BRIEF DER REDAKTION
19. Dezember 1971
Liebe Leser!
Die schönste und wichtigste Nachricht zuerst: Es haben uns schon
etliche Leser geschrieben, daß sie gemeinsam mit uns zur selben Stunde,
nämlich an jedem Vorabend des Herz-Jesu-Freitags, diesmal am 6. Januar
1972, 19.45 bis 20.45 Uhr, beten werden für unsere heilige Mutter
Kirche. So wissen wir bis jetzt von mehreren Leuten in verschiedenen
Orten der CSSR, aus Caledonia, N.Y./USA, aus San Diego,
Californien/USA. Ebenso haben wir Nachricht aus Solothurn/Schweiz, aus
Stuttgart, aus Ravensburg und Meran/Südtirol. Wir rufen Sie erneut auf:
Beten Sie mit uns gemeinsam den Rosenkranz für die Eine, Heilige,
Katholische und Apostolische Kirche. Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie
sich entschlossen haben mitzubeten. Es ist sicher für unsere Leser -
wie für uns - eine Freude zu wissen, daß Sie und wir uns zur genannten
Stunde gemeinsam mit einer immer größer werdenden Zahl von treuen
Katholiken zum Gebet niederknien können.
Allen unseren Lesern, vor allem unseren Priestern unter ihnen, sei ein
herzliches Vergelts Gott gesagt für die ermutigenden Briefe, die wir
von ihnen in der Adventszeit erhalten haben, ganz besonders dafür, daß
sie immer wieder unsere gemeinsame Sache und uns in ihr Gebet beim
heiligen Meßopfer einschließen. Wir sind überzeugt, daß gerade aus
dieser Quelle die Kraft herkommt, die uns hilft, unsere Aufgaben auch
in Zukunft gewissenhaft zu erfüllen.
Ein Vergelts Gott auch allen unseren Spendern, die uns immer wieder
kräftig unter die Arme greifen. Bitte denken Sie nicht, wir wären
undankbar, weil wir uns einfach aus Zeitmangel nicht einzeln und
persönlich bedanken können. Den wahren Dank können wir ja gar nicht
geben,ihn gibt nur Gott der Herr, von dem jede gute Tat belohnt wird.
Ebenso sei herzlicher Dank gesagt allen unseren Mitarbeitern und allen
denen, die für die Verbreitung der EINSICHT durch Werbung und
Weiterempfehlen sorgen. Bitte helfen Sie uns weiterhin! Wir haben noch
längst nicht alle treugebliebenen, gutwilligen Katholiken erreicht.
Die bisher bereits vergriffenen Nummern 1 und 2 unserer Zeitschrift
sind nachgedruckt und damit also wieder lieferbar. Alle diejenigen,
welche Exemplare dieser Nummern bestellt hatten, wurden von uns bereits
beliefert. Sollte jemand vergessen worden sein, so bitten wir um eine
kurze Mitteilung.
Auf den Artikel "Kirchensteuer" von Dr.Hubert Necknig, EINSICHT Nr.9 -
Dezember 71, Seite 11f ist aus unserem Abonnentenkreis aus Österreich
ein Protestbrief eingegangen. In diesem Brief wird der im genannten
Artikel geschilderte rechtliche Akt als "Abfall vom Glauben und von der
römisch-katholischen Kirche" und als "absolut unentschuldbarer,
schändlicher und verwerflicher Schritt" bezeichnet. Der Schreiber
dieses Briefes verweigert zur Zeit zwar auch den Kirchenbeitrag. Er
will dies aber nur tun, solange man gegen ihn nicht Gewalt braucht,
solange man ihn also nicht vor die Wahl stellt, entweder mit seinem
Geld die Zerstörung des wahren Glaubens, der Liturgie und der Moral
tatkräftig zu fördern oder den Austritt zu erklären. Wenn man ihn vor
diese Wahl stellt, will er - das geht eindeutig aus seinem Brief hervor
- weiterhin zahlen!
Dazu ist erstens zu sagen: Es ist in Deutschland rechtlich nicht
möglich, die Kirchensteuer einfach zu verweigern, ohne klare rechtliche
Entscheidungen zu fällen. In Deutschland wird die Kirchensteuer bereits
vor Auszahlung des Gehaltes, Lohnes etc. abgezogen und an die
Ordinariate abgeführt. In DeutschIand steht man also von Anfang an vor
der Wahl, entweder zu zahlen oder "auszutreten". Zweitens: Wenn Sie uns
in der Argumentation folgen, daß Paul VI. und die dem Modernisms (jetzt
"Aggiornamento" genannt) verfallenen Bischöfe illegitimer Weise für
sich beanspruchen "katholische Hierarchie" zu sein - und diese
Argumentation ist in EINSICHT bisher zur Genüge zu Wort gekommen -,
dann haben Sie die Pflicht, diesen Glaubensserstörern die Unterstützung
zu verweigern. Andernfalls würden Sie bei der Glaubenezerstörung
mithelfen. Die Rechtsprechung ist der Rechtgläubigkeit untergeordnet,
ist ihre Dienerin. Wenn die "Hierarchie" keinen rechten Glauben mehr
hat, dann hat sie jeden Rechtsanspruch verloren. Jesus hat auch nur
Tempelsteuer gezahlt - um das gewichtigste Argument des Briefschreibers
aufzunehmen -, solange Gott den Bruch des Alten Bundes durch das
jüdische Volk nicht bestätigt hatte; als der Vorhang des Tempels
entzweigerissen war, hatten die Vertreter der Synagogen ihren
Rechtsanspruch verloren.
Wir wurden gefragt, ob das, was wir bisher zur Beurteilung des
sogenannten novus ordo missae veröffentlicht hatten, auch für die
lateinische Form dieses "ordo" gelte. Dazu ist auf unsere bisherigen
Veröffentlichungen hinzuweisen, aus denen sich diese Frage klar
beantworten läßt. Das Hauptargument soll karz wiederholt werden: Der
n.o.m. ist aus einer häretischen Absicht heraus verfaßt worden. Diese
häretische Absicht ist nicht von uns hinzuphantasiert worden, sondern
die Verfasser des neuen "ordo" haben sie selbst bekanntgegeben.
Vgl.EINSICHT Nr.1, S.5ff, EINSICHT Nr.7, 29ff, EINSICHT Nr.8 Seite 23
Anmerkung Diese häretische Absicht ist entscheidend für die Beurteilung
der Gültigkeit des neuen "ordo". Ein häretisches Machwerk bleibt
häretisch, ganz gleich ob es in deutsche, lateinische oder welche
Sprache auch immer verpackt wird.
Aus Zeitgründen konnte zum Versand der letzten Nummer (Nr.9) nicht mehr
rechtzeitig alle diejenigen Abonnenten ermittelt werden, die bis jetzt
noch nicht ihre Abonnements bezahlt hatten. Dies kann erst beim Versand
dieser Nummer geschehen. Wer bis jetzt sein Abonnement noch nicht
bezahlt hat, bekommt keine Nr.10 mehr zugesandt. Wir sehen uns aber
gezwungent die bisher bezogenen neun Nummern zum regulären Einzelpreis
(jeNr. DM 2.-, also insgesamt 18.-) in Rechnung zu stellen.
Die Redaktion
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