PFINGSTEN - DER GEBURTSTAG DER KIRCHE
von
Fr. Courtney Krier
Heute, am Pfingstfest, feiern wir den Geburtstag der Kirche. Was
bedeutet "Kirche"? Der Name "Kirche" kommt ursprünglich vom
griechischen "kyrikon", "das Haus des Herrn." Es ist der Ort, an dem
wir Gott anbeten, wo die heilige Messe gefeiert wird. Es ist auch der
Ort, von dem der Psalm sagt: "Voll Schauer ist dieser Ort. Gottes Haus
ist hier und die Pforte des Himmels; sein Name ist: Wohnung Gottes."
(Ps. LXXXIII. 2,3).
Aber es gibt noch eine andere Bedeutung. Im Französischen und
Spanischen ist der Name für Kirche "eglise" bzw. "iglesia". Diese
Bedeutung wollen wir näher untersuchen. Das lateinische Wort "ecclesia"
kommt vom Griechischen, es bedeutet "Versammlung der Bürger" oder
"etwas ist auserwählt". Es ist die Kirche, wo diese "Versammlung"
stattfindet, und deshalb kann die Kirche auch "ecclesia" genannt
werden, da sie sich als "ecclesia", als Versammlung im "domus Domini",
dem Haus des Herrn, oder der Kirche einfindet.
Der Terminus "Kirche" wollen wir hier hinsichtlich seines Gebrauchs im
Sinne von "Versammlung" - das meint "ecclesia" - eingehen. Heute feiern
wir den Geburtstag der Kirche, weil der Heilige Geist auf die Apostel
herabgekommen ist und sie mit den Gaben der Weisheit, des Verstandes,
des Rates, der Stärke, der Wissenschaft, der Frömmigkeit, und der
Furcht des Herrn erfüllt hat (Isa. XI.3), Sie soll jetzt, d.h. nach der
Herabkunft des Hl. Geistes, in der Öffentlichkeit auftreten und das
Evangelium predigen. Der Missionsauftrag der Kirche beginnt jetzt: die
Erlösung fruchtbar zu machen; die Menschheit zur Erlösung zu führen.
Lassen Sie uns die Ereignisse betrachten. Christus hat die Menschheit
mit seinem Blut erlöst. Nach Seiner Auferstehung, aber noch vor Seiner
Auffahrt in den Himmel sagte Er zu Seinen Aposteln, "Gehet hin in alle
Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen. Wer glaubt und sich
taufen läßt, wird selig werden; wer nicht glaubt, der wird verdammt
werden" (Mark 16, 16). Aber sie sollten nicht sofort gehen, eingedenk
der Worte Christi, die Er am Gründonnerstag zu ihnen gesprochen und vor
Seiner Himmelfahrt wiederholt hatte, nämlich "von Jerusalem nicht
wegzugehen, sondern auf Den zu warten, den der Vater verheißen hat"
(Apog 1, 3).
Heute, am Pfingstfest, kommt nun der Heilige Geist. Heute beginnen die
Apostel, ihren Auftrag zu erfüllen. "An jenem Tag kamen gegen
dreitausend Seelen hinzu" (Apog 2,41). Hier präsentiert sich nun die
Kirche, der Leib Christi, erfüllt mit dem Geist Gottes, Zeugnis zu
geben für die Wahrheit und Erlösung zu bringen der Menschheit. Es ist
die Kirche, die mit Christus Seinen Leib und Sein Blut opfert für die
Erlösung der Menschheit.
"Der Hl. Geist ist vom ersten Pfingsttage an die Seele der heiligen
Kirche, des mystischen Leibes Christi; er bleibt bei ihr, leitet und
lehrt sie, und bewahrt sie vor jedem Irrtum" (Schott, Kommentar zum
Pfingstsonntag).
Wenn wir darauf unser Augenmerk richten, erkennen wir, daß die Kirche
das fortsetzen soll, was Christus begonnen hat. Ihre Aufgabe ist es,
den Willen des Vaters zu tun (Joh 4,34), der Wahrheit Zeugnis zu geben
(Joh 5,33), das Opfer Christi darzubringen: "tut dies zu meinen
Andenken" (Lk 22,19); das wahre Leben zu geben durch die Ausspendung
der Sakramente an ihre Glieder: "Ich bin gekommen, damit sie das Leben
haben und es im Überfluß haben" (Joh 10,10).
An Pfingsten feiern wir nicht den Geburtstag irgendeiner Kirche,
sondern der von Jesus Christus gegründeten Kirche. Die Kirche ist eins
im Glauben, eins in ihre Konstitution, eins in ihrem Opfer und in ihren
Sakramenten, weil sie die von Christus gegründete Kirche ist, und weil
Christus nur eine Braut hat und haben kann. Sie ist die heilige Kirche.
Sie heiligt ihre Mitglieder. Sie lehrt nur die Wahrheit in ihrer Lehre,
weil sie den Geist der Wahrheit besitzt, und diese Lehre fordert die
vollkommenste Hingabe der Liebe - darin besteht die Heiligkeit. Sie ist
katholisch oder allgemein, weil sie der einzige Weg zu Gott, die Arche
des Heils ist für alle Menschen aller Zeiten und an allen Orten, die in
sie eintreten. Schließlich ist sie apostolisch. Alles ruht auf den
Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen, die sich an den gleichen
Glauben halten, die gleiche Lehre vertreten und die gleichen
Sakramente, die uns Jesus Christus überlieferte, spenden.
"Wenn eine Kirche euch ein anderes Evangelium verkünden sollte, als ihr
empfangen habt: sie sei verflucht!" (Gal 1,9) Petrus hatte den Juden
gepredigt, "Eben den Jesus, den ihr gekreuzigt habt, hat Gott zum Herrn
und Messias gemacht" (Apog 2,36). Vorher aber hatte Petrus Christus
verleug-net. Jetzt aber, erfüllt vom Heiligen Geist, verkündet er die
Wahrheit. Wenn die Kirche aufhört, die Wahrheit zu verkünden, hört sie
auf, die Kirche Christi zu sein. Wir sündigten gegen den Heiligen
Geist, wenn wir z.B. behaupten würden, der Geist der Wahrheit lehre
durch die Kirche den Irrtum.
An ihren Früchte also sollt ihr sie erkennen (Matt 7,20). Die Früchte
des Heiligen Geistes sind Liebe, Freude, Friede, Geduld, Milde, Güte,
Langmut, Sanftmut, Treue, Mäßigkeit, Enthaltsamkeit, Keuschheit (Gal.
5,22). Gibt es Treue im Glauben, wenn der Glaube ausfällt? Gibt es
Liebe, wenn die wahre Lieben der Herzen erkaltet? Gibt es Keuschheit,
wenn dort nicht mehr Moral gelehrt wird? Damit meine ich, daß in der
'Konzils-Kirche' nicht mehr der Glaube gefordert wird, den Jesus
Christus von uns forderte, nämlich: keine Hölle, keine notwendige
Taufe, keine Anbetung des Leibes Christi. Es gibt kein Bekehrung,
sondern nur soziale Hilfe im irdischen Leben. Es gibt keine Moral, nur
noch Schweigen oder Zustimmung zu Empfängnisverhütung, zur
Homosexualität, zu außerehelichen Beziehungen und zur Sonntagsarbeit,
um nur ein paar Beispiele zu nennen. Man hört nicht mehr auf die zehn
Gebote. Diese sog. 'Konzils-Kirche' ist nicht die wahre Kirche, sie ist
nicht die "unbefleckte Braut" Christi, sondern sie ist anti-christlich.
Wir, die wir in Treue zu Christus stehen, sind die eigentlichen
Christen. Wir sind die Kirche oder die auserwählte Gemeinde, die Braut
Christi, die Christus treu ergeben ist (Kol. 3,18).
Solange wir das sind, sind wir auch die katholische Kirche, bleiben wir Glieder am mystischen Leib Christi.
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