Halloween:
Die Rückkehr zum HeidentumvonBischof Martín Dávila Gándaraübers. von Elfriede Meurer Jedes Jahr um diese Zeit gibt es eine vom heutigen Geschäftsgeist und von den Kräften des Bösen lancierte Herausforderung gegen den gesunden Brauch der Heiligenverehrung und die schöne Frömmigkeit, für unsere Verstorbenen zu beten.
Die katholischen Kirchen müssen zusammen mit den Schulen und Familien mutig aufstehen gegen das Neuheidentum, das Halloween darstellt. Unsere Kinder sollen sich kleiden wie ihr heiliger Namenspatron oder ihre Lieblingsheiligen, um den 1. November, den Allerheiligentag, zu feiern, da dies ein hoher gebotener Feiertag ist und wir verpflichtet sind, alle - bekannte und unbekannte - zu ehren, die schon in der Herrlichkeit Gottes sind. Am folgenden Tag, dem 2. November, ist Allerseelen; dann beten wir Katholiken für die Erlösung der Seelen, die noch im Fegefeuer leiden, besonders für die Familienangehörigen.
Es wird Gott wohlgefällig sein und eine wunderbare Wohltat für die Seelen im Fegefeuer, den heiligen Brauch zu üben, eine Kirche zu besuchen und sechs Vaterunser, Ave Maria und Ehre sei dem Vater nach Meinung der katholischen Kirche zu beten, um einen vollkommenen Ablass für eine Seele im Fegefeuer zu gewinnen. (Anm. d. Übers.: Man muss in der Oktav beichten und kommunizieren, und in der Kirche muss das Allerheiligste anwesend sein.) Erinnern wir uns daran, dass Allerseelen in Mexiko ein höherer Festtag ist, an dem die Familien den schönen Brauch wieder aufleben lassen sollten, Hausaltäre aufzustellen, an denen man besondere Gebete für die verstorbenen Angehörigen verrichtet. Diese guten Bräuche und katholischen Übungen sind in Vergessenheit geraten und beiseite gelassen worden beim immer mehr schwindenden Christentum und dem entsprechenden Anwachsen des Heidentums. Sogar der gebotene Feiertag wurdeabgeschafft, und viele Katholiken denken nicht mehr an die religiöse Bedeutung von Halloween, was Vorabend von Allerheiligen heißt. Leider hat die modernistische Kirche diese gesunden Bräuche vergessen, und in den letzten Jahren predigen die Priester nicht mehr über das Fegefeuer.
Der heidnische Ursprung von Halloween
Die Anfänge von Halloween gehen auf das keltische Fest Samhein zurück, welches das Ende der Ernte und den Winteranfang kennzeichnete, eine Zeit, die mit dem Tod in Verbindung gebracht wurde. Die heidnischen Kelten glaubten, dass in dieser Nacht die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten fließend sei und die Geister der Toten auf die Erde zurückkehrten. Es war eine Nacht für die übernatürliche Kommunikation mit den Toten, die verschiedenen Formen des Wahrsagens und Prophezeiens und für Sexualriten. 1)
Im Jahre 800 war der Einfluss der Kirche in den keltischen Ländern gefestigt. Der Vorabend von Allerheiligen wurde mit großen Freudenfeuern und Umzügen gefeiert. Man verkleidete sich als Heilige, Engel und Dämonen. Das war die weise Art, wie die Missionskirche vorging, um dieses heidnische Fest umzuwandeln. Später führte die Kirche am 2. November den Tag des Gedächtnisses aller Verstorbenen ein.
Die Rückkehr des Heidentums
Wie lässt sich die große Bedeutung erklären, die man heute den makaberen und okkulten Aspekten von Halloween beilegt? Ist es einfach nur ein Prozess der Verweltlichung? Oder ist es eine Nacht, um die Leichtgläubigkeit der Kinder auszunutzen und ihre Angst vor Geistern und Gespenstern? Ich glaube jedoch, dass etwas mehr dahinter steckt. Früher hatte die Kirche in kluger Weise gesunde Traditionen aufgebaut, um die heidnischen Bräuche zu ersetzen, und heute sind wir leider Zeugen eines umgekehrten Prozesses. Eine heidnische Gesellschaft ist dabei, die Erinnerung an unsere katholischen Feste auszumerzen. Halloween, das einst den Vorabend des Festes Allerheiligen bezeichnete, hat sich in den Köpfen der meisten Leute in ein rein weltliches Fest verwandelt. Allerheiligen wurde immer mehr aus dem Gedächtnis der Gesellschaft im allgemeinen ausgelöscht. Die katholischen Feste waren dazu bestimmt zu zeigen, dass die gerechte Seele, die an die Auferstehung und an einen ewigen Lohn glaubt, den Tod nicht zu fürchten braucht. Die Kirche gedenkt der Toten und lädt dabei die Gläubigen ein, eine heilsame Betrachtung über den Tod zu machen.
Mit dem Treiben der Skelette, Gespenster, Vampire und Teufel in der absurden Form von Verkleidungen und Masken dagegen tut das moderne Halloween mehr als die Erinnerung an den Tod auszulöschen - es ist wie eine Aufforderung an unsere Kinder, sich an das schlimmste Gesicht des Heidentums zu gewöhnen, nämlich seine Vertrautheit mit dem Schrecken und dem Teufel. Die Tatsache selbst, dass die Katholiken sich nicht mehr aufregen bei diesem Neuheidentum und dem Verschwinden unserer religiösen Feste, ist ein Zeichen dafür, dass die katholische Wachsamkeit nachgelassen hat. Jahrelang hat die Mehrzahl der Eltern es unterlassen, die katholischen Bräuche an ihre Kinder weiterzugeben; auch die Nonnen und Priester in den katholischen Schulen haben das Lehren des katholischen Erbes und der Traditionen vergessen. Das Ergebnis ist, dass Generationen von Kindern die religiösen Feste und Traditionen nicht kennen.
Was aber tritt an ihre Stelle? Es geht nicht nur um weltliche Werte und den Materialismus. Was wir sehen, ist die Hinwendung zu den Teufelsritualen des Heidentums. Zum Beispiel treten heutzutage an Halloween die Aggression, das Makabere, das Blut, der Tod, Monster und sogar unmoralische Gestalten besonders hervor. Welche Horizonte tun diese unheilvollen und grotesken Gestalten unseren Kindern und Jugendlichen auf?
Das ist nicht wunderbar sondern erschreckend. Welche Art von Gefühlen ruft das hervor? Es ist nicht die gemäßigte und stille Trauer über den Tod der katholischen Gottesdienste sondern die Furcht und die Nervenerregung der heidnischen Rituale. Das Groteske und Monströse wandelt sich für den modernen Geist zum Gewohnten, ein typisches Produkt des Neuheidentums.
Wie sollen wir uns nun gegenüber Halloween verhalten?
Grundsätzlich muss das, was man einem Kind darbietet, danach streben, es reifer zu machen, dann geht ein heilsamer Einfluss davon aus. In ihrer Weisheit hat die Kirche das Fest Allerheiligen eingesetzt, um bei den Kindern Anreize in ihrer Phantasie zu schaffen sowie ihre Horizonte für die großen Werke und die Tapferkeit der Helden und Heldinnen ihrer Geschichte zu öffnen. Sie rief auf zu Gebet und Gottesdiensten für die Seelen der verstorbenen Gläubigen, damit ihre Kinder ausgeglichen und ruhig seien anstelle der Raserei und der Furcht vor dem Gespenst des Todes. Angesichts dessen hier nun mein Rat: Gehen Sie nicht zu den neuheidnischen Halloween-Feiern! Stellen Sie die katholischen Bräuche wieder her und feiern Sie das Fest Allerheiligen und den Tag der Armen Seelen im Fegefeuer!
Aufrichtig in Christus
Mons. Martín Dávila Gándara
Anmerkung: 1) Anm. d. Übers.: Wie kommt nun das keltische Fest mit Allerheiligen zusammen? Im frühen 7. Jahrhundert hatte Papst Bonifaz IV. von Kaiser Phokas das Pantheon in Rom geschenkt bekommen und zu einer Kirche zu Ehren der Muttergottes und aller heiligen Märtyrer geweiht.Von da an entwickelte sich auch im Abendland die Verehrung aller Heiligen an einem besonderen Fest. PapstGregor IV. (827-844) legte den Allerheiligentag auf den 1. November, in die Zeit des keltischen Samhein-Festes.
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