50. Jahrgang Nr. 2 / März 2020
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1. DIE THEORIE DER INTERPERSONALITÄT IM SPÄTWERK J.G. FICHTES
2. Einleitung
3. Kapitel I
4. Kapitel II
5. Kapitel II, Forts. 1
6. Kapitel III
7. Kapitel III, Forts. 1
8. Kapitel III, Forts. 2
9. Kapitel III, Forts. 3
10. Kapitel III, Forts. 4
11. Kapitel III, Forts. 5
12. Kapitel III, Forts. 6
13. Kapitel III, Forts. 7
14. Kapitel III, Forts. 8
15. Kapitel III, Forts. 9
16. Kapitel IV
Kapitel II
 
Kapitel II
 

Fichtes philosophisches Grundprinzip und die frühen Interpersonalitätsbeweise

§  5    Der transzendental-philosophische Ansatz Fichtes

Um zu verstehen, welche Bedeutung die Interpersonalität für das philosophische Denken Fichtes besitzt, ist es angebracht, seine Grundidee der Philosophie bzw. der Wissenschaftslehre 1) darzustellen. Es läßt sich recht klar zeigen, was Fichte unter dem Begriff der Philosophie bzw. der Wissenschaftslehre versteht. Diese Begriffsbestimmung ist um so leichter durchzuführen, als sie nicht aus den verschiedenen, materialen Ausführungen erschlossen werden muß, sondern auf die wiederholten Darstellungen Fichtes zu diesem Thema zurückgreifen kann 2). Im ersten Kapitel der "Thatsachen des Bewusstseyns" 3) von 1810/11 schreibt er: "Das Wesen aller Wissenschaft besteht darin, dass von irgendeinem sinnlich Wahrgenommenen durch Denken zum übersinnlichen Grunde desselben aufgestiegen werde. Eben also verhält es sich mit der Philosophie. Sie geht aus von der Wahrnehmung des Wissens durch den inneren Sinn, und steigt auf zu dem Grunde desselben." 4) Der Gegenstand der Philosophie ist also nach Fichte nicht das systematische Begreifen einzelner, konkreter Bereiche, welches Aufgabe der Einzelwissenschaften 5) ist, sondern das Begreifen der Prinzipien des Wissens. Die Philosophie ist also Prinzipienwissenschaft.

Da aber das Begreifen dieser Prinzipien nur im unmittelbaren Vollzug des Wissens selbst geschieht, kann die Begründung des Wissens nie durch ein objektives Sein, sondern muß in der Unmittelbarkeit des Wissens selbst erfolgen. Es geht Fichte also in der Philosophie um eine Selbstdarstellung des Wissens, das sich darin zum Gegenstand seiner eigenen Untersuchungen macht. Die Philosophie ist somit Prinzipienwissenschaft des Wissens. "Die bisher sogenannte Philosophie wäre demnach die Wissenschaft von einer Wissenschaft überhaupt." 6) Da aber das Objekt dieser Wissenschaft das Wissen selbst ist, welches nur im unmittelbaren, geistigen Akt gehalten ist, kann es als unmittelbarer Vollzug nie bloß verobjektiviert angesetzt werden - das Wissen ist nur im unmittelbaren Produzieren Gegenstand seiner selbst -, sondern muß in der unmittelbaren Einheit von Produzieren und Produkt, von Sehen und Gesehenem angesetzt werden. Dieser Ort, wo der unmittelbare Bezug von Wissen und Gewußtem, von Sehen und Gesehenem stattfindet, ist die unmittelbare, synthetische Einheit des Bewußt-Seins. "Die absolute Einheit kann daher eben so wenig in das Sein, als in das ihr gegenüberstehende Bewußtsein; eben so wenig in das Ding, als in die Vorstellung des Dinges gesetzt werden; sondern in das so eben von uns entdeckte Princip der absoluten Einheit und Unabtrennbarkeit beider, das zugleich, wie wir ebenfalls gesehen haben, das Princip der Disjunktion beider ist; und welches wir nennen wollen reines Wissen, Wissen an sich, also Wissen durchaus von keinem Objekte" 7). Da alle anderen (Einzel)-Wissenschaften dieses reine Wissen, das Wissen qua Wissen, zur Voraussetzung haben, wenn sie wissenschaftlich fundiert sein wollen, ist somit die Philosophie oberste Prinzipienwissenschaft. "Die Wissenschaftslehre sollte eine Wissenschaft aller Wissenschaften seyn." 8)

Indem Fichte den Grund des Wissens weder im Sein noch im Denken verankert, sondern in der lebendigen Einheit beider Momente, ist sein Ansatz transzendental 9). "Das Transzendentale tritt als ein mediales Verbindungsglied zwischen Immanentem und Transzendentem, zwischen Idealismus und Realismus hervor." 10) Wird diese unmittelbare Einheit im Wissen verlassen und der Grund des Wissens in eines der beiden Disjunktionsmomente versetzt, entstehen notwendigerweise dogmatische Positionen. Denn wird der Grund des Wissens ins Sein, ins Objekt verlagert, erhält man einen dogmatischen Realismus. Überdies würde die Frage, woher man denn wissen könne, daß das Sein der Grund des Wissens wäre, wieder auf das Wissen selbst zurückverweisen. Würde andererseits der Grund des Wissens im bloßen Denken angesiedelt, bliebe es leere Form von Nichts, da das reine Denken aus sich kein Objekt erzeugen kann. Die künstliche Zerreißung der unmittelbaren Einheit des Bewußt-Seins führt also nur zur Verabsolutierung falscher Momente. "Das echte unmittelbare Bewußtsein also ist die Basis, auf der alle transzendentale Reflexion sich erhebt und die sie nie als Bezugspunkt verläßt." 11) "Verließe das Denken sie, d.h. unterließe es den Rückbezug auf das lebendige Wissen in seinem Akt, so würde es zur rein formalen Manipulation, zu dem, was Fichte: Formularphilosophie nennt." 12) Die größere Gefahr, den transzendentalen Ansatz zu verfehlen, besteht darin, diesen unmittelbaren Akt des Wissens als bloßes Objekt anzusetzen. Transzendentales Wissen ist nur im lebendigen, unmittelbaren Vollzug dieser Einheit gegeben. Ansonsten entstünden lediglich dogmatische Positionen höherer Art.
Die eben beschriebene, lebendige Einheit des Bewußt-Seins macht Fichte zum Ausgangspunkt seiner philosophischen Reflexion. "Die Wissenschaftslehre hält zwischen beiden Systemen [sc. dem dogmatischen Idealismus und dem dogmatischen Realismus] bestimmt die Mitte, und ist ein kritischer Idealismus, den man auch einen Real-Idealismus, oder einen Ideal-Realismus nennen könnte." 13)

Diese transzendentale Konzeption, die aus dem "reinen Wissen" die Disjunktionsglieder Denken und Sein zu begründen hätte, ist notwendig systematisch. Denn alle Momente können nur innerhalb dieser Einheit des Bewußt-Seins auftreten und müssen von ihr her begründet und gerechtfertigt werden. Das Bewußt-Sein ist somit absolut immanente Form des Wissens. 14) Diese Auffassung, daß nämlich die Philosophie als Wissenschaft nur als System aufzubauen ist, vertritt Fichte schon recht früh. In einem Brief an J.F. Flatt vom Jahre 1793 schreibt er: "Ich habe mich überzeugt, daß nur durch Entwikelung aus einem einzigen Grundsatze Philosophie Wißenschaft werden kann". 15) In der Abhandlung "Ueber den Begriff der Wissenschaftslehre oder der sogenannten Philosophie" 16) formuliert Fichte noch schärfer: "Eine Wissenschaft hat systematische Form; alle Sätze in ihr hängen in einem einzigen Grundsatze zusammen und vereinigen sich in ihm zu einem Ganzen". 17) Hinsichtlich ihres systematischen Aufbaus hat die Philosophie also die Aufgabe, "Alles Mannigfaltige (das sich uns denn doch in der gewöhnlichen Ansicht des Lebens aufdringt) zurückzuführen auf absolute Einheit. [...] Wo noch irgend die Möglichkeit einer Unterscheidung deutlich, oder stillschweigend, eintritt, ist die Aufgabe nicht gelöst. Wer in oder an dem, was ein philosophisches System als sein Höchstes setzt, irgend eine Distinktion als möglich nachweisen kann, der hat dieses System widerlegt." 18)

Diese systematische Form muß durch das materiale Sein der Einheit getragen und begründet werden. Es geht der Philosophie nicht um ein System fiktiver Momente, sondern um die Erkenntnis der Wirklichkeit, die sie in ihrer Totalität aus einem Prinzip ableiten will 19). "Die Philosophie ist eine Wissenschaft" 20). Als solche will sie "Ohne Zweifel: die Wahrheit" 21) darstellen. Denn die synthetische Einheit des Bewußt-Seins als Setzung des "reinen Wissens", wie Fichte es ausdrückt, ist ja nur als freier Vollzug in und durch Wahrheit gegeben. Die Einheit des Bewußt-Seins erfährt sich somit als der Ort der Darstellung dieses absoluten Prinzips. Ohne diesen Bezug auf die Wahrheit bliebe die Einheit des Bewußt-Seins der bloßen Erscheinung als Sich-Erscheinung der Erscheinung verhaftet, ohne eigentliche Gültigkeit. Das Wissen könnte sich in keiner Weise als wahres Wissen wissen. Fichte drückt diesen Sachverhalt folgendermaßen aus: "die W.=L. läugnet die Gültigkeit der Aussagen des unmittelbaren Bewußtseins, schlechthin als solche, und grade darum, weil sie das ist, und beweiset diese ihre Abläugnung [...]. Nur das schlechthin zu Intelligirende, die reine Vernunft, bleibt als allein gültig übrig." ) D.h. also, daß nur durch und im Licht der Wahrheit wahre Behauptungen getroffen werden können, wahre Erkenntnis möglich ist. Die Wahrheit ist somit schlechthinnige Voraussetzung allen Wissens bzw. allen Behauptens. Fichte weist ausdrücklich auf diese absolute Voraussetzung hin: "es gebe Wahrheit, die allein wahr sei, und alles Andere ausser ihr unbedingt falsch; und diese Wahrheit lasse sich wirklich finden und leuchte unmittelbar ein, als schlechthin wahr" 23).

Die Wahrheit als absolut unmittelbares Prinzip kann aber nicht formal, d.h. begrifflich vermittelt werden, sondern muß in der eigenen unmittelbaren Einsicht intelligiert werden. Fichte sagt: "wer sie besitzen solle, müsse sie durchaus selber aus sich erzeugen." 24) Begrifflich vermittelt werden können nur die Bedingungen, unter denen die Einsicht in das Absolute, in die Wahrheit, vollzogen werden kann. Das Absolute selbst ist in der unmittelbaren Evidenz schlechthin als und nur als Absolutes gegeben. "Jedes zu dem Ausdrucke: das absolute gesetzte zweite Wort hebt die Absolutheit, schlechthin als solche, auf, und lässt sie nur noch in der durch das hinzugesetzte Wort bezeichneten Rücksicht und Relation stehen. Das Absolute ist weder Wissen, noch ist es Seyn, noch ist es Identität, noch ist es Indifferenz beider, sondern es ist durchaus bloss und lediglich das Absolute." 25) Durch diese Einsicht, daß Wahrheit als Wahrheit nur im unmittelbaren Vollzug ihrer selbst eingeschaut werden kann, gewinnt der Ort dieser Einsicht, "das reine Wissen", als freier Vollzug, eine einzigartige, sittliche Bedeutung. "Das Bewußt-Sein ist also eminent sittlicher Akt, Selbstsetzung  und -erfassung dieses sittlichen Aktes. Nur dadurch aber kommt die Transzendentalphilosophie zur absoluten genetischen Evidenz, kommt sie im Bewußt-Sein und durch das Bewußt-Sein zu dem, was alles Bewußt-Sein transzendiert und begründet: zu Gott." 26) Darum kann sich das Wissen auch nicht aus seiner absoluten, in sich zurückgehenden Form erklären, sondern erfährt seine gerechtfertigte Gültigkeit als Selbst-Helligkeit der formal absoluten Sich-Erscheinung der Erscheinung nur im Licht der Wahrheit 27). Durch sie erscheint "dem Auge des Begriffs [...] hier Folgendes: Die in sich geschlossene absolute Einheit ist absolut von sich, durch sich, aus sich in der absoluten Helligkeit ihres unmittelbaren Wissens." 28) "Das Wissen ist allerdings nicht ein blosses Wissen von sich selbst, wodurch es in sich selbst zerginge und zu nichts würde, ohne alle Dauer und Anhalt; sondern es ist ein Wissen von einem Seyn, nemlich von dem Einen Seyn, das da wahrhaft ist, von Gott; keinesweges aber von einem Seyn ausser Gott, dergleichen ausser dem Seyn des Wissens selbst, oder der Anschauung Gottes durchaus nicht möglich ist, und die Annahme eines solchen reiner und klarer Unsinn." 29)

Da aber die Philosophie begriffliche Darstellung der Wahrheit sein will, also nicht schon in sich selbst das Absolute sein kann, weil jede Begrifflichkeit den Charakter der absolut relationslosen Einheit des Absoluten zerstört, "so kann die Wissenschaftslehre nicht vom Absoluten, sondern sie muss vom absoluten Wissen ausgehen" 30), das aber in sich um seine absolute Voraussetzung weiß. 31)

Aufgabe der Philosophie ist es, dieses absolute Wissen im Bild seiner selbst zu fixieren. "Nun kommt dieser einzig mögliche Gegenstand des Wissens im wirklichen Wissen niemals rein vor,  sondern immer gebrochen an insgesammt nothwendige, und in ihrer Nothwendigkeit nachzuweisende Formen des Wissens. Die Nachweisung der Nothwendigkeit dieser Formen ist eben die Philosophie oder die Wissenschaftslehre." 32) "Sie zeichnet somit die genetische Entfaltung des Wissens aus dem Absoluten nach." 33) Die Darstellung der Wahrheit im absoluten Wissen ist darum in materialer Hinsicht nicht immanent, auch nicht transzendent, sondern transzendental: Das Absolute erscheint im Wissen wirklich! Deshalb ist auch der Ort dieses Erscheinens, das Bewußt-Sein, zur Realisation der Wahrheit absolut aufgefordert. Ebenso ist durch das Erscheinen der Wahrheit auch eine wahre philosophische Reflexion des Wissens möglich" 34). Mit dieser transzendentalen Konzeption des Wissens setzt Fichte die philosophische Tradition von Descartes und Kant fort 35).

Durch den Bezug auf Wahrheit hat die Philosophie einen absoluten Standpunkt gewonnen, der absolut gerechtfertigt ist. Die absolute Evidenz ist zugleich das oberste Prinzip. "Ist aber schlechthin nur Ein Princip das rechte und wahre; so folgt, daß nur Eine Philosophie, diejenige, die dieses wahre Princip zu dem ihrigen macht, die wahre ist, und alle andern ausser ihr nothwendig falsch sind." 36)

Aus diesem obersten Grundprinzip, dem schlechthin gültigen, absoluten Wissen, muß die Transzendentalphilosophie alle weiteren Momente, alle idealen und realen Disjunktionsglieder der Sich-Erscheinung des Wissens begründen und bewähren. Nur innerhalb der Einheit des Wissens kann sich ein Moment als gültig behaupten 37). Als Darstellung der Wahrheit kann also die Philosophie auch nicht vom absoluten Faktum des Bewußt-Seins ausgehen, sondern die unbedingte Einheit muß vom willentlichen Vollzug der Wahrheit getragen sein. Der oberste Grundsatz soll somit "diejenige Thathandlung ausdrücken, welche unter den empirischen Bestimmungen unseres Bewusstseyns nicht vorkommt, noch vorkommen kann, sondern vielmehr allem Bewusstseyn zum Grunde liegt, und allein es möglich macht." 38) Diese "Thathandlung", die korrekterweise nichts anderes meinen kann als das vorher gekennzeichnete, absolute Wissen, sieht Fichte in der Setzung des absoluten Ichs realisiert, das er in der "Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre" 39) von 1794 als oberstes Prinzip ansetzt. Denn dieses Ich ist schlechthin absolute Setzung seiner selbst, und erst von diesem unmittelbaren Akt, können weitere Bestimmungen erfolgen.

Die grammatikalischen Ausdrücke: "Ich bin Ich" 40), "ich bin schlechthin, weil ich bin" 41) und "Das Ich setzt ursprünglich schlechthin sein eigenes Seyn" 42) sind nur Bezeichnungen für dieses Grundprinzip, dessen sprachliche Formulierung jedoch eine Trennung von Setzen und Gesetztem zu suggerieren scheint. Durch diese reflexive Einheit, die an ein individuelles Ich  denken läßt, würde aber der Charakter des absoluten unmittelbaren Grundprinzips, das unmittelbarer reflexionsloser, einfacher Grund seiner selbst sein soll, verfehlt. Fichte wehrt sich ausdrücklich gegen eine solche Deutung, daß nämlich das absolute Ich mit dem individuellen Ich gleichzustellen ist.

Schon in den "Eignen Meditationen über Elementarphilosophie" von 1793/94 43) lassen sich Hinweise dafür finden, daß das absolute Ich überindividuell und relationslos in sich zu fassen ist 44). Ebenso weist Fichte in der "Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre" von 1794 mehrmals auf diesen Sachverhalt hin: "Ich ist nothwendig Identität des Subjects und Objects: Subject-Object: und dies ist es schlechthin ohne weitere Vermittelung" 45). Im praktischen Teil der "Grundlage" heißt es dazu noch genauer: "Das absolute Ich ist schlechthin sich selbst gleich: alles in ihm ist Ein und ebendasselbe Ich, und gehört (wenn es erlaubt ist, sich so uneigentlich auszudrücken) zu Einem und ebendemselben Ich; es ist da nichts zu unterscheiden, kein mannigfaltiges; das Ich ist Alles, und ist Nichts, weil es für sich nichts ist, kein setzendes und kein gesetztes in sich selbst unterscheiden kann." 46) Selbst in den "Thatsachen des Bewusstseyns" von 1810/11 47) klagt Fichte noch über die Mißdeutung des absoluten Ichs als individuelles Ich 48). Zu Unrecht ist ihm daher der Vorwurf eines philosophischen Egoismus" 49) gemacht worden.

Die Bestimmung des philosophischen Grundprinzips, welches Fichte in der "Grundlage" noch als absolutes Ich ansetzte 50), war erforderlich, um die Voraussetzung zu klären, auf der seine Interpersonalitätslehre basiert, wie sie in den Frühschriften niedergelegt ist.

Anmerkungen:

1) Vgl. Fichte: "WL nova methodo", S. 344: "Wissenschaftslehre oder Philosophie ist einerlei." 2) U.a. wären zu nennen:
- "Ueber den Begriff der Wissenschaftslehre" - SW Bd.I, S. 27 ff;
- "Erste Einleitung in die Wissenschaftslehre" - SW Bd.I, S. 417 ff;
- "Zweite Einleitung in die Wissenschaftslehre" - SW Bd.I, S. 451 ff.
3) Fichte SW Bd.II, "Thatsachen" - 1810/11, S. 535 ff.
4) Ebd. S. 541.
5) Vgl. auch S. 27, Anm. 4) 6) Fichte SW Bd.I, "Über den Begriff der WL", S. 45.
7) Fichte NW Bd.II, "WL" - 1804, S. 95 f.
8) Fichte SW Bd.I, "Über den Begriff der WL", S. 55.
9) Vgl. dazu G. Gurwitsch: "Fichtes System der konkreten Ethik", Mohr Verlag,ˇ 
Tübingen 1924; darin Kap. I: "Die Einheit der theoretischen Philosophie Fichtes", S. 2-64.
10) Ebd. S. 5.
11) Lauth: "Idee", S. 91.
12) Lauth: "Idee", S. 91, Anm. 56.
13) Fichte SW Bd. I, "Grundlage" - 1794, S. 281.
14) Vgl. auch § 3 dieser Abhandlung, S. 12.
15) Fichte Akad.-Ausg.: Bd. III, 2; S. 18, Nr. 168 a.
16) ichte SW. Bd. I, "Über den Begriff der WL", S. 27-81.
17) Ebd. S. 38.
18) Fichte NW Bd. II, "WL" - 1804, S. 93.
19) Vgl. dazu Lauth: "Begriff der Philosophie", S. 35.
20) Fichte SW Bd. I, "Über den Begriff der WL", S. 38.
21) Fichte NW Bd. II, "WL" - 1804, S. 92.
22) Fichte NW Bd.II, "WL" - 1804, S. 195.
23) Fichte NW Bd. II, "WL" - 1804, S. 90; vgl. dazu auch das "unum argumentum" des Anselm von Canterbury in: "Proslogion", Hegner Verlag, Köln 1966, S. 204; dazu A. Schurr "Die Begründung der Philosophie durch Anselm von Canterbury", Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1966, S. 31 ff; dazu auch Lauth: "Idee", S. 22 ff, wo das Grundprinzip - Deus - der Philosophie Descartes dargelegt wird.
24) Fichte NW Bd.II, "WL" - 1804, S, 90.
25) Fichte SW Bd.II, "WL" - 1801, S. 12 f.
26) Lauth: "Idee", S. 49.
27) Zur Bestimmung der Wahrheit vgl. auch R. Lauth: "Die absolute Ungeschichtlichkeit der Wahrheit", Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1966; ebenso Lauth: "Idee’ ("Die philosophische und die religiöse Aussage der Wahrheit"), S. 125-148; vgl. auch Kopp: "Vernünftige Interpersonalität", S. 19: "[...] auf die Frage, was Wahrheit zur Wahrheit macht, gibt es nur die eine Antwort: es ist dies die Wahrheit selbst! Nur sie zu wollen ist darum die Seele der zu vollziehenden Evidenz."
28) Kopp: "Vernünftige Interpersonalität", S. 20.
29) Fichte SW Bd. II, "Thatsachen" - 1810/11, S. 685.
30) Fichte SW Bd. II, "WL" - 1801, S. 13.
31) Die Unterscheidung in Absolutes und absolutes erscheinendes Wissen ist notwendige Differenzierung von Seiten des Begriffs, da er das Absolute erfassen soll, d.h. in Relation treten soll zu etwas, was er selbst als in sich absolut relationslos qualifiziert hat. Vgl. dazu auch die Antwort Fichtes auf die Frage nach dem Standpunkt der "WL": Fichte NW Bd. II, "WL" - 1804, S. 114.
32) Fichte SW Bd. II, "Thatsachen" - 1810/11, S. 685; hinsichtlich dieser klaren Bestimmung der Philosophie als a-priorischen Rahmens der Wirklichkeit, der begriffliche Voraussetzung jeder Konkretion ist, bleibt unverständlich, was H. Duesberg (in: "Person und Gemeinschaft", Bouvier Verlag, Bonn 1970, S. 31) mit der Forderung nach stärkerer, phänomenologischer Ausweisung des Denkens meint. Das Wissen steht in sich! Es ist nicht angewiesen auf phänomenologische Verifizierung!
33) Hunter: "Der Interpersonalitätsbeweis Fichtes", S. 23.
34) Vgl. dazu auch Fichte NW Bd. II, "WL" - 1804, S. 106: "Dabei muß es die Behauptung der W.=L. sein, daß das Wissen oder Gewißheit, [...] wirklich eine rein für sich bestehende Substanz sei, daß sie, als solche von uns realisirt werden könne, und daß eben in dieser Realisirung die wirkliche Realisirung der W.=L. bestehe."
35) Vgl. dazu § 5 dieser Abhandlung, S. 33, Anm. 22; ebenso § 1 dieser Abhandlung, S. 3, Anm. 5, hinsichtlich der transzendentalen Fragestellung Kants.
36) Fichte NW Bd. II, "WL" - 1804, S. 94.
37) Vgl. dazu einen Brief Fichtes vom 31.Mai 1801 an Schelling (in: "J.G. Fichte Briefwechsel", Kritische Gesamtausgabe, hrsg. von Hans Schulz, H. Haessel Verlag, Leipzig 1925, - hiernach zitiert: Schulz: "Fichtes Briefwechsel" - 2. Band, S. 324): "Die Fragen, ob die Wissenschaftslehre das Wissen subjectiv, oder objectiv nehme, ob sie Idealismus sey, oder Realismus, haben keinen Sinn; denn diese Distinktionen werden erst innerhalb der W.[issenschafts] L.[ehre] *) gemacht, nicht ausserhalb ihrer und von ihr vorher; auch bleiben sie ohne die W.[issenschafts] L.[ehre] unverständlich. Es giebt keinen besondern Idealismus, oder Realismus, oder Natur-Philosophie, u. dergl. die da wahr wären; sondern es giebt überall nur Eine Wissenschaft, dies ist die W.[issenschafts]=L.[ehre]: und alle übrigen Wissenschaften sind nur Theile der W.[issenschafts] L.[ehre] und sind wahr, und evident, nur inwiefern sie auf dem Boden derselben ruhen." *) [...] im Zitat). 
38) Fichte SW Bd. I, "Grundlage" - 1794, S. 91.
39) Ebd. S. 83-328.
40) Ebd. S. 94.
41) Ebd. S. 98 und Fichte SW Bd. I, "Aenesidemus-Recension", S, 16.
42) Fichte SW Bd. I, "Grundlage" - 1794, S. 98.
43) Fichte Akad.-Ausg.: Bd. II,3, S. 21 ff.
44) Ebd. S. 181 f; führt Fichte dort aus: "Denke dir die vorstellende Leibnizische Monade. Durch ihre Beziehung auf sich selbst, (wenn eine solche möglich ist, wie sie bei’m Ich nicht möglich ist) erhält sie erst Beschaffenheit." - Das hier angesprochene Ich ist also im Gegensatz zur Reflexionseinheit des Bewußt-Seins gemeint.
45) Fichte SW Bd. I, "Grundlagen" - 1794, S. 98, Anm. *).
46) Ebd. S. 264.
47) Fichte SW Bd. II, "Thatsachen" - 1810/11, S. 535 ff.
48) Ebd. S. 607 f; Fichte führt dort aus: "Man hat ziemlich allgemein die Wissenschaftslehre so verstanden, als ob sie dem Individuum Wirkungen zuschriebe, z.B. die Production der gesammten materiellen Welt, und dergleichen, die demselben durchaus nicht zukommen könnten. Wie verhält sich die wahre Wissenschaftslehre zu diesem Vorwurfe? Also, jene sind in dieses Misverständniss gerade darum verfallen, weil sie selbst dem Individuum weit mehr zuschreiben, als ihm zukommt, und so selber den Fehler machen, dessen sie die Wissenschaftslehre bezüchtigen, und darum, nachdem sie einmal die ersten Grundsätze misverstanden haben, ihn in diesem Systeme noch weiter getrieben finden müssen, als sie selbst geneigt sind, ihn zu treiben. Aber sie haben sich ganz geirrt; nicht das Individuum, sondern das Eine unmittelbare geistige Leben selbst ist Schöpfer aller Erscheinung, und so auch der erscheinenden Individuen. Daher hält die Wissenschaftslehre so streng darüber, dass man dieses Eine Leben rein und ohne Substrat [...] denke."
49) Vgl. dazu Lauth: "Problem der Interpersonalität", S. 327.
50) Eine genaue Präzisierung von absolutem Grund in sich und dem absoluten Grundprinzip erfolgt erst in der "WL" von 1804; daß auch das absolute Ich nicht mit Gott identifiziert werden kann, vgl. auch Lauth: "Problem der Interpersonalität", S, 327. - Zum Problem der philosophischen Entwicklung Fichtes vgl. auch M. Brüggen: "Der Gang des Denkens in der Philosophie J.G. Fichtes", Dissertation, München 1964; ebenso D. Henrich: "Fichtes ursprüngliche Einsicht", Frankfurt/M. 1967.
 
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