56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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1. Brief an besorgte Christen
2. Den Westen zu Tode gebären
3. Warum die Einsicht Ecône unterstützt
4. Das Jahrhundert des Aases
5. Die Berufung des Matthäus, des Petrus, Jakobus, Andreas und des Johannes
6. Der letzte Tag
7. Aus den geistlichen Ansprachen
8. Der hl. Joseph von Calasanza
9. Die Kruzifixe
10. Vom hl. Papst Pius X.
11. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN
12. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN
 
NACHRICHTEN,  NACHRICHTEN,  NACHRICHTEN  

JOHANNES XXIII. BALD SELIG? - Gerüchte über kurz vor dem Abschluß stehendes Verfahren Roms - ROM (DT/KNA). Die Seligsprechung von Papst Johannes XXIII. soll nach italienischen Presseberichten vom Mittwoch nähergerückt sein. Die Tageszeitung "La Republica" berichtete unter Berufung auf vatikanische Indiskretionen, das Verfahren stehe kurz vor dem Abschluß. Der angeblich in einigen Kirchenkreisen gehegte Vorbehalt, wonach der populäre Papst nicht genü-gend Distanz zum Kommunismus gehabt habe, sei vom Tisch. Der persönliche Sekretär des 1963 verstorbenen Papstes, Erzbischof Loris Francesco Capovilla (82), kommentierte die jüngsten Spekulationen um das Verfahren mit der Bemerkung, jeglicher Sensationalismus sei fehl am Platz. Er verneinte, daß das Verhältnis von Johannes XXIII. zu irgendwelchen Ideologien jemals Thema des Seligsprechungsprozesses gewesen sei. Aus der Seligsprechungskongregation selbst war keine Stellungnahme zu den Berichten zu erhalten. (DT 13.8.98)

DIE FDP ATTACKIERT DIE KIRCHE - DÜSSELDORG (DT/KNA). FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle hat die katholische Kirche in Deutschland heftig attackiert. Sie verrenne sich gesellschaftspolitisch und kompensiere mangelnden Realitätssinn durch Eifern, zitiert die in Düsseldorf erscheinende "Rheinische Post" den FDP-Politiker in ihrer Donnerstagsausgabe. Die Stellungnahme Kardinal Joachim Meisners zur Abtreibungspille nannte Westerwelle laut Rheinischer Post "völlig entglitten". Das Gefährliche an Meisners Verurteilung von RU 486 sei, daß der Kardinal keine kleine Minderheit repräsentiere. Die Zeitung zitiert Westerwelle mit den Worten: "Meisner drückt eine Strömung aus, die man nicht unterschätzen darf, die geistig unterfüttert wird vom Papst." Vieles von dem, was von den Kirchen als Werteverlust kritisert werde, sei ein Wertewandel. Das gelte für die "neuen Verantwortungsgemeinschaften" wie Ehen ohne Trauschein oder gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. Für ihn sei es ein Wertegewinn, wenn Menschen füreinander Verantwortung übernähmen. (DT 12.12.98)

GOTTESHAUS FÜR CHRISTEN, JUDEN UND DEN ISLAM GEPLANT - ROM (DT/KNA). Einen Gebäudekomplex mit Gotteshäusern für Juden, Christen und Muslime will der italienische Architekt Paolo Portoghesi in Palermo bauen. Nach den in Palermo vorgestellten Plänen sollen in dem Bauwerk in der sizilianischen Metropole Gläubige der drei großen monotheistischen Religionen in verschiedenen Räumen ihre Gottesdienste feiern können.  (DT 12.12.98)

VATIKAN GEHT AUF DIE LUTHERANER ZU - Ratzinger kündigt Zusatzerklärung zur Rechtfertigung an - Lehrverurteilungen nicht gegenstandslos - ROM (DT/ KNA). Der Vatikan will mit einer Zusatzerklärung zur Rechtfertigungslehre Luthers die Annäherung der katholischen und der evangelischen Kirchen voranbringen. Dies sagte der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, am Montag abend bei einer ökumenischen Diskussion in der evangelischen Christuskirche in Rom. Der Kardinal erklärte, der Vatikan sage nicht mehr, daß die Verurteilung dieses Teils der lutherischen Lehre fortbestehe. Man könne je doch noch nicht sagen, die Verurteilung sei gegenstandslos. Im Juni war nach jahrelanger Vorarbeit eine "Gemeinsame Erklärung" beider Konfessionen zur Rechtfertigungslehre veröffentlicht worden. Der Vatikan publizierte dazu eine "Antwort", in der er auf noch bestehende Vorbehalte hinwies. Diese Antwort hatte auf evangelischer Seite Befremden ausgelöst. Ratzinger diskutierte auf Einladung der evangelisch-lutherischen Gemeinde Roms mit dem Landesbischof der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, über "persönliche Perspektiven, ökumenische Erfahrungen, Standpunkte und Erwartungen". Der Kardinal äußerte sich "zuversichtlich", daß es zu einer Unter-zeichnung der Gemeinsamen Erklärung von Katholiken und Lutheranern über die Rechtfertigungslehre kommen werde. Huber sagte, die Antwort des Vatikan auf die Erklärung habe auf evangelischer Seite "empfindliche Nerven getroffen". "Verletzend" sei, daß Luthers Lehre noch immer als Grund für die Nichtaufhebung der Lehrverurteilung gelte. Huber fragte, ob es nicht möglich sei, diese Lehre als für die lutherische Seite wichtige Form des Selbstverständnisses "stehenzulassen". Angesichts der zahlreichen konfessionsübergreifenden Ehen und einer Welt, die immer weniger auf die christliche Botschaft höre, müsse es möglich sein, mutige Schritte in der Ökumene zu tun, ohne zuvor einen "Totalkonsens" erreicht zu haben. (DT vom 22. Oktober 1998)

RUSSLANDS ELITE LÄSST SICH BEI SCIENTOLOGEN SCHULEN (TOPIC 6/98) Nachdem es eine führende deutsche Scientologin in der SAT 1-Talkshow "Talk im Turm" bestätigte, ist es sicher, daß der ehem. russ. Regierungschef KIRIJENKO mindestens an einem Seminar der Scientologie-Sekte teilgenommen hat. Die Scientologen versuchen, in Wirtschaft und Politik führende Positionen mit eigenen Leuten zu besetzen, um dadurch die Weltherrschaft an sich zu reißen. (...) Mittlerweile hat die gefährliche Sekte auch in Rußland Fuß fassen können. Angeblich sollen zahlreiche höchst bekannte Namen der russischen Elite zu den Scientologen gehören. Mit dabei auch der Ex-Chef des Inlandgeheimdienstes und jetzige Innenminister SERGEJ STEPASCHIN.

PATRIARCHENAMT GEFORDERT - Anglikanischer Geistlicher wirbt für ein zentrales Oberhaupt -  LONDON (DT/KNA). Einflußreiche anglikanische Stimmen fordern die Ausgestaltung des Amtes des Ehrenoberhaupts der anglikanischen Weltgemeinschaft und Primas der "Church of England", des (sog., Anm.d.Red.) Erzbischofs von Canterbury, zu einem "Anglikanischen Patriarchen". Wortführer ist der ehemalige Rektor der Pfarre St.James'-Piccadilly, Donald Reeves. Reeves ist eine der bekanntesten und schillerndsten Erscheinungen der britischen Kirchen-Szene. Er ist ein begehrter Fernsehmoderator, Buchautor und Gründer eines "Netzwerks europäischer virtueller Diözesen". In einem Gastkommentar für die Londoner katholische Wochenzeitung "The Tablet" warnte Reeves im Zusammenhang mit der vor einer Woche zu Ende gegangenen Lambeth-Konferenz, daß ohne Ausbildung eines anglikanischen Einheitsamts - eines "Patriarchen der Anglikaner" - die Gefahr des Zerfalls der anglikanischen Weltgemeinschaft groß sei. Reeves plädiert für eine stärkere Entlastung des Erzbischofs von Canterbury von rein inner-englischen kirchlichen Leitungsaufgaben". (DT vom 22.8.98)

KINDERPORNOGRAPHIE - Vertreter inernationaler Schutzorganisationen schlagen Alarm - Durch Armut und Entwurzelung nimmt der Kindesmißbrauch in den Reformstaaten Osteuropas immer mehr zu. Bogdan war dreizehn Jahre alt, als er in der Nähe des Bukarester Hauptbahnhofs von einem Deutschen angesprochen und in ein Appartement gebracht wurde. "Ich habe an-gefangen zu schreien, dann hat er Zehntausend-Lei-Scheine herausgeholt und mir all dieses Geld geschenkt, auch ein paar Dollar" - so beschrieb der junge Rumäne, der von zu Hause weggelaufen war, später der Organisation "Rettet die Kinder" den sexuellen Mißbrauch durch den Touristen. Das Schicksal Bogdans ist kein Einzelfall. In den osteuropäischen Ländern breiten sich nach Angaben von Experten Kinderprostitution und Pornographie mit Minderjährigen immer mehr aus. Zwar ist das Ausmaß bei weitem noch nicht so groß wie in einigen ost-asiatischen Staaten, aber zumindest in einigen Ländern Osteuropas ist die Situation, wie eine Umfrage der Deutschen Presseagentur ergab, alarmierend. Auch westliche Experten warnen davor, daß Kinderschänder ihre Verbrechen immer häufiger in Osteuropa begehen. Von dort stammen beispielsweise immer mehr Kinder, die für die Produktion von Kinderpornos in Österreich vergewaltigt werden, berichtet Marion Gebhard von der Kinder- und Jugendanwaltschaft in Wien.   

Die Kinderhilfsorganisation "Child Right" in Amsterdam hat beobachtet, daß es viele "Kunden" aus dem Westen in die osteuropäischen Länder zieht, weil in jüngster Zeit in einigen einschlägig bekann-ten südostasiatischen Staaten die Gesetze verschärft worden seien. "Das ist ja auch näher", sagt Tamar Schrofer, Sprecherin der Organisation. Auch der Präsident des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, warnte kürzlich vor dem "grauen Markt" für Kinderprostitution, der sich im Osten Europas entwickelt habe.   

Die Ursachen dieser Entwicklung sind in den meisten Ländern gleich: Verarmung der Bevölkerung nach dem Ende des Kommunismus und den politischen Umbrüchen, Zerfall der Familien, das Fehlen von gesetzlichen Grundlagen zur Bekämpfung der Kinderpornographie und -prostitution oder das Unvermögen, bestehende Gesetze durchzusetzen. Allein in der rumänischen Hauptstadt Bukarest gibt es ungefähr fünfhundert Straßenkinder, schätzt Marilena Alexeanu Buttu, die Leiterin eines Heimes für Minderjährige. Ihr Durchschnittsalter sinkt. Schon Vier- bis Neunjährige landen auf der Straße, weil sie von ihren Eltern verstoßen oder zum Betteln gezwungen werden. Die meisten dieser Kinder werden nach einer Untersuchung von "Rettet die Kinder" sexuell mißbraucht.   

In Bulgarien gab es nach Angaben des bulgarischen Komitees der Kinderhilfsorganisation UNICEF im Jahr 1994 - neuere Statistiken liegen nicht vor - 36 500 obdachlose Kinder. Ein Drittel von ihnen wurden als Prostituierte mißbraucht. Es gibt kein Gesetz gegen Prostitution oder zum Schutz der Kinder. Ein Forschungsinstitut in der Hauptstadt Sofia gibt das Durchschnittsalter der Prostituierten mit 15 bis 17 Jahren an. Siebzig Prozent von ihnen seien zum ersten Mal bereits mit zwölf Jahren zu kommerziellen Zwecken vergewaltigt worden. Nach inoffiziellen Angaben wurden seit 1990 etwa 10000 bulgarische Mädchen als Prostituierte ins Ausland verschleppt. In Polen wird die Zahl der Minderjährigen unter den Prostituierten auf sechshundert geschätzt. An der Westgrenze warten zahlungskräftige deutsche "Freier" auf polnische Jungen, die als Prostituierte arbeiten müssen. Die Polizei in Stettin (Szczecin) schätzt ihre Zahl auf einhundertfünfzig und ermittelt jährlich in zehn bis zwanzig Fällen von Kindesmißbrauch.   

In Ungarn spielen minderjährige Prostituierte in den einschlägigen Bars und auf dem Straßenstrich zwar kaum eine Rolle, dafür hat sich das ehemalige Ostblockland jedoch zu einem Zentrum für die Produktion von Kinderpornographie entwickelt. Ein erster Fall wurde 1993 bekannt, als ein Schweizer Staatsbürger zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Zusammen mit einem deutschen Komplizen hatte er in der Umgebung des Budapester Ostbahnhofs vagabundierende Jugendliche angeworben und mit ihnen Pornofilme gedreht, die dann vor allem im deutschen Sprachraum vertrieben wurden.   Seitdem ermittelte die Polizei in einem halben Dutzend weiterer Fälle. Der spektakulärste wurde im Juni im nord-ungarischen Eger bekannt. Ein Ehepaar hatte über eine "Agentur" Mädchen zwischen elf und 16 Jahren angelockt und mit ihnen Sexfilme gedreht. Die Polizei beschlagnahmte mehr als tausend Kassetten.   

Ein ähnlicher Fall erregte in der Tschechischen Republik Aufsehen. Ein 52 Jahre alter Deutscher hatte in Nordböhmen minderjährige Mädchen für Pornozeitschriften fotografiert und Videaufnahmen von ihnen gemacht. Mehrere der Mädchen wurden von dem Mann auch sexuell mißbraucht. Ein Ge-richt in Teplitz (Teplice) verurteilte den Kinderschänder, der seine Aufnahmen in ganz Europa verkauft hatte, im Februar zu viereinhalb Jahren Haft. Kinder werden nach Einschätzung von Experten auch auf dem Homosexuellen-Strich in Prag sexuell ausgebeutet. Vor allem Ausländer mißbrauchen hier Jungen, von denen einige erst zwölf Jahre alt sind. (ph)  


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