50. Jahrgang Nr. 2 / März 2020
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1. DIE THEORIE DER INTERPERSONALITÄT IM SPÄTWERK J.G. FICHTES
2. Einleitung
3. Kapitel I
4. Kapitel II
5. Kapitel II, Forts. 1
6. Kapitel III
7. Kapitel III, Forts. 1
8. Kapitel III, Forts. 2
9. Kapitel III, Forts. 3
10. Kapitel III, Forts. 4
11. Kapitel III, Forts. 5
12. Kapitel III, Forts. 6
13. Kapitel III, Forts. 7
14. Kapitel III, Forts. 8
15. Kapitel III, Forts. 9
16. Kapitel IV
Kapitel IV
 
§  23  Schlußbemerkung

Von der Position dieses Wissens aus gesehen wird es auch verständlich, daß durch das willentliche Negieren, durch das Mißachten und das radikale Verwerfen der absolut geforderten Liebe zu Gott, diese Gottesliebe nicht vollzogen wird. Da diese Liebe jedoch absolute Voraussetzung für jede interpersonale Beziehung ist, die ihre moralische Erfüllung sucht, wird infolgedessen jede andere Form einer mitmenschlichen Beziehung - eine Form etwa, die sich nur noch auf einen "Humanismus" als Gehalt berufen kann - pervertiert und muß notwendigerweise scheitern 1). Denn wird diese mitmenschliche Beziehung nicht durch die in Gott erscheinende absolute Liebe und aus der Liebe zu  dieser Liebe gespeist, dann kann der Inhalt, der notwendigerweise für eine Interpersonalitätsbeziehung als Einheit angesetzt werden muß, nur mehr Ausdruck absoluter Willkür und Grausamkeit sein, die zumindest implizit die selbständige Vernünftigkeit der anderen Person negiert, sie in praxi ernichtet, besonders dann, wenn dieses Surrogat einer interpersonalen "Einheit" die deklarierte willentliche Ablehnung der Liebe Gottes darstellt. 

Anmerkung:

1) Vgl. NT, Mark. XII, 27 ff: "Einer von den Schriftgelehrten hatte ihren Wortwechsel gehört und bemerkt, daß er ihnen treffend geantwortet hatte. Er kam herbei und fragte ihn, welches das erste aller Gebote sei. Jesus antwortete ihm: Das erste von allen Geboten ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Und du sollst den Herrn, deinen Gott lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deiner ganzen Vernunft und aus allen deinen Kräften. Dies ist das erste Gebot. Das andere aber lautet also: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ein anderes größeres Gebot als dieses gibt es nicht."    


Literaturverzeichnis

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Lebenslauf


Am 7.6.1942 wurde ich, Eberhard Heller, als Sohn des landwirtschaftlichen Beraters Anton Heller und seiner Ehefrau Helene, gebr. Reimer, in Nümbrecht/Oberbergischer Kreis geboren. Die Einschulung erfolgte Ostern 1948. Im Frühjahr 1952 wechselte ich auf das Gymnasium in Hilders/Rhön über, das damals noch ein Pro-Gymnasium der humanistischen Rabanus-Maurus-Schule in Fulda war. Am humanistischen Gymnasium zu Fulda bestand ich im Winter 1961 das Abitur. Nach einem freiwilligen Militärdienst von drei Jahren, den ich als Leutnant d. Res. absolvierte, immatrikulierte ich mich an der Phlilosophischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Zunächst belegte ich dort die Fächer Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte, später nahm ich  noch Soziologie hinzu.

Meine akademischen Lehrer im besonderen waren: Prof.Dr. Ernst Homann-Wedeking, Prof.Dr. Erwin Bielefeld, Dr. Hermann Bauer, Dr. Erich Hubala, Prof.Dr. Emerich Francis, Prof.Dr. Bolte, Dr. P.K. Schneider, Prof.Dr. Max Müller, Prof.Dr. E. Grassi, Prof. Dr. N. Lobkowicz und Prof. DDr.Dr. Reinhard Lauth, der auch die vorliegende Arbeit angeregt hat.
 
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