56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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Ausgabe Nr. 11 Monat Dezember 2004
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2005
SPENDENAUFRUF


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Offener Brief an H.H. Bischof M. Pivaruns


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2004
Ad multos annos - Herrn Prof. Dr. D. Wendland zu seinem 80. Geburtstag


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2004
Eberhard Heller: Besuch aus Mexiko


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
Open Letter to most Reverend Bishop M. Pivarunas


Ausgabe Nr. 8 Monat Oktober 2004
ROTHKRANZ Y LAS INVESTIGACIONES...


Ausgabe Nr. 10 Monat Dezember 2004
Sobre Monseñor Thuc y Monseñor Carmona


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2005
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN ...


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat Februar 2003
Offener Brief an H.H. Prof. Dr. August Groß


Ausgabe Nr. 2 Monat März 2003
Wer in der modernen Welt


Ausgabe Nr. 3 Monat April 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat April 2003
The Roman Catholic Diaspora Church


Ausgabe Nr. 5 Monat Juni 2003
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
Zitate: Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Juli 2003
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat September 2003
Rothkranz in Untiefen


Ausgabe Nr. 8 Monat October 2003
L’Eglise Catholique-Romaine de la diaspora


Ausgabe Nr. 11 Monat December 2003
De Monseñor Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2002
Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 2 Monat Mars 2002
ES MONSEÑOR LEFEBVRE UN OBISPO ORDENADO VALIDAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat Mai 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 4 Monat Juli 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 5 Monat September 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
Pfarrer Carl Sonnenschein


Ausgabe Nr. 6 Monat November 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
Satanische Tendenzen in der Rock Musik


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2002
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 8 Monat December 2002
Is Mgr. Lefebvre a validly consecrated bishop?


Ausgabe Nr. 7 Monat Diciembre 2001
LA IGLESIA CATOLICO-ROMANA EN LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2001
Papsttum als eines Wesens-Elementes der Kirche


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
Über das Papsttum der römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 6 Monat Dezember 2001
DIE SCHÖPFUNG - EIN GÖTTLICHER PLAN - Buchbesprechung


Ausgabe Nr. 8 Monat Januar 2002
Über das Papsttum der Römischen Bischöfe


Ausgabe Nr. 1 Monat April 2000
Kurze Antwort auf eine Anfrage zum Sedisvakanzproblem


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Nov.-Doppel-Nr.4/5 2000
WAR MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 2000
Zum Problem des innerkirchlichen Klerikalismus


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar 1999
IN MEMORIAM FRAU ELSE KETTERER


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
SIND DIE POST-KONZILIAREN WEIHERITEN GÜLTIG?- Fortsetzung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1997
AUS EINEM BRIEF AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1993
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1993
LESERBRIEF


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1994
ZUM PROBLEM DER ERFORDERLICHEN INTENTION BEI DER SAKRAMENTENSPENDUNG


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1995
NUR NOCH AUSLAUFMODELL?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1994
IST MGR. LEFEBVRE EIN GÜLTIG GEWEIHTER BISCHOF?


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE - FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 11 Monat Juli-Sondernr. 1992
ZUM PROBLEM DER INTENTIONALITÄT BEI DER SPENDUNG DER SAKRAMENTE


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
DER FALL ESCRIVA


Ausgabe Nr. 3 Monat August 1992
Mitteilungen der Redaktion


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1992
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RELIGION?


Ausgabe Nr. 4 Monat Mai 2006
DIASPORA


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundes-Republik Deutschland


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 1991
Wieviele Katholiken gibt es in der Bundesrepublik Deutschland


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
DER MODERNE HOMINISMUS UND SEINE ABARTIGE RELIGIOSITÄT


Ausgabe Nr. 5 Monat Februar 1992
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1990
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli, Sondernr 2/3 1990
ÜBER DIE GRÜNDUNG DER Una et Sancta ECCLESIA, Vorwort


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1990
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1991
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1991
DIE ZERSTÖRUNG DES SAKRAMENTALEN PRIESTERTUMS DURCH DIE RÖMISCHE KONZILSKIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat Mai 1989
MYSTERIUM FIDEI


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1989
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat Januar 1989
WAS IST DAS EIGENTLICH: DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1988
LESERBRIEF IN AUSZÜGEN


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 7 Monat April-Sondernr 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Über die christliche Taufe und das Tauf-Sakrament


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
STELLUNGNAHME ZU DEM ARTIKEL DIE KRISE DER APOSTOLISCHEN SUKZESSION...


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1987
Aus EINEM BRIEF VON S.E. MGR. MOÍSES CARMONA


Ausgabe Nr. 3 Monat Sept./Okt. 1987
THEOLOGISCH-PHILOSOPHISCHE REFLEXION ÜBER DEN TRINITARISCHEN GOTT


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
KIRCHE OHNE RELIGION UND RELIGIONSLOSE KIRCHEN


Ausgabe Nr. 6 Monat März 1988
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 1 Monat April 1986
Was ist das eigentlich: Die Häresie?


Ausgabe Nr. 2 Monat Juli 1986
MITTEILUNGEN DER REDAKTION


Ausgabe Nr. 3 Monat September 1986
... DEN LEIB DES HERRN NICHT MEHR UNTERSCHEIDEN...


Ausgabe Nr. 5 Monat Januar 1987
ZUM 'MYSTERIUM FIDEI'


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
... UND SPIEEN IHM INS ANGESICHT ...


Ausgabe Nr. 6 Monat April 1987
Die Todsünde der Gotteslästerung


Ausgabe Nr. 3 Monat Juli 1985
OFFENER BRIEF


Ausgabe Nr. 4 Monat Oktober 1985
Es WÄRE ZU BEDENKEN


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
EINIGES ÜBER DEN BEGRIFF UND DAS WESEN DES CHRISTLICHEN GLAUBENS


Ausgabe Nr. 5 Monat Dezember 1985
BRIEF VON HERRN PROF. DR. D. WENDLAND AN DIE REDAKTION


Ausgabe Nr. 6 Monat Februar/März 1986
DAS GLAUBENSBEKENNTNIS DER KIRCHE ?


Ausgabe Nr. 6 Monat Oktober 2006
Der Teufel im Kino


Ausgabe Nr. 7 Monat Dezember 2006
Und ihr werdet sein wie Gott


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
Y seréis como Dios (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2007
And thou wilt be like God (Gen. 3,5)


Ausgabe Nr. 13 Monat September 2007
Et vous serez comme Dieu


Ausgabe Nr. 11 Monat February 2008
ARE POST CONCILIAR RITES VALID?


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
LA VALIDEZ CE LOS RITOS POSTCONCILIARES CUESTIONADA


Ausgabe Nr. 13 Monat April 2008
BIBLIOGRAFIA: VALIDEZ CUESTIONADA DE LOS NUEVOS RITOS POSTCONCILIARES


Ausgabe Nr. 13 Monat Diciembre 2009
L’EGLISE CATHOLIQUE-ROMAINE DE LA DIASPORA


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2010
Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. a-b Ist das sakramentale Priestertum in der Konzilskirche erhalten


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 2011
A. 8. e-f Die fehlende ‚Intention’ bei der Weihe nach dem Montini-Ritus


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
In memoriam Prof. Wendland


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2011
Mitteilungen


Ausgabe Nr. 13 Monat June 2011
E sarete come Dio (Gn. 3, 5)


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2011
Zitate aus:Über (...) eine Kirche ohne Papst


Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 3 Monat September 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 4 Monat Dezember 2012
MACHT UND OHNMACHT DER KIRCHE


Ausgabe Nr. 1 Monat März 2013
Null und nichtig – der Ritus der Bischofsweihe von 1968


Ausgabe Nr. 3 Monat August 2015
Tuet dies zu meinem Gedächtnis (Lk. 22,19)


Ausgabe Nr. 1 Monat Januar 2022
In Erinnerung an Dr. Ante Križić


DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE
 
DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE DIASPORA-KIRCHE
- FIKTION ODER WIRKLICHKEIT? -


von
Prof. Dr. Diether Wendland


KURZE VORGESCHICHTE 1)

Als Johannes XXIII. bald nach seiner Wahl die Einberufung eines "ökumenischen Konzils" ankündigte, wozu ihn angeblich der Hl. Geist auf eine besondere Weise "inspiriert" bzw. "erleuchtet" habe, und es dann auch durchzuführen begann, hatte offensichtlich keiner der nach Rom eilenden 'Konzilsväter' erkannt, daß es sich bei diesem vermeintlichen 'Papst' um einen offenkundigen Häretiker handelte. (...) Denn an und für sich entbehrt ein von einem Papst der Ecclesia Romana einberufenes ökumenisches Konzil nicht der "assistentia divina", d.h. der Mithilfe oder des Beistandes des Hl. Geistes bei allen Diskussionen und Entscheidungen in Glaubens- und Sitten-Sachen. (...) Alle Bischöfe folgten freiwillig, widerspruchslos und freudig dem Ruf eines offenkundigen Häretikers zur Veranstaltung eines allgemeinen Konzils und unterwarfen sich dadurch seiner 'Autorität'. Dieses Faktum war schon recht 'erhebend', da es so etwas in der katholischen Kirche noch nie gegeben hatte.

Um die Fehleinschätzung von Roncalli unter den Bischöfen anzumerken, wird ein Urteil 'Kard.' Döpfners, des Vorsitzenden der 'Deutschen Bischofskonferenz', zitiert: "Ich hoffe mit vielen zuversichtlich, daß wir Papst Johannes eines Tages als Heiligen der Kirche verehren dürfen." Denn nach Döpfner - so der Vorsitzende in einer Runkfunkrede - dachte Roncalli "nicht im mindesten daran, Dogmen oder auch nur wesentliche Grundsätze der Kirche anzutasten. Er hatte von seiner bäuerlichen Herkunft her, zu der er sich oft bekannte, sogar in kleinen Dingen ein ausgesprochenes Gespür für den Wert des Überkommenen."

Mit einem solchen Gerede wurden die hie und da schon etwas unruhig gewordenen konservativen 'Gläubigen' beruhigt (...). Die meisten Katholiken, Laien wie Kleriker, aber glaubten das, d.h. sie hielten sogar eine derart plumpe Unwahrheit für wahr; denn nirgendwo zeigte sich ein öffentlicher Protest, geschweige denn eine Protestbewegung gegen eine solche Ungeheuerlichkeit (abgesehen von einer späteren Plakataktion der "Una-Voce, Gruppe Maria", München, in der Döpfner neben anderen Häretikern eben deswegen angeprangert wurde). Aber ein bereits über zehn Jahre lang andauernder Beschuß mit Häresien 'von oben' konnte doch nicht ohne Wirkungen bleiben. Häresien aber sind die Pforten der Hölle, weil sie den Heilsverlust zur Folge haben! (...)

RONCALLI UND SEIN 'ERLEUCHTUNGS-KONZIL'

Es waren auch nur wenige, ja sogar erstaunlich wenige, die bald nach dem Beginn des sich auf den (im biblischen Sinne) unreinen "Geist der Welt" einlassenden sog. 'Pastoralkonzils' die schauerliche Tatsache erkannten - dafür gab es viele eindeutige Indikatoren -, daß Christus, der HERR der Kirche, einem allgemeinen Konzil die "assistentia divina" entzogen hatte. Aber warum? Nun, wohl auch deswegen, um insbesondere katholischen Christen generell sichtbar zu machen, was es heutzutage mit dem katholischen 'Gesamtepiskopat' als solchem auf sich hat. Dies jedoch war im Bereich der Glaubens-Erkenntnis zugleich eine Gnade für viele und eine Gnaden-Gabe Christi, die vielen helfen sollte, sofern sie "guten Willens" sind, auch ihr blindes Glaubens-Vertrauen (d.i. den Fiduzialismus) in die Bischöfe abzulegen, welches nur anerzogen war. Einem blinden Vertrauen nämlich fehlt genau so wie einem religiösen blinden Glauben die geistige Erkenntnis und das kritische intellektiv-rationale Denken. Darum sprach man schon früher diesbezüglich mit Recht von einer weit verbreiteten "katholischen Krankheit", die sich wie eine Epidemie ausgebreitet hatte. Später wurde dann aus dieser schweren Erkrankung eine im religiösen Sinne tödliche. Wenn jedoch das übernatürliche Leben, das sich allein aus der göttlichen Gnade ermöglicht, erlischt, dann bemerkt man das nicht an ihm selbst, sondern nur an den Auswirkungen, die so etwas auf die menschliche Natur in ihrer Geistigkeit hat. Niemand, auch nicht der Frömmste, hat vor seinem Tode die Gnaden- Gabe des übematürlichen Lebens zum endgültigen Besitz. Darum lehrte der hl. Paulus, man habe "mit (nicht: in) Furcht und Zittern sein Heil zu wirken" (Phil 2, 12).

Wenn ein allgemeines Konzil in Häresie fällt oder Häresien gebiert, dann folgt daraus nicht, daß es sich um ein Pseudokonzil handeln würde oder daß dieses Konzil kein Konzil gewesen sei, sondem es folgt daraus, daß alle 'katholischen' Bischöfe und ihre Trabanten als die Träger dieses Konzils bereits Häretiker gewesen sind und von der apostolischen Ecclesia Romana abgefallen waren. Dieser Abfall hinwiederum erzeugte bereits in nur drei Jahren das monströse Gebilde der "römischen Konzilskirche", die aber nicht bloß in Rom, sondem in allen Diözesen in Erscheinung trat und wirksam wurde. Ihr erstes Oberhaupt war Roncalli, der sich sogar die Tiara aufsetzen ließ, damit die Gläubigen auch weltweit 'sehen, um zu glauben', also nicht bloß die Katholiken von und in Rom. Das Fernsehen und die Illustrierten taten ihr Bestes. (...)

Wenn man sich über eine kirchliche Katastrophe - bei einer staatlichen ist es ähnlich - Klarheit verschaffen will, dann muß man ihren realen Anfang ins Auge fassen und seine Hauptursache zu erkennen versuchen, sonst erfaßt man auch nicht, welche realen Folgen so etwas zeitigte. Wenn es kein zweites 'Vatikanisches Konzil' gegeben hätte, dann hätte man sich zunächst nur mit einem Roncalli und seinen Kumpanen zu befassen brauchen. Aber bereits die überall ausgestreute Propagenda für ein baldiges 'Reformkonzil' lenkte viele davon ab. Kein vernünftiger Mensch kann doch gegen Reformen sein, so lautete die Parole! Auch gläubige Katholiken haben es nicht so gerne, wenn sie von ihren Glaubensgenossen für dumm und rückständig gehalten werden, weil sie angeblich "die Zeichen der Zeit nicht erkennen" würden und immer noch "an alten Zöpfen hingen". (...)

Damals verwechselten viele aus Unwissenheit oder aus Mangel an Erkenntnis einen häretischen Episkopen-Corpus, der weltweit 'sichtbar' war, mit der im biblischen Sinne "Kleinen Herde" Jesu Christi, obwohl diese so gut wie überhaupt nicht mehr 'sichtbar' war - weder in ihrer Gesamtheit noch in ihren Teilen. 2) Es stellte sich bereits und nicht bloß die Frage, was geht in der röm.-kath. Kirche vor, sondern: was geschieht mit ihr? Denn alles kam in Bewegung und wurde auch ständig in Bewegung gehalten. Von wem? Nun vom Klerus, denn die Laienschaft hatte daran keinen Anteil, und die Masse des katholischen Kirchenvolkes war viel zu träge, um sich bewegen zu lassen. Sie verharrte weiterhin in ihrem jeweils angestammten und fruchtlosen "Milieu-Katholizismus", der sich sogar bis heute erhalten hat. (...)

DIE ABLEHNUNG UND ZERSTÖRUNG DER APOSTOLIZITÄT

Kaum war der von vielen gehaßte und bislang letzte Papst, Pius XII., tot und zu Grabe getragen - Roncalli wurde, "horribile dictu", später neben ihm begraben (!) -, da erhoben überall in der katholischen Kirche recht seltsame Leute ihre Häupter, vor allem: Mystizisten (fast ausschließlich naiv-marianischer Prägung), sog. 'Begnadete' mit besonderen 'Erleuchtungen', falsche Propheten und Charismatiker, aber auch Kult- und Liturgie-Reformatoren, ja sogar 'kath.' Theologen, die ganz offen Dogmen der Kirche in Frage stellten oder als überholt ausgaben. Alle diese üblen Dinge, die das Bild der katholischen Kirche verdunkelten, aber überall in Erscheinung traten, waren unübersehbar und wurden sogar von Nicht-Katholiken wahrgenommen - indes nicht immer nur mit Schadenfreude, sondern auch mit Trauer! Wo aber lag die Ursache für derartige Übel? Manche meinten, die Ursache dafür läge in der eingetretenen und fortdauernden Vakanz des Apostolischen Stuhles. Aber das konnte nicht stimmen. Denn eine solche Vakanz verhindert nicht das Wirken des Hl. Geistes in der Ecclesia Jesu Christi, ganz abgesehen davon, daß der schon lange 'gesendete' Hl. Geist "weht, wo Er will", nicht aber dort, wo es gewisse Leute wollen.

Also lag die wirkliche Ursache anderswo - aber in der katholische Kirche, nicht jedoch außerhalb derselben. In der Tat lag die Ursache für derartige Übel in nichts anderem als in Häresien, die sich im Gesellschafts-Körper der katholischen Kirche ausgebreitet hatten und wirksam geworden waren. Die eingetretene und fortdauernde Vakanz des Apostolischen Stuhles war nur ein Auslöser für ihr In-Erscheinung-treten in aller Öffentlichkeit. Deshalb sollte man diese Vakanz nicht immer nur negativ bewerten, sondern ihren Sinn zu verstehen suchen. Denn es geschieht nichts ohne den Willen Gottes, der schließlich weiß, warum und zu welchem Zweck Er physische und auch moralische Übel (das Böse) zuläßt. Nur diejenigen, welche die andauernde Sedisvakanz (ab Roncalli bis heute) weder erkannten noch ihren Sinn begriffen, spalteten sich dann später in zwei dialektische Scheinpositionen der bekannten Traditionalisten - Progressisten bzw. Alt-Konservative - Neo-Modernisten, ohne zu bemerken, daß sie sich bereits in der "römischen Konzils-Kirche" befanden und von ihr vereinnahmt worden waren. (...)

Bereits im Blick auf das kommende 'Reformkonzil' (das n.b. kein Zweites Vatikanum sein konnte, weil es von einem Häretiker einberufen wurde!) stellte sich seinerzeit für alle, die diesem 'geistlichen Weltereignis' mit großer Sorge entgegensahen, die bedrückende Frage: wie viele von den Trägern der katholischen Kirche (Kleriker und Laien) werden nach Abschluß dieses 'Konzils' noch in der apostolischen Ecclesia Romana treu und ungebrochen verblieben sein, um sie zu vererben und ihr echtes Lehrgut zu tradieren? (...) Denn sämtliche Agitatoren, die sich schon lange für ein allgemeines Reformkonzil stark gemacht hatten (ihre Anführer konnte man sogar in Fernsehsendungen, die über das 'Konzil' berichteten, sehen), waren darauf aus, einen radikalen Bruch mit der Apostolizität der röm.-katholischen Kirche herbeizuführen. Das war der Sinn der Parole: man müsse "alles neu überdenken" und "mutig ganz neue Wege gehen". Auch die "Zeichen der Zeit" wiesen alle in diese Richtung. Später hieß es dann folgerichtig: "Niemand darf vor das Konzil zurückgehen", eben weil es einen "absolut neuen Anfang" gesetzt habe! Der laikale und klerikale Durchschnittskatholik war davon beeindruckt und hielt dies sogar für vernünftig. Außerdem wußten diese Radikal-'Reformer' um die unleugbare Tatsache, daß die meisten Katholiken auch von der Apostolizität der Kirche entweder gar keinen Begriff mehr hatten oder nur ganz verschwommene Vorstellungen, so daß sie die Heuchelei nicht erkennen konnten, wenn die Reformer sogar in der Sonntagsmesse das Lippenbekenntnis plapperten "Credo (...) apostolicam Ecclesiam". Die einen wußten nicht genau, wovon sie redeten, die anderen aber wußten es sicher, daß sie heuchlerisch logen. Beide aber feierten bereits die hl. Messe "una cum Roncalli"...! 3)

AUF DEM WEGE IN DIE DIASPORA

Der Versuch einer Zerstörung der Apostolizität der röm.-katholischen Kirche - das Martyrerblut der hl. Apostel Petrus und Paulus schrie bereits zum Himmel! - auf dem Wege über ein allgemeines Konzil (anders ginge es auch gar nicht, und zwar wegen und aufgrund des Vatikanums I, da dieses die Möglichkeit eines Schismas ohne Häresie ausschließt) mußte zwangsläufig dazu führen, daß diese Kirche zunächst an den Rand der Gesellschaft und dann auch in den Untergrund abgedrängt wurde, um schließlich zu einer "Kirche in der Diaspora" zu werden. Man kann sie auch als eine röm.-kath. Diaspora-Kirche bezeichnen. Dieser leidvolle Lebenszustand einer Diaspora-Situation der alten Ecclesia Romana wurde bereits mehr oder weniger sichtbar nach dem "feierlichen Ab-schluß" des 'Konzils' (Oktober 1965, erste Zäsur!), als kein Zweifel mehr darüber bestand, daß auch alle Bischofsstühle von Häresierachen besetzt waren, die nun im 'Geiste des Konzils' mit der Unterstützung ihres Klerus, d.h. der ihnen hörigen Kleriker, das kath. Kirchenvolk in einem "neuen Geist" zu "weiden" begannen, um sich möglichst viele katholische Christen der "römischen Konzilskirche" einverleiben zu können. (...)

Allein die "lebendigen" Glieder (im Gegensatz zu den "toten") der röm.-kath. Diaspora-Kirche verloren nicht ihre christozentrische Perspektive und erkannten auch, daß eine Diaspora-Kirche ihre Apostolizität gar nicht verliert (was manche befürchteten), sondern in dieser Beziehung nur geschädigt werden kann, wenn auch sehr schwer. Darum muß man sich auch die überhaupt nicht so leicht zu beantwortende Frage stellen, wie weit wohl eine solche Schädigung gehen könnte? Denn die Apostolizität der Kirche Jesu Christi ist nicht zerstörbar, weil nicht irgendwer, sondern Christus Seine Kirche gegründet und "auf dem Fundament der Apostel und Propheten aufgebaut" hat, wie der hl. Paulus lehrte (Eph 2, 20). Dies wissen alle lebendigen Glieder und Träger der röm.-kath. Diaspora-Kirche und stehen deshalb im radikalen Widerspruch zur "römischen Konzilskirche" und ihren Trägern. Das Jahresende 1965 stand bereits unter dem Zeichen dieses Widerspruchs und markierte auch den Anfang des dornigen Weges in die Diaspora. Damals aber stellte sich auch die Frage: wie viele werden diesen Weg nicht nur ganz bewußt und tapfer gehen, sondern dann auch das Notwen-dige und Richtige tun, um selbst und mit anderen zu überleben? Es ist nämlich gar nicht so leicht, eine kirchliche Diaspora-Situation zu bestehen und durchzuhalten, vor allem, wenn sie sich über mehrere Generationen hinziehen sollte. Die Alten von 1965 sind heute (1990) bereits verstorben.

GROSSE SCHWÄCHEN DES WIDERSTANDES

Nach dem Tode Pius XII. (1958), dessen Tod für viele sogar spürbar eine seltsame Leere hinterließ, aber auch die Trauer um diesen "Fels in der Brandung" war groß und unter orthodoxen Katholiken allgemein, nahm die apostolische Ecclesia Romana, von der überwiegenden Mehrzahl der Gläubigen unbemerkt (verständlicherweise!), mehr und mehr den Charakter einer Diaspora-Kirche an, die bereits sieben Jahre später (1965) 'sichtbar' wurde. Dadurch aber veränderte sich nicht ihr Wesen, sondern nur ihr Zustand und ihre Lebenslage auf ihrem Wege durch die Zeit. Aufgrund dieser Erkenntnis wiederum stellte sich die Frage, wie ihr Zustand am Ende dieses Weges vielleicht aussehen könnte, wenn kein Mittel gegen das Übel der eingetretenen Diaspora-Situation gefunden werden würde, um sie zu beenden? Lief das alles - um mit dem hl. Paulus zu sprechen - auf den Zustand und die Lebens(grund)lage hinaus: "ein (einziger) Herr, ein (wahrer) Glaube, eine (sakramentale) Taufe" (Eph 4, 5)? Oder stand am Ende dieses Weges ein kirchlicher Zustand, wie ihn der hl. Johannes im Kapitel 12, 13-18 der Apokalypse beschreibt? Dort ist mit der "Frau" nicht Maria gemeint, sondern die verfolgte Ecclesia Jesu Christi, die (noch) in eine "Wüste" fliehen oder ausweichen konnte, "wo sie Unterhalt bekommt (...) weit weg von der Schlange", so daß der Drache zornig wurde und sich aufmachte, "Krieg zu führen mit den übrigen ihrer Kinder, die Gottes Gebote erfüllen und das Zeugnis Jesu Christi festhalten."

Soweit ist es aber noch lange nicht, da eine Diaspora-Situation keine "Wüste" bedeutet, in der Flüchtlinge und Verfolgte nur noch von milden Gaben leben müßten. Noch besteht die Möglichkeit, Waffen zu schmieden, eine Schlachtordnung aufzustellen (...) und sich mit scharfen Schwertern gegen den unmittelbaren Feind zu erheben, der sich in der "röm. Konzilskirche" gesammelt hat. Dieser Feind ist (wenn man ihn mit apokalyptischen Bildsymbolen beschreiben will) mitnichten ein "Drache" oder ein "Tier im Dienste des Drachens", ja nicht einmal ein Riesenskorpion, dessen Stachel zu fürchten wäre, sondern nur eine große, aufgeblasene und in vielen Farben schillernde Wechselkröte, die sich von Fliegen und Gewürm ernährt und nur ein großes Maul hat, das ständig Pseudopro-phetien und unsinnige Verheißungen quakt. So tönt das schon von Rom her 'urbi et orbi' seit 1965 ohne Unterlaß... Auch eine röm.-kath. Diaspora-Kirche muß ein klares Feindbild haben, sonst kämpft sie nur gegen Windmühlenflügel und hört auf, eine "Ecclesia militans (et in via) "zu sein. (...) Doch auch Widerstandskämpfer werden eines Tages müde und verlieren ihre Kraft, da ihre Energien verbraucht sind. Sie werden an unsichtbare Kreuze genagelt .(...)

Die fast einer Ohnmacht gleichkommende Schwäche der röm.-kath. Diaspora-Kirche, die sich bereits auf dem Wege ihres Entstehens in den Jahren zwischen 1962 und 1969 zeigte, beruhte nicht auf der fortdauernden Vakanz des Apostolischen Stuhles (...), sondern vor allem auf drei negativen Faktoren, die insbesondere im Bereich der Diözesen, also sozusagen "vor Ort" zum Vorschein kamen und nach Abhilfe riefen:

1. dem Fehlen einer besonderen Organisationsform (denn die Kirche ist auch ein religiöses Gesellschaftsgebilde), die einer allgemeinen Diaspora-Situation angemessen sein müßte und wirklich von Nutzen sein könnte, um im Interesse vieler vor allem ein Sektierertum von Gruppen und Grüppchen zu vermeiden, ja zu verhindern, das ja auch schon früher latent vorhanden war;
2. dem Fehlen eines (nicht nationalen, sondern) regionalen Zentral-Rates (z.B. für den deutschen Sprachbereich) theologisch gebildeter Katholiken, der mit bestimmten Befugnissen ausgestattet ist, um das Leben einer Kirche in der Diaspora durch Richtlinien und zweckdienliche Weisungen ordnen zu können und an den sich auch die Gläubigen unmittelbar wenden könnten, gleichgültig, ob mit religiösen oder kirchenrechtlichen Fragen, um ihre Position zu stärken und sich nicht so alleingelassen fühlen;
3. dem Fehlen geeigneter Katecheten für Heranwachsende und Erwachsene jüngeren Alters, die bereits im Berufs- und Arbeitsleben stehen, ganz abgesehen von der Problematik, die in einer Diaspora-Situation auf eine christlich katholische Ehe und Familie zwangsläufig zukommt. Für eine echte Erwachsenen-Katechese aber waren Priester in der Regel gänzlich ungeeignet, weil sie dafür gar nicht ausgebildet waren, wie schon früher unter Sachkundigen allgemein bekannt war. Nur theologisch gebildete Laien, die auch in der Erwachsenenbildung tätig waren und deren Problematik kannten, waren dafür geeignet. Doch leider gab es nur sehr wenige, die diese Aufgabe hätten übernehmen können. Dennoch aber gab es sie, um wenigstens einen gemeinsamen Schritt in die richtige Richtung zu tun. Die sog. Kinderkatechese hätte man dann ruhig den Eltern überlassen können, da orthodox katholische Diaspora-Katholiken wissen, wozu sie verpflichtete sind.

"WIDER DIE HOFFNUNG HOFFEN"

Nicht erst seit heute stellt sich im Gesamtbereich der röm.-kath. Diaspora-Kirche die bedrückende Frage, ob die o.g. drei Hauptursachen ihrer Schwäche überhaupt noch zu heilen sind? Ich bin mit anderen der Auffassung, daß dies heute nach 25 Jahren verfehlter Zielsetzungen und abwegiger Experimente nicht mehr möglich ist - es sei denn, es würde ein besonderes Wunder geschehen, und zwar durch den HERRN und das HAUPT der Kirche selbst, indem Er diese Schwäche, da sie ja eine allgemeine ist und zum großen Teil nur auf Menschenfurcht beruht, auf irgendeine Weise behebt, damit von vielen auch deutlich erkannt werde, daß Er die Seinen nie verläßt und dies insbesondere nicht in der Zerstreuung, an der viele nicht selbst ursächlich schuld sind, da sehr viel Fremdverschulden vorliegt.

Die Kraft von einzelnen, die die Dinge sehen, wie sie sind und geworden sind, reicht nicht aus, um diese Schwäche zu beseitigen. Im übrigen liebt Christus keine Feiglinge und Schwächlinge, wohl aber Starkmütige, die auch die Kraft aufbringen, "wider die Hoffnung zu hoffen" und nur von Ihm alles zu erhoffen, nicht aber von irgendwelchen Menschen, die sich als Hoffnungsträger aufspielen. Eine Kirche in der Diaspora ist immer schwach, aber ihre Schwäche darf nicht zu einer allseitig selbst verschuldeten werden! Sonst wirkt Christus kein Wunder, weil dies dann sinnwidrig wäre! Solche Scheinwunder wirken nur der Antichrist und seine Vorläufer, die "falschen Messiasse" und die "falschen Propheten". Schon Christus hat vor diesen Leuten gewarnt, die immer in Schafskleidern daherkommen, aber in ihrem Innern reißende Wölfe sind. (...)

Nicht wenige (noch) orthodoxe Katholiken haben geglaubt - vermutlich weil sie die Diaspora-Situ-ation der Ecclesia Romana nicht klar genug und zu wenig realistisch erfaßten -, daß sich die kirchliche Situation ändern werde, wenn, wie sie sagten, wir wieder "wahre katholische Bischöfe haben". Tatsache jedoch ist, daß sich die Situation überhaupt nicht geändert hat, obwohl es einige solcher Bischöfe vereinzelt gibt, die man dafür halten kann. Indessen hilft das Faktum, daß wahre Bischöfe noch existieren, nicht im mindesten, um eine kirchliche Diaspora-Situation zu bewältigen und durchzuhalten, wie die bisherige Erfahrung vieler offenkundig macht. Dazu ist nämlich mehr erforderlich und hier insbesondere ein missionarisches Laienapostolat mit Zielsetzungen, die aber auch verwirklichbar sein müssen, um unmittelbar greifen zu können. Dies alles kann aber nicht funktionieren in einer arroganten und neuen häretischen "Bewegung für Papst und Kirche", sondern in einer äußerst bescheidenen und demütigen "Bewegung für Christus und Seine Kirche"! (Der christliche Begriff der Demut hat zu seinem Inhalt den beständigen Mut zum Dienen im Gehorsam Christi. Zu diesem "Dien-Mut" sind Schwächlinge und feige Personen unfähig.)

Der göttliche Menschensohn hatte bereits im Zuge der Gründung Seiner Kirche nicht bloß Apostel, sondern auch Jünger berufen, gebraucht und gesendet. Es ist betrüblich und peinlich zugleich, wenn Katholiken davon nichts mehr wissen oder, wenn sie es wissen, dennoch falsche Wege gehen. Viele machen bestenfalls den Eindruck, als seien sie die geistigen Nachkommen der beiden "Jünger von Emmaus", nämlich unverständig und voller Menschenfurcht. Muß das sein? Sicherlich nicht! Aber warum ist das so? Weiß man es denn nicht mehr, daß Jesus Christus, der Herr, gebeten sein will, eben weil ER "wahrer Herr" und der HERR ist? Niemand, weder ein Kleriker noch ein Laie, wird etwas erreichen und zum Guten wenden ohne IHN! (...) Eine Diaspora-Situation erfordert mehr als eine fromme Gesinnung und ein privates Beten um sein Seelenheil. "Wer sein Leben wird behalten wollen, der wird es verlieren" hat Christus geoffenbart.

Niemand kann wissen, wie lange die weltweite Diaspora-Situation der in ihrer Apostolizität so schwer geschädigten Ecclesia Romana noch andauern wird, die doch nur Christus beenden kann, wann ER es will! Unser Wollen und Trachten ist dabei ohne Bedeutung. Denn wer kann von sich selber sagen, er sei an diesem elenden Zustand nicht auf irgendeine Weise mitschuldig? Weit haben wir's gebracht, wir, die Katholiken, und zwar zuerst die Kleriker und dann die Laien (was man nicht übersehen sollte!)! Natürlich müssen auch wir etwas tun, ja sogar eine Menge, um einen Beitrag zu leisten für eine Besserung der Lage. Wer aber "nicht mit IHM sammelt, der zerstreut" und verschlechtert dadurch diese Diaspora-Situation noch um ein Vielfaches. Es gibt aber kein Sammeln mit Christus, unserem Herrn, ohne ein missionarisches Laienapostolat, was auch gewisse "Diaspora-Bischöfe" erst noch zu begreifen lernen müssen. Bislang scheint das nur ein einziger begriffen zu haben, falls die mir zugänglichen Berichte stimmen. Man lebt, nach rückwärts gewendet, in falschen kirchlichen Traditionen, die zudem noch völlig ungeeignet sind, die Gegenwart mit ihren besonderen Problemen, die es früher nicht gab, zu bewältigen!

Vor kurzem erschien in den U.S.A. ein Buch mit dem Titel "Will the Chatholic Church survive the twentieth century?" ("Wird die katholische Kirche das zwanzigste Jahrhundert überleben?"). Schon diese falsche Fragestellung nervöser Traditionalisten, die auf eine unmögliche Weise die katholische Kirche retten zu können glauben, beweist, daß man von der wirklichen und wahren Lage der apostolischen Ecclesia Romana in der Gegenwart nicht die geringsten Kenntnisse hat, geschweige denn die nötigen Erkenntnisse. Auch der Wieder-Aufbau (re-aedificatio) einer Ecclesia, die in ihrer Struktur von oben her ruiniert worden ist, läßt sich nur von unten her realisieren, indem man jedoch die dafür nötigen Wege beschreiten muß - mit Hilfe Christi, selbstverständlich; andernfalls baute man wieder nur auf Sand und Sumpf.

EINE STRAFE GOTTES

Die schon seit über 25 Jahren andauernde und leider von vielen immer noch nicht erkannte Diaspora-Situation der römisch-katholischen Kirche ist eine Strafe Gottes (des trinitarischen), aber keine Ver-geltungsstrafe, sondern eine Medizinalstrafe. Warum aber wehrt man sich dagegen? Ist es nicht kindisch und dumm, eine heilsame Arznei von sich zu weisen und nicht zu trinken, auch wenn sie bitter schmeckt? Das Leben einer Kirche in der Diaspora ist nun einmal bitter und in keinerlei Hinsicht ein Honigschlecken. Es gibt mancherorts fromme Katholiken, die viel beten, indessen ständig lamentieren: "Ach, wir haben noch immer keinen Papst, ja nicht einmal einen Bischof!" Na und, so lautet meine Antwort auf dieses Gejammer, ist denn das so schrecklich? Oder genügt euch Jesus Christus nicht mehr, der nicht bloß Wege aufzeigt, sondern welcher "der Weg IST"?! Versteht man gewisse Worte unseres Herrn nicht mehr?

Indes beschreitet man ja nicht einmal die sich auf IHN hin öffnenden Wege, die sich gerade in einer Diaspora-Situation zeigen und welche jetzt an jeden religionsmündigen Erwachsenen ganz andere Ansprüche stellt als die gewöhnlichen. Diesbezüglich sollte man gründlich umdenken und von den tatsächlichen Gegebenheiten ausgehen. Warum wendet man sich nicht ab von den "toten Gliedem" der apostolischen Ecclesia Romana und sucht die lebendigen? Päpste und Bischöfe sind nicht einfachhin "das Licht der Welt", selbst wenn sie in der Nachfolge der Apostel stehen und rechtmäßig Papst oder Bischof sind. Tut man denn nur so unwissend, um sich vor den Verpflichtungen zu drücken, die sich auf das Wohl des Nächsten in Christo und auf das Gemeingut der Ecclesia Jesu Christi beziehen?

Man darf auch nicht bloß an den (wahren) traditionellen Lehren der Ecclesia Romana festhalten und sich an sie klammem, sondem muß sie auch vernunftgemäß tradieren und auf diese Weise fruchtbar werden lassen. Denn sie beziehen sich wie jede echte Religionslehre - im Unterschied zu den überall verbreiteten Ideologien oder sog (religiösen) Weltanschauungen - auf die Vemunft und den Verstand des Menschen. Selbst die spezifisch christlichen Glaubenslehren sind auch Unterscheidungslehren, nicht je doch ein vernunftwidriges Glaubenstohuwabohu. Warum um Himmels willen hören katholische Christen nicht auf Den, Der die Wahrheit nicht bloß hat, sondem die Wahrheit IST, und laufen anstatt dessen Irrlehrern nach und halten sie gar für 'Theologen'? Weiß man denn nicht mehr, was diesbezüglich Christus und die Apostel gelehrt, getan und zu tun befohlen haben? Warum liest man nicht mit Vemunft die Apostelgeschichte, indem man sie auch sinngemäß und möglichst realistisch auf die heutige kirchliche Situation überträgt? Vielleicht werden dann einige bemerken, daß vieles Neue von heute gar nicht so neu, sondern schon sehr alt ist. Es wiederholt sich eben so manches in der Heils- und Unheilsgeschichte. Eine wahrhaft christliche Ecclesia militans war und ist nie am Ziel, sondern immer nur auf dem Weg "in dieser Welt" und - was man nicht übersehen sollte - immer ortlos, so daß sie in ihr auch niemals heimisch werden kann. (...) Auch die röm.-kath. Diaspora-Kirche entbehrt nicht, trotz ihrer Schwäche, des Merkmals der Ecclesia militans - im Unterschied zur "römischen Konzilskirche", die sich "der Welt" und dem "Geist dieser Welt" angepaßt hat.

Es ist der "römischen Konzilskirche", die sonst alle katholischen Sektierer in ihren Gruppen und Vereinigungen in sich aufgenommen hat, noch lange nicht gelungen, die röm.-kath. Diasporakirche - trotz ihrer allgemeinen Schwäche (!) - zu zerstören, da ihr "Eckstein", Jesus Christus, ihr einziger Herr ist. (...) Auch darin unterscheiden sich die Zerstreuten der apostolischen Ecclesia Romana, der alten "mater et magistra", von denjenigen Irrgläubigen, die sich als Katholiken bezeichnen, ohne in Wirklichkeit römisch-katholisch zu sein. Das läßt sich leicht in Erfahrung bringen und eindeutig feststellen, sogar auf einem indirekten Wege. Denn die sich ihrer Diaspora-Situation bewußt gewordenen katholischen Christen sind entschiedene christo-zentrische Fundamentalisten und zugleich echte Sedisvakantisten .

Es ist höchste Zeit, daß sich die röm.-kath. Diasporakirche ihrer selbst bewußt wird, wenigstens regional in vielen ihrer Glieder und daß sie trotz der allgemeinen Schwäche vor allem die Menschenfurcht überwinden möge, die ein großes Hemmnis ist und lähmend wirkt, so daß man Christus, dem allein "guten Hirten", nicht konsequent nachfolgt und eben nicht das tut, was Er zu tun befohlen hat: "Steht auf, und fürchtet euch nicht!" (Mt 17,7) "Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!" (Apg. 18,9) Warum weist man Gnaden von sich, die nun gerade einer Kirche in der Diaspora gegeben werden? Niemand kennt doch eine kirchliche Situation und so auch die unsrige besser als Christus selbst. Warum aber läßt man sich dann von IHM, dem wahren und höchsten Lehrer, nicht belehren und trennt sich nicht von den falschen Lehrern (und Lehrerinnen), die im 'kirchlichen' und schulischen Bereich ihr Unwesen treiben? Kein orthodoxer Katholik schickt seine Kinder zwecks Belehrung zu diesen Leuten. (...)

KATHOLIKEN IM SCHATTEN DER 'RÖM. KONZILSKIRCHE'

Die häretische und apostatische "römische Konzilskirche" mit ihren 'neuen Lehren', ihrem 'neuen Kult', ihren 'neuen Riten' und ihrem 'neuen CIC' ist in 25 Jahren trotz mancherlei Schwierigkeiten dennoch zu einer gesellschaftlichen Realität geworden und dies so sehr, daß sie die Existenz der röm-kath. Diasporakirche weitgehend verdeckt und dem Blick der Öffentlichkeit entzieht. Darum wird sie auch vom liberalen demokratischen Staat und von der profanen Gesellschaft so gut wie überhaupt nicht wahrgenommen. Nicht einmal die neugierigen Massenmedien (und die deutschen 'C'-Parteien) wissen etwas von ihr, verständlicherweise... (...) Auch eine Diasporakirche ist in ihren kirchlichen Wesensmerkmalen nur mehr oder weniger sichtbar. Und was das Heiligkeitsmerkmal betrifft, so war es immer schon das am wenigsten sichtbare, obwohl es niemals fehlte. Die "röm. Konzilskirche" hingegen wird von allen wahrgenommen, gleichgültig ob von Katholiken oder Nicht-Katholiken. Wie viele von ihnen aber erkennen klar und deutlich, daß dieses monströse Gebilde nichts mehr zu tun hat mit der uralten apostolischen Ecclesea Romana? (...)

Die Kirche, die ein religiöses Sozial-Gebilde eigener Art "in dieser Welt" ist, wurde vom göttlichen Menschensohn gegründet und dann "auf dem Fundament der Apostel und Propheten aufgebaut". Gleichzeitig aber hatte Christus Sakramente (sinnliche wahrnehmbare Gnadenmittel) eingesetzt, und zwar in einer bestimmten Ordnung. An diesen komplexen Prozeß, der sich in der Heilsgeschichte auf eine eigentümliche Weise von Generation zu Generation wiederholt, sollten sich die lebendigen Glieder der röm.-kath. Diasporakirche unbedingt erinnern und sich ihn ganz klar zu Bewußtsein bringen. Denn auch das wäre eine große Hilfe, um ihre Schwäche mit der gnadenhaften Mithilfe Christi zu überwinden und nicht falsche Wege einzuschlagen, die eine Diaspora-Situation doch nur verschlimmern. Zudem sollten sich gerade Diasporakatholiken daran erinnern, daß Christus, der Herr, immer nur mit den Schwachen war, nie jedoch mit den Starken. Nur sollte man diese Schwachen nicht verwechseln mit jenen Schwächlingen, deren moralisches Hauptmerkmal die Feigheit ist. Die meisten 'Friedfertigen' sind, besehen bei Licht, auch nur feige. Sie schauen einfach zu oder verdrücken sich, wenn Christus in aller Öffentlichkeit (in Wort und Bild) gelästert, verunglimpft und verballhornt wird. Das ist heute überall der Fall und sogar 'gesetzlich' geschützt.

Den röm.-kath. Diasporakatholiken ist trotz vieler Verwirrungen und Ablenkungsmanöver eines immer deutlicher geworden (nachdem sie sich von der "römischen Konzilskirche" getrennt hatten), nämlich die Tatsache: es gibt keine christliche Ecclesia ohne das Sakrament der Taufe und das Sakrament der Ehe. Für manche, unter denen sich auch einige Kleriker befanden, war diese Erkenntnis durchaus neu, so daß bei ihnen ein Umdenken einsetzte. Denn für die rituelle Spendung der sakramentalen Taufe ist ja ein Priester nicht unbedingt erforderlich, ganz abgesehen davon, daß ein kirchlicher Diaspora-Zustand ipso facto eine Notsituation ist. Es ist ein großes und nie wieder gutzumachendes Verbrechen, Kinder nicht zu taufen und sie dadurch der Gefahr aussetzen, frühzeitig zu sterben (sei es durch eine plötzliche Krankheit oder beim nächsten Autounfall auf der Straße), ohne ein Glied am "Corpus Christi mysticum" (am mystischen Leib Christi) zu sein. "Lasset die Kinder zu mir kommen", hat Christus befohlen, "denn (auch) ihrer ist das Himmelreich"! Für die Spendung und Empfang des Sakramentes der Ehe hinwiederum ist ein Priester grundsätzlich unvermögend.

Nun aber war und ist es die Aufgabe und Pflicht einer Kirche in der Diaspora, diese beiden fundamentalen Dinge neu zu ordnen und normativ zu regeln, was doch nur ein regionaler Zentral-Rat zu leisten imstande ist, von dem wir oben gesprochen haben. Man sollte nicht nach rückwärts in die Vergangenheit schauen, sondern die echten Probleme in der Gegenwart deutlich erfassen und die Realitäten so sehen, wie sie nun einmal sind, nicht wie man sie sich wünscht.

Niemand kennt die Zukunft, nicht einmal die des eigenen Lebens, da sie im Ratschluß Gottes verborgen ist. Nur manchmal lüftet der Herr der Geschichte ein wenig den Schleier, bisweilen auch indirekt, indem Er z.B. falsche religiöse Wege erkennbar werden läßt. Im Hinblick auf die berühmt-berüchtigten "Zeichen der Zeit" aber sollte man unterscheiden können, ob sie von Gott oder vom Teufel kommen. Ist es denn nicht merkwürdig genug, daß heutzutage so viele auch "im Zeichen der Freiheit" moralisch verkommen und religiös verderben? Wer indessen hindert denn die röm.-kath. Diasporakirche, sich zu zeigen und ein sichtbares "Zeichen des Widerspruchs" aufzurichten, wenig-stens regional? Natürlich erfordert das Mut und Entschlossenheit, aber auch Ausdauer trotz aller Rückschläge, die doch immer zu erwarten sind. Wer hilft den Verzagten, die nicht verzagen möchten, und stärkt ihre Hoffnung? Nun aber wurde "auf (vernünftige) Hoffnung unser Heil gestellt; eine Hoffnung aber, die gesehen wird, ist keine Hoffnung; denn wenn jemand etwas sieht (bzw. was jemand schon sieht), was soll er da noch hoffen? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen (bzw. noch nicht schauen), so erwarten wir es mit Geduld" (Röm 8, 24 f.). Geduld aber ist nicht dasselbe wie ein Sichverhalten in Untätigkeit. Die christliche Tugend der Hoffnung ist jedoch keine vage oder unbestimmte, sondern eine begründete und bestimmte, indessen nur in Dem, der "der Weg und die Wahrheit IST" absolut und unwandelbar!

KEIN WIEDERAUFBAU DER KIRCHE IN SICHT

Je klarer die Realität der häretischen und apostatischen "römischen Konzilskirche" erfaßt und ihr Wesen durchschaut wird, um so deutlicher tritt die Diaspora-Situation der apostolischen Ecclesia Romana in Erscheinung, deren konkrete Schwächen überall und generell die gleichen sind. Die schon seit 1958 andauernde Vakanz des Apostolischen Stuhles ist nicht ihre einzige Schwäche. Dies zeigte sich bereits am Anfang ihres Weges in die Zerstreuung und dann später an dem verfehlten und leider auch fehlgeleiteten Widerstand gegen gänzlich unwesentliche Übel als Folge des Konzils, ohne die Grundübel und Defekte im kirchlich-katholischen Bereich klar zu erkennen, die auch einen Wiederaufbau der Kirche von vornherein verhinderten, nicht bloß erschwerten. 4) Heute aber ist es bereits "fünf Minuten nach zwölf Uhr", wenn man sich die kirchliche Situation regional betrachtet. Wie sie universal aussieht, das kann niemand sagen. Dies wissen nur der HERR als das HAUPT der Kirche und diejenigen, denen ER die ganze Situation "offenbaren will". Wir, die in der Zerstreuung leben, wissen es nicht, sondern "hoffen auf den Herrn", solange noch ein wenig Leben in uns ist. Wir haben weder Privatoffenbarungen noch Traumgesichte noch seltsam lächerliche sog. 'Marienerscheinungen' und hören auch keine 'Stimmen' (weder innere noch äußere), die uns prophezeien, was in nächster oder naher Zukunft geschehen wird, oder uns darüber belehren, was wir zu denken und zu tun haben. (...) Christus, der Herr, aber erbarmt sich und hilft allen unverschuldet Schwachen. (...)

Als das Vatikanum 2 den erstrebten Bruch mit der apostolischen Ecclesia Romana vollzogen hatte (...) da veränderte sich nicht das Wesen der röm.-kath. Kirche, sondern nur ihre konkrete Lebenslage und ihr kirchlicher Zustand. Diese Veränderung wurde zwar von vielen mit großer Sorge gesehen, aber leider nur von wenigen in ihrer wahren Bedeutung erkannt. Außerdem befanden sich die wenigen, die bereits wie Vertriebene in der Zerstreuung lebten, in der mißlichen Lage, keine Möglichkeit mehr zu finden, sich darüber publizistisch äußern zu können. Überall traf man auf Katholiken (Verleger oder Verlagslektoren), die bereits Mauern oder (Gummiwände) um sich herum errichtet hatten und böse Blicke um sich warfen, wenn man nicht in das Horn des 'heiligen Konzils' und seiner Bischöfe blies. Es war oft erstaunlich, wie schnell doch gewisse Leute der höheren sog. 'katholischen Bildungsschicht' die Fronten gewechselt hatten. (...)

Damals stellten sich auch so manche alten Probleme neu, die ungelöst waren und immer vor sich hergeschoben wurden, z.B. das Problem der besonderen Einheit von Klerus und Laienschaft in der Ecclesia Jesu Christi, einer Einheit, die in der kath. Kirche schon lange zerbrochen war. Der beste Beweis dafür ist der verheerende, schon im 18. Jhd. entstandene, Klerikalismus, der auch im Widerspruch stand zur apostolischen Ecclesia Romana in ihrer Einheit. Nicht wenige Katholiken, die durchaus noch orthodox katholisch waren, sahen gar nicht die Parallelität im Entstehen der "römischen Konzilskirche" und einer röm.-kath. Diasporakirche, aber nicht, weil sie zu naiv waren, sondern weil sie durch unwesentliche und bedeutungslose Dinge abgelenkt wurden, mit denen sie ständig konfrontiert wurden (...).

Vieles hatte nur den Zweck, den Bruch mit der alt-ehrwürdigen röm.-kath. Kirche zu verschleiern und von ihm abzulenken. Dazu gehörte auch, um die kritiklose Masse der Kirchengläubigen zu täuschen, die Beibehaltung einer sakrilegischen 'Eucharistiefeier' mit 'Herrenmahl' "una cum Roncalli oder Montini". Diejenigen, die so etwas mitmachten, waren und blieben unbelehrbar und begriffen auch nicht, was wirklich vor sich ging. Dadurch wiederum stellte sich das schwierige Problem: welche Katholiken (vor allem mit höherer Schulbildung) sind noch religiös belehrbar oder an einer zweckdienlichen Aufklärung interessiert, und wie kann man sie erreichen? Persönliche Gespräche unter Freunden und Bekannten genügten nicht, auch wenn sie hie und da Erfolge zeitigten. Denn es fehlte, wie sich bald herausstellte, ein grundlegendes Konzept für ein besonderes und neuartiges missionarisches Apostolat von orthodoxen Diaspora-Katholiken, das aber von (relativ) vielen hätte mitgetragen oder wenigstens unterstützt werden müssen. Letzteres war nicht unmöglich. Denn ein gutes, nützliches und zweckdienliches Konzept weckt immer das Interesse vieler, insbesondere wenn um einen herum ein religiöses Chaos in Erscheinung tritt. Diese Chaotik sahen alle, wenn sie nicht schon geistig blind oder an der Kirche überhaupt desinteressiert waren.

KIRCHE IN DER DIASPORA - EINE UNLEUGBARE REALITÄT

In den 60er Jahren schien den meisten, mit denen wir ekklesiologische Probleme diskutierten, die Sache mit der röm.-kath. Diasporakirche eine Fiktion zu sein. In den 70er Jahren war die Anzahl dieser Zweifler schon erheblich zusammengeschrumpft. Und in den 80er Jahren sprach von ihnen, sofern sie noch am Leben waren, keiner mehr von einer Fiktion. Manchem ist sogar fühlbar bewußt geworden, selbst in der eigenen Familie zu einem Diasporakatholiken geworden zu sein, so daß nun guter Rat teuer ist. Söhne und Töchter, Schwiegersöhne und Schwiegertöchter, Verwandte und Bekannte machen sich über ihn lustig und halten ihn bestenfalls für ein noch lebendes Museumsstück, das die "Zeichen der Zeit" immer noch nicht erkannt habe. Ein solcher Mensch lebt nicht mehr bloß am Rande der Gesellschaft, sondem bereits außerhalb derselben, indessen nach wie vor innerhalb der röm.-kath. Diaspora-Kirche. Er ist dem Anschein nach schwach, aber in Wirklichkeit stärker als alle anderen um ihn herum. Denn er kennt den Weg, auf den er gestellt ist und von dem er nicht ab-weicht. Er flieht auch nicht, um sich irgendwo zu verstecken, sondern er geht auf einem geraden Wege vorwärts, der zwar sehr schmal ist, aber eben deswegen leichter zum Ziel führt. (...)

Die apostolische Ecclesia Romana (...) war trotz ihres lebendigen Apostolischen Stuhles schon lange nicht mehr so stark und mächtig, wie insbesondere von klerikalistischen Priestern und Theologen immer behauptet wurde, um anderen Sand in die Augen zu streuen. Dies zeigte sich dann an der offenkundigen Schwäche und ihren Ursachen, als die apostolische Ecclesia Romana mehr und mehr zu einer röm.-kath. Diaspora Kirche wurde, die einen anderen Weg durch die Zeit gehen mußte als den gewöhnlichen. Darauf aber war niemand vorbereitet, so daß dafür auch keine Vorsorge getroffen werden konnte. Wenn ein Kind erst einmal in den Brunnen gefallen ist, dann kann man es bestenfalls lädiert wieder aus ihm herausziehen, falls seine Hilferufe noch gehört werden. Nach 1962/65 fielen die "Kinder der kath. Kirche" massenhaft in einen tiefen Brunnen. Es hätte vieler "Knechte" bedurft, um sie wieder herauszuziehen. Außerdem war von einem "Weinberg des Herrn" auch nicht mehr viel zu sehen, da sich dort Wühlmäuse und Maulwürfe rapide vermehrt hatten. Man-che fragten sich, woher denn dieses Getier so plötzlich hergekommen sein könnte? Andere jedoch waren besser informiert, indem sie darauf hinwiesen, daß es doch schon lange da war.

Es gab in den 60er Jahren (was sich insbesondere in den sog. 'katholischen Ländern' oder Gebieten zeigte) erstaunlich viele Katholiken, die, obwohl sie früher nichts auf die 'heilige katholische Kirche' kommen ließen und sie immer verteidigten, sich nun plötzlich von der (wie sie meinten) 'kath. Amtskirche' mit Abscheu abwendeten und nichts mehr mit ihr zu tun haben wollten. Wie war so etwas zu verstehen? Es herrschten bei denen, die sich mit dieser Bewegung befaßten, zwei Meinungen vor, die aber beide nicht stimmten. Die einen meinten, es handelt sich um eine "innere Emigration" oder "geistige Auswanderung" aus der kath. Kirche, was auf einen Abfall von ihr hinauslaufen würde. Die anderen aber - meist Kleriker - redeten ohne viel Federlesens von einem "Abfall vom katholischen Glauben" und hielten diese Katholiken bereits für Ungläubige, da sie auch am Sonntag nicht mehr in der Kirche zu sehen waren. In Wirklichkeit jedoch handelte es sich bei diesen durchaus nicht ungläubigen Katholiken nur um eine Art instinktiver Abwehrhaltung und unreflektierter Schutzmaßnahme persönlicher Natur gegen offenkundige Übel, die ständig zunahmen und auch in einem innern Zusammenhang standen mit den Auswirkungen des angeblichen 'Reformkonzils'. Diese Katholiken, die einer bestimmten Gesellschafts- und Bildungsschicht angehörten, waren weder "Aussteiger" noch "Abtrünnige", auch wenn sie manchmal mit Nachdruck betonten, sich auch in Zukunft "von allem Kirchlichen" fernhalten zu wollen. Das war nicht so ernst gemeint, wie es klang. Denn darin kam nur eine aufgestaute Verärgerung zum Ausdruck, nachdem man ganz üble Dinge erlebt hatte und zu hören bekam, einschließlich ihrer Verunglimpfungen. Im Grunde nämlich wichen diese Katholiken, ohne sich dessen bewußt zu sein, nur dem "Geist des Konzils" und seinem generellen Wirken auf die katholische Kirche aus. Wer aber klärte diese Katholiken auf und half ihnen, die bereits eingetretene Diaspora-Situation der röm.-kath. Kirche zu erkennen? Heute weiß man nicht mehr, wo diese verärgerten Katholiken geblieben sind oder was aus ihnen geworden ist. Sie gingen auf dem Wege der röm. kath. Kirche in die Zerstreuung einfach verloren und konnten auch später nicht mehr oder nur noch vereinzelt wiedergefunden werden.

Alle - gleichgültig, ob es sich um Traditionalisten oder Progressisten, Altkonservative oder Neomodernisten handelt -, die aus Mangel an Erkenntnis nichts von der Diaspora-Situation der apostolischen Ecclesia Romana und ihren Ursachen wissen, halten die "römische Konzilskirche" seit ihrem Entstehen nur für eine andersartige katholische mit einem neuen Glauben, obwohl sie auch das Merkmal einer heillosen 'Gegen-Kirche' an sich trägt. Diese 'Katholiken' bewegen sich, mehr oder weniger störrisch, wie Zirkuspferde im Kreise, die ein geistlicher 'Dompteur' an einer langen Leine in ständiger Bewegung hält, beklatscht von viel Publikum, das schließlich Eintritt (d.s. Kirchensteuern!) bezahlt hat und nun auch etwas Besonderes sehen will. Die Masse eines Kirchenvolkes aber bewegt sich nicht; denn sie ist von Natur aus träge. Was eine 'religiöse Masse' von der Kirche erwartet, ist nicht das Heil, sondern 'Brot und Spiele' verschiedenster Art, vor allem aber keinerlei Belastungen.

WENIG AUSSICHTEN AUF EINE ROSIGE ZUKUNFT

Was können einzelne, die in der Zerstreuung leben, in Ansehung einer solchen Sachlage noch tun, die ihnen heute doch wahrhaftig keinen großen Spielraum mehr läßt? Sicherlich wird die röm.-kath. Diaspora-Kirche das 20. Jahr hundert überleben. Darüber besteht überhaupt kein Zweifel. Denn Christus ist nicht gegen sie und ihre schwachen Glieder. Die Frage ist nur und kann allein nur sein: Wie und auf welche Weise wird sie überleben und auch überleben können? Darüber jedoch besteht noch sehr viel Unklarheit in allen Regionen, die sich überblicken lassen (was in Europa leichter ist als anderswo). Ich persönlich und andere halten auch nichts von einem sog. "unvollständigen Konzil" für bestimmte Zwecke, auch nicht zum Zwecke einer 'Papstwahl', bevor nicht eine besondere Organisationsform existiert und wirksam geworden ist, die der röm.-kath. Diaspora-Kirche angemessen ist (vielleicht am besten erst regional und dann überregional). Auch eine Ecclesia in der Diaspora, d.h. in der Zerstreuung, muß ihre Einheit bewahren, und zwar unter Beachtung und nach Maßgabe der Prinzipien einer ecclesiologischen Einheit, die mehr ist als eine profan gesellschaftliche.

Die "römische Konzilskirche" existiert nicht bloß in Rom - dort sitzt nur ihr Oberhaupt, wenn es sich nicht gerade auf einer 'Pilgerreise' befindet -; vielmehr hat sie sich auch in allen Diözesen häuslich eingerichtet, nachdem sie diese Territorien ohne Widerstand übernehmen konnte. Nur diese Sache kann man als Okkupation bezeichnen. Was jedoch die Okkupanten selbst betrifft, so sind sie nichts anderes als Diebe und Räuber fremden Eigentums, das ihnen leider noch niemand streitig gemacht hat, weil man eben auch in dieser Beziehung zu schwach ist. Indessen wird doch niemand gezwun-gen, an diese Okkupanten Steuern und andere Abgaben zu zahlen! Kann man Leute, die so etwas tun, als katholische Christen bezeichnen? (...) (Die seltenen Ausnahmen, die sich selber von der "römischen Konzilskirche" zu lösen vermochten, bestätigen hier nur die Regel. Diese wiederum waren sich auch dessen bewußt, in Zukunft nur noch hartes Brot essen zu können.)

Wenn orthodoxe Katholiken nicht durch Selbstmitleid, Bewegungslosigkeit und Untätigkeit oder Stummbleiben an ihrer Seele oder an dem, was man als "lebendigen Glauben" bezeichnet, Schaden leiden wollen, dann sollten sie zuerst einmal zwei gefährliche Übel in der Gegenwart deutlich erfassen, die jedoch voneinander grundverschieden sind:

1. den monströsen Koloß der häretischen und apostatischen "römischen Konzilskirche" mit ihren Mitgliedern und Anhängern, und
2. die außerhalb derselben existierende röm. kath. Diaspora-Kirche in ihrer großen Schwäche, die zum nicht geringen Teil selbstverschuldet ist, leider.

Denn schließlich kann man, wie jeder vernünftige Menschen doch weiß, gegen physische und moralische Übel nur dann etwas tun, wenn man sie als solche klar erkannt hat und auch ihre Ursachen kennt. Andernfalls gerät jeder unversehens auf falsche Wege, die nicht zum Ziele führen. So geht es doch schon viele Jahre lang, ohne daß sich generell und vor Ort an der kirchlichen Situation irgend etwas zum Besseren geändert hätte. Das ist eine Tatsache, die niemand leugnen kann und aus der man dann aber auch die richtigen Schlüsse ziehen sollte, um nicht unterzugehen.

Zudem sollten sich orthodoxe Diaspora-Katholiken davor hüten, ihre sog. 'traditionalistischen' Feinde zu verkennen, da diese Leute für so manchen 'Gläubigen' genau so gefährlich sind wie die 'konziliaren'. Es hat doch keinen Sinn und führt keinen Schritt weiter, wenn Katholiken sich immer nur über "die Zukunft der kath. Kirche" Sorgen machen und darüber wilde Spekulationen anstellen, indessen die kirchliche Situation der röm.-kath. Kirche in der Gegenwart nicht sehen, wie sie wirklich ist und welche Forderungen sie an jeden Getauften als ein Glied der Kirche stellt. Denn alle Glieder der Kirche sind, wie der hl. Paulus sagt, auch untereinander Glieder, und wo ein Glied schwach ist, dort sind es auch die anderen, die mit ihm zusammenhängen. Die röm.-kath. Diaspora-Kirche aber ist als ganze von einer offenkundigen Schwäche betroffen, die ihre Ursachen hat. Also versuche man wenigstens, die Hauptursachen dieser Schwäche zu erkennen und zu beheben, vielleicht sogar durch eine gemeinsame Aktion auf regionaler Ebene, falls das noch möglich ist. Eine kirchliche Diaspora-Situation hat immer einen zeitlichen Anfang. Warum aber soll sie dann nicht auch ein zeitliches Ende haben können? Also bitte man diesbezüglich Christus, unseren Herrn und einzig "guten Hirten" inständig und ungeheuchelt um Seine Hilfe. Denn alle, die nicht mit Ihm sind, sind gegen Ihn! Er aber kennt auch ihre Namen...!

Anmerkungen:
1) Anm.: Dieser Artikel wurde bereits im Jahre 1973 verfaßt und 1990 nur ein wenig erweitert; Neufassung im Juli 2000, der Verfasser. - 1. Kapitel gekürzt: Zwischentexte der Red. EINSICHT kursiv.
2) Die "Kleine Herde bestand aus berufenen Jüngern und Aposteln" - im Unterschied zu den vielen "Anhängern".
3) Außerdem hatte Roncalli den Johannes-Prolog am Ende der Meßliturgie herausgestrichen (ausgemerzt). Das war ein unheimliches Zeichen!
4) Im Gegensatz zu Europa hat in Mexiko der Wiederaufbau längstens begonnen. Es sind nicht nur Diaspora-, sondern richtige Pfarr-Gemeinden entstanden mit einer regelmäßig durchgeführten Pastoral.

 
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