52. Jahrgang Nr. 5 / November 2022
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1. Weihnachten 2022
2. Weihnachtsbotschaft von Carlo Maria Viganò
3. Das Licht ist stärker
4. Aufbruch in unbekannte Fernen
5. Die Zerstörer
6. Kirche in Not: Hört ihre Schreie
7. Neue Generation von Ärzten
8. Wie im Islam
9. Buchbesprechung
10. Mitteilungen der Redaktion
11. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
Zur Zukunft der Kirche
 
Zur Zukunft der Kirche

von
Luciano Cordo

Gestatte mir der Leser folgende Skizze, die all die (theoretischen) Möglichkeiten des Weiterlebens der Kirche kurz darzustellen versucht, so dass darüber hinaus deutlich wird, in welchem Bereich des Geistes sich jeder befindet – Bereich und Bezug, die der Einzelne schliesslich auch zu verantworten hat. Aufgestellt wurde sie unter Beachtung des Axioms, dass die Kirche nicht sterben kann.
A) Die erste Dichotomie lautet: entweder (A1) Christ oder aber (A2) Nicht-Christ.
Zu betonen ist, dass (A1) kein naturgegebenes Muss ist.
A1) Wie hat (A1) sich selber zu verstehen? Ist (A1) an bestimmten Prinzipien und Vorstellungen (Tradition) unauflöslich gebunden (A1a)? Oder darf sich jeder dabei alles vorstellen, was er gerade im Sinn haben sollte (A1b)? Z. B. homosexuellen-Ehe in der Kirche, weibliche Priesterschaft usw.
A1a) Sollte die Tradition bindend sein (A1a), dann stellt sich die Frage, ob sich überhaupt und ggf., wie sich das Leugnen der Tradition auswirkt.
Die einen sind der Auffassung, es habe schwerwiegende Auswirkungen (A1a1); die anderen dagegen agieren nach dem Motto: “Ach! Lass das schon! Eines Tages wird sowieso alles besser werden!” (A1a2)
A1a1) Und so gelangen wir nun zur letzten Dichotomie:
α.- Sollte kein Wunder eintreten, so seien wir unterwegs zu einer Kirche ohne Bischöfe und ohne Priester, und eben deshalb mit bloss zwei Sakramenten: Taufe und Ehe.
Man habe sich darauf vorzubereiten.
β.- Eine Kirche ohne sakramentale Fülle sei undenkkbar. Die Reduktion der Sakramente auf Taufe und Ehe ähnele zu sehr dem Protestantismus. Man habe sich umzusehen, inwieweit andere christliche (nicht-römische) Kirchen die sakramentale Fülle vielleicht doch bisher aufbewahrt hätten.
Inreparabile fugit tempus. (Vergil)

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Der hl. Paulus an die Römer (8, 18-23)
18 Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.
19 Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes.
20 Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung:
21 Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
22 Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.
23 Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

 
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