Sedisvakantisten selbst viele Chancen verspielt, als ihre Bischöfe
den Widerstand mit ihren öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten
unerträglich belasteten. Das Resultat: sieht man von den Beiträgen in
unserer Zeitschrift einmal ab, ist seit 1983 die theologische Debatte
um eine Restitution der Kirche als Heilsinstitution fast stagniert. Die
Bemühungen um eine Re-Unierung der kath. Christen hatten mit dem
plötzlichen Tod von Mgr. Carmona ihr vorläufiges Ende gefunden. Dies
soll sich ändern. Wir haben den Versuch unternommen, diese Bemühungen
im theologischen als auch im kirchlich-pastoralen Bereich wieder
aufzunehmen und zu forcieren. Deswegen war ich in Begleitung von Herrn
Dr. Klominsky und meinem Sohn Ende Februar zu Gesprächen in Mexiko.
Über die Kontaktaufnahme dort und den Inhalt der Debatten werden wir im
nächsten Heft berichten.
Nutzen wir die restliche Fastenzeit, um Gott zu bitten, daß Er Seine
Kirche wieder erstehen läßt wie Christus auferstanden ist von den
Toten! Ich wünsche Ihnen ein gnadenreiches, frohes Osterfest.
Ihr Eberhard Heller |
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