52. Jahrgang Nr. 5 / November 2022
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1. Weihnachten 2022
2. Weihnachtsbotschaft von Carlo Maria Viganò
3. Das Licht ist stärker
4. Aufbruch in unbekannte Fernen
5. Die Zerstörer
6. Kirche in Not: Hört ihre Schreie
7. Neue Generation von Ärzten
8. Wie im Islam
9. Buchbesprechung
10. Mitteilungen der Redaktion
11. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
Soziale Nichtregierungsorganisationen (NGOs)
 
Soziale Nichtregierungsorganisationen (NGOs) –
Akteure der Transformation der Sozialwirtschaft


von
Peter Backfisch

Einleitung


Organisationen mit dem Markenzeichnen NGO haben eine weltweite Verbreitung gefunden, große Akteure, die mit dem Anspruch global mit weltpolitischem Auftrag aufzutreten und sich für Veränderungen einzusetzen, die der Beglückung aller Menschen in allen Lebensbereichen dienen sollen. Sie sehen sich als Vertreter einer Zivilgesellschaft, von der sie nie ein Mandat erhalten haben. Der überwiegende Teil der Sozialwirtschaft in Deutschland, der EU und wohl auch weltweit ist inzwischen durch öffentliche Förderung transnational vernetzt. In Deutschland zählen dazu die Wohlfahrtsverbände, gewerkschaftliche Bildungsvereine, kirchliche und freie Träger, sozialpolitische Dachverbände und kleinere Vereine und Initiativen. In diesem Essay schildere ich meine 40-jährige Erfahrungen mit den Arbeitsweisen und den politischen Auffassungen, die sich nicht nur zu 100% an den Mainstream-Vorgaben des politischen Correctness orientieren, sondern diese gar ideologisch bestimmen und zur Leitkultur etablieren.  

Seit einigen Jahren haben linke Auffassungen, Selbstverständnis und gesellschaftliches Agieren durchsetzt und bestimmen deren politische Agenda. Zu nennen sind auch islamische Kulturzentren, Moscheevereine, islamische Bildungsinstitutionen und islamistische Netzwerke, die sich punktuell verbal von bestimmten linken Heilslehren, wie Gendermainstreaming abgrenzen, aber dennoch für die Umsetzung globaler Ideologien stehen. Bei den auf uns zu kommenden gesellschaftlichen Verwerfungen übernehmen NGOs den Part, alltäglicher Durchsetzung von „Ordnungs- und Sicherheitsverlust im Lebensalltag“ (Udo di Fabio,) der Menschen in der Zivilgesellschaft. Dies ist ihr primärer, nicht zu unterschätzender Beitrag.

Innenpolitischen Ereignissen, wie die rechtswidrige Grenzöffnung, die Silvesternacht in Köln und die Einschränkungen von Freiheitsrechten im Rahmen der Corona-Diktatur zeigen, wie sozialen Akteure die universalistischen Standardeinstellungen nicht nur übernommen, sie sehen sich dabei als Frontkämpfer gegen alles, was sich auf nationale, gerade im sozialpolitischen Umfeld, Errungenschaften beruft. Sätze wie, „Mit dem Volksbegriff konnte ich noch nie etwas anfangen“ (Habeck) und sich einzusetzen für „diejenigen, die schon länger hier leben“ (Merkel) werden papageienhaft nachgesprochen und mit brutaler Radikalität, weil „alternativlos“, nach innen und nach außen vertreten. David Engels nennt die gesellschaftspolitischen Veränderungen verheerend und sie wirken inzwischen in das kleinste Gemeinwesen hinein, „ob nun Kunst, Sitte, Denken und Glauben - überall treten uns nicht nur Zeichen unglaublicher Verwahrlosung gegenüber“.()

1. Gesellschaftspolitische Themen und Agieren sozialer NGOs

Sozialpolitisch engagierte Organisationen geht es nicht immer darum, sich für Verbesserungen der Lebensbedingungen der Menschen einzusetzen. In den letzten Jahren setzte sich ein Denken durch, die Klientel der Migranten, illegalen Asylanten, LGBTG Gruppen und „People of Color“ als neues Subjekt der Geschichte zu platzieren. Menschen deutscher Herkunft, die auch sozialen Brüchen wie Arbeitslosigkeit, fehlender Ausbildungsplatz, fehlender Schulabschluss unterworfen sind, werden mehr und mehr ausgegrenzt und sind in den staatlich geförderten Maßnahmen unerwünscht.
Die Folgen dieser Politik führt zum Aufblähen einer „Ausgaben–Industrie“ die eben nicht nur von staatlicher Seite eine ständige Ausweitung erfährt, vielmehr setzen besagte NGOs durch einen umfassenden Lobbyismus diesen Prozess oft erst in Gang. Wohlfahrtsverbände und andere große Sozialverbände unterhalten in Berlin Lobby-Büros mit zum Teil mehreren Angestellten, die im Bundestag und bei Abgeordneten ein- und ausgehen. Das vom Bundestag 2021 beschlossene „Gesetz für verbesserte Transparenzregeln“, sprich „Lobbyregister“, gilt für die Wohlfahrts-verbände und großen Sozialeinrichtungen nicht, obwohl Gesetzesänderungen, die ihre Dienstleistungsangebote betreffen, millionenfache Auswirkungen haben. Die daraus folgende Zerstörung bestehender Sozialsysteme wird in Kauf genommen. Man kann dies als ein Schleifen sozialpolitischer Bastionen bezeichnen. Auch Prinzipien von Subsidiarität werden dabei über Bord geworfen.

2. Veränderungen unseres Gemeinwesens durch das Agieren sozialer NGOs

Soziale NGOs behaupten durchgängig sie seien uneigennützig und selbstlos tätig und ausschließlich dem sozialen und gesellschaftlichen Zweck verpflichtet. Profit und finanzielles Gewinnstreben würden nicht verfolgt und seien ihren gemeinnützigen Zielen fremd. Es ist wichtig mit diesem Trugbild gleich zu Anfang dieses Beitrages aufzuräumen. Alle NGOs haben zu Ende jedes Geschäftsjahres Bilanzen mit entsprechenden Gewinn- und Verlustrechnungen in ihren Aufsichtsgremien vorzulegen. Am Ende muss überall mindestens die sogenannte schwarze Null ausgewiesen werden, das heißt Verluste werden nicht hingenommen und führen in der Regel zur Entlassung verantwortlicher Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder. Begründet wird dieser Anspruch damit, dass auch soziale, wohltätige Organisation vernünftig wirtschaften. Ist das in der realexistierenden NGO-Wirtschaft wirklich der Fall?

In den letzten Jahren sind in den Medien vermehrt Schlagzeilen über Misswirtschaft, Begünstigung im Amt von Führungskräften, Betrug und Insolvenzen aufgetaucht. So geschehen bei der Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt und Wiesbaden im Jahr 2019. Besetzungen von Führungspositionen wurden in geschlossenen Familienclans - Ehemann, Ehefrau, Sohn und Verwandte – ausgemacht. Vergütungen waren für die Branche völlig überzogen und nicht verhältnismäßig. Im genannten Beispiel mussten deshalb drei Geschäftsführer zurücktreten, ein Insolvenzverfahren war im Spätjahr 2021 immer noch anhängig. Hinzu kamen enge Verfilzungen mit der örtlichen Politik, wobei örtliche Politiker auf der Payrole einer AWO Organisation zu finden waren. Es handelte sich um Honorarvergütungen, ohne dass dafür Nachweise für erbrachte Leistungen vorgelegt wurden. Im Jahr der Zuwendungen an diese Begünstigten wurden im Übrigen die Vergütungen für die einfachen Mitarbeiter gekürzt. (Reduzierung und/oder Streichung des Weihnachtsgeldes)

Die bekannt gewordenen Beispiele sind nicht nur Einzelfälle, sie finden große Verbreitung in der sogenannten uneigennützigen NGO-Wirtschaft. Besonders perfide ist dabei, dass nahezu überall mit zweierlei Maß gemessen wird. Geschäftsführer, die sich in ihrem Selbstverständnis als gleichberechtigt mit den Vorständen großer Unternehmen der freien Wirtschaft und der Industrie sehen, verlieren dabei mehr und mehr den Blick für ihren sozialen Auftrag und verlangen Vergütungen, die sich an deren Bezügen orientieren. Die große Anzahl der Mitarbeiter in der Sozialwirtschaft muss allerdings mit kargen Vergütungen auskommen. Inzwischen ist es gar soweit gediehen, dass in den Bereichen Pflege und Erziehung kaum noch Menschen bereit sind, ein Arbeitsverhältnis mit einem sozialen Träger einzugehen

Bezüglich der Vergütung der Mitarbeiter sind die Kirchen zu nennen, die schon immer versucht haben, diese nicht nach gängigen tariflichen Bestimmungen zu bezahlen. Da Tarifwerke in der Regel der Logik von Arbeitskämpfen unterliegen, versuchen kirchliche Organisationen wie Diakonie und Caritas sich dieser Logik zu entziehen und setzen auf eigene Vergütungs-Modellen, die sie als „Dritten Weg“ beschreiben. Dieser ist frei von Kampfmaßnahmen und orientiert sich am historischen und kirchlichen Selbstverständnis, dessen Maßstab im Handeln Jesu verortet ist. Man kann das so sehen, darf aber die Rückbesinnung auf das Evangelium nicht nur den Mitarbeiter ans Herz legen, bei verantwortlichen Führungskräften aber gemäß notwendiger Wirtschaftslogik von diesen Prinzipien abweichen.

An dieser Stelle muss auf die große Gruppe von islamistisch orientierten NGOs besonders eingegangen werden. Diese sind meist örtlich organisiert und in der Regel einer Moschee oder an ein islamistisches Zentrum angeschlossen. In ihrer rechtlichen Verfasstheit sind sie den deutschen NGOs gleichgestellt, haben aber im bilateralen Verhältnis eine ambivalente Haltung zu ihnen. So agieren sie in wesentlichen Punkten in offener Opposition zu deren ideologischen linken Überbau, so bei Themen wie Homosexualität, Gender, Familienpolitik und der Ausrichtung von Glaubensgemeinschaften auf Ideen des Zeitgeistes. Bei diesen Themen drücken sie ihre ganze Verachtung offen gegen ihre westlichen Gesinnungsfreunde aus.
                                         
3. Identitätspolitische Arbeitsfelder der NGOs

3.1 Klima

Ein durchgängig vorherrschender Glaubensansatz ist, dass wir einer menschengemachten Klimaerwärmung ausgesetzt sind, die nahezu auf alle Arbeitsfelder der NGOs Auswirkungen haben. NGOs verstehen sich bei diesem Thema als politische Vorhut und machen Stimmung und beeinflussen die öffentliche Meinung, ja wirken gar auf Politik und die Finanziers ihrer Aktivitäten. So hat sich in den letzten Jahren die Auffassung durchgesetzt, dass der Klimawandel Hauptursache herrschender Fluchtbewegungen weltweit ist. Aktionen wie „Friday for future“ werden nicht nur mit Verlautbarungen und Stellungnahmen unterstützt, so werden ganze Belegschaften aufgefordert an den Aktionen und Demonstrationen, meist freitags teilzunehmen. Zahlreiche Organisationen haben dafür gar Ihre Belegschaften unter Bezahlung der Vergütung freigestellt. Immer geht es um eine „gerechte Sache“. Diese wird offensiv in die Öffentlichkeit getragen, örtliche Medien berichten in der Regel wohlwollend darüber. Öffentliche Institutionen, die für dem Klientel entgangene soziale Dienstleistungen Geldleistungen erbringen, gehen in Deckung und wagen dazu keine Nachfragen. Ob die Mitarbeiter tatsächlich an den Demonstrationen teilgenommen hatten wurde nicht kontrolliert, diejenigen die am Arbeitsplatz geblieben sind, warum auch immer, waren unangenehmen Befragungen und Vorwürfen ausgesetzt. Wer nicht die richtige Klimahaltung hat wird beschimpft und bedroht.

3.2 „Flüchtlingspolitik“

In der „Flüchtlingspolitik“ und „Migrationspolitik“ sind NGOs der natürliche Verbündete aller Regierungen der westlichen Welt. Sie handelt offen in deren Auftrag oder mit stillschweigender Duldung, zum Beispiel in der „illegalen Einwanderung“. Beispielsweise werden 2021, 1,5 Millionen Migranten unter Duldung der Biden-Regierung illegal in die USA einreisen. Überall gilt, dass es sich dabei um das einträglichste Geschäftsfeld der NGO-Wirtschaft handelt. Dies ist so gewollt und staatliche Förderpolitik wird seit 2015 überall weiter ausgebaut, was zu einem Run, der in diesen „Sozialdiensten“ Tätigen geführt hat.

Wir bleiben in Deutschland, wo inzwischen zehntausende Mitarbeiter in der Branche beschäftigt sind und davon ein Großteil den ganzen Tag nichts anderes tut, als Anträge für neue Projekte zu schreiben und zu suchen, wo weitere Bundes- und Landesfördermittel abgeschöpft werden können. Die vielen Flüchtlingshilfsorganisationen sind Migrationsprofiteure, die es ohne das gesetzwidrige Öffnen der Grenzen 2015 in dieser Anzahl sicher nicht geben würde. Hier sei angemerkt, dass diese Entwicklung bereits Jahre vor 2015 begonnen hatte und immer ein attraktives Betätigungsfeld diverser Hilfsvereine war.

Im Arbeitsfeld „Flüchtlingspolitik“ sind die Mitarbeiter täglich ideologischem Druck ausgesetzt und werden auf Sprechblasen getrimmt, die sie öffentlich zu vertreten haben. Von „jeder hat das Recht sich überall in der Welt niederzulassen“ bis „Einwanderung stellt sowohl kulturell als auch wirtschaftlich eine Bereicherung unserer Gesellschaften dar“ reichen die Schlagworte und Losungen. Durchweg wird von den Mainstream-medien der Unsinn verbreitet, bei den Zugewanderten und Asylsuchenden handle es sich um „hochausgebildete Fachkräfte“, welche unser Land dringend brauche, für den wirtschaftlichen Aufbau, als auch zu der Finanzierung unseres Rentensystems. Dass das Gegenteil der Fall ist und die Sozialsysteme bereits großen Schaden genommen haben und weiter nehmen, ist ein Tabu, dass in der Branche nicht diskutiert werden darf.

Dennoch sind in diesen Arbeitsfeldern mehr und mehr Mitarbeiter zu finden, die dem verbreiteten ideologischen Irrsinn immer weniger Glauben schenken, was damit zusammenhängt, dass die erlebten Wirklichkeiten andere sind, als die von Ihren Dienstherren verbreitete. In der täglichen Arbeit erleben sie den Spagat zwischen den Kulturen, der unterschiedlicher nicht sein kann und in den Gemeinwesen und deren Lebenswelten enorme Belastungen mit sich bringen. Hier ist an erster Stelle die Einstellung männlicher muslimischer Zuwanderer zu Frauen zu nennen. Viele weibliche Beschäftigte der NGO erleben am eigenen Leib, dass nicht viel von Gender und der Gleichberechtigung von Frauen gehalten wird. Dies gilt auch für ihre eignen moslemische Frauen und Mädchen.

3.3 Rassismus/Antirassismus


Man könnte davon ausgehen, dass soziale NGOs ihrem Auftrag entsprechend sich als Anwalt aller in sozialen Notlagen geratenen Menschen verstehen. In ihren Selbstdarstellungen versprechen sie, die Potentiale der Ausgegrenzten zu fördern und sich für deren Chancengleichheit in der Gesellschaft einzusetzen, und sie davor zu bewahren in prekäre Arbeitsverhältnisse zu geraten. Viele Mitarbeiter sind für solche Ideen besonders anfällig, da sie das Ergreifen ihres sozialen Berufes damit begründen, Ungerechtigkeiten bekämpfen und Hilfen für Notleitende leisten zu wollen. In der täglichen Praxis ist dem leider nicht so.

Zum einen nehmen diese NGOs mehr und mehr eine Überwachungsfunktion wahr, indem sie sorgsam darauf achten, die Beschäftigen in sozialen Dienstleistungen auf die im Mainstream herrschenden Antirassismus-Auffassungen einzustimmen und einzuschwören. Dabei legen diese NGO einseitig fest, was als rassistisch zu gelten hat. Man beruft sich dabei auf die Zielsetzungen des Globalismus, wobei dazu nur diffuse Kenntnisstände vorliegen. Man bezeichnet sich verkürzt als ein für Vielfalt eintretender Multikulturalist. Das sollte ausreichen. In meiner jahrelangen Arbeit in der Führung einer NGO bin ich ausschließlich antiintellektuellen, nachgebeteten globalistischen Positionen, begegnet. Ein Diskurs anhand wissenschaftlicher Konzepte zum Thema findet nicht statt, selbst in der Führungsebene dieser NGO herrschen keinerlei Fähigkeiten zu einer vielfältigen Reflexion. Man muss dabei bedenken, dass diese Leute oft ein Studium in den Sozialwissenschaften abgeschlossen haben, was auch viel darüber aussagt, was in diesen Studiengängen so alles gelehrt wird.

Ein Blick auf das alltäglich praktische Agieren dieser NGO zeigt, dass ihr angeblicher Antirassismus sich in einen neuen Rassismus verkehrt hat, in dessen Mittelpunkt die Abkehr von ihrer ursprünglichen weißen Klientel steht. Waren vor Jahren die staatlich finanzierten Förderprogramme noch darauf ausgerichtet, Hilfen für Randgruppen und sozial Benachteiligte unabhängig ihrer ethnischen Zugehörigkeit anzubieten, ist inzwischen die Schwerpunktsetzung auf Migranten und Geflüchtete gefordert. Förderung kann es heute nur noch geben, wenn die Förderinhalte mit den Stichworten Antirassismus, Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit, Kampf gegen rechts, Gegen Hetze und Hass ausgeschmückt sind. Begrifflichkeiten die überall in den tausenden Antragstellungen verwendet werden.

Antirassismus als Haltung im Sinne globalistischer Definitionen wird zur Notwendigkeit, da Flüchtlinge ständigen rechtsradikalen Übergriffen ausgesetzt sind, die überwiegend von Weißen begangen werden, alles garniert mit Tabus, die es verbieten über die zunehmenden Gewaltbereitschaft der Zuwanderungsszene und deren Rassismus gegen Einheimische im Alltag zu sprechen.

3.4 Genderismus/Genderpolitik

In sozialen NGOs spielt die Genderideologie eine bestimmende Rolle. Verständlich? In den Belegschaften dieser Organisationen arbeiten mehrheitlich Frauen und leisten dort einen hervorragenden Job, mit einem leidenschaftlichen Engagement. Die Frage nach der Gleichberechtigung der Geschlechter hatte immer einen hohen Stellenwert, man kann heute sagen, dass in vielen Arbeitsprozessen, insbesondere bei Vergütungen für die Arbeitsleistung, Gleichstellung verwirklicht ist. Selbst bei der Besetzung von Führungspositionen schneitet die NGO-Wirtschaft wohl besser ab, als in Wirtschaft und Industrie.

Dennoch ist zu beobachten, dass die zurzeit stattfindenden Auswüchse im Mainstream beim Thema Gender diesen Bereich verstärkt erfasst hat. So geht es heute nicht mehr nur um frauenspezifische Themen, sondern vermehrt um Transgender und anderer sexueller Minderheiten und der Geltendmachung derer Rechte. Genderismus als einigende herrschende Ideologie ist verinnerlicht und mit allen identitätspolitischen Strömungen verbunden.

Mit umfassenden Forderungskatalogen zu allen genannten identitäts-politischen Themen hofft man in der Branche, neue einträgliche Fördertöpfe erschließen zu können. Meinungen, wie die Einteilung von Menschen in Männer und Frauen sind widernatürlich und jeder „hat das Recht sich das Geschlecht selbst auszusuchen“, haben Konjunktur. Auch bleibt, trotz der bereits angesprochenen Verbesserung der Frauenquoten in den Leitungsgremien der Unternehmen, das „Verhältnis Mann – Frau“ auf der Agenda. Die Nicht-Berücksichtigung von Männern bei gleichen Fähigkeiten und Qualifikationen, wird vorab bereits ausdrücklich so ausgeschrieben und umgesetzt. Gleichzeitig wird im Gleichstellungswahn jegliche Sinnhaftigkeit von Geschlechterkategorien bestritten. Ein Widerspruch den die Frontkämpferinnen gegen das Patriachat leider nicht erkennen können. Auch in der Sprache schreitet die Gleichschaltung voran, so sind inzwischen Anweisungen an die Belegschaften ergangen, im mündlichen und schriftlichen Verkehr nach Innen und nach Außen sich Gendergerecht auszudrücken. Vor allem ältere Mitarbeiter haben mit dem „Krieg der Sterne“ in der Deutschen Sprache Schwierigkeiten und verweigern bisher die Umstellung.

3.5 Verhältnis zu kriminellen Aktionen der Antifa


Die wöchentlich stattfindenden gewalttätigen Krawalle mit brennenden Autos u.a. werden nicht offen unterstützt, man ignoriert die kriminellen Aktionen und vermeidet sich dazu zu erklären. Wohlwollende Äußerungen finden sich aber immer dann, wenn derartige Aktionen mit dem Engagement für eine wehrhafte Demokratie und dem Kampf gegen rechts begründet werden.
In Fragen wie der „Seenotrettung“ scheut man sich aber keineswegs als politischer Unterstützer aufzutreten. So hat im Frühjahr 2021 das Seenotrettungsschiffe „Seewatch 4“ an Board die Antifa-Fahne gehisst. Das Schiff ist in der Rechtform einer NGO verfasst, wird von der EKD unterstützt. Die NGO will mit dem Aufziehen der Fahne ihre ausdrückliche Solidarisierung mit der linksradikalen Bewegung bekunden. Auch die EKD selbst verweigerte eine Distanzierung von der Aktion. Das Beispiel zeigt, dass die Unterstützung der Antifa in verschiedenen Formen gegeben ist, teils verdeckt, teils offen. Klar ist, wenn Mitarbeiter den offenen Meinungsaustausch darüber einfordern, von Vielfalt dann nicht mehr viel übrig ist.
Staatliche Unterstützung erhält die Antifa durch Förderung eigener Projekte für Migranten und Flüchtlinge. Kirchliche und angeblich politisch nicht gebundene Träger erhalten für ihre Projekte mit ähnlichen und gleichen Inhalten auch diese staatlichen Fördergelder. Inzwischen betragen die aufgebrachten Summen mehrere hundert Millionen Euro jährlich. Schnittstellen in den Interessenslagen ergeben sich dabei zwingend. Man tut sich nicht weh und sieht sich vereint im Kampf gegen rechts.

4. Fazit


Die obigen Betrachtungen zeigen deutlich in wessen Auftrag die angeblich für eine bessere Welt engagierten Helfer täglich agieren. Viele von ihnen sind aufrichtig und glauben ernsthaft für eine gute Sache zu kämpfen und in Not geratenen Menschen zu helfen. Beste Absicht und guter Wille zeigen sich auch daran, dass in den beschriebenen Arbeitsfeldern viele „Ehrenamtliche“ aktiv sind. Es soll auch nicht darum gehen das Engagement eines riesigen Heers von NGO-Mitarbeiter schlecht zu reden. Tatsache ist aber, dass sie wohl in Gänze dem aktuellen Zeitgeist dienen und fälschlicherweise in globalistischen Ideen die Lösungen sozialer Fragen sehen, was der Schaffung von nachhaltigen Strukturen zur Förderung des Gemeinwohls entgegensteht.  Dennoch sind viele Projekte in Ökologie, Gesundheit, Pflege, Alten- und Sozialarbeit durchaus sinnvoll und erzeugen gesellschaftlichen Mehrwert. So in den örtlichen Tafeln, der Krebshilfe, dem Kinderhospiz und im Rettungswesen, um wenige beispielhaft zu nennen. Derartiges Engagement wird immer erforderlich sein. Diese Arbeiten können sehr wohl von NGOs, die diesen Namen verdienen geleistet werden. NGOs ohne einseitige ideologische Ausrichtung, die ihren Auftrag uneigennützig und ohne großzügige finanzielle Unterstützung des Staates leisten. Es ist beispielsweise nicht einzusehen, warum Vereine und Organisationen, die mit ihren Projekten gegen die Irrungen des UN-Migrationspaktes auftreten nicht die gleiche gesellschaftliche Anerkennung erhalten, wie Vereine die in der staatlichen Flüchtlingshilfe engagiert sind. Erstere werden in der Realität seit Jahren kriminalisiert und dämonisiert. Das gesamte NGO-Wesen muss entpolitisiert und Verknüpfungen mit der Politik untersagt sein.

Fehlendes Bewusstsein für die verheerenden zivilisationsgesellschaftlichen und sozialpolitischen Folgen ist im ganzen beschriebenen Sozialwesen verbreitet. Angefangen bei den Spitzen der Sozialverbänden und Vereine bis hin zu deren Beschäftigten, dies gilt insbesondere für die Asylindustrie. Der Glaube, die angeblich bestehenden sozialpolitischen Missstände würden durch ihr Wirken abgemildert oder ganz beseitigt, ist die Ursache dafür, dass ideologische universalistische Gleichschaltung gerade in dieser Branche so umfassend gelingt. Viele Betreuer in der Sozialwirtschaft sind sich in keiner Weise darüber bewusst, welchen Schaden und welches Leid sie den Menschen, die sie zu Opfern machen, zufügen, indem sie sie ihren kulturellen und familiären Bindungen entführen. Ihr Versprechen auf ein besseres Leben, welches niemals eingelöst werden wird, ist nicht mehr als utopische Schwärmerei.

Wenn es nicht gelingt, diesen Entwicklungen Einhalt zu gebieten und sie umzukehren, werden am Ende nicht nur die Zerstörung unserer bewährten sozialen Sicherungssysteme stehen, vielmehr wird die Demokratie selbst Schaden nehmen. Die soziale und politische Ordnung wird Erschütterungen ausgesetzt sein, die zum Ende des Sozialstaats führen, und die Lebenswelten der Menschen, die in unsicheren und prekären gesellschaftlichen Verhältnissen leben, zerstören. Eine Entwicklung, die weit in den Mittelstand reichen wird.

Welche Kräfte können bei den erforderlichen Veränderungen eine führende Rolle spielen? Unstrittig, dass erneut die „Soziale Frage“ ein aktuelles Thema ist. Bestehende Entwürfe zu deren Entschärfung unterliegen noch der Deutungshoheit linker NGOs. Dies zu ändern gehört zu den dringlichsten Aufgaben von vom herrschenden Zeitgeist unabhängiger Kräfte. Das Thema muss wieder in die Hände derer gegeben werden, in denen es übrigens im 19. Jahrhundert schon einmal war, und seine ersten Wurzeln hatte. Die Rückbesinnung auf bewährte Traditionen unseres Landes ist dringend geboten, wozu Subsidiarität und Solidarität gehört. Warum soll es nicht möglich sein, neue Vereine mit nationaler Identität und sozialer Ausrichtung zu platzieren? Erste Initiativen in diese Richtung gibt es und diese müssen Unterstützung erfahren.

Literaturverzeichnis:
Backfisch, Peter: Marshall Plan für Afrika, Sezession-online.de, 29.01.2020
Backfisch, Peter: „Ich nenne es Verrat“ Interview in Junge Freiheit 27.11.2020
Dirsch, Felix: Über den Menschen hinaus, Die neue Ordnung 2018 Sonderheft
Engels, David: Leben mit dem Niedergang, Die neue Ordnung 02/2020
Engels, David (Hg): Renovatio Europa, Berlin 2019
Renovatio Institut für kulturelle Resilienz Die Krise der europäischen Zivilisation, 04/20
Schneidt, Katja: Wir schaffen es nicht, München 2016
Seitz, Volker: Die Erfindung der Hilfsbedürftigkeit 2020, Tichys Einblick 02/20
Seitz, Volker: Afrika wird armregiert, München, 2021
Ulfkotte, Udo: Die Asyl-Industrie, 2018; Ulfkotte, Udo: Grenzenlos kriminell, 2016
 
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