52. Jahrgang Nr. 5 / November 2022
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Ausgabe Nr. 2 Monat Mai 1971
Aus einem Brief an Marianne Geisler, M.D.


Ausgabe Nr. 10 Monat Januar 1972
DIE NUKLEARBEDROHUNG DER MENSCHHEIT


Ausgabe Nr. 11 Monat Februar 1972
EIN IRRLEHRER: G.A. RONCALLI - JOHANNES XXIII.


DIE NUKLEARBEDROHUNG DER MENSCHHEIT
 
DIE NUKLEARBEDROHUNG DER MENSCHHEIT

Im Lichte der biblischen Prophezeihungen


von
Dr. Hugo Maria Kellner

(Anm.d.Red.: Ich bitte die Leser zu beachten, daß dieser Aufsatz mit Ausnahme einiger kleiner Zusätze bereits im Jahre 1963 kurz vor der zweiten Sitzung des Zweiten Vatikanischen Konzils geschrieben wurde. Der Autor hat als physikalischer Chemiker fachmännische Kenutnisse auf dem Gebiete der Nuklear-Physik.)

Niemand, der die Heilige Schrift und ihre Voraussagen ernst nimmt, kann über den, im vorhergehenden Kapitel behandelten Zusammenbruch der christlich katholischen Moral und die beherrschende Rolle des Säkularismus in unserer Zeit erstaunt sein. Denn gerade eine solche Ära ist in der Heiligen Schrift vorausgesagt - und sie ist vorausgesagt als der Vorläufer des Endes der Welt und der Wiederkunft Unseres Herrn.

Die moderne katholische Theologie betont recht gut den eschatologischen Charakter des Zeitabschnittes zwischen der Himmelfahrt Christi und Seiner Wiederkunft. Aber das Tragische daran ist, daß sie mit dem Begriff der Eschatologie keineswegs den Sinn von Dringlichkeit verbindet und es mit wenigen Ausnahmen (z.B. Heinrich Schlier) unterläßt, die eschatologische Zeitspanne als einen historischen, sich auf das Ende der Welt hin bewegenden Prozeß zu analysieren und zu versuchen, die gegenwärtige geistige Lage der Menschheit in diesem historischen Prozeß festzulegen, indem sie diese Lage mit den Voraussagen der Heiligen Schrift über die Endstadien der Weltgeschichte vergleicht. Es wäre wirklich metaphysische Ironie, wenn katholische Theologen, während sie es versäumen, die großen entscheidenden Linien der Heilsgeschichte im Dienste des Heils aufzuzeigen und statt dessen sich in der Weise und kostbaren Sprache weltlicher wissenschaftlicher Forschung mit theologischen, für die Rettung von Seelen untergeordneten Einzelheiten beschäftigen, vom fürchterlichen Schock des Weltuntergangs überrascht würden, dessen Eintreten in unserer Zeit sie nicht einmal in Betracht gezogen haben.

In der Suche nach Anzeichen für das Ende der Welt sollte man Sankt Paulus folgen, wenn er in 2 Thess 2,1 ff sagt: "Wir bitten euch, Brüder,... laßt euch nicht so leicht die Besonnenheit rauben ..., als ob der Tag des Herrn bevorstehe!" Chiliastische Ideen finden sich zu allen Zeiten christlicher Geschichte, in neueren Tagen besonders bei gewissen protestantischen Sekten. Aber weil diese schlecht begründeten Befürchtungen nicht eintraten, wäre es verwegen, die Heilige Schrift als Informationequelle hinsichtlich der Zeit des Weltendes nicht vollkommen ernst zu nehmen. In dieser Beziehung hat das Konzil von Trient autoritativ erklärt: "Die Heilige Schrift teilt uns mit, daß dem allgemeinen Gericht das Predigen des Evangeliums in der ganzen Welt, ein Abfall vom Glauben und das Erscheinen des Antichrist vorangeht."

Es ist nützlich, das volle Gewicht der Worte Unseres Herrn und Seiner Apostel, die zwar oft gehört, aber meistens als ohne Bedeutung für unsere Zeit kurz abgetan worden, auf uns wirken zu lassen. Er sagt: "Und es wird dieses Evangelium in der ganzen Welt allen Völkern zum Zeugnisse gepredigt werden; alsdann wird das Ende kommen" (Mt 24,14). Die erste Phase dieser Prophezeiung ist zweifellos vollendet und wir haben nun zu erwarten, daß das Ende der Welt nahe ist. Wir haben jedoch in Betracht zu ziehen, "daß ein Tag beim Herrn ist wie tausend Jahre und Tausend Jahre wie ein Tag" (2 Pet.3,8, Psalm 89,4). Wir haben aber andererseits auch zu bedenken, daß die eschatologische Geschichte inzwischen weitere, in den Prophezeinngen Unseres Herrn und Seiner Apostel vorhergesagte Phasen erreicht hat, die die Nähe des Endes in viel engeren Grenzen definieren.

Christus versprach nicht, daß die Predigt des Evangeliums in der ganzen Welt einen vollen Erfolg haben werde - obwohl Er Gott war, war Sein eigenes Predigen nur von mäßigem Erfolg - oder daß ein Erfolg bleibend sein werde. Im Gegenteil: Er sagte als einen der Vorläufer des kommenden Weltendes voraus, "daß viele abfallen werden"! und daß "die Bosheit überhand nehmen wird" (Mt. 24,10 und 12). Sankt Paulus betont das Gleiche: "Zuvor muß der Abfall kommen" (2 Thess 2,3) und die Apokalypse ist voll von diesem Thema. Nach dem im vorigen Kapitel Gesagten kann es nicht mehr länger zweifelhaft sein, daß das vorhergesagte eschatologische Stadium des großen Abfalls vom Christentum in unserer Zeit erreicht wurde und daß diese Zeit der Zeit vergleichbar ist, die Unser Herr selbst als die seiner Wiederkuntt vorhergehende wie folgt beschreibt: "Wie es ging in den Tagen Noes, so wird es auch gehen in den Tagen des Menschensohns. Die Menschen aßen und tranken, freiten und ließen sich freien bis zu dem Tage, da Noe in die Arche ging. Die Sintflut kam und vertilgte alle. Es wird ebenso gehen wie in den Tagen Lots: Die Menschen aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten: an dem Tage aber, als Lot Sodoma verließ, regenete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vertilgte alle. Geradeso wird es zugehen an dem Tage, an dem der Menschensohn sich offenbart. Wer in jener Stunde auf dem Dache ist und seine Geräte im Hause hat, steige nicht herab, sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, kehre gleichfalls nicht zurück. Denkt an Lots Weib!...(Lk 17,26ff).

Ein anderes, in der Heiligen Schrift vorhergesagtes Anzeichen des nahen Weltendes, das Reich des Antichrist, zeichnet sich ebenfalls in unserer Zeit ab in der Form des militant atheistischen Weltkommunismus. Dieser hat seine von einer grausamen Christenverfolgung begleitete politische Macht über einen großen Teil der Welt ausgedehnt und ist in seinem Vormarsch immer noch ungehemmt, wie die kommunistische Bedrohung Indiens, Südostasiens und Lateinamerikas und die starken kommunistischen Parteien in gewissen europäischen Ländern beweisen. In dem von den USA geführten Kampf gegen den Kommunismus sollte sich niemand der Täuschung hingeben, daß die Stellung der bis jetzt noch freien westlichen Welt unüberwindlich ist. Erstens kann der Westen keine entscheidende militärische Überlegenheit füt sich in Anspruch nehmen. Zweitens - und das ist weit wichtiger - ist der Westen in seiner moralischen Struktur weit mehr zerfressen als die Kommunisten und ist deshalb nicht bereit, eine feste Haltung einzunehmen, die ernste Risiken und Opfer mit sich bringt. Deshalb läuft der Westen von einer Konferenz mit den Kommunisten zur anderen und verliert dauernd an Boden, eine Schnitte nach der anderen. Auch ist ein sehr schnelles Sichergeben des Westens an die Kommunisten ganz und gar nicht unmöglich. Dies könnte z.B. eintreten als Folge einer durchschlagenden kommunistischen Erfindung auf dem Gebiete der Waffentechnik wie die der amerikanischen Atombombe, die durch die Zerstörung von Hiroshima den japanischen militärischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg zum Erliegen brachte, oder als Folge des finanziellen Zusammenbruchs der USA. Eine weitere Ausdehnung des militant atheistischen Kommunismus und eine aktive Verfolgung von Christen oder ihrer Überbleibsel im Westen ist deshalb eine nicht von der Hand zu weisende Möglichkeit. Dies sollte eine ernüchternde Wirkung auf viele selbstsichere Prälaten haben.

Nach den dramatischen Raum-Schaustücken, deren Zeuge wir waren, können Zauberkunststücke am Himmel von Seiten der Kommunisten von der in der Heiligen Schrift als Attribute des Antichrist angegebenen Art als nicht ausgeschlossen angesehen worden. Ist es reiner Zufall, daß der russische Kosmonaut Titov vorschlug, zur Unterstützung des neuesten antireligiösen Propagandafeldzugs der russischen Kommunisten ein besonderes antireligiöses Raum-Experiment auszuführen? (UP-Nachricht, 1.Februar 1964).

Die eschatologische Lage unserer Zeit gewinnt eine Note ausgesprochener Dringlichkeit durch die Tatsache, daß sogar die Aspekte gewisser Phasen des kommenden Weltendes, wie sie in der Heiligen Schrift geschildert werden, sich inzwischen abgezeichnet haben.

Bis unlängst war die Art und Weise, in der dieses Weltende stattfinden wird, in Geheimnis gehüllt, da der Menschheit kein Mittel genügender Zerstörungskraft bekannt war, um eine solche Wirkung hervorzurufen. Als das wahrscheinlichste Mittel wurde von vielen eine kosmische Katastrophe angenommen. Aber diese Annahme ist schlechterdings unvereinbar mit der Art und Weise und dem Ausmaß der in der Heiligen Schrift beschriebenen Zerstörungen, die nur in einer allmählichen Zerstörung der Oberfläche der Erde und ihrer Bewohner bestehen.

Die Lage änderte sich grundlegend gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, als die Amerikaner unter der Führung jüdischer Wissenschaftler (Oppenheimer, Teller) die Atombombe entwickelten, die ursprünglich als eine Waffe gegen Hitler und seinen diabolischen Haßfeldzug gegen die Juden (Die Rolle der Juden in unserer eschatologischen Situation mag eine besondere Bedeutung haben) beabsichtigt war, und am 6.August 1945 eine kleine Atombombe von 0,02 Megaton (1 Megaton entspricht der Zerstörungshraft von 1 Million Tonnen des üblichen Sprengstoffes TNT = Trinitrotoluol) auf Hiroshima in Japan abwarfen, die etwa 100.000 Personen tötete. Seitdem haben die USA und die Sowjetunion, die Führer der beiden Lager im sogenannten Kalten Krieg, Arsenale von Nuklearwaffen aufgebaut, die von Experten auf etwa 100.000 Megaton auf jeder Seite geschätzt werden, also zusammengenommen 10 millionenmal die zerstörende Kraft der auf Hiroshima abgeworfenen Bombe haben. Gegründet auf die Todesrate der Hiroshimabombe, könnten sie alle Bewohner der Erde 300mal töten (vgl. die Aufsätze des Verfassers in THE HOMILETIC AND PASTORAL REVIEW, Juli 1962, und in THE CATHOLIC WORLD, Februar 1962) und wären imstande, ganze Kontinente innerhalb von Stunden zu zerstören. Skeptiker sollten die Tatsachen, die öffentlich bekannt gemacht wurden, in Betracht ziehen: Am 21.Januar 1964 bemerkte der Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, in einer Botschaft an die 17 Nationen umfassende Genfer Abrüstungskonferenz, daß die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion genügend Nuklearwaffen aufgehäuft haben, daß auf jeden Mann, jede Frau und jedes Kind auf der Erdoberfläche der Gegenwert von 10 Tonnen TNT treffen, d.h. zusammen etwa 34.000 Megaton, was auf der obenerwähnten Basis ausreicht, die gesamte Menschheit etwa 50 mal zu vertilgen. Im Februar 1964 empfahl General Curtis E.LeMay, der Chef der amerikanischen Luftwaffe, einem Ausschuß des amerikanischen Kongresses, die strategischen Bomber der Vereinigten Staaten mit 100-Megaton-Bomben auszurüsten (jede solche Bombe hat eine 5000 malige Zerstörungsenergie der Hiroshimabombe von 0,02 Megaton) und am 14.April 1964 gab das amerikanische Verteidigungsministerium einen offiziellen Bericht heraus, der besagt, daß die Vereinigten Staaten ständig 540 strategische Bomber einsatzbereit haben (was in einem einzigen Einsatz einer Bombenladefähigkeit von ungefähr 15.000 Megaton und damit der theoretischen Möglichkeit, zweimal die ganze Menschheit zu vernichten, entspricht) und 750 jederzeit einsatzfähige, interkontinentale ballistische Raketen und 192, in atombetriebenen Unterseebooten montierte Polarisraketen besitze (die einer zusätzlichen Zerstörungeenergie von mehreren Tausend Megaton entsprechen).

Angesichts der obengenannten Zahlen, die inzwischen bereits überholt sind, wird die wahre Natur der unlängst angekündigten Pläne der beiden führenden Mächte im Kalten Krieg, die Herstellung des Ausgangsmaterials für Atomwaffen zu beschränken, offensichtlich. Diese geplante Beschränkung hat nichts mit humanitären Gründen zu tun und bietet keinen Hoffnungsstrahl für die Menschheit. Denn da diese nur einmal vernichtet werden kann und der Vorrat an schon vorhandenen Nuklearwaffen genügend ist, um die Menschheit mehrere Dutzend Male bis mehrere Hundert Male zu zerstören, ist die Produktion von Atomwaffen-Ausgangsmaterial einfach gänzlich sinnlos geworden. Mit anderen Worten: Nicht einmal das vollständige Ende der weiteren Herstellung dieses Materials kann den Zustabd der äußersten Hoffnungslosigkeit erleichtern, den keine menschlichen Worte angemessen beschreiben können. Aber bis jetzt steht ein solches vollständiges Aufhören noch nicht einmal in Frage und jährlich werden Milliarden zusätzlicher Dollars für die Herstellung neuer Nuklearwaffen und besonders für die Herstellung strategischer Bomber, Raketen und, mit Nuklearenergie betriebener Unterseeboote als Träger für Atombomben ausgegeben. Die neueste Entwicklung zielt darauf ab, Atombomben auf die Erde umkreisende Raumschiffe zu laden, um sie jederzeit auf jeden gewünschten Punkt der Erde abwerfen zu können. Man geht nicht fehl anzunehmen, daß die ungeheure Mittel verschlingenden Raumschifffahrts-Experimente großenteils diesem Ziele dienen.

Obwohl die Vernichtung der gesamten Menschheit für jeden der beiden Gegner des Kalten Krieges schon seit längerer Zeit mit einem phantastischen Sicherheitsfaktor möglich ist, wird das Wettrüsten unaufhörlich fortgesetzt, um hinsichtlich der Präzision und Geschwindigkeit dieser Vernichtung und der Schaffung der dazu erwünschten Überraschungsmöglichkeiten dem Gegner Vorteile abzulocken und sich so eine vermeintliche Rüstungsüberlegenheit zu verschaffen, die, wie jeder der beiden Gegner in trügerischer Einbildung hofft und sagt, die andere Seite von der Auslösung eines Nuklearkrieges abschrecken und so den Ausbruch eines Nuklearkrieges überhaupt vermeiden soll. Die Täuschungsmöglichkeiten in dieser Abschreckungstheorie sind natürlich offensichtlich.

Eine der verhängnisvollsten Seiten der Nuklearrüstung besteht darin, daß die in einem globalen Nuklearkrieg in Frage kommenden Geschwindigkeiten so groß und daher die Warnzeiten so klein sind - höchstens in der Größenordnung von einigen Minuten -, daß die Auslösung der nuklearen Kriegsmaschinerie durch vernunftgemäßes Handeln nicht mehr garantiert werden kann. Diese Auslösung, die wahrscheinlich das Ende der Welt bedeutet, kann z.B. durch einen einfachen technischen Versager, durch die falsche, aus Zeitmangel nicht der Nachprüfung zugängliche Beurteilung einer gegebenen weltpolitischen Konstellation oder durch die Wahnsinnstat eines subalternen Kommandeurs erfolgen. Der Untergang der Welt als Folge der vom Menschen heraufbeschworenen und letztendlich seiner Kontrolle entglittenen Technologie und der darin sich äußernden Anbetung der Materie ist demnach eine positive Möglichkeit.

Nuklearwaffen existieren nicht nur als strategische Waffen, die für den eigentlichen Tag des Weltverhängnisses bestimmt sind, sondern auch in verhältnismäßig kleinen Einheiten als Ausrüstung der normalen Land- und Seestreitkräfte, so daß keine größeren Verwicklungen zwischen diesen Streitkräften ohne den Gebrauch dieser taktischen Nuklearwaffen möglich sind, wodurch die Erweiterung dieser Verwicklungen zu einem totalen Nuklearkrieg möglich, wenn nicht wahrscheinlich wird.
Der Besitz von Nuklearwaffen, die ursprünglich nur in den Händen der Hauptgegner des Kalten Krieges einschließlich Großbritanniens waren, hat sich in jüngster Zeit auf Frankreich und - was besonders ominös ist - auch auf Rot-China ausgedehnt und wird sich zweifelsohne in naher Zukunft auf eine Reihe anderer Nationen erweitern, wodurch sich die Möglichkeit eines Nuklearkrieges unermeßlich vergrößert. Bei dieser Sachlage kann niemand ernstlich bezweifeln, daß die Katastrophe des Weltendes jeden Tag, jede Stunde eintreten kann.
Es wurde der Einwand erhoben, daß es eine unzulässige Einschränkung der göttlichen Vorrechte bedeute anzunehmen, daß die Zerstörung der Menschheit durch Mittel von Menschenhand erfolge. Dieser Einwand zieht nicht in Rechnung, daß nicht nur gratia supponit naturam*), sondern auch absentia gratiae**) und daß die in Frage stehende Annahme nur eine Auswirkung der menschlichen Willensfreiheit ist, die Gott selbst dem Menschen verliehen hat, die also als eine geschaffene Freiheit innerhalb der göttlichen Schöpfung wirkt, also Gottes Souveränität nicht einschränkt. Ganz im Gegenteil bedeutet es höchste Folgerichtigkeit, daß der Mensch durch seinen Abfall von Gott und durch die weltweite Nichtbefolgung seiner Gesetze, die die von Gott gegebenen Regeln für die Aufrechterhaltung der menschlichen Gesellschaft unter den durch die Erbsünde geschaffenen Bedingungen darstellen, die Mittel zu seiner eigenen Vernichtung geschaffen hat.

Die Annahme, daß die Nuklearenergie tatsächlich das Mittel der das Weltende bedeutenden Vernichtung der Menschheit darstellt, findet dadurch eine erstaunliche Bestätigung, daß die wohlbekannte und außerordentlich spezifische Art und Weise der Zerstörungen durch Nuklearenergie mit den Einzelheiten der in der Heiligen Schrift gegebenen Beschreibungen der Ereignisse des Weltendes vollständig übereinstimmen.

Im Zweiten Brief des heiligen Petrus 3,7 lesen wir: "Der jetzige Himmel und die Erde sind ... fürs Feuer aufgespart... für den Tag des Gerichtes und des Verderbens der gottlosen Menschen." In derselben Epistel schreibt der Apostel (3,10): "Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb; dann wird der Himmel mit gewaltigem Krachen dahingehen, die Elemente werden in Glut zerschmelzen, die Erde aber mitsamt den Werken auf ihr verbrennen. Die Worte: "Die Elemente werden in Glut zerschmelzen", beschreiben nicht nur richtig das Schmelzen und Verdampfen des Bodens durch den Feuerball einer Nuklearexplosion, der die Temperaturen der Sonne (einige tausend Grade) aufweist, sondern kann auch, wenn man will, als eine wissenschaftlich gültige Definition des nuklearen Fusionsprozesses in der H-Bombe betrachtet werden.

Die Prophezeiungen der Apokalypse des hl.Johannes lesen sich wie die Beschreibungen der wohlbekannten und möglichen Einzelheiten der fürchterlichen Zerstörungen nuklearer Bombardierungen. Z.B.: "Und siehe, es entstand ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde schwarz wie ein härenes Trauerkleid (vgl. die Beschreibung der Bombardierung von Hiroshima, obwohl diese nur ein verhältnismäßig kleines Ausmaß hatte) und der ganze Mond wurde wie Blut... Der Himmel verschwand wie ein Buch, das man zusammenrollt. Jeder Berg und jede Insel wich von ihrem Ort (vgl. die Test-Explosion von Eniwetok). Und die Könige der Erde, die Fürsten und Befehlshaber, die Reichen und die Mächtigen, alle Sklaven und Freien versteckten sich in den Höhlen und Felshütten der Berge (Atombunker!)" (Apokalypse 6,12ff) und "Da entstand Hagel und Feuer mit Blut gemischt und werd auf die Erde geworfen (Hagel kann tatsächlich als Begleiterscheinung von Nuklear-Explosionen auftreten), und ein Drittel der Erde verbrannte und ein Drittel der Bäume verbrannte und alles grüne Gras verbrannte... Ein großer, in Feuer brennender Berg wurde ins Meer geworfen... und der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Leben hatten, starb und ein Drittel der Schiffe ging zugrunde. ...Da fiel vom Himmel ein großer Stern, gleich einer Fackel brennend (Raketengeschoß). Er fiel in den dritten Teil der Flüsse und in die Wasserquellen... und viele Leute starben an dem Wasser, weil es bitter geworden war (Verseuchung durch tödlichen Atomstaub! Vgl. Schilderung der Bombardierung Hiroshimas)" (Apokalypse 8,7 ff).
Das Schema einer nur teilweisen Zerstörung, das bei nuklearen Bombardierungen zu erwarten ist, ist im angeführten Schrift-Text angedeutet.

*) Die Gnade kommt der Natur zu Hilfe
**) Die Anwesenheit der Gnade


Auch alle anderen, in der Apokalypse angegebenen, das Weltende betreffenden physikalischen Einzelheiten lassen sich eindeutig mit den bekannten Auswirkungen eines Nuklearkrieges erklären (vgl. auch Bernhard Philberth, CHRISTLICHE PROPHETIE UND NUKLEARENERGIE, Christiana-Verlag).

Als der heilige Apostel Johannes vor beinahe neuzehnhundert Jahren seine Prophezeiungen niederschrieb, müssen ihre Einzelheiten ihm selbst als ein wildes Phantasiegebilde vorgekommen sein. Aber heute erscheinen sie als die allgemein anerkannten, realistischen Aspekte eines wohlbekannten, fürchterlichen Phänomens, - ein hervorragender, für den in Nuklearphysik geschulten Bibelexegeten besonders befriedigender Beweis der göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift in einer der wichtigsten Fragen, die die Menschheit angehen, ihr aber bisher rätslehaft waren.

Das Merkmal unglaublicher Geschwindigkeit, mit der die Nuklearenergie zuschlägt, steht ebenfalls in Übereinstimmung mit den Voraussagen der Heiligen Schrift über das Zeitenende. Der heilige Paulus gebraucht in seinem Ersten Brief an die Thessaloniker eine Ausdrucksweise, die geradezu der modernen, politischen Szene angepaßt ist, wenn er sagt: "Der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie reden von "Frieden und Sicherheit" dann kommt das Verderben plötzlich über sie."

Es ist richtig, daß wir nach Unseres Herrn eigenen Worten nicht die genaue Zeit des Endes der Welt wissen: "Von jenem Tag aber und jener Stunde hat niemand Kenntnis, auch die Engel des Himmels nicht, nur der Vater allein" (Mt 24,36). Andererseits sagt uns der Herr bei der gleichen Gelegenheit: Vom Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig bereits zart wird und die Blätter hervortreibt, wisset ihr, daß der Sommer nahe ist. So sollt ihr auch, wenn ihr dies alles seht, wissen, daß es nahe vor der Tür ist" (Mt 24,32f). Diese Worte Christi machen es unmißverständlich klar, daß Gott, obwohl Er uns den genauen Tag und die genaue Stunde des Weltendes nicht mitteilt, uns unzweideutige Anzeichen der Nähe des Endes gibt und daß er von uns erwartet, daß wir unser eigenes Urteil in der Abschätzung dieser Anzeichen als Richtschnur für unsere Bereitschaft für die Wiederkunft Christi gebrauchen.

Wenn nun in unserer Zeit die Phänomene des großen Abfalls vom Glauben, des Ersetzens christlich-katholischer Moral durch den Moral leugnenden Säkularismus*) und eines militant atheistischen, weltweiten politischen Reiches, die in der Heiligen Schrift als die Vorläufer des Endes bezeichnet werden, tatsächlich und gleichzeitig vor unseren Augen Gestalt annehmen, so müssen wir, wenn wir als denkende Menschen und als Katholiken konsequent sein wollen, diese Anzeichen anerkennen und uns deshalb mit dem Gedanken vertraut machen, so unangenehm es uns auch sein mag, daß das Ende der Welt wirklich nahe ist. Aber obwohl diese Anzeichen noch durch die jedermann bekannte Tatsache unterstrichen werden, daß sogar die Mittel der Vernichtung der Menschheit bereits existieren, daß ihr Zerstörungsschema mit den Bibelvoraussagen übereinstimmt und daß ihre Fürchterlichkeit und Geschwindigkeit so groß ist, daß nichts Gewaltigeres vorstellbar ist, dem Menschen zum Bewußtsein zu bringen, daß das Ende der Menschheit jeden Augenblick eintreten kann, so kümmert das kaum jemand. Diese Haltung ist nur durch diabolische Blendung erklärbar. Aber auch diese Blindheit steht in Übereinstimmung mit den biblischen Voraussagen. Auch die meisten unserer Kirchenführer ignorieren einfach die Nuklearbedrohung der Menschheit (deren Realität besteht, auch wenn sie nicht das Ende der Welt bedeuten würde) und ignorieren damit die seelsorgliche Verantwortlichkeit, die die stets gegenwärtige Gefahr eines plötzlichen unvorbereiteten Todes von Zehnermillionen von Katholiken ohne geistigen Beistand ihnen auferlegt.

*) Wenn z.B. die gegenwärtige, weltweite Geburtenkontroll-Aktion, die durch die "katholischen" Unterstützer von "Religions- und Gewissensfreiheit" gefördert wird, zur vollen Auswirkung kommt, so muß man annehmen, daß die meisten Menschen in einer Weise leben, die das gegenwärtige Beispiel Japans noch in den Schatten stellt, das die Hälfte aller ungeborenen Kinder umbringt und, wie man vermuten kann, noch mehr zu gewärtigende Kinder durch künstliche Empfängnisverhütung unterdrückt. (Anm.d.Red.: Unterdessen haben wir die gesetzliche Förderung der künstlichen Geburtenbeschränkung und gesetzlichen Schutz der Homosexualität erlebt. Durch die im Staate New York der USA gesetzlich erlaubte Abtreibung werden nach kürzlich veröffentlichten Statistiken jährlich etwa 300.000 Kinder umgebracht!) Wie lange kann man von Gott, der das Ende der Welt voraussagte, wenn "die Bosheit überhand nimmt" (Mt 24,12) erwarten, daß Er eine solche Welt noch schont?

Anstelle in Erfüllung der Seelenrettungs-Mission der Kirche das immer gültige memento mori (= Gedenkt des Todes!) zu predigen, das in unserer eschatologischen Situation eine Bedeutung und Dringlichkeit von nie dagewesenem Ausmaß angenommen hat, und alles zu tun, was damit zusammenhängt, scheint vielen von ihnen die Verfolgung zweitrangiger, ja heilsschädigender Ziele wie die Förderung freimaurerischer "Brüderlichkeit", dogmatisch zweifelhafter "christlicher Einigung", pastoral zweifelhafter Meßliturgie-Neuerungen, der militanten Verschaffung politischer Rechte für die Negerbevölkerung in den USA, sündhafter Geburtenkontroll-Methoden usw., weit wichtiger zu sein. Satan ist in der Tat außerordentlich geschäftig, wie in der Endzeit nicht anders zu erwarten ist.

Leute, die in unglaublicher Verkennung der obengenannten, beweisbaren Tatsachen den Versuch machen, die Feststellung dieser Tatsachen als einen Ausdruck von Pessimismus zu diskreditieren, sollten bedenken, daß diese Feststellung, wenn sie auch zugegebenermaßen "pessimistisch" ist, da sie unangenehm auf das Gefühl wirkt, eben eine wahre Feststellung ist, und das allein ist es, worauf es ankommt. Letzendlich verwerfen diese den Verstand abweisenden, existentialistischen Anbeter ihrer Gefühle die Vorhersagen Christi und seiner Apostel als pessimistisch und damit Christus, seine Religion und seine Kirche.

Leute, die sich von amtswegen mit der Nuklearbedrohung zu befassen haben und sie kennen, geben sich keinen Illusionen hin. Die Regierungen der Länder mit Nuklearrüstung und ihre wissenschaftlichen und militärischen Stäbe sind mit Hilfe weltumspannender Radarsysteme auf ständiger, Tag und Nacht unterhaltener Wache gegen den Tag des Verhängnisses und deuten dadurch an, wie drohend und stets gegenwärtig sie die Gefahr für den Fortbestand dieser Welt halten. "Fünf Minuten vor der Vernichtung" war die Stimmung in der amerikanischen Regierung auf dem Höhepunkt der Kuba-Krise im Herbst 1962 nach den Aussagen eines Beraters Präsident Kennedys (MANCHESTER GUARDIAN WEEKLY, 31.0ktober 1963).

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Anm.d.Red.: Vergleichen Sie zu diesem Thema den Beitrag in EINSICHT , Nr.8, Seite 31ff!



 
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