56. Jahrgang Nr. 3 / Mai 2026
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1. Brief an besorgte Christen
2. Den Westen zu Tode gebären
3. Warum die Einsicht Ecône unterstützt
4. Das Jahrhundert des Aases
5. Die Berufung des Matthäus, des Petrus, Jakobus, Andreas und des Johannes
6. Der letzte Tag
7. Aus den geistlichen Ansprachen
8. Der hl. Joseph von Calasanza
9. Die Kruzifixe
10. Vom hl. Papst Pius X.
11. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN
12. MITTEILUNGEN DER REDAKTION
MITTEILUNGEN DER REDAKTION
 
MITTEILUNGEN DER REDAKTION

Ergertshausen, den 22.7.99
Verehrte Leser,

zunächst bedanke ich mich für die interessierte, wiewohl zurückhaltende Aufnahme meiner skizzierten Vorstellungen zur Überwindung der kirchlichen Krise, mit denen ich in gewisser Hinsicht theologisches Neuland beschreite, gab es doch geschichtlich keine vergleichbare Situation, in der die Existenz der Kirche in solcher Weise gefährdet war. Ich darf bei dieser Gelegenheit ankündigen, daß wir auch in Zukunft unser Hauptaugenmerk auf die theoretische Lösung der kirchlichen Situation und der organisatorischen, praktischen Umsetzung der Restitution der Kirche als Heilsinstitution richten werden. Daneben bleibt das Bemühen bestehen, orientierungssuchenden Christen, die inzwischen auch lebensmäßig merken, wohin das "Schifflein" (ohne wahren Petrus) treibt, Argumentationshilfen und Informationen über pastorale Hilfen zu bieten.

H.H. P. Groß sah sich veranlaßt, in einer seiner letzten Predigten auf meine Aufassung über die Intention bei der Sakramentenspendung einzugehen. Daß dieses Thema sein Interesse hat, weiß ich, da ihn die Opposition zu seiner Position stört. Aber es freut mich, daß er diesem Thema allgemeine Aufmerksamkeit wünscht. Ich erlaube mir aber anzumerken, daß seine kritische Reaktion auf meine ausführliche Abhandlung über dieses Thema (EINSICHT XXIII/1, S. 3 ff.; 5, S. 110 ff.; XXIV/4, S. 103 ff.), die sich u.a. auch auf Erkenntnisse der philosophischen Interpersonalitätslehre stützt, wenig hilfreich ist hinsichtlich der Aufarbeitung des von mir dargelegten Problems und hinsichtlich der Information seiner Zuhörer, bot doch P. Groß nur pauschale Bekenntnisse anstatt gezielter Argumente, die er zumindest in seiner Predigt schuldig blieb.

Ich kann Sie, verehrte Leser, beruhigen: dieser Disput (über das Problem Intention bei der Sakramentenspendung) ist nicht neu. Seit über 300 Jahren wird darüber diskutiert, ohne daß dieser Streit seitens der Kirche autoritativ entschieden wurde. In jüngster Zeit, d.h. noch vor dem II. Vatikanum! hat sich bei den Theologen (so. z.B. bei Pohle/Gierens und bei Bartmann, bekannten Autoren von dogmatischen Standardwerken) die Meinung herauskristallisiert, daß das Problem in der von mir angezeigten Richtung zu lösen sei - allerdings ohne philosophische Absicherung.

Man könnte darum diesen Disput, der zwischen verschiedenen Vertretern des kath. Konservativismus, zu denen H.H. P. Groß gehört, und mir ausgefochten wurde, keine weitere Beachtung schenken, wenn er nicht auf ein hoch brisantes Problem in unseren Kreisen bezogen wäre, von welchem alle Gläubigen betroffen sind, nämlich auf die sektiererische Unterwanderung unseres zwar bescheidenen, wiewohl dennoch vorhandenen Widerstandes. Während ich mit der von mir vertretenen Position versuche, die Spreu vom Weizen, sprich gültige von ungültigen bzw. dubiosen Priester- und Bischofsweihen zu trennen, dient P. Groß und seinen Mitstreitern ihre Theorie dazu, in allen möglichen Vaganten gültig geweihte Priester und Bischöfe anzusehen, die dann, da 'geweiht', auch in den Zentren als 'Seelsorger' eingesetzt werden könnten. (Ich merke hier noch an, daß in der von P. Groß vertretenen These die zur Gültigkeit notwendige Intention de facto keine Rolle mehr spielt.) Es wird weder die Sukzession dieser Leute überprüft, noch deren kirchlicher Status. Neuerdings soll auch eine nicht gespendete oder ungültige (falls eine solche überhaupt noch vorstellbar ist!) durch eine Bischofsweihe (gültige) suppliert, d.h. ersetzt werden können!

Man mag mich bitte richtig verstehen! Ich sage klipp und klar: hier hört für mich der Spaß, will sagen: die Diskussion auf. Ab hier habe ich mich dafür eingesetzt und werde es auch weiterhin tun - mit Personalrecherchen und Argumenten -, daß Zentren, die bisher einigermaßen intakt und die Option einer weiteren Restituierbarkeit in Richtung Heilsinstitution in sich bargen, von der sektiererischen Unterwanderung verschont bleiben, um auch noch so kleine Inseln (mit dem Attribut "kath. Kirche") zu bewahren! Und ich rechne auf Ihre Unterstützung!

Ihr Eberhard Heller

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