50. Jahrgang Nr. 2 / März 2020
Datenschutzerklärung | Zum Archiv | Suche




1. DIE THEORIE DER INTERPERSONALITÄT IM SPÄTWERK J.G. FICHTES
2. Einleitung
3. Kapitel I
4. Kapitel II
5. Kapitel II, Forts. 1
6. Kapitel III
7. Kapitel III, Forts. 1
8. Kapitel III, Forts. 2
9. Kapitel III, Forts. 3
10. Kapitel III, Forts. 4
11. Kapitel III, Forts. 5
12. Kapitel III, Forts. 6
13. Kapitel III, Forts. 7
14. Kapitel III, Forts. 8
15. Kapitel III, Forts. 9
16. Kapitel IV
Kapitel III, Forts. 4
 
§  14  Bestimmung der aus dem Denken der Einheit abgeleiteten äußeren Anschauungsbedingungen der Interpersonalitätsvorstellung

In der bisherigen Entfaltung der interpersonalen Denkbedingungen ging es zunächst nur darum, die fverschiedenen Iche hinsichtlich ihres prinzipiellen, unmittelbaren Seins durch Denken dieses Seins in eine gedankliche Einheit, die damit Darstellung des Lebens in seiner Unmittelbarkeit ist, zusammenzufassen. Doch mit dieser Bestimmung der synthetischen Vereinigung im Denken ist die Analyse der interpersonalen Vorstellungsbedingungen, abgesehen von der geforderten, aber noch fehlenden Begründung des Denkens der Unmittelbarkeit in der Anschauung, noch keineswegs abgeschlossen. 

Als reales Prinzip kann ein Ich, wie bereits gesagt wurde, nur gedacht werden, als zustande gekommen durch die Synthesis von innerer und äußerer Selbstanschauung 1). Denn ein Ich ohne die Möglichkeit zur realen Darstellung seiner Freiheit versänke im Bereich des bloßen unmittelbaren Vermögens, das sich als solches nicht anwenden ließe und darum auch nicht real werden könnte. Beschränkt auf sein bloßes, prinzipielles Vermögen in der unmittelbaren Anschauung bliebe also ein Ich, trotz der aufgestellten Denkbedingungen, für andere Iche absolut unerkennbar, da es als reines Vermögen nicht einmal vorgestellt werden könnte, weil ein Vorgestelltes immer ein Bestimmtes sein muß. 

Um also überhaupt von anderen Ichen vorgestellt werden zu können, müßte das Ich als dargestellte und vermittelte Selbstbestimmung seines Vermögens im vermittelten Bereich der Anschauung erscheinen. Es ist nur dann vorstellbar, wenn es sich als reales Prinzip im Bereich der äußeren Anschauung darstellt. Bedingung dieser objektiven Anschauung des Ichs ist darum wie das bereits im Kapitel über den Begriff der Wirksamkeit (§ 8 - l0) ausführlich dargestellt wurde, die synthetische Verbindung des unmittelbaren prinzipiellen Seins des Ichs mit einem äußeren, organischen Leib, einem materiellen Körper, durch den das Ich die in der inneren Einschauung gebildeten Willensintentionen in bestimmter Weise veräußern kann.

 "Ein Individuum wird, als Sinn und Organ für die materielle Welt, nothwendig gedacht, als dargestellt in dieser materiellen Welt durch einen gleichfalls materiellen Leib." (II, 611) "Ein Ich wird nothwendig gedacht mit einem organisirten Leibe." (II, 6o8) Der reale Gedanke eines Ichs schließtdarum das Denken der Anschaubarkeit dieses Ichs notwendig mit ein. Hinsichtlich der zu rekonstruierenden Interpersonalitätsvorstellung ergibt sich daraus für das Denken der Einheit des Individuensystems folgende Konsequenz: Die zunächst in diesem Denken bloß hinsichtlich ihres prinzipiellen Seins zusammengefaßte Individuengemeinde muß notwendig als ein objektiv anschaubares System von Leibern gedacht werden, wobei die Anschauung dieser leiblichen Sphäre notwendig mit dem Denken der Einheit der unmittelbaren Prinzipe vereint zu denken ist. Dieses auf Anschauung bezogene Denken, in das nun neben dem bloßen Denken der Einheit des sich darstellenden Lebens auch die Anschauungsbedingungen aufgenommen sind und das in sich eine Einheit bilden muß, ist nun von jedem der in dieser Einheit angesetzten Iche zu vollziehen. "Also jedes Individuum denkt alle übrigen nothwendig also; denn die Ichheit und, die organisirte Materialität sind schlechthin vereint im ursprünglichen Denken, im Gesetze des Denkens, und so sind sie es auch im wirklichen, im Einhergehen nach jenem Gesetze." (II, 608) 

Aus diesem, um die Bestimmung der äußeren Anschauungsbedingungen erweiterten Denken der  Einheit läßt sich nun mit Bezug auf die äußere Erscheinung der im Denken gebildeten Einheit der Individuengemeinde der Schluß ziehen, daß eine dem Denken entsprechende Summe von Ichen in ihrem leiblichen Sein angeschaut werden können muß. Diese Anschauung einer der im Denken  angesetzten Summe von Ichen entsprechende Anzahl organisierter Leiber gehört also notwendig zur Darstellung des Lebens hinzu. Das diese Anschauung begrenzende Prinzip ist dabei das Denken selber. "Weil dieses darauf beschränkt ist, eine solche Summe freier Individuen zu setzen, so ist die Bildungskraft beschränkt, eine jener Summe entsprechende Summe organisirter Leiber in der materiellen Welt anzuschauen." (II, 612) Denn das sich in diesem Denken der Einheit darstellende Leben muß ja in den beiden Grundformen, der rein prinzipiellen und der äußerlich anschaubaren Form, in denen es erscheint, seinem Inhalte nach in beiden Formen identisch sein. Es kann kein prinzipielles Sein gedacht werden, ohne daß mit diesem Denken zugleich ein organisierter Leib angeschaut wird; und es kann kein Leib angeschaut werden, ohne daß mit dieser Anschauung das Denken des prinzipiellen Seins verbunden wäre. Darum muß die im Denken gefaßte Summe von Prinzipen mit der in der äußeren Anschauung erscheinenden Anzahl von materiellen Körpern notwendig übereinstimmen. 

Vom Standpunkt der im Denken gefaßten Einheit formuliert Fichte den aufgezeigten Sachverhalt folgendermaßen: „1) Es liegt in demselben eine sich selbst gleiche äussere Anschauung einer bestimmten Summe organisirter Leiber, die durchaus übereinstimmt mit der gedachten Summe von Ichen, 2) Da diese allgemeine Sichdarstellung in der Wirklichkeit vorkommt nur in der Verbindung mit der Individualität, diese aber wiederholbar ist, so ist es auch die Anschauung; aber sie ist dem Inhalte nach nur auf dieselbe Eine Weise wiederholbar. Dieselbe Summe organisirter Leiber, dasselbe Verhältniss dieser zu anderer Materie im Raume durchaus für alle Individuen, indem für alle auch dieselbe Summe von Ichen ist." (II, 613) Da das Denken der sich in der Anschauung als Einheit darstellenden Individuengemeinde, anschaubar als ein System von Leibern, als reales Denken nur im und durch das Individuum selbst vollzogen werden kann - der Akt des Denkens bleibt notwendig an den Vollzug in einem wirklichen Bewußt-Sein, in einem konkreten Ich gebunden -, muß die in diesem Denken gedachte Anschauung der Einheit der individuellen Körperwelt von jedem wirklichen Individuum wahrgenommen werden, wobei der in der Anschauung erscheinende Gehalt, das wirkliche System von Körpern, als ein Gehalt zu denken ist, der sich in allen individuellen Anschauungen identisch durchhält. Die Wiederholbarkeit des im Denken angesetzten Anschauungsgehaltes, der aber in allen diesen Wiederholungen mit sich identisch bleiben muß, ist also durch die Setzungs- bzw. Realisierungsbedingungen des Vorstellens selber bestimmt, das nur n und durch die individuelle Form des Lebens vollzogen werden kann. Also nicht der Anschauungsgehalt wechselt, sondern nur das Anschauen. Von diesem durch die Individuen sich brechenden Standpunkt der Einheit findet somit, analog zum Denken der Einheit der bloßen, individuellen fPrinzipe, nur ein Unterschied. hin-sichtlich der Relation dieser einheitlichen Anschauung statt 2). Denn jedes der Individuen hat in bezug auf die Anschauung der Einheit der individuellen Körperwelt einen anderen Ausgangspunkt im Anschauen. "Wie nemlich jedes Individuum nur eins aus der Reihe denkt als das seinige, und alle übrigen als fremde, so erfasst es auch nur einen aus der Reihe der organisirten Leiber als den seinigen, die übrigen als fremde. Hierbei ist schon aus dem obigen sattsam bekannt, dass es denjenigen als den seinen setze, auf welchen es unmittelbar durch den Begriff zu wirken vermag." (II, 613) 3) 

Neben diesem Unterschied hinsichtlich der Relation der anschauenden Individuen zur Einheit des Anschauungsgehaltes, der Summe der erscheinenden Leiber, führt Fichte aber noch einen anderen an. Während nämlich der fremde Leib - wie alle übrigen, materiellen Gegenstände auch - lediglich Gegenstand der äußeren Anschauung ist, in der er als solcher in seiner Totalität erfaßt werden kann, ist diese Totalerfassung des eigenen Leibes in der äußeren Anschauung nicht möglich. „[...] der eigene [Leib] aber ist gar nicht Gegenstand der Anschauung, weder der inneren noch der äusseren, sondern lediglich des Denkens [...]; wir sehen uns nicht als Ganzes, obwohl wir Theile von uns erblicken“. (II, 613) Diese Unmöglichkeit der sinnlichen Totalerfassung hinsichtlich des eigenen Leibes weist Fichte insbesondere am Tastsinn nach. 

Wenn also überhaupt eine Totalerfassung des eigenen Leibes in seiner Einheit in der Vorstellung möglich sein soll, dann kann diese nur dadurch erreicht werden, daß das Denken den Leib als veräußerndes Organ der unmittelbaren Intentionen in seiner Einheit denkt. "Unser eigener Leib ist sonach ganz sichtbar ein Begriff rein a priori, wie denn die ganze hier abgehandelte Anschauung, inwiefern sie auf fremde Körper geht, rein apriorisch ist, indem ja das durchaus apriorische Denken die Bestimmung ist der Anschauung." (II, 614) Die Totalität der eigenen Leiblichkeit als eine Einheit wird also ursprünglich gedacht, und nicht angeschaut; dieses Denken ist bedingt durch das Selbst-Denken des Ichs als wirksames Prinzip, das sich als solches nur als eins und in seiner Einheit durch den Leib als sein einheitliches, objektivierendes Organ hindurch entäußern kann. 

Durch diese relationale Verschiebung des Ausgangspunktes der jeweils verschiedenen, individuellen Anschauung der Einheit ist weiterhin jedes Ich genötigt, sich als bestimmte Leiblichkeit im Bereich der Anschauung eine ebenso bestimmte Stelle im Raume zuzuschreiben, und zwar eine Stelle, die nicht mit der Raumstelle eines anderen Ichs übereinstimmen darf. "Da nemlich jedes Individuum einen eigenthümlichen Körper sich zuschreibt, setzt es nothwendig diesen an einen bestimmten Ort im Raume, und zwar in einen anderen, denn andere organisirte Leiber." (II, 615) 

Hinsichtlich der Anschauungsrelation der Körperwelt in ihrer Einheit ergibt sich nun aus der Unverwechselbarkeit der individuellen Raumstelle, von der aus jedes Individuum diese Anschauung der Körperwelt vollzieht, bezüglich der Raumauffassung folgende Konsequenz: "Dieser sein Ort wird ihm nun nothwendig zum Mittelpuncte seiner Auffassung der anderen Gegenstände im Raume" und der an 4) sich selbst relativen Anordnung und Stellung derselben. Für jedes Individuum ist eine eigene Reihenfolge deszugleich seyenden." (II, 615)

 Bei diesem Stand der Entfaltung der interpersonalen Vorstellungsbedingungen geht nun Fichte auf ein Problem ein, auf das er an einer anderen Stelle 5) schon einmal hingewiesen hatte, auf das Problem nämlich, wie ein wirkliches Wissen von einer anderen Person möglich ist. 

Von der jetzt gewonnenen Einsicht her, daß ein Ich immer nur in der beschriebenen, unmittelbaren Einheit von innerer und äußerer Selbstanschauung vorkommen kann, läßt sich nun auch die Frage nach der Erkennbarkeit eines anderen Ichs bezüglich der äußeren Anschauungsbedingungen, also "wo der Begriff des Ich in der Wirklichkeit anwendbar sey" (II, 608) durch die erarbeiteten Bestimmungen der letzteren wenigstens teilweise beantworten. Der Begriff des Ichs, der bereits im Denken objektiv vorgebildet wurde, ist da anwendbar, "wo ein organisirter Leib dem äusseren Sinne, oder, wie wir es nun besser wissen, dem absoluten Denken einer materiellen Welt erscheint." (II, 608) Denn wenn ein Ich, so lautet Fichtes Argumentation, notwendig durch die unmittelbare Synthesis von innerer und äußerer Anschauung gebildet werden muß, dann muß auch im Begreifen einer äußeren Erscheinung als Leib das unmittelbare, prinzipielle Sein eines Ichs notwendig mit angesetzt werden; denn die leibliche Erscheinung kann nur dadurch verstanden werden, daß sie als die äußere Darstellung eines unmittelbaren Prinzipes aufgefaßt wird. 

Darum weist Fichte den Versuch, diesen Erkenntnisprozeß, in dem im Erfassen des leiblichen,  zugleich das prinzipielle Sein des Ichs mitgesetzt wird, als hypothetisches Schlußverfahren zu qualifizieren, indem der Erscheinung eines fremden Leibes ein unmittelbares, prinzipielles Sein lediglich hinterstellt wird, energisch zurück. Er sagt: "Nicht etwa, dass aus der Gestalt des Leibes auf ein Ich geschlossen werde: weder unmittelbar, denn wie sollte doch ein solcher Schluss aus einer Welt auf eine geradezu entgegengesetzte andere möglich seyn; noch mittelbar, weil ich Individuum einen solchen habe, denn wie sollte ich doch wissen, dass dieser nicht zufällig, sondern dass er wesentlich zu mir als Ich schlechtweg gehöre: sondern, dass beides, der Gedanke des Ich und dieser körperlichen Darstellung, im ursprünglichen, das Leben in seiner Einheit ausdrückenden Denken schlechthin vereinigt ist." (II, 608 f) Und in bezug auf diese unmittelbare, gedankliche Synthesis des Ichs aus innerer und äußerer Anschauung behauptet Fichte an einer anderen Stelle noch einmal sehr  ausdrücklich jene Einheit: "Diese absolute Synthesis und Unabtrennbarkeit eines Ich der inneren Anschauung von einem materiellen Leibe wird nicht etwa durch einen neuen Denkact gemacht, etwa erschlossen, weder unmittelbar, dass etwa aus einem so gestalteten Leibe nach irgend, einem Grundsatze des Schlusses ein Ich erfolge, und umgekehrt (denn wie gedächte man wohl einen solchen Grundsatz des Schlusses nachzuweisen?), noch mittelbar, weil ich Individuum einen solchen Leib hätte, denn wie komme ich selbst erst, ich Individuum, zu einem solchen Leibe, oder wenn auch dies nicht wäre, wie könnte ich denn wissen, dass dieser nicht bloss zufällig, und etwa als diesem Individuum, sondern dass er mir als Ich schlechtweg wesentlich zukäme: sondern es liegt schlechthin also in dem absoluten und ursprünglichen Denken die Synthesis eines Ich, als Princips, und insofern reinen Noumens, als wahrnehmbar allein in seinen Wirkungen, zuvörderst in der inneren Anschauung, sodann als körperlichen Organs, als in allen diesen Formen schlechthin Eines und desselben.“ (II, 611) 6) Also der Begriff des Ichs kann objektiv nur in der durch das Denken erstellten Einheit von prinzipieller Unmittelbarkeit und äußerer, leiblicher Vermitteltheit angewandt werden.

Aber auch wenn eingesehen ist, daß das Wissen um eine andere Person nicht dadurch erreicht  werden kann, daß von der empirisch wahrnehmbaren Gestalt eines Leibes aus auf ein unmittelbares, fremdes Prinzip-Sein geschlossen wird, sondern nur so, daß der Begriff des Ichs als reales Prinzip immer in der gedanklichen Vereinigung von innerer und äußerer Anschauung angewandt wird und der in der Vorstellung erscheinende Leib nur durch diese unmittelbare Begriffssynthesis als veräußerndes Organ eines fremden Prinzips erkannt werden kann, so bleibt ungeklärt, warum eine äußere Gestalt, als die der fremde Leib erscheinen muß, in Wahrheit als organisierten Leib, d.h. als Veräußerungsorgan eines anderen Ichs erkenntnismäßig so qualifiziert werden darf. Wodurch läßt sich z.B. eine Schaufensterpuppe, die einer wirklichen Person in ihrem äußeren Habitus täuschend ähnlich nachgebildet wurde, von dieser wirklichen Person unterscheiden? Oder, um dieses Problem in der Sicht Fichtes darzustellen: Warum läßt sich in dem einen Fall der Begriff des Ichs in der Wirklichkeit anwenden und im anderen Falle nicht? Denn hinsichtlich ihrer äußeren Gestalt werden doch  die andere Person und die Puppe als gleiche Gehalte der äußeren Anschauung aufgefaßt. 

Wenn darum eine wirkliche Erkenntnisbedingung für das Begreifen eines anderen, objektiven Ichs gegeben sein soll, dann muß auch noch ein Kriterium angeführt werden, wodurch das vorstellende Ich eine bestimmte, äußerlich angeschaute Gestalt als Leib, d.h. als Ich "im Bilde seiner Wirksamkeit auf Materie" (II, 595) bestimmen und sie von anderen Anschauungsgehalten unterscheiden kann. 7)

Anmerkungen:

1) Vgl. Fichte SW Bd. II, "Thatsachen" 1810/11, S. 602: "Dieses Ich also kommt weder durch die blosse äussere Anschauung [...], noch kommt es durch die blosse innere Anschauung zu Stande, sondern nur durch eine absolut unzertrennliche Synthesis beider."
2) Vgl. dazu Fichte SW Bd. II "Thatsachen" - 1810/11, S. 608: "Alle also denken dieselbe Gemeine, dasselbe mSystem von Ichen; nur dass jeder einen anderen Ausgangspunct, eine andere Sphäre der inneren Anschauung hat, on welcher er ausgeht."
3) Vgl. dazu Fichte SW Bd. II, "Thatsachen" - 1810/11, S. 595: "Nun ist das Widerstehende Materie, und die Absicht ist, diese zu trennen, aus ihrem Orte zu bringen, zu bewegen. Materie aber kann aus ihrem Raume verdrängt werden nur durch andere Materie: und so müsste denn das Ich als wirkende Kraft in einer materiellen Welt selbst Materie seyn, also ein unmittelbar gegebener, bestimmter und im Raume begrenzter Körper. Und zwar soll in diesem Körper der Begriff unmittelbar Ursache einer Bewegung der Materie werden können, um vermittelst dieser nach dem Begriffe zweckmässig entworfenen Materie die starre Materie ausser uns gleichfalls zweckmässig zu bewegen."
4) In der 1. Ausg. 1817 heißt es anstatt "an sich" "auf sich".
5) Vgl. Fichte SW Bd. II, "Thatsachen" - 1810/11, S. 603: "In welchem bestimmten Falle nun dieser Begriff angewendet und realisirt werden müsse, davon werden wir an einer anderen Stelle Rechenschaft geben."
6) Vgl. dazu auch Fichte „WL nova methodo“, S. 599 f: "Hier haben wir die Behauptung des transzendentalen Idealismus in ihrer vollen Kühnheit: Ich und mein Leib sind eins schlechterdings, nur verschieden angesehen, Ich, reines Ich in der höchsten Reinheit, und Ich als Leib sind ganz dasselbe. Der Unterschied, welcher uns erscheint, liegt bloß in der Verschiedenheit der Ansicht. Ich als das reinste in mir ist lediglich das mit dem reinsten Denken aufgefaßte; Ich als Leib bin dasselbe, nur aufgefaßt in der sinnlichen Anschauung, nicht durch das reine Denken, aufgefaßt und hingeworfen in Zeit und Raum, wodurch es materialisiert wird." - Von dieser Warte aus polemisiert Fichte nun auch gegen die realistische Auffassung, das Ich in Leib und Seele zu zergliedern, um es dann aus diesen beiden Bestandsstücken im Denken wieder zusammenzukomponieren. Das Ich, wie Fichte sich ausdrückt, das reine Noumen, wird in ein Bild gepreßt, nämlich das der Seele, die aber, da es durch die produktive Einbildungskraft erstellt wird, als räumlich ausgedehnt vorgestellt wird. Dieser Auffassung gegenüber fordert Fichte: "Dem Ich als reinem Noumen soll gar kein Bild gegeben werden, wahrnehmbar macht es sich selbst durch seine Aeusserungen der inneren Anschauung. Inwiefern es gebildet werden soll, ist es schon gebildet ohne alles Zuthun unserer Weisheit, durch die absolut productive Bildungskraft selbst, und dieses Bild ist eben der Körper. Dieser ist die Seele, die ihr sucht, indem ihr sie immerfort habt, d.i. das Ich in der Anschauung." (II, 612)
7) Vgl. dazu die von Descartes in den "Meditationen" gestellte Frage, woher man denn wissen könne, daß die vorgestellten Gegenstände, die sich in "Hüte und Kleider" hüllen, Menschen, und nicht Maschinen sind. (II. Meditation; vgl. Einleitung, S. 6)


§  15  Bestimmung des äußeren Wahrnehmungsbereiches als notwendige Anschauungs- bzw. Erscheinungsbedingung der Interpersonalitätsvorstellung

Vom Denken der Anschauungsbedingungen der Einheit der erscheinenden Individuenwelt her gesehen bekommt nun auch der Bereiche in dem diese Summe von Leibern objektiv angeschaut  3werden kann, eine völlig neue Bedeutung zugemessen. 

Unter dem Gesichtspunkt einer überindividuellen Einheit im Denken wurde bereits bezüglich der objektiven gegenseitigem Anschaubarkeit gesagt, daß ein Ich als reales Prinzip sich notwendig im Bereich der objektiven Anschauung als Leib darstellen müsse, um Oberhaupt als Ich, wenigstens hinsichtlich seiner notwendigen, äußeren Erscheinungsform, vorgestellt werden zu können. Hinsichtlich dieserg vom Denken der interpersonalen Vorstellungsbedingungen geforderten, notwendigen, gegenseitigem äußeren Anschaubarkeit des Leibes, der als solcher in der materiellen Welt erscheinen muß, erhält nun auch dieser Bereich bezüglich der interpersonalen Vorstellungsbedingungen konstitutive Bedeutung. Denn als leiblicher Körper partizipiert das Ich notwendig an der allgemeinen, objektiven Anschauung einer empirisch faktischen Welt, und nur in ihr kann er als objektive, körperliche Gestalt angeschaut werden. Im Hinblick nämlich auf das Denken einer interpersonalen Einheit und im Hinblick auf das mit diesem Denken notwendig verbundene Denken der Einheit in der Anschauung muß die Ebene dieser objektiven Anschauung, die materielle Welt, zugleich als Ort der Darstellung dieser Einheit und als Bedingung ihrer Anschaubarkeit qualifiziert werden. Der äußere Anschauungsbereich wird bestimmt als Medium des objektiven, gegenseitigem, interpersonalen Vorstellens, Die objektive Sich-Darstellung der Individuengemeinschaft in ihrer Einheit ist hinsichtlich ihres gegenseitigen, leiblichen Erscheinens notwendig als an die Ebene der objektiven Anschauung gebunden zu denken. Unter dem Aspekt dieser notwendigen, objektiven Anschaubarkeit der Individuenwelt schließt die vorausgesetzte überindividuelle Einheit im Denken die Einheit in der äußeren Anschauung mit ein. 

Hinsichtlich dieser durch das Denken der Einheit geforderten Einheit in der äußeren Anschauung, die notwendig angesetzt werden muß, damit sich die verschiedenen Iche als leibliche Erscheinungen  `überhaupt wahrnehmen können, erweitert sich auch die Ansicht über die faktisch materielle Welt:  bezüglich der geforderten, notwendigen Einheit in der äußeren Anschauung der "Summe organisirter  Leiber" wird diese bloß faktische Welt als Ort der Darstellung und als Bedingung der Anschaubarkeit der im Denken gefaßten, interpersonalen Einheit qualifiziert. Durch diese begriffliche Weiterbestimmung der faktischen Welt bezüglich ihrer materialen Bedeutung für die zu erstellende Interpersonalitätsvorstellung wird ihr damit der zunächst zugebilligte, absolut unbedingte Charakter ihres allgemeinen Seins geraubt. Hinsichtlich der zu denkenden Interpersonalitätsvorstellung wird das Sein der empirisch faktischen Welt unter die äußeren Erscheinungsbedingungen der im Denken gefaßten Einheit subsummiert. Unter diesem Gesichtspunkt muß die empirisch faktische Welt deshalb als existent angesetzt werden, weil das Eine Leben als interpersonale Synthesis in seiner notwendigen Entäußerung nur dann vorgestellt werden kann, wenn es als Summe körperlicher Leiber in der äußeren Anschauung erscheint, deren Sein notwendig mit dem Sein einer empirisch faktischen Welt überhaupt verbunden gedacht werden muß. 

Die äußere Anschauung der Einheit der Individuenwelt ist also nicht nur bedingt durch die in der  Anschauung erfaßte Einheit der gesamten Leiber, sondern auch durch die Erscheinungsbedingungen  der Leiblichkeit des Ichs durch das Sein einer materiellen Welt überhaupt. "Die Anschauung einer  Summe organisirter Leiber freier Iche ist unmittelbarer Ausdruck des Einen Lebens. Diese Leiber  insgesammt werden vorgestellt, als die materielle Welt zur Sphäre ihrer äusseren Wirksamkeit  habend, und in derselben durch die Eine aus dem Einen Leben stammende Anschauung sich gegenseitig anschauend. Also ist die Anschauung der Welt der bloss materiellen Objecte mit der Anschauung der organisirten Leiber synthetisch vereinigt, liegt durchaus im Zusammenhange derselben Einen Anschauung; also ist auch sie unmittelbarer Ausdruck des Lebens in seiner Einheit." (II, 614) 

Durch diese Einbeziehung der materiellen Welt in die objektiven Darstellungs- bzw. Anschauungsbedingungen der im Denken gebildeten interpersonalen Einheit kann dieser Bereich der objektiven Vorstellung nun nicht mehr nur vom individuellen Standpunkt aus, sondern muß hinsichtlich dieser neuen Bestimmung ebenfalls vom Standpunkt des sich in diesem Bereich in seiner Einheit als System von Leibern objektiv anschauenden Einen Lebens her gesehen werden. Unter dem Gesichtspunkt der im Denken gefaßten Einheit der Individuenwelt hat die Anschauung der materiellen, empirisch faktischen Gegenständ.e nicht nur individuellen, sondern überindividuell verbindlichen Charakter; denn unter dem aufgeführten Aspekt der objektiven Anachaubarkeit der "Gemeine von Individuen" stellt das Ich diese materielle Welt als das durch die individuelle Form sich brechende Leben in seiner Einheit vor, und nicht nur als bloßes Individuum. "Die Objecte der materiellen Welt schaut also nicht an das Individuum als solches, sondern das Eine Leben schaut sie an." (II, 614) Die Gegenstände der äußeren Anschauung werden als solche von allen Individuen in gleicher Weise vorgestellt; die Anschauung der materiellen Welt hat demnach durchaus objektiven und für alle Individuen verbindlichen Charakter; sie muß also von allen Ichen ihrem Gehalte nach gleichermaßen vollzogen werden 1). 

Durch das Einbeziehen der äußeren Anschauurigsbedingungen, die sowohl die anschauliche Einheit der organisierten Leiber als auch die materielle Welt als "unmittelbarer Ausdruck des Lebens in seiner Einheit" (II, 614) umfassen, in den Kreis der zunächst nur im Denken dargestellten notwendig zu konzipierenden Konstitutivmomente der angesetzten Interpersonalitätsvorstellung wird nun auch die Form, durch die dieser Vorstellungsbereich begriffen wird, verändert und neu bestimmt. Denn hinsichtlich der durch das Denken der interperonalen Einheit geforderten äußeren, objektiven Anschauungs- und Darstellungsbedingungen erhält das Denken der materiellen Welt insgesamt, in der sich die Einheit des Lebens objektiv darzustellen vermag, von der einen Seite einen apodiktisch, a-priorischen Charakter. 

Die materielle Welt läßt sich nun nicht mehr als bloße Empirie bestimmen, sondern dieser Bereich  muß hinsichtlich der geforderten, äußeren Anschaubarkeit der Individuengemeinde (als Summe organisierter Leiber) als Bedingung der objektiven, interpersonalen Erscheinung, also als ein durch das Denken erstelltes, notwendiges Momentg als a-priorisch bestimmbar gedacht werden. Denn von dieser Außenwelt wird gefordert, daß die verschiedenen, im Denken angesetzten Iche in ihr sich gegenseitig in ihrer Leiblichkeit anschauen können. Bezüglich dieses Denkens wird also ausdrücklich auch ein a-priorischer Charakter für das Denken der faktisch materiellen Welt angesetzt der durch den in der faktisch behaupteten Interpersonalitätsvorstellung notwendig anzusiedelnden Begriff eines objektiven Ichs bestimmt wird. Somit verwandelt sich die zunächst angesetzte, rein empirische Begriffsbestimmung der materiellen Welt in eine a-priorische, die aber den spezifisch empirischen Gehalt dieses Bereiches nicht aufhebt, sondern ihn nur als solchen notwendig im Denken der interpersonalen Erscheinungsbedingungen und durch dieses Denken festsetzt. "Dieses Denken ist nun durchaus auf keine Wahrnehmung gegründet, sondern es ist ein absolut apriorisches Denken, das der Wahrnehmung Gesetze vorschreibt. [...] Wir stellen hier ein absolut Apriorisches ausdrücklich für die Aussenwelt [auf,] [...] es wird, durch dieses Denken äusserlich absolut hingestellt ein Begriff, der des Ich, der durchaus nur in innerer Anschauung gebildet werden kann, und aller äusseren Wahrnehmung widerspricht. Dieser wird realisirt als ein blosses reines Vermögen und Gesetz; nicht als irgend, ein wahrnehmbares Wirken, sondern als Grund, und Regel eines solchen in der Zukunft. Das Ich ausser uns wird ja nicht gedacht zufolge seiner Aeusserung, sondern schlechtweg," (II, 610) Denn vom Standpunkt der lediglich im Denken gefaßten interpersonalen Einheit aus muß ja der Begriff des objektiven Ichs an die notwendig anzusetzende Außenwelt herangetragen werden, um sie Oberhaupt als Erscheinungs- und, Anschauungsbedingung der  `Vorstellung eines fremden Individuums begreifen zu können. Ohne diese notwendige Hinterstellung des objektiven Ich-Begriffs, die hier aber nur vom Standpunkt des reinen Denkens der Einheit getragen wird, bleibt die Erscheinung in alle Ewigkeit bloß faktisch 2). Eine Erscheinung in der objektiven Vorstellung kann nämlich nur dann als Ich außer dem eigenen Ich vorgestellt werden,  wenn zunächst von Seiten des Denkens der diese Erscheinung abbildende Begriff erstellt wird.  "Zufolge dieses Begriffs erst wird von ihm erwartet und ihm angemuthet, dass, falls es sich äussere, es sich äussere als ein Ich; die von ihm zu erwartende Wirksamkeit wird anticipirt, und ihr im voraus das Gesetz gegeben." (II, 611) Das bedeutet: Vom Standpunkt des bloßen Denkens der Interpersonalitätsvorstellung ist die Annahme einer bestimmten Erscheinung als fremdes Ich vorläufig nur hypothetisch. Doch wenn sie als Ich begriffen werden soll, kann sie das nur durch den eben aufgestellten Begriff 3). 

Warum und wann dieser Begriff zu recht in der äußeren Erscheinung angewandt werden darf, wird  allerdings an dieser Stelle der Abhandlung, an der Fichte vorerst nur die reinen Denkbedingungen  der Interpersonalitätsvorstellung, aus denen die äußeren Anschauungsbedingungen lediglich  abgeleitet wurden und somit noch unter dem hypothetischen Ansatz dieses Denkens sebst stehen,  aufstellt, noch nicht geklärt. 

Doch ist mit dieser Argumentation deutlich gezeigt worden, daß die eigentliche Seinsbegründung der materiellen Welt als notwendige Bedingung der objektiven, interpersonalen Anschaubarkeit vom a- priorischen Denken der Sich-Darstellung des Lebens in seiner Einheit als interpersonale Synthesis  her erfolgen muß. "Nach allem Gesagten ist die Sinnenwelt ebensowenig als die vorher aufgestellten Stücke der Sichdarstellung des Lebens in seiner Einheit Gegenstand, der Erfahrung, sondern sie ist ein durchaus Apriorisches; nicht ein in das Anschauen und Denken eintretendes Fremdes, sondern in diesem selbst nothwendig Begründetes.“ (II, 620) 4)

Aus dieser a-priorischen Sicht der materiellen Welt als Erscheinungs- und Darstellungsbedingung  der interpersonalen Einheit, die sich in diesem Medium objektiv ausdrückt, verliert nun auch dieser Bereich seine ihm früher noch belassene, relative Eigenständigkeit. Vom Denken der sich objektiv darstellenden Einheit des Lebenst als interpersonale Synthesis, erhält das durch die Einbildungskraft hinsichtlich der freien Wirksamkeit konzipierte Bild der materiellen, faktischen Welt als Hemmung gegen die spontane Kraft des Lebens seine vollständige Aufhellung. Denn hinsichtlich der Bestimmung der faktischen Welt als Bedingung der objektiven, interpersonalen Darstellung muß sie von diesem Denken her für sich als reine Entgegensetzung gegen die sich in ihr realisieren sollende Einheit des Lebens gedacht werden 5). 

Von daher wird sie als Kraft gegen die Kraft des sich als Eins und in seiner Einheit darstellen wollenden Lebens aufgefaßt. "Natur ist der Wissenschaftslehre durchaus nichts weiter, als der durch absolutes Denken gebildete Gegensatz gegen die absolute Kraft des freien und geistigen Lebens; nothwendig gebildet um diese Kraft, die für sich schlechthin unsicht sichtbar ist, sichtbar zu machen" (II, 618). Somit muß die WL auch behaupten, „dass das eigentlich Innere in der Welt, inwiefern sie ein Widerstand gegen die Kraft des freien Lebens [ist], etwas ganz Anderes [cf. als bloß faktische Qualität], nemlich selbst eine Kraft seyn [muß] (ein reines Noumen, an welches keine äussere Anschauung reicht)“ (II, 616), gedacht als reiner Widerstand, an dem und im Gegensatz mit dem sich die Kraft des Lebens in seiner objetiven Darstellung als Einheit sichtbar macht. 

Durch diese Bestimmung als Bedingung der obektiven Darstellung des Lebens in seiner Einheit als  interpersonale Synthesis hat nun die materielle Welt, die bezüglich der aus dem absoluten Denken  der Einheit des Lebens, d.h. der Einheit der im und durch das Denken erfaßten Individuenwelt, abgeleiteten Funktion selbst als Kraft gedacht werden muß, ihre eigentliche Begründung erfahren 6). Darum kann Fichte auch sagen: "Wir haben die stehende Natur wirklich abgeleitet aus einem inneren und höheren Principe; die seyende Kraft des Lebens ist der Grund ihres Seyns und, ihrer Bestimmung.“ (II, 635)

Anmerkungen:

1) gl. dazu Fichte NW Bd.I, "Thatsachen" 1813, S. 517: "Die faktisch vorausgegebene Welt ist für alle Menschen durchaus eine und dieselbe; wir alle haben dieselben Objekte; ja jedes Individuum begreift auch die Welt als durchaus Eine und dieselbige für Alle, indem jeder immerfort Allen Uebereinstimmung mit sich über das Gegebene anmuthet [...]. Also d i e s e l b e Welt behaupten wir Allen ins Gesicht. Ferner auch E i n e Welt, numerisch. Wenn 100 Menschen einen Kirchthurm erblicken; so sind 100 Vorstellungen vom Thurme, aber nicht 100 Thürme, sondern Einer; da sinken darum alle diese Bilder in die objektive Einheit wieder zurück."}
2) Diese Hinterstellung des Ich-Begriffs muß ihrerseits allerdings noch gerechtfertigt werden, wenn sie nicht als ’bloße Projektion der Irrealität verfallen soll.
3) Vgl. dazu Fichte SW Bd. III, "Naturrecht", S. 43: [D]as Wesen ausser dem Subjecte hat, vorausgesetztermaasen, das letztere durch seine Handlung zum freien Handeln aufgefordert; es hat demnach seine Freiheit beschränkt durch einen Begriff vom Zwecke, in welchem die Freiheit des Subjectes - wenn auch etwa nur problematisch - vorausgesetzt wurde".
4) In der 1. Ausg. 1817 heißt es anstatt "nothwendig Begründetes" "notwendig begründet".
5) Vgl. dazu Fichte SW Bd. I, "Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre" - 1794, S. 288: "Das Streben des Ich kann nicht gesetzt werden, ohne dass ein Gegenstreben des Nicht Ich gesetzt werde".
6) Vgl. dazu F. Ebner: "Notizen Tagebücher Lebenserinnerungen" Kösel Verlag" München 1963, S. 190: "Aus dem Ich in seiner Icheinsamkeit könnte niemals die Realität der ‚Außenwelt‘ deduziert werden. Worin nun ist diese dem Menschen verbürgt? Darin eben, daß das Ich wesentlich im Verhältnis zum Du existiert."
 
(c) 2004-2018 brainsquad.de