48. Jahrgang Nr. 2 / April 2018
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1. Hoffnung tanken
2. Leserbrief
3. Der Prüfer der Früchte
4. 'Pro Familia' im Visier des Rechnungshofes
5. Im Eiltempo vom Abseits ins Aus
6. Kampf der Kulturen
7. Buchbesprechungen:
8. Religion und Tyrannis
9. Kampf der 'political correctness'
10. Die Heiligen ... sind Rentner
11. Maria, in den Himmel aufgenommen
12. 100 Jahre Antimodernisteneid
13. Von Gottes Barmherzigkeit
14. Das Lächeln des Dalai Lama... und was dahintersteckt
15. Mitteilungen der Redaktion - wichtige Hinweise
Leserbrief
 
Leserbrief

Sehr geehrter Herr Dr. Heller,

unser letztes Gespraech liegt nun schon ueber ein Jahr zurueck und ich dachte, dass ich mich doch noch einmal bei Ihnen melden sollte. Wenn sich Ihre Ansichten bezueglich der priesterlichen Ausbildung doch etwas unterscheiden, bin ich Ihnen natuerlich immer noch dankbar, durch Sie bzw Ihren Publikationen die Wahrheit ueber die Lage der Kirchensituation gefunden zu haben.

Ich befinde mich inzwischen im 2. Jahr meines Studiums zum Priestertum und werde zum Ende des Seminarjahres 2009/10 und des Philosophiekurses zusammen mit 6 weiteren Seminaristen die Tonsur erhalten. Mitte Mai beginnen dann die langen Sommerferien, die ich wieder in Deutschland verbringen werde.

Das vergangene Jahr hat mir einiges an Wissen als auch an Erfahrung betreffend der Lage des so genannten traditionalistischen Widerstandes gebracht. Eventuell erinnern Sie sich, dass ich, wie auch Sie selbst, nicht nur an einem blossen "Konservieren" der Sakramente und der Pastoralarbeit interessiert bin. Wie die Konservativen der Weltpolitik, die seit Ihrem Entstehen in der Mitte des 19. Jahrhunderts stetig gescheitert und mit immer weniger zufrieden waren, hat sich diese Kirchenpolitik der Konservation fatal ausgewirkt und muendete letztendlich ein in ein ausuferndes Sektierertum.

Meiner bescheidenen Meinung nach laesst sich dieser Trend (den ich mit zwei Saetzen natuerlich nur absolut unzureichend beschrieben habe) mit der jetztigen Generation von "Traditionalisten" schwerlich umkehren. Zu tief sitzen die Risse in der "Gemeinschaft" und zu fest und schematisch sind die selbstgemachten Feindbilder.

Trotzdem, oder auch gerade deshalb hoffe ich, mit einer neuen Generation von Glaeubigen und Klerikern einen anderen Weg antreten zu koennen. Das mag zunaechst einmal nicht in dem Masse moeglich sein, wie es noch vor 40 Jahren haette passieren koennen - aber ohne neue Ideen und frischen Elan werden sich die "Ueberreste" der Kirche mit Sicherheit nicht von ihrer Lethargie befreien koennen.

Da ich nicht weiss, in wie weit Sie noch mit einem Kontakt mit mir interessiert sind, will ich Sie erst einmal nicht weiter mit meinen Ausfuehrungen langweilen. Ich moechte Ihnen nur abschliessend mitteilen, dass es durchaus engagierte, junge Menschen gibt, die nicht nur am schwarzen Gewand und und klerikalen Privilegien interessiert sind, sondern sich ein Ziel und Ideal gesetzt haben, zu dem ein jeder Katholik berufen sein muss: Die Restitution der Kirche.

Mit besten Segenswuenschen,
N.N.
 
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